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Berichtszeitraum: 1945-65

 

Das Sport- und Badeamt hat die Aufgabe, bei dem Bau von Sportanlagen, Schwimmhallen, Sommerbädern, Reinigungs- und medizinischen Bädern mitzuwirken, sie zu unterhalten, den Sport zu pflegen und die rd. 270 Turn- und Sportvereine sowie die sonstigen Sportorganisationen in Frankfurt am Main zu beraten und zu unterstützen.

Zu Beginn des zweiten Weltkrieges verfügte die Stadt bereits über mehr als 200 ha Spiel- und Sportfläche, darüber hinaus über eines der schönsten Stadien in Deutschland, 2 Hallenschwimmbäder, 18 Reinigungsbäder, 8 Sommerbäder und 1 Luftbad. Der Krieg und verschiedene Maßnahmen nach Kriegsende hinterließen schwerste Schäden und Verwüstungen. Nahezu 2/3 aller Sportanlagen waren nach 1945 zerstört. Das Waldstadion verfiel der Beschlagnahme durch die Besatzungsmächte. Die Vereine wurden aufgelöst; das sportliche Leben war nahezu tot. Von den 29 Badebetrieben waren das Stadtbad Mitte zu 80%, 3 Reinigungsbäder total und die restlichen 15 Reinigungsbäder zwischen 20 und 90% zerstört. Die Einrichtungen der Freibäder gingen, soweit sie nicht den Bomben zum Opfer gefallen waren, in den Jahren 1945/46 zugrunde. Das Hallenbad in Fechenheim, das nur geringfügige Zerstörungen aufwies, sowie einige Reinigungsbäder hatten die Besatzungsmächte beschlagnahmt.

Der Wiederaufbau nach 1945 konzentrierte sich zwangsläufig zunächst auf die lebensnotwendigen Einrichtungen wie Wohnungen, Schulen, Krankenhäuser usw., so daß der Sport- und Badebetrieb nur sehr zögernd in Gang kam. Es kann jedoch festgestellt werden, daß trotz aller Sorgen und finanziellen Nöte bald die Wiederherstellung der Sport- und Badeanlagen als notwendig erkannt und insbesondere nach der Währungsumstellung in immer stärkerem Umfang, auch Mittel für den Wiederaufbau und Neubau von Sportstätten und Bädern bereitgestellt wurden. Der aufgestellte Flächennutzungsplan gab die Grundlage, um neue Grundstücke für die Schaffung weiterer Spiel-, Sport- und Badeanlagen entsprechend den von der Deutschen Olympischen Gesellschaft veröffentlichten und vom Deutschen Städtetag empfohlenen "Richtlinien für die Schaffung von Erholungs-, Spiel- und Sportanlagen" auszuweisen und freizumachen.

Auf dem Sektor Sportstättenbau sind seit der Währungsumstellung im Jahre 1948 insgesamt auf 20 Sportanlagen 33 neue Spielfelder errichtet worden. So entstanden beispielsweise neue Sportanlagen auf dem ehemaligen Flughafen Rebstock, in den Stadtteilen Sindlingen, Seckbach, Unterliederbach, Rödelheim, an der Darmstädter Landstraße, auf dem Frankfurter Berg und in Eckenheim an der Hügelstraße. Neue Bezirkssportanlagen in Niederrad (Hahnstraße) und an der Pfortenstraße in Ffm-Fechenheim werden zur Zeit errichtet. Mehr als 20 neue Umkleidegebäude wurden an Stelle alter Holz- und Wellblechhallen bei bestehenden Sportanlagen gebaut. Hohe Investitionen wurden auch aus dem Etat des Sport- und Badeamtes für den Umbau und die Modernisierung des Frankfurter Waldstadions (siehe auch Serie ) geleistet, worüber an anderer Stelle berichtet wird. Im Jahre 1951 begann der Bau einer neuen Großsportanlage am Riederwald für die Frankfurter Sportgemeinde Eintracht, die ihre frühere Sportanlage am Ratsweg durch Kriegsereignisse und den anschließenden Bau der Trümmerverwertungsanlage verlor. Auch die benachbarte Anlage am Bornheimer Hang, Heimat des traditionsreichen Fußballsportvereins Frankfurt 1899 e.V., wurde in diesen Jahren erweitert und modernisiert. Allein für diese beiden Projekte hat die Stadtverwaltung zusammen mit dem Land Hessen mehr als 3 Mill.DM aufgewendet. Schließlich entstanden im Stadtwald in unmittelbarer Nähe des Waldstadions zwei große Sportschulen, die dem Landessportbund Hessen und dem Deutschen Turner-Bund gehören. Auch an diesen beiden Projekten haben sich das Land Hessen und die Stadtverwaltung maßgebend beteiligt.

1965 konnten schließlich zwei weitere große Vereinssportanlagen am Ginnheimer Wäldchen und auf dem ehemaligen Flugplatz Rebstock eingeweiht werden. Der Sportverein Blau-Gelb (Postsportverein) schuf in Ginnheim mit einem Kostenaufwand von nahezu 2 Mill.DM eine mustergültige Sportanlage, während der Sportverein Grün-Weiß (Polizeisportverein) auf dem Rebstock eine moderne und großzügige Sportanlage im Werte von rd. 1,5 Mill.DM einweihen konnte. In beiden Fällen bildeten erhebliche Zuschüsse von Land und Stadt (bei Blau-Gelb auch Bundesmittel) die Finanzierungsgrundlage dieser großen Sportstätten, wie überhaupt die freie Initiative der Turn- und Sportvereine bei der Errichtung von Turn- und Sportanlagen durch erhebliche Zuschüsse der Stadt tatkräftig gefördert wurde. Schließlich verdienen auch 4 Bezirksturnhallen Erwähnung, die das Sport- und Badeamt für Vereine und Schulen in den Jahren nach 1945 errichtete und die damals nicht unwesentlich dazu beitrugen, die Turnhallennot in unserer Stadt zu lindern.

Neben weiteren Spezialanlagen, wozu die wiederhergestellte Pferderennbahn in Frankfurt am Main-Niederrad, eine moderne Reithalle am Rande des Stadtwaldes, zahlreiche Bootshäuser, zwei Rollschuhbahnen und anderes zählen, schufen Stadt und Vereine viele Einrichtungen, die für einen lebendigen Spiel- und Sportbetrieb in einer modernen Großstadt erforderlich sind.

Für den Turn- und Sportbetrieb der Vereine selbst wurden in den letzten beiden Jahrzehnten darüber hinaus viele Millionen aufgewendet und im Herbst 1963 erging schließlich der Aufruf auch an die nicht vereinsgebundene Bevölkerung zur Teilnahme an einer Aktion "Zweiter Weg im Sport". Mit diesem "zweiten Weg" sollten dem Sport bisher fernstehende Menschen aller Altersgruppen zu Turnen, Spiel und Sport und damit zu einem Ausgleich für Bewegungsarmut geführt werden. Die Aktion hatte ein sehr ermutigendes Ergebnis, da nach knapp einem Jahre bereits mehr als 60000 Teilnahmen in rd. 33 Übungsstätten registriert werden konnten.

Auf dem Sektor Badewesen hat das Sport- und Badeamt unter schwierigsten personellen und materiellen Umstanden im Jahre 1945 durch Selbsthilfe das Stadtbad am Merianplatz und die Reinigungs- und Heilbäder des Stadtbades Mitte so herstellen können, daß sie noch im gleichen Jahre der Bevölkerung wieder zur Verfügung gestellt werden konnten.

Im Jahre 1947 erfolgte der Aufbau der Stadtbäder Bockenheim, Niederrad, Sossenheim, Eschersheim, Hallgarten, Griesheim, Rödelheim, Ackermann und Zeilsheim. Ein Jahr später wurde das Reinigungsbad in Oberrad wieder eröffnet. Im Winter 1946/47 mußten die Bäder teilweise wegen Kohlenmangel geschlossen werden. Auch die Sommerbäder Hausen, Rödelheim, Höchst und Niederrad kannten im Sommer 1947 wegen Verschmutzung des Maines und des Niddawassers sowie der damit verbundenen Seuchengefahr nur als Luftbad benutzt werden.

Das Jahr 1948 brachte auch für das Frankfurter Bäderwesen den Start zu größeren Aufgaben. So wurde im Jahre 1949 im Stadtbad Mitte wieder ein Schwimmbecken in Betrieb genommen. Im gleichen Jahr konnte das beschlagnahmte Reinigungsbad in Preungesheim und 1953 das Bezirksbad Fechenheim sowie das Stadtbad Ginnheim eröffnet werden. In den Jahren 1957-64 wurden zehn weitere Reinigungsbäder wieder aufgebaut bzw. neu erstellt.

Im Jahre 1955 konnte mit einem Kostenaufwand von 3,6 Mill. DM das Bezirksbad Höchst mit einer Schwimmhalle, Wannen- und Brausebädern, einer medizinischen und irisch-römischen Abteilung, einem Gymnastiksaal sowie einem Erfrischungsraum fertiggestellt werden. An Stelle des veralteten und teilzerstörten Stadtbades Mitte, das bereits 1896 errichtet wurde, entstand 1960 mit einem Kostenaufwand von rd. 13 Mill. DM das neue Stadtbad Mitte in der Hochstraße, das mit seinen 2 Schwimmhallen, einem Lehrschwimmbecken, den Reinigungs- und medizinischen Abteilungen sowie 2 Gymnastiksälen zu den schönsten Bädern in Deutschland zählt. Schließlich konnte 1964 das Bezirksbad Sachsenhausen eröffnet werden, das Baukosten von rd. 6,5 Mill. DM erforderte.

1960 eröffnete das Stadtbad Mitte

 

Die Verschmutzung unserer Flüsse zwingt dazu, Flußbeckenbäder mit hygienisch einwandfreiem Wasser zu bauen. So konnten mit einem Kostenaufwand von etwa 4,5 Mill. DM die Freibäder Hausen und Höchst in Beckenbäder umgebaut und der Frankfurter Bürgerschaft wieder zur Verfügung gestellt werden. Noch in diesem Jahr wird das größte Frankfurter Freibad, das Brentanobad, nach erfolgtem Umbau in ein Beckenbad wieder eröffnet. Nach 20jährigem Wiederaufbau verfügt Frankfurt dann über 4 Hallenbäder mit 5 Schwimmbecken, einem Lehrschwimmbecken, medizinischen Badeeinrichtungen und Reinigungsbädern, 25 Stadtbädern mit insgesamt 252 Wannen und 365 Brausen, 8 Freibädern (einschließlich das Bad an der Gehespitze), davon 3 Beckenbäder sowie 1 Licht- und Luftbad. Dazu kommen noch 3 Lehrschwimmbecken in Schulen.

Gemessen an dem Ziel des Goldenen Planes und an der Zahl der Turn- und Sportvereine und ihrer Mitglieder in unserer Stadt, im Jahre 1948 in 126 Vereinen rd. 32000 Mitglieder, im Jahre 1965 fast 270 Vereine mit rd. 75000 Mitgliedern, bedarf es allerdings noch großer Anstrengungen, um die durch die ständig steigende Zahl der Sportausübenden noch immer fehlenden Sportplätze, Sporthallen, Spielplätze und Badeanlagen zu schaffen.


Foto:Aero-Lux

Das Stadionbad am Waldstadion 1956

 

 

Berichtszeitraum: 1965-68

 

Während der Berichtszeit fanden gutbesuchte, nationale und internationale Sportveranstaltungen sowie deutsche Meisterschaften in Frankfurt a.M. statt. Neben dem Endspiel um den Europapokal im Hallenhandball in der Festhalle zwischen Steaua Bukarest und Dukla Prag im April 1968 sind vor allem die Boxweltmeisterschaft im Schwergewicht zwischen dem Titelverteidiger Cassius Clay und dem Europameister und Herausforderer Karl Mildenberger im Waldstadion im September 1966 sowie die Radweltmeisterschaften 1966 auf der Radrennbahn im Stadion zu erwähnen. Die internationalen Reitturniere in der Frankfurter Festhalle hatten in den vergangenen Jahren einen sehr guten Publikumserfolg und zählen zu den bedeutendsten Sportereignissen der Jahre 1965 bis 1968. Auch das schon traditionelle Frankfurter 6-Tage-Rennen, die "Nacht der Revanche", das internationale Straßenrennen "Rund um den Henninger-Turm " und mehrere Amateurrennen waren wieder Anziehungspunkte zahlreicher Radsportfreunde. Im Fußballsport ist neben den Bundesligaspielen der Frankfurter Sportgemeinde Eintracht insbesondere das Endspiel um den DFB-Vereinspokal 1966 zwischen dem Meidericher SV und Bayern München erwähnenswert. Das Sport- und Badeamt hat auch in der Vergangenheit dem sportlichen Leben in den rd. 280 Vereinen besondere Beachtung geschenkt. Die bestehenden guten Kontakte mit den Turn- und Sportvereinen wurden vertieft.

Durch Beratung der Vereine in allgemeinen Vereinsfragen, Förderungsmöglichkeiten im Rahmen des Rot-Weißen-Programms, Steuerangelegenheiten, Durchführung des sogenannten 2.Weges und durch die Gewährung von Sportförderungsmitteln konnte auch während der Berichtszeit dem örtlichen Sport eine wirkungsvolle Hilfe gegeben werden. Ergebnis dieser Förderung ist eine breite Basis des Sports in unserer Stadt, die mit über 90 000 Vereinsmitgliedern und den zahlreichen Teilnehmern des 2.Weges und der Betriebssportgruppen über dem Bundesdurchschnitt liegt.

Auch der Bau neuer Sportanlagen kam in der Berichtszeit gut voran. So konnten die Bezirkssportanlagen Hahnstraße und Fechenheim fertiggestellt und ihrer Bestimmung übergeben werden. Auf der Bezirkssportanlage Süd in der Darmstädter Landstraße wurde ein neues Umkleidegebäude mit Platzmeisterwohnung errichtet. Die Bauarbeiten für die neue Bezirkssportanlage an der Ginnheimer Landstraße sind im Herbst 1967 angelaufen. Diese Bezirkssportanlage West, die als Ersatz für die weggefallenen städtischen Sportanlagen Miquelallee und Philipp-Reis-Straße entsteht, kann aller Voraussicht nach im Frühjahr 1969 für den Sport- und Spielbetrieb freigegeben werden.

Auch im Stadion wurden verschiedene Ausbau- und Verbesserungsarbeiten durchgeführt: Erneuerung der Dachbedeckung der Stadionsporthalle im Jahre 1965, Erstellung einer Notstromanlage im Jahre 1965, Erneuerung der Eisbahnbeleuchtung im Jahre 1966, Umbau der Radrennbahn im Stadion im Jahre 1966, Umbauarbeiten in der Stadion-Gaststätte im Jahre 1967. (siehe auch Bericht Stadion GmbH )

Der Besuch der städtischen Bäder im Berichtszeitraum ist aus nachstehender Übersicht zu ersehen:

  1965 1966 1967
Schwimmhallen 1496576 1561813 1534720
Wannen 211767 201259 177608
Brausen 278293 280938 251481
Medizinische Bäder 134898 119690 125313
Freibäder 387995 680092 1041639
gesamt: 2509529 2843792 3130761

In der Gesamtbesucherzahl ist somit eine stetige Steigerung zu verzeichnen, wobei die günstige Witterungslage 1967 einen Rekordbesuch in den Frankfurter Freibädern brachte. Hierdurch beeinflußt, wies die Zahl der Schwimmhallenbesucher in den Sommermonaten eine leicht fallende Tendenz auf. Der Besuch der Reinigungsbäder ist im ganzen gesehen rückläufig. Das ist auf Wohnungsneubauten mit eigenen Bädern bzw. den nachträglichen Einbau von Badeeinrichtungen in Altbauten zurückzuführen. Die Inanspruchnahme der medizinischen Abteilungen der Hallenbäder ist weiterhin gut. Der Besucherrückgang 1966 und 1967 erklärt sich durch eine mehrmonatige Beschränkung der Benutzung dieser Abteilungen im Stadtbad Mitte, die durch dringende Reparaturarbeiten bedingt war.

Das in ein Beckenbad umgebaute Brentanobad wurde am 14.5.1966 eröffnet. Das Schwimmbecken hat eine Wasserfläche von 8300 qm und zählt damit zu den größten Beckenbädern Deutschlands. Eine Gesamtbesucherzahl von mehr als 550000 beweist die Beliebtheit und Anziehungskraft dieses Freibades. Zur Zeit wird das Freibad Eschersheim in ein Beckenbad umgebaut.

Freibad Eschersheim

Der Neubau des im Geschäftszentrum der Nordweststadt entstehenden Hallenschwimmbades geht zügig voran, so daß mit der Inbetriebnahme im Oktober 1968 zu rechnen ist. Das Bad enthält eine Schwimmhalle mit einem Mehrzweckbecken von 16,75 x 25 m, Vorreinigungen und Umkleidemöglichkeiten für rd. 300 Personen.

Das seit 1928 im Betrieb befindliche Bezirksbad Fechenheim wird zur Zeit mit einem Kostenaufwand von über 1,3 Mill. DM grundlegend instandgesetzt und teilweise erneuert.

Auf dem Gelände der "Weißen Erde" wird ein weiteres Hallenbad, das Bezirksbad Bornheim, entstehen. Planung und Ausschreibung sind bereits vorgenommen. Mit dem Beginn der Arbeiten, die in Fertigbauweise erfolgen sollen, kann noch 1968 gerechnet werden.

Auch das Merianbad, Frankfurts meistbesuchtes Reinigungsbad in der Berger Straße, wird z. Zt. umgebaut.

 

 

Berichtszeitraum: 1969-72

 

Sportstättenbau

Im September 1971 wurde an der Ginnheimer Landstraße eine neue Bezirkssportanlage der Öffentlichkeit übergeben, die mit einem Kostenaufwand von 775000,- DM in rund 3-jähriger Bauzeit entstand und neben einem Rasenkernplatz mit 400-m-Laufbahn, Wurf- und Sprunganlagen über einen Tennisplatz, Kleinspielfelder und eine Gymnastikwiese verfügt. Noch im Laufe des Jahres 1972 sollen die Freiflächen durch eine moderne Trimmanlage komplettiert werden und anstelle der bisher nur provisorischen Umkleidemöglichkeiten im benachbarten Vereinshaus der SG West ein massives Umkleidegebäude mit einem Kostenaufwand von 600000,- DM errichtet werden. Nur wenige Wochen nach der Eröffnung der vorgenannten Sportanlage wurde im Oktober 1971 ein neues Sportfeld am Rande des Stadtteils Zeilsheim als erster Bauabschnitt der geplanten „Bezirkssportanlage Zeilsheim" seiner Bestimmung übergeben. Der starken Bevölkerungszunahme dieses Stadtteils entsprechend soll zwischen der Autobahn und dem Westrand des Stadtteils Zeilsheim auf einem Gelände von ca. 3 ha eine moderne Bezirkssportanlage mit Rasenspielfeldern, Leichtathletikanlagen, Tennisplätzen, Trimmanlage, Gymnastikrasen und anderen Nebeneinrichtungen entstehen. Bedingt durch den Bau der Nordweststraße mußte die städtische Sportanlage Woogwiese in Ffm.-Ginnheim verlegt werden. In knapp zweijähriger Bauzeit entstand zwischen Woogstraße und neuer Trasse der Nordweststraße eine großzügige konzipierte Ersatzanlage, die noch im Spätsommer 1972 wiedereröffnet werden kann. In einem späteren Bauabschnitt ist die Errichtung eines zweiten Spielfeldes vorgesehen.

Bäderbau

Um der Bevölkerung während der relativ kurzen Freibadesaison die Möglichkeit zum Schwimmen in gleichmäßig temperiertem Wasser zu geben, wurde 1969 das Freibad Hausen nach ergänzendem Einbau einer Wassererwärmungsanlage wieder eröffnet. Eine Verlängerung der Saison von April bis November, wesentlich höhere Besucherzahlen als zuvor und damit auch eine bessere Rentabilität dieses Bades haben gezeigt, daß die relativ geringen Kosten von 100000,-DM als eine sinnvolle Investition angesehen werden können. Mit der Eröffnung des Bezirksbades Bornheim im September 1970, dem 6.Hallenschwimmbad in Frankfurt am Main, ist die Stadt der Erfüllung des Goldenen Planes auf diesem Sektor ein ganzes Stück näher gekommen. Frankfurt am Main verfügt nun in 6 Hallenschwimmbädern über 7 Schwimmmbecken, die jährlich über 3 Millionen Besucher aufzuweisen haben. Das Bornheimer Bad, an einer landschaftlich besonders reizvollen Stelle am Bornheimer Hang errichtet, bietet zudem noch die Möglichkeit, als erstes Frankfurter Hallenbad durch Ergänzung mit einem Freibad zu einem Kombinationsbad moderner Prägung ausgebaut zu werden. Das in einem Niddaarm nach dem ersten Weltkrieg eröffnete Freibad Eschersheim wurde nach erfolgtem Umbau in ein Beckenbad im Mai 1971 wieder eröffnet. Mit einem Kostenaufwand von über 3000000,- DM entstand mit rd. 5200 qm Wasserfläche und fast 60000 qm Landfläche ein sehr großzügig gestaltetes Freibad, das neben großen Liegewiesen auch über eine moderne Sprühanlage, Kinderspielplatz und Freizeitanlagen für jung und alt verfügt. Als hervorragendes Ereignis auf dem Gebiet des Sportstättenbaues in Frankfurt am Main darf die im Frühjahr 1972 ergangene Beschlußfassung der städtischen Körperschaften über den Umbau der Hauptkampfbahn des Frankfurter Waldstadions bezeichnet werden. Die 1974 in Deutschland zur Austragung kommende Fußballweltmeisterschaft gab den Anstoß, das neben Köln älteste deutsche Stadion gründlich zu modernisieren und umzugestalten. Mit einem Kostenaufwand von 27000000,-DM, an dem sich Bund und Land Hessen mit zwei Drittel beteiligen, werden zwei völlig neue Tribünenanlagen mit den entsprechenden Einbauten errichtet, die Leichtathletikanlagen internationalen Normen angepaßt und eine für Farbfernsehübertragungen geeignete neue Flutlichtanlage installiert. Das Frankfurter Waldstadion, das nach seiner Fertigstellung Austragungsort hervorragender Spiele der Fußballweltmeisterschaft 1974 sein wird, soll zugleich den in der benachbarten Bundessportschule untergebrachten 14 Hessischen Sportfachverbänden als Landesleistungszentrum dienen, neben Fußballbundesligaspielen künftig verstärkt für die Durchführung bedeutender nationaler und internationaler Begegnungen in Anspruch genommen und zugleich ein Sport- und Freizeitpark werden, in dem möglichst viele Menschen Erholung und Entspannung finden.

Die "Trimm-dich"-Welle läuft an

 

Förderung des Breiten- und Spitzensportes

Um dem Aufruf ,,Sport für alle" auch attraktive Angebote folgen zu lassen, hat die Stadt Frankfurt neben einer Schweißtropfenbahn im Frankfurter Waldstadion in mehreren Schulen sowie im Stadtbad Mitte Sportkabinette eingerichtet, die als Trimm-Zentren und Testanlagen für Ungeübte, Geübte und Leistungssportler dienen sollen. Die Stadtverwaltung hat darüber hinaus Volkswettbewerbe wie Volksradfahren, Volksgehen, Volkswandern usw. unterstützt und 1971 erstmals gemeinsam mit dem Turngau Frankfurt im Frankfurter Stadtwald eine Fußgänger-Rallye veranstaltet, die lebhafte Resonanz bei der Bevölkerung fand. Nach der 1972 erfolgten Fertigstellung des „Hauses des Deutschen Sports", in dem der Deutsche Sportbund, das Nationale Olympische Komitee und die Stiftung Deutsche Sporthilfe untergebracht sind, gemeinsam mit der Bundessport- und Bundesturnschule, dem Bundesleistungszentrum des Deutschen Turnerbundes und des Bundes Deutscher Radfahrer sowie dem Verwaltungsgebäude des Deutschen Fußballbundes, die alle in der Nachbarschaft des Stadions liegen, gilt Frankfurt am Main als Verwaltungszentrum des deutschen Sports.

 
Quelle: Jahresberichte der Stadt Frankfurt 1945-72
frankfurt baut auf