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Berichtszeitraum: 1945-65
Das Sport- und Badeamt hat die Aufgabe, bei dem
Bau von Sportanlagen, Schwimmhallen, Sommerbädern, Reinigungs-
und medizinischen Bädern mitzuwirken, sie zu unterhalten, den
Sport zu pflegen und die rd. 270 Turn- und Sportvereine sowie die
sonstigen Sportorganisationen in Frankfurt am Main zu beraten und
zu unterstützen.
Zu Beginn des zweiten Weltkrieges verfügte
die Stadt bereits über mehr als 200 ha Spiel- und Sportfläche,
darüber hinaus über eines der schönsten Stadien in
Deutschland, 2 Hallenschwimmbäder, 18 Reinigungsbäder,
8 Sommerbäder und 1 Luftbad. Der Krieg und verschiedene Maßnahmen
nach Kriegsende hinterließen schwerste Schäden und Verwüstungen.
Nahezu 2/3 aller Sportanlagen waren nach 1945 zerstört. Das
Waldstadion verfiel der Beschlagnahme durch die Besatzungsmächte.
Die Vereine wurden aufgelöst; das sportliche Leben war nahezu
tot. Von den 29 Badebetrieben waren das Stadtbad Mitte zu 80%, 3
Reinigungsbäder total und die restlichen 15 Reinigungsbäder
zwischen 20 und 90% zerstört. Die Einrichtungen der Freibäder
gingen, soweit sie nicht den Bomben zum Opfer gefallen waren, in
den Jahren 1945/46 zugrunde. Das Hallenbad in Fechenheim, das nur
geringfügige Zerstörungen aufwies, sowie einige Reinigungsbäder
hatten die Besatzungsmächte beschlagnahmt.
Der Wiederaufbau nach 1945 konzentrierte sich zwangsläufig
zunächst auf die lebensnotwendigen Einrichtungen wie Wohnungen,
Schulen, Krankenhäuser usw., so daß der Sport- und Badebetrieb
nur sehr zögernd in Gang kam. Es kann jedoch festgestellt werden,
daß trotz aller Sorgen und finanziellen Nöte bald die
Wiederherstellung der Sport- und Badeanlagen als notwendig erkannt
und insbesondere nach der Währungsumstellung in immer stärkerem
Umfang, auch Mittel für den Wiederaufbau und Neubau von Sportstätten
und Bädern bereitgestellt wurden. Der aufgestellte Flächennutzungsplan
gab die Grundlage, um neue Grundstücke für die Schaffung
weiterer Spiel-, Sport- und Badeanlagen entsprechend den von der
Deutschen Olympischen Gesellschaft veröffentlichten und vom
Deutschen Städtetag empfohlenen "Richtlinien für
die Schaffung von Erholungs-, Spiel- und Sportanlagen" auszuweisen
und freizumachen.
Auf dem Sektor Sportstättenbau sind seit der
Währungsumstellung im Jahre 1948 insgesamt auf 20 Sportanlagen
33 neue Spielfelder errichtet worden. So entstanden beispielsweise
neue Sportanlagen auf dem ehemaligen Flughafen Rebstock, in den
Stadtteilen Sindlingen, Seckbach, Unterliederbach, Rödelheim,
an der Darmstädter Landstraße, auf dem Frankfurter Berg
und in Eckenheim an der Hügelstraße. Neue Bezirkssportanlagen
in Niederrad (Hahnstraße) und an der Pfortenstraße in
Ffm-Fechenheim werden zur Zeit errichtet. Mehr als 20 neue Umkleidegebäude
wurden an Stelle alter Holz- und Wellblechhallen bei bestehenden
Sportanlagen gebaut. Hohe Investitionen wurden auch aus dem Etat
des Sport- und Badeamtes für den Umbau und die Modernisierung
des Frankfurter Waldstadions (siehe auch Serie )
geleistet, worüber an anderer Stelle berichtet wird. Im Jahre
1951 begann der Bau einer neuen Großsportanlage am Riederwald
für die Frankfurter Sportgemeinde Eintracht, die ihre frühere
Sportanlage am Ratsweg durch Kriegsereignisse und den anschließenden
Bau der Trümmerverwertungsanlage verlor. Auch die benachbarte
Anlage am Bornheimer Hang, Heimat des traditionsreichen Fußballsportvereins
Frankfurt 1899 e.V., wurde in diesen Jahren erweitert und modernisiert.
Allein für diese beiden Projekte hat die Stadtverwaltung zusammen
mit dem Land Hessen mehr als 3 Mill.DM aufgewendet. Schließlich
entstanden im Stadtwald in unmittelbarer Nähe des Waldstadions
zwei große Sportschulen, die dem Landessportbund Hessen und
dem Deutschen Turner-Bund gehören. Auch an diesen beiden Projekten
haben sich das Land Hessen und die Stadtverwaltung maßgebend
beteiligt.
1965 konnten schließlich zwei weitere große
Vereinssportanlagen am Ginnheimer Wäldchen und auf dem ehemaligen
Flugplatz Rebstock eingeweiht werden. Der Sportverein Blau-Gelb
(Postsportverein) schuf in Ginnheim mit einem Kostenaufwand von
nahezu 2 Mill.DM eine mustergültige Sportanlage, während
der Sportverein Grün-Weiß (Polizeisportverein) auf dem
Rebstock eine moderne und großzügige Sportanlage im Werte
von rd. 1,5 Mill.DM einweihen konnte. In beiden Fällen bildeten
erhebliche Zuschüsse von Land und Stadt (bei Blau-Gelb auch
Bundesmittel) die Finanzierungsgrundlage dieser großen Sportstätten,
wie überhaupt die freie Initiative der Turn- und Sportvereine
bei der Errichtung von Turn- und Sportanlagen durch erhebliche Zuschüsse
der Stadt tatkräftig gefördert wurde. Schließlich
verdienen auch 4 Bezirksturnhallen Erwähnung, die das Sport-
und Badeamt für Vereine und Schulen in den Jahren nach 1945
errichtete und die damals nicht unwesentlich dazu beitrugen, die
Turnhallennot in unserer Stadt zu lindern.
Neben weiteren Spezialanlagen, wozu die wiederhergestellte
Pferderennbahn in Frankfurt am Main-Niederrad, eine moderne Reithalle
am Rande des Stadtwaldes, zahlreiche Bootshäuser, zwei Rollschuhbahnen
und anderes zählen, schufen Stadt und Vereine viele Einrichtungen,
die für einen lebendigen Spiel- und Sportbetrieb in einer modernen
Großstadt erforderlich sind.
Für den Turn- und Sportbetrieb der Vereine
selbst wurden in den letzten beiden Jahrzehnten darüber hinaus
viele Millionen aufgewendet und im Herbst 1963 erging schließlich
der Aufruf auch an die nicht vereinsgebundene Bevölkerung zur
Teilnahme an einer Aktion "Zweiter Weg im Sport". Mit
diesem "zweiten Weg" sollten dem Sport bisher fernstehende
Menschen aller Altersgruppen zu Turnen, Spiel und Sport und damit
zu einem Ausgleich für Bewegungsarmut geführt werden.
Die Aktion hatte ein sehr ermutigendes Ergebnis, da nach knapp einem
Jahre bereits mehr als 60000 Teilnahmen in rd. 33 Übungsstätten
registriert werden konnten.
Auf dem Sektor Badewesen hat das Sport- und Badeamt
unter schwierigsten personellen und materiellen Umstanden im Jahre
1945 durch Selbsthilfe das Stadtbad am Merianplatz und die Reinigungs-
und Heilbäder des Stadtbades Mitte so herstellen können,
daß sie noch im gleichen Jahre der Bevölkerung wieder
zur Verfügung gestellt werden konnten.
Im Jahre 1947 erfolgte der Aufbau der Stadtbäder
Bockenheim, Niederrad, Sossenheim, Eschersheim, Hallgarten, Griesheim,
Rödelheim, Ackermann und Zeilsheim. Ein Jahr später wurde
das Reinigungsbad in Oberrad wieder eröffnet. Im Winter 1946/47
mußten die Bäder teilweise wegen Kohlenmangel geschlossen
werden. Auch die Sommerbäder Hausen, Rödelheim, Höchst
und Niederrad kannten im Sommer 1947 wegen Verschmutzung des Maines
und des Niddawassers sowie der damit verbundenen Seuchengefahr nur
als Luftbad benutzt werden.
Das Jahr 1948 brachte auch für das Frankfurter
Bäderwesen den Start zu größeren Aufgaben. So wurde
im Jahre 1949 im Stadtbad Mitte wieder ein Schwimmbecken in Betrieb
genommen. Im gleichen Jahr konnte das beschlagnahmte Reinigungsbad
in Preungesheim und 1953 das Bezirksbad Fechenheim sowie das Stadtbad
Ginnheim eröffnet werden. In den Jahren 1957-64 wurden zehn
weitere Reinigungsbäder wieder aufgebaut bzw. neu erstellt.
Im Jahre 1955 konnte mit einem Kostenaufwand von
3,6 Mill. DM das Bezirksbad Höchst mit einer Schwimmhalle,
Wannen- und Brausebädern, einer medizinischen und irisch-römischen
Abteilung, einem Gymnastiksaal sowie einem Erfrischungsraum fertiggestellt
werden. An Stelle des veralteten und teilzerstörten Stadtbades
Mitte, das bereits 1896 errichtet wurde, entstand 1960 mit einem
Kostenaufwand von rd. 13 Mill. DM das neue Stadtbad Mitte in der
Hochstraße, das mit seinen 2 Schwimmhallen, einem Lehrschwimmbecken,
den Reinigungs- und medizinischen Abteilungen sowie 2 Gymnastiksälen
zu den schönsten Bädern in Deutschland zählt. Schließlich
konnte 1964 das Bezirksbad Sachsenhausen eröffnet werden, das
Baukosten von rd. 6,5 Mill. DM erforderte.

1960 eröffnete das Stadtbad Mitte
Die Verschmutzung unserer Flüsse zwingt dazu,
Flußbeckenbäder mit hygienisch einwandfreiem Wasser zu
bauen. So konnten mit einem Kostenaufwand von etwa 4,5 Mill. DM
die Freibäder Hausen und Höchst in Beckenbäder umgebaut
und der Frankfurter Bürgerschaft wieder zur Verfügung
gestellt werden. Noch in diesem Jahr wird das größte
Frankfurter Freibad, das Brentanobad, nach erfolgtem Umbau in ein
Beckenbad wieder eröffnet. Nach 20jährigem Wiederaufbau
verfügt Frankfurt dann über 4 Hallenbäder mit 5 Schwimmbecken,
einem Lehrschwimmbecken, medizinischen Badeeinrichtungen und Reinigungsbädern,
25 Stadtbädern mit insgesamt 252 Wannen und 365 Brausen, 8
Freibädern (einschließlich das Bad an der Gehespitze),
davon 3 Beckenbäder sowie 1 Licht- und Luftbad. Dazu kommen
noch 3 Lehrschwimmbecken in Schulen.
Gemessen an dem Ziel des Goldenen Planes und an
der Zahl der Turn- und Sportvereine und ihrer Mitglieder in unserer
Stadt, im Jahre 1948 in 126 Vereinen rd. 32000 Mitglieder, im Jahre
1965 fast 270 Vereine mit rd. 75000 Mitgliedern, bedarf es allerdings
noch großer Anstrengungen, um die durch die ständig steigende
Zahl der Sportausübenden noch immer fehlenden Sportplätze,
Sporthallen, Spielplätze und Badeanlagen zu schaffen.

Foto:Aero-Lux
Das Stadionbad am Waldstadion
1956
Berichtszeitraum: 1965-68
Während der Berichtszeit fanden gutbesuchte,
nationale und internationale Sportveranstaltungen sowie deutsche
Meisterschaften in Frankfurt a.M. statt. Neben dem Endspiel um den
Europapokal im Hallenhandball in der Festhalle zwischen Steaua Bukarest
und Dukla Prag im April 1968 sind vor allem die Boxweltmeisterschaft
im Schwergewicht zwischen dem Titelverteidiger Cassius Clay und
dem Europameister und Herausforderer Karl Mildenberger im Waldstadion
im September 1966 sowie die Radweltmeisterschaften 1966 auf der
Radrennbahn
im Stadion zu erwähnen. Die internationalen Reitturniere in
der Frankfurter Festhalle hatten in den vergangenen Jahren einen
sehr guten Publikumserfolg und zählen zu den bedeutendsten
Sportereignissen der Jahre 1965 bis 1968. Auch das schon traditionelle
Frankfurter 6-Tage-Rennen, die "Nacht der Revanche", das
internationale Straßenrennen "Rund um den Henninger-Turm
"
und mehrere Amateurrennen waren wieder Anziehungspunkte zahlreicher
Radsportfreunde. Im Fußballsport ist neben den Bundesligaspielen
der Frankfurter Sportgemeinde Eintracht insbesondere das Endspiel
um den DFB-Vereinspokal 1966 zwischen dem Meidericher SV und Bayern
München erwähnenswert. Das Sport- und Badeamt hat auch
in der Vergangenheit dem sportlichen Leben in den rd. 280 Vereinen
besondere Beachtung geschenkt. Die bestehenden guten Kontakte mit
den Turn- und Sportvereinen wurden vertieft.
Durch Beratung der Vereine in allgemeinen Vereinsfragen,
Förderungsmöglichkeiten im Rahmen des Rot-Weißen-Programms,
Steuerangelegenheiten, Durchführung des sogenannten 2.Weges
und durch die Gewährung von Sportförderungsmitteln konnte
auch während der Berichtszeit dem örtlichen Sport eine
wirkungsvolle Hilfe gegeben werden. Ergebnis dieser Förderung
ist eine breite Basis des Sports in unserer Stadt, die mit über
90 000 Vereinsmitgliedern und den zahlreichen Teilnehmern des 2.Weges
und der Betriebssportgruppen über dem Bundesdurchschnitt liegt.
Auch der Bau neuer Sportanlagen kam in der Berichtszeit
gut voran. So konnten die Bezirkssportanlagen Hahnstraße und
Fechenheim fertiggestellt und ihrer Bestimmung übergeben werden.
Auf der Bezirkssportanlage Süd in der Darmstädter Landstraße
wurde ein neues Umkleidegebäude mit Platzmeisterwohnung errichtet.
Die Bauarbeiten für die neue Bezirkssportanlage an der Ginnheimer
Landstraße sind im Herbst 1967 angelaufen. Diese Bezirkssportanlage
West, die als Ersatz für die weggefallenen städtischen
Sportanlagen Miquelallee und Philipp-Reis-Straße entsteht,
kann aller Voraussicht nach im Frühjahr 1969 für den Sport-
und Spielbetrieb freigegeben werden.
Auch im Stadion wurden verschiedene Ausbau- und
Verbesserungsarbeiten durchgeführt: Erneuerung der Dachbedeckung
der Stadionsporthalle im Jahre 1965, Erstellung einer Notstromanlage
im Jahre 1965, Erneuerung der Eisbahnbeleuchtung im Jahre 1966,
Umbau der Radrennbahn im Stadion im Jahre 1966, Umbauarbeiten in
der Stadion-Gaststätte im Jahre 1967. (siehe auch Bericht Stadion
GmbH )
Der Besuch der städtischen Bäder im Berichtszeitraum
ist aus nachstehender Übersicht zu ersehen:
| |
1965 |
1966 |
1967 |
| Schwimmhallen |
1496576 |
1561813 |
1534720 |
| Wannen |
211767 |
201259 |
177608 |
| Brausen |
278293 |
280938 |
251481 |
| Medizinische Bäder |
134898 |
119690 |
125313 |
| Freibäder |
387995 |
680092 |
1041639 |
| gesamt: |
2509529 |
2843792 |
3130761 |
In der Gesamtbesucherzahl ist somit eine stetige
Steigerung zu verzeichnen, wobei die günstige Witterungslage
1967 einen Rekordbesuch in den Frankfurter Freibädern brachte.
Hierdurch beeinflußt, wies die Zahl der Schwimmhallenbesucher
in den Sommermonaten eine leicht fallende Tendenz auf. Der Besuch
der Reinigungsbäder ist im ganzen gesehen rückläufig.
Das ist auf Wohnungsneubauten mit eigenen Bädern bzw. den nachträglichen
Einbau von Badeeinrichtungen in Altbauten zurückzuführen.
Die Inanspruchnahme der medizinischen Abteilungen der Hallenbäder
ist weiterhin gut. Der Besucherrückgang 1966 und 1967 erklärt
sich durch eine mehrmonatige Beschränkung der Benutzung dieser
Abteilungen im Stadtbad Mitte, die durch dringende Reparaturarbeiten
bedingt war.
Das in ein Beckenbad umgebaute Brentanobad wurde
am 14.5.1966 eröffnet. Das Schwimmbecken hat eine Wasserfläche
von 8300 qm und zählt damit zu den größten Beckenbädern
Deutschlands. Eine Gesamtbesucherzahl von mehr als 550000 beweist
die Beliebtheit und Anziehungskraft dieses Freibades. Zur Zeit wird
das Freibad Eschersheim in ein Beckenbad umgebaut.
Freibad Eschersheim
Der Neubau des im Geschäftszentrum der Nordweststadt
entstehenden Hallenschwimmbades geht zügig voran, so daß
mit der Inbetriebnahme im Oktober 1968 zu rechnen ist. Das Bad enthält
eine Schwimmhalle mit einem Mehrzweckbecken von 16,75 x 25 m, Vorreinigungen
und Umkleidemöglichkeiten für rd. 300 Personen.
Das seit 1928 im Betrieb befindliche Bezirksbad
Fechenheim wird zur Zeit mit einem Kostenaufwand von über 1,3
Mill. DM grundlegend instandgesetzt und teilweise erneuert.
Auf dem Gelände der "Weißen Erde"
wird ein weiteres Hallenbad, das Bezirksbad Bornheim, entstehen.
Planung und Ausschreibung sind bereits vorgenommen. Mit dem Beginn
der Arbeiten, die in Fertigbauweise erfolgen sollen, kann noch 1968
gerechnet werden.
Auch das Merianbad, Frankfurts meistbesuchtes Reinigungsbad
in der Berger Straße, wird z. Zt. umgebaut.
Berichtszeitraum: 1969-72
Sportstättenbau
Im September 1971 wurde an der Ginnheimer Landstraße
eine neue Bezirkssportanlage der Öffentlichkeit übergeben,
die mit einem Kostenaufwand von 775000,- DM in rund 3-jähriger
Bauzeit entstand und neben einem Rasenkernplatz mit 400-m-Laufbahn,
Wurf- und Sprunganlagen über einen Tennisplatz, Kleinspielfelder
und eine Gymnastikwiese verfügt. Noch im Laufe des Jahres 1972
sollen die Freiflächen durch eine moderne Trimmanlage komplettiert
werden und anstelle der bisher nur provisorischen Umkleidemöglichkeiten
im benachbarten Vereinshaus der SG West ein massives Umkleidegebäude
mit einem Kostenaufwand von 600000,- DM errichtet werden. Nur wenige
Wochen nach der Eröffnung der vorgenannten Sportanlage wurde
im Oktober 1971 ein neues Sportfeld am Rande des Stadtteils Zeilsheim
als erster Bauabschnitt der geplanten Bezirkssportanlage Zeilsheim"
seiner Bestimmung übergeben. Der starken Bevölkerungszunahme
dieses Stadtteils entsprechend soll zwischen der Autobahn und dem
Westrand des Stadtteils Zeilsheim auf einem Gelände von ca.
3 ha eine moderne Bezirkssportanlage mit Rasenspielfeldern, Leichtathletikanlagen,
Tennisplätzen, Trimmanlage, Gymnastikrasen und anderen Nebeneinrichtungen
entstehen. Bedingt durch den Bau der Nordweststraße mußte
die städtische Sportanlage Woogwiese in Ffm.-Ginnheim verlegt
werden. In knapp zweijähriger Bauzeit entstand zwischen Woogstraße
und neuer Trasse der Nordweststraße eine großzügige
konzipierte Ersatzanlage, die noch im Spätsommer 1972 wiedereröffnet
werden kann. In einem späteren Bauabschnitt ist die Errichtung
eines zweiten Spielfeldes vorgesehen.
Bäderbau
Um der Bevölkerung während der relativ
kurzen Freibadesaison die Möglichkeit zum Schwimmen in gleichmäßig
temperiertem Wasser zu geben, wurde 1969 das Freibad Hausen nach
ergänzendem Einbau einer Wassererwärmungsanlage wieder
eröffnet. Eine Verlängerung der Saison von April bis November,
wesentlich höhere Besucherzahlen als zuvor und damit auch eine
bessere Rentabilität dieses Bades haben gezeigt, daß
die relativ geringen Kosten von 100000,-DM als eine sinnvolle Investition
angesehen werden können. Mit der Eröffnung des Bezirksbades
Bornheim im September 1970, dem 6.Hallenschwimmbad in Frankfurt
am Main, ist die Stadt der Erfüllung des Goldenen Planes auf
diesem Sektor ein ganzes Stück näher gekommen. Frankfurt
am Main verfügt nun in 6 Hallenschwimmbädern über
7 Schwimmmbecken, die jährlich über 3 Millionen Besucher
aufzuweisen haben. Das Bornheimer Bad, an einer landschaftlich besonders
reizvollen Stelle am Bornheimer Hang errichtet, bietet zudem noch
die Möglichkeit, als erstes Frankfurter Hallenbad durch Ergänzung
mit einem Freibad zu einem Kombinationsbad moderner Prägung
ausgebaut zu werden. Das in einem Niddaarm nach dem ersten Weltkrieg
eröffnete Freibad Eschersheim wurde nach erfolgtem Umbau in
ein Beckenbad im Mai 1971 wieder eröffnet. Mit einem Kostenaufwand
von über 3000000,- DM entstand mit rd. 5200 qm Wasserfläche
und fast 60000 qm Landfläche ein sehr großzügig
gestaltetes Freibad, das neben großen Liegewiesen auch über
eine moderne Sprühanlage, Kinderspielplatz und Freizeitanlagen
für jung und alt verfügt. Als hervorragendes Ereignis
auf dem Gebiet des Sportstättenbaues in Frankfurt am Main darf
die im Frühjahr 1972 ergangene Beschlußfassung der städtischen
Körperschaften über den Umbau der Hauptkampfbahn des Frankfurter
Waldstadions bezeichnet werden. Die 1974 in Deutschland zur Austragung
kommende Fußballweltmeisterschaft gab den Anstoß, das
neben Köln älteste deutsche Stadion gründlich zu
modernisieren und umzugestalten. Mit einem Kostenaufwand von 27000000,-DM,
an dem sich Bund und Land Hessen mit zwei Drittel beteiligen, werden
zwei völlig neue Tribünenanlagen mit den entsprechenden
Einbauten errichtet, die Leichtathletikanlagen internationalen Normen
angepaßt und eine für Farbfernsehübertragungen geeignete
neue Flutlichtanlage installiert. Das Frankfurter Waldstadion, das
nach seiner Fertigstellung Austragungsort hervorragender Spiele
der Fußballweltmeisterschaft 1974 sein wird, soll zugleich
den in der benachbarten Bundessportschule untergebrachten 14 Hessischen
Sportfachverbänden als Landesleistungszentrum dienen, neben
Fußballbundesligaspielen künftig verstärkt für
die Durchführung bedeutender nationaler und internationaler
Begegnungen in Anspruch genommen und zugleich ein Sport- und Freizeitpark
werden, in dem möglichst viele Menschen Erholung und Entspannung
finden.
Die "Trimm-dich"-Welle läuft
an
Förderung des Breiten- und Spitzensportes
Um dem Aufruf ,,Sport für alle" auch
attraktive Angebote folgen zu lassen, hat die Stadt Frankfurt neben
einer Schweißtropfenbahn im Frankfurter Waldstadion in mehreren
Schulen sowie im Stadtbad Mitte Sportkabinette eingerichtet, die
als Trimm-Zentren und Testanlagen für Ungeübte, Geübte
und Leistungssportler dienen sollen. Die Stadtverwaltung hat darüber
hinaus Volkswettbewerbe wie Volksradfahren, Volksgehen, Volkswandern
usw. unterstützt und 1971 erstmals gemeinsam mit dem Turngau
Frankfurt im Frankfurter Stadtwald eine Fußgänger-Rallye
veranstaltet, die lebhafte Resonanz bei der Bevölkerung fand.
Nach der 1972 erfolgten Fertigstellung des Hauses des Deutschen
Sports", in dem der Deutsche Sportbund, das Nationale Olympische
Komitee und die Stiftung Deutsche Sporthilfe untergebracht sind,
gemeinsam mit der Bundessport- und Bundesturnschule, dem Bundesleistungszentrum
des Deutschen Turnerbundes und des Bundes Deutscher Radfahrer sowie
dem Verwaltungsgebäude des Deutschen Fußballbundes, die
alle in der Nachbarschaft des Stadions liegen, gilt Frankfurt am
Main als Verwaltungszentrum des deutschen Sports.
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