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Berichtszeitraum: 1945-65
Aufgaben
Nach dem Hessischen Brandschutzgesetz vom 19.5.1951
hat die Feuerwehr die Aufgabe:
- Brände zu bekämpfen sowie Menschen
und Güter aus Feuersgefahren zu retten, für die Verhütung
von Bränden zu wirken, Hilfe bei anderen öffentlichen
Notständen zu leisten.
- Darüber hinaus ist durch Beschluß
der städtischen Körperschaften vom 9.3.1950 die Branddirektion
verpflichtet, das Krankentransport- und Rettungswesen durchzuführen.
Weiterhin kann die Feuerwehr auf Grund besonderer Verwaltungsanordnungen
(Satzungen) außerhalb ihres Aufgabengebietes auf Antrag
oder behördliches Ersuchen Leistungen gegen Entgelt ausführen.
Hierzu gehören:
- das Überprüfen von Löscheinrichtungen
auf Grundstücken,
- die laufende Überprüfung und Wartung
von privaten Feuermeldeanlagen, die Gestellung von Sicherheitswachen
für Theater-, Zirkus-, Variete- und ähnliche Aufführungen.
Situation
nach dem Zusammenbruch 1945
Beim Einmarsch der amerikanischen Truppen am 27.3.1945
war die Stadt praktisch ohne jeden Feuerschutz. Der größte
Teil des Personals der Berufsfeuerwehr war mit Fahrzeugen und Geräten
weiträumig ausgelagert. Lediglich zwei Löschfahrzeuge
standen noch zur Verfügung. Die wenigen auf den Feuerwachen
zurückgebliebenen Bediensteten gerieten in Gefangenschaft.
So schnell es die damaligen Verhältnisse zuließen, wurde
das nach außerhalb der Stadt verlegte Personal mit Fahrzeugen
und Geräten zurückgeholt und die Feuerwachen nach und
nach behelfsmäßig wieder besetzt.
Wiederaufbau der Feuerwachen
Die Feuerwachen und Dienstwohngebäude wurden
durch die Kriegseinwirkungen erheblich beschädigt. Die Feuerwache
Münzgasse war durch einen Luftangriff am 22.3.1944 völlig
zerstört worden. Sie wurde erst durch den Neubau der Feuerwache
Hanauer Landstraße ersetzt, der am 20.6.1961 in Benutzung
genommen werden konnte. An den anderen beschädigten Feuerwachen
und Dienstwohngebäuden mit rund 70 Wohnungen wurden die gröbsten
Kriegsschäden auf dem Wege der Selbsthilfe, das heißt
durch eigene Handwerker und Hilfsgeräte in den ersten Jahren
nach 1945 beseitigt. Mit den dringend notwendigen Verbesserungen
an Unterkunftsräumen und Kraftfahrzeughallen konnte erst nach
1950 begonnen werden. Insbesondere an den Feuerwachen Burgstraße,
Heinrichstraße und Mörfelder Landstraße wurden
durch Umbauarbeiten und Neuerrichtung von Nebengebäuden Räume
geschaffen, die nunmehr den zeitgemäßen Erfordernissen
des Dienstbetriebes entsprechen.
Personalbewegung
und Organisation
Für die Besetzung der Feuerwachen standen
bis zum 31.3.1946 212 Feuerwehrbeamte zur Verfügung. Hierzu
kamen noch für das Fernmeldewesen 20, für die Fahrzeug-Instandsetzungswerkstatt
8 und für die Verwaltungsabteilung 9 Bedienstete. Diese Gesamtpersonalstärke
von 249 Bediensteten erhöhte sich bis zum Jahre 1958 auf 385
Köpfe. Zunächst wurde von den Exekutivbeamten wöchentlich
84 Stunden Dienst geleistet, und zwar im Wechsel von 24 Stunden
Dienst und 24 Stunden Freizeit. Ab 16.3.1958 verringerte sich die
Dienstzeit durch Gewährung von zusätzlich zwei freien
Tagen im Monat auf 72 Stunden in der Woche. Diese Dienstzeitregelung
wurde bis zum 30.9.1963 beibehalten. Die Sollstärke des Personals
betrug bis dahin insgesamt 504 Bedienstete.
Das Hessische Beamtengesetz vom 21.3.1962 führte
die 56-Stundenwoche ein. Diese beachtliche Verkürzung der Arbeitszeit
konnte naturgemäß nur schrittweise erreicht werden.
