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Berichtszeitraum: 1945-65
Bau und Betreuung von Kleinwohnungen ist das Aufgabengebiet
der Aktienbaugesellschaft für kleine Wohnungen, die im Jahre
1890 gegründet wurde. Sie besitzt gegenwärtig rund 18000
Wohnungen. Mit 11000 Wohnungen hat die Gesellschaft 1940 ihr 50jähriges
Jubiläum gefeiert. Von diesem Bestand wurden im letzten Krieg
1982 Wohnungen total zerstört und rund 3500 Wohnungen teilbeschädigt.
Wiederaufbau und Wiederherstellung waren die Aufgaben,
denen sich die Gesellschaft 1946 gegenübersah. Behelfsmaßnahmen
der verschiedensten Art beugten alsbald dem Verfall vor. Tätige
Selbsthilfe der Mieter kam hinzu. Vor der Währungsreform verfügte
die Gesellschaft zwar über volle Kassen, aber auch über
zahllose öde Fensterhöhlen. Mit einer gesunden Währung
waren bald Bau- und Instandsetzungsmaterialien zu erlangen. Ein
Jahr nach der Währungsreform stellte sich jedoch heraus, daß
die Finanzkraft der Gesellschaft nicht ausreichte, um die Kriegsschäden
schnell zu beheben. Mit Neubeleihung zuvor entschuldeter Wohnhausgruppen
konnten dem Unternehmen neue Finanzierungsmittel zugeführt
werden. Das Jahr 1950 brachte eine starke Belebung der Neubautätigkeit.
Das Erste Wohnungsbaugesetz führte die öffentliche Förderung
des Wohnungsbaues durch Bundes- und Landesmittel herbei und förderte
darüber hinaus den Wohnungsbau durch Gewährung der Grundsteuervergünstigungen
für 10 Jahre. Einkommensteuervergünstigungen (7c-Mittel)
taten das übrige.
Wo immer zunächst ohne Geländeerwerb
Wiederaufbau betrieben werden konnte, war die Gesellschaft auf dem
Plan. Bald zeigte sich, daß vorhandenes Gelände nicht
mehr ausreichte. Die Stadt stellte es zur Verfügung. In Trümmergebieten,
so vor allem in Bockenheim, konnte der systematisch betriebene Grundstückserwerb
aus privater Hand zu einer günstigen Abgrenzung nutzbaren Baugeländes
führen. Mitte der fünfziger Jahre waren die Baulücken
in Bornheim, in Bockenheim, im Nordend geschlossen, die freien Randparzellen
der Großsiedlungen am Nußberg, im Bereich der Friedrich-Ebert-Siedlung
und in Niederrad bebaut. Zehn Jahre nach Beendigung der Kampfhandlungen
konnte der Wiederaufbau im wesentlichen als abgeschlossen betrachtet
werden.
Die letzten zehn Jahre waren vornehmlich dem Neubau
gewidmet. Eigenes Vorratsgelände der Stadt und der Gesellschaft
war nicht mehr verfügbar. Die Baulücken waren geschlossen,
mit den Neubauten mußte man auf die Vororte ausweichen. Niederrad,
Schwanheim, Griesheim, Ginnheim und Heddernheim öffneten ihre
Gemarkungen der Bautätigkeit der Gesellschaft. Als 1960 kaum
noch bebauungsfähiges Gelände innerhalb des Stadtgebietes
vorhanden war, mußte über die Stadtgrenze hinausgegriffen
werden. Kelkheim und Dörnigheim, beides aufstrebende Nachbargemeinden,
zeigten sich für den Erwerb von Baugelände aufgeschlossen,
das mittlerweile baureif geworden war und gegenwärtig bebaut
wird. An der Bebauung des Nordweststadtgeländes
hat die Aktienbaugesellschaft mit 1310 Wohnungen einen gemessenen
Anteil an dem Gesamtgelände.
Seit der Währungsreform konnte die Gesellschaft
neben dem Wiederaufbau rund 6500 Wohnungen neu errichten und damit
ihren Vorkriegsbestand um nahezu 60% vergrößern. Rund
70% der Neubauwohnungen sind öffentlich gefördert worden
und damit für die breiten Schichten der Stadtbevölkerung
bestimmt. Wesentlich gefördert wurden die Leistungen der Gesellschaft
durch die tätige Unterstützung der Stadt Frankfurt am
Main, die sich in der Erhöhung des Grundkapitals um 18,5 Millionen
DM seit der Währungsreform ausdrückt.
Berichtszeitraum:
1965-68
Die Aktienbaugesellschaft für kleine Wohnungen
steht seit 1965 unter dem Einfluß der rückläufigen
Bautätigkeit. Einem Bauüberhang aus 1964 von 784 Wohnungseinheiten
stehen 1965 nur 287 Baubeginne gegenüber und 1966 gehen die
Baubeginne sogar auf 0 Wohnungseinheiten zurück. Die Belebung
des Jahres 1967 mit 119 Baubeginnen kennzeichnet deutlich die eingetretene
Rezession, die infolge der außerordentlichen Verknappung der
öffentlichen Mittel für die nächsten Jahre vorhalten
wird. Die seit der Mietpreisfreigabe im Sommer 1965 eingetretenen
Mieterhöhungen von im Durchschnitt 30% haben der Durchführung
von Instandsetzungsmaßnahmen größere Möglichkeiten
eingeräumt. Mit einem jährlichen Instandsetzungsetat von
rund 9 Mio DM können die Instandsetzungsmaßnahmen intensiviert
werden. Die Instandsetzungstätigkeit hat gerade in jüngster
Zeit durch Zinsverbilligungsmaßnahmen der Bundesregierung
im Rahmen des II. lnvestitionshilfeprogramms eine starke Belebung
erfahren, die in erster Linie der Römerstadt zugute kommt.
Dank des weiteren Ausbaues der Lochkartenanlage und anderen Maßnahmen
konnten beachtliche organisatorische Fortschritte mit dem Ziel der
Personaleinsparung erreicht werden. Der Personalbestand ist in den
letzten 5 Jahren um 13,5% vermindert worden. Unvermindert stark
ist die Nachfrage nach preiswerten Wohnungen. Das Angebot kann die
Nachfrage bei weitem nicht decken. Die Vergabe muß daher unter
Beachtung restriktiver Maßnahmen und vorrangiger Berücksichtigung
der sozialen Verhältnisse der Mietbewerber erfolgen.
Berichtszeitraum: 1969-72
Die allgemeine Rezession, unter deren Eindruck
die Wohnungswirtschaft im Zeitpunkt der letzten Berichterstattung
gestanden hat, ist auf dem Sektor des Wohnungsbaues der Gesellschaft
bis auf den heutigen Tag wirksam geblieben; hat dieser doch zwischen
Ende 1967 und Ende 1971 nur eine Ausweitung um 518 Wohnungen gebracht.
Die Ursache hierfür ist in den Finanzierungsschwierigkeiten
zu suchen, vor allem im Mangel an Finanzierungsmitteln der öffentlichen
Hand. Die außerordentliche Steigerung der Baukosten läßt
Finanzierungslücken auftreten, die zwar weitgehend durch den
Kapitalmarkt hätten geschlossen werden können, jedoch
zu Zinsen, die eine für die breiten Schichten des Volkes tragbare
Miete nicht mehr zulassen. So sind der gemeinnützigen Wohnungswirtschaft
Entwicklungsgrenzen gesetzt, die auch in naher Zukunft kaum zu überwinden
sein werden. Die Bewirtschaftung des vorhandenen Wohnraumes (zur
Zeit 18780 Wohneinheiten) konnte während der letzten vier Jahre
im großen und ganzen befriedigend durchgeführt werden.
Die in allen Positionen ständig steigenden Aufwendungen, vor
allem für Instandhaltungsaufgaben, aber auch für den Betrieb
und die Verwaltung, haben Mitte 1970 eine Mieterhöhung für
Altbauten eintreten lassen, die im Schnitt bei 0,50 DM pro qm Wohnfläche/Monat
liegt. So sind Mieten entstanden, die mit 2,72 DM je qm/Monat zwar
eine Verbesserung der Bewirtschaftungslage herbeigeführt haben,
im Zuge aber des inflationären Trends nicht mehr ausreichen,
den Bewirtschaftungsaufwand zu decken und die ordnungsgemäße
Instandhaltung der Bau- und Wohnungssubstanz sicherzustellen. Eine
der heutigen Preislage angemessene Mieterhöhung wird in absehbarer
Zeit unumgänglich sein. Für die Umstellung auf Erdgas
und die Durchführung von Modernisierungen hat die Gesellschaft
angemessene Beiträge geleistet. Der Modernisierung sind allerdings
durch die neue Mietgesetzgebung Grenzen gesetzt. Für die Zukunft
rechnet die Gesellschaft mit Aufgaben der Städtebauförderung.
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