In den letzten 5 Jahren erhielten 216 neu eingestellte
Feuerwehrmänner in 20 Lehrgängen ihre Grundausbildung.
Die im Stellenplan vom 1.1.1963 genehmigte Gesamtstärke von
683 Bediensteten konnte bis heute noch nicht voll erreicht werden.
Die 56-Stundenwoche wurde jedoch bereits auf fünf der insgesamt
sechs Feuerwachen eingeführt. 1963 wurde mit einem neuen Geschäftsverteilungsplan
auch ein neuer Organisationsplan erstellt.
Fahrzeuge
und Ausrüstung
Erst Ende 1945, nach Instandsetzung der noch verwendbaren
Fahrzeuge, konnten die Feuerwachen der Berufsfeuerwehr wieder mit
Löschzügen ausgestattet werden. Wegen des Wachsens der
Stadt und- der Industrie, auch der steigenden Zahl der Hilfeleistungen
bei Verkehrsunfällen, Ölunfällen usw., war die Beschaffung
von weiteren Löschfahrzeugen, Sonder- und Hilfsfahrzeugen unerläßlich.
Auf den Feuerwachen der Berufsfeuerwehr stehen für den Einsatz
bereit:
Löschfahrzeuge:
- 11 Löschfahrzeuge
- 10 Tanklöschfahrzeuge
- 1 Großtanklöschfahrzeug
- 1 Trockenpulverlöschfahrzeug
- 1 Tragkraftspritzenfahrzeug
- 4 Tragkraftspritzen
- 2 Kohlensäureschnee-Anhänger
- 1 Wasserwerfer
- 4 Tragkraftspritzen-Anhänger
- 1 Schaumauflieger
- 1 Tankwagenauflieger
Sonderfahrzeuge:
- 8 Kraftfahrdrehleitern
- 2 Schlauchwagen
- 3 Rüstwagen
- 1 Drehkran
- 1 Gasschutzwagen
- 1 Gasmeßwagen
- 1 Taucherwagen
- 1 Bootswagen
- 1 Kommandowagen
- 2 Lichtmastanhänger
- 1 Kompressoranhänger
- 1 Ölalarmwagen
Hilfsfahrzeuge:
- 10 Personenkraftwagen
- 13 Gerätewagen
- 2 Fernmeldebauwagen
- 5 Fernmeldebauwagen-Anhänger
- 2 Zugmaschinen
- 1 Auftauanhänger
- 1 Abschleppanhänger
- 1 Nachläufer für Holzmaste
- 1 Anhänger für Greifer (Bagger)
- 1 Feldküche
Zur Beschaffung wurden in Auftrag gegeben:
- 7 Trockenpulver-Tanklöschfahrzeuge
- 1 Rüstwagen
- 1 Bootswagen
- 1 Kraftfahrdrehleiter (50 m)
Die Geräte für Brandbekämpfung,
Hilfeleistung und Sondereinsätze werden laufend verbessert
und auf den neuesten Stand gebracht. Im folgenden können nur
einige genannt werden, die neu beschafft oder durch leistungsfähigere
Ausführungen ersetzt wurden.
Die vorhandenen 36000 m gummierten Hanf-Druckschläuche
werden laufend durch abriebfeste Kunststoffschläuche, die jahrelang
bei Bränden erprobt worden sind, ersetzt. Für die Erzeugung
von Luftschaum wird in Zukunft ein leistungsfähigeres Schaumgerät,
das in den Vereinigten Staaten entwickelt wurde, eingesetzt. Auf
dem Gebiete des Atemschutzes wird die Umstellung der 131 Sauerstoffschutzgeräte
auf Preßluftatmer angestrebt. 6 Preßluft-Leichttauchgeräte
und zwei schwere Tauchgeräte stehen dem Wasserrettungsdienst
zur Verfügung. Die unzulänglichen Boote wurden in den
letzten Jahren durch ein Aluminiumboot, ein Schnellschlauchboot
und ein einfaches Schlauchboot ausgewechselt. Zum Nachweis von schädlichen
Gasen und Dämpfen an Brand und Unfallstellen werden auf dem
Gasmeßwagen 5 Gasspürgeräte mitgeführt. Das
Vorhandensein und die Verarbeitung radioaktiver Substanzen in Betrieben
und Forschungsinstituten erforderte die Beschaffung von Strahlenmeßgeräten.
Die Löschwasserversorgung stützte sich
1949 auf 804 Überflurhydranten und 3440 Unterflurhydranten.
Dieses Netz von Wasserentnahmestellen wurde inzwischen
erweitert um:
- 355 Überflurhydranten,
- 27 Brunnen,
- 7327 Unterflurhydranten,
- 56 Entnahmestellen am Main usw.
Feuermeldeanlagen
Mit Kriegsende waren nur noch wenige brauchbare
Feuermelder notdürftig in Betrieb. Aber bereits Ende des Jahres
1945 verfügte die Branddirektion wieder über ein Feuermeldenetz
mit 22000 m Erdkabel, 1500 m Notleitung und 49000 m Freileitung.
Zur Alarmierung standen bereit:
- 285 öffentliche Feuermelder,
- 115 private Hausfeuermelder mit 52 Nebenfeuermeldern,
- 1 Feueralarmsirene für die freiwillige
Wehr Griesheim,
- 5 Alarmeinrichtungen für selbsttätige
und Hand-Schaltung des Wach-, Einzel- und Hauptalarms,
- 3 Läutewerke und 105 Alarmwecker an den
5 Feuerwachen.
1951 wurde eine ortsfeste UKW-Funksprechanlage
mit zunächst einer beweglichen Funkstelle eingerichtet. Diese
Einrichtung wurde dann laufend den Bedürfnissen angepaßt
und erweitert. 1954 erfolgte die erste Umstellung des internen Nachrichtenverkehrs
von Morse auf Fernschreiber. Alle Wachen wurden zwischen 1956 und
1961 mit modernen Typendrucker-Empfangszentralen ausgestattet. Zur
Verbesserung der internen Nachrichtendurchgabe und um eine ruhigere
Alarmierung der Wachen zu erreichen, erhielten 1959 sämtliche
Wachen eine Kommandoanlage mit insgesamt 8 Verstärkern, 13
Mikrofonen und 266 Lautsprechern. Für die Alarmierung der freiwilligen
Feuerwehren in den Vororten waren wieder 23 Feueralarmsirenen betriebsfähig.
Auf der neuen Feuerwache in der Hanauer Landstraße wurde im
Jahre 1961 eine Katastrophenleitstelle eingerichtet. Zur gleichen
Zeit erhielt die Krankenbeförderungs-Leitstelle eine UKW-Sprechfunkanlage
und eine Fernsprecheinrichtung zur Direktwahl der Krankenanstalten.
Mit Ablauf des Jahres 1964 stehen nunmehr für Feuermeldung,
Alarmierung und Nachrichtenverkehr zur Verfügung:
- 26 neuzeitliche Typendrucker-Empfangseinrichtungen
- 371 öffentliche Feuermelder
- 178 private Hausfeuermelder ohne Nebenanschlüsse
- 133 private Hausfeuermelder mit 5738 Nebenmeldern
- 122 private Hauptfeuermelder der Messe
- 28 Alarmsirenen für die freiwilligen Feuerwehren
- 8 Blattfernschreiber
- 6 Kommando-Lautsprecheranlagen auf den Wachen
- 2 ortsfeste UKW-Funksprechanlagen
- 2 Nebenempfänger in Höchst und Sachsenhausen
für größere Entfernungen
- 61 bewegliche Funkgeräte
- 9 tragbare Funkgeräte
Das Feuermeldenetz umfaßt:
- 155 km Röhrenkabel mit 1622 Kabelschächten
und 154 Schaltstellen
- 1 km Erdkabel
- 139 km Freileitung auf 502 Telegrafenmasten
und 1912 Stützpunkten.
Alarmdienst
Die Zahl der Brände hat sich seit 1945 außerordentlich
erhöht. Im Jahre 1964 mußten 2923 Brände gelöscht
werden gegenüber 145 Bränden 1945. Die Zahl der Hilfeleistungen
hat sich 1964 gegenüber 1945 etwa verdoppelt, und zwar von
611 auf 1335. Bemerkenswert ist hierbei, daß 1945 nur bei
14, aber 1964 bei 409 Verkehrsunfällen und Verkehrsstörungen
Hilfe geleistet werden mußte.
Ausbildung
Der Ausbildungsstand der Löschzugbesatzungen
wird durch Übungen und Unterweisungen an besonders gefährdeten
Objekten gefördert. Im täglichen Übungsdienst sind
Unterrichtsstunden eingeschlossen, die nach einem Plan einheitlich
für alle Feuerwachen abgehalten werden. In eigener Fahrschule
erwirbt jeder Feuerwehrmann den Führerschein der Klasse 2.
Innerhalb der ersten Jahre muß er die Fernmeldeprüfung
1 und 2 ablegen und beweisen, daß er in der Lage ist, eine
Fernmeldestelle auf einer Feuerwache selbständig zu bedienen.
Von 1946 bis 1964 haben 366 außerplanmäßige Feuerwehrmänner
bei 36 Prüfungen ihre Anstellungsprüfung zum Feuerwehrmann
bestanden. In der gleichen Zeit wurden 7 Brandmeisterlehrgänge
mit 254 Teilnehmern und 4 Brandinspektorenlehrgänge mit 40
Teilnehmern abgehalten
Vorbeugender Feuerschutz
Für die Abteilung Vorbeugender Brandschutz,
die sich in die Sachgebiete Brandverhütung und Brandschau gliedert,
wurden 1963 14 Planstellen geschaffen. Bis dahin mußten für
die gutachtliche Mitwirkung bei Baugesuchen und Angelegenheiten
des Gewerbe- und Ordnungsamtes, der Polizeibehörden und sonstiger
Stellen Beamte des Exekutivdienstes abgestellt werden. Die Brandschauen
führten Beamte aus den Löschzügen in ihren jeweiligen
Wachbezirken auf Anforderung oder Anzeige hin aus. Die gutachtliche
Tätigkeit stieg von 38 Fällen im Jahr 1946 auf 1441 im
Jahre 1964 und die Zahl der Brandschauen in den gleichen Jahren
von 367 auf 1255. Zur Durchführung terminmäßiger
Überprüfungen von feuergefährdeten Betrieben und
Anlagen im Stadtbezirk Frankfurt am Main wurde eine Brandschaukartei
angelegt, die 5610 Betriebe umfaßt.
Krankenbeförderung
Bei der Übernahme im Jahre 1950 waren 5 Krankenwagen
vorhanden. Zur Zeit befinden sich 30 Krankenwagen und 1 Krankenbus,
die sämtlich mit UKW-Sprechfunk ausgestattet sind, in Betrieb.
Die Krankenwagen sind dezentralisiert auf den 6 Feuerwachen untergebracht.
Ihr Einsatz wird von der Krankenbeförderungs-Leitstelle über
Funk und Draht gesteuert.
Die Gesamtzahl der Kranken- und Unfalltransporte
stieg von 1950 bis 1964 von 33082 auf 40158 im Jahr.
Freiwillige Feuerwehr
Ende 1945 wurde mit der Neuaufstellung der freiwilligen
Löschgruppen begonnen. Am 31.3.1946 standen 21 Löschgruppen
und 4 Löschzüge wieder zur Dienstleistung bereit. Die
Kopfstärke betrug damals 385 Mann. Fahrzeuge und Ausrüstung
wurden in den folgenden Jahren erheblich verbessert. Von den 19
Vorortgerätehäusern wurden in den letzten 10 Jahren 4
Gerätehäuser neu gebaut und 2 erweitert und umgebaut.
Im Jahre 1958 wurden die Leiter der Vorortfeuerwehren zu Ortsbrandmeistern
unter gleichzeitiger Berufung als Ehrenbeamte ernannt.
Heute zählen die 22 Löschgruppen der
Freiwilligen Feuerwehr insgesamt 365 Mann aktive Mitglieder. Sie
bilden auf vereinsmäßiger Grundlage den Kreisfeuerwehrverband
Frankfurt am Main. Den Vorortfeuerwehren stehen 12 Löschfahrzeuge,
2 Tanklöschfahrzeuge und 4 Tragkraftspritzen-Anhänger
zur Verfügung.

Feuerwache Hanauer Landstraße kurz vor
der Fertigstellung 1961
Berichtszeitraum: 1965-68
Organisation und Personalbewegung
Mit der Eingliederung des Zivilschutzes in den
Aufgabenbereich der Branddirektion am 1.4.1967 trat ein neuer Organisationsplan
in Kraft, der die Aufgaben der Branddirektion in 5 Abteilungen neu
aufgliedert, und zwar:
- Abteilung 1 - Verwaltung
- Abteilung 2 - Einsatz und Organisation
- Abteilung 3 - Vorbeugender Brandschutz
- Abteilung 4 - Ausrüstung und Technik
- Abteilung 5 - Ausbildung
Bei dieser Umorganisation wurde auch ein neuer
Geschäftsverteilungsplan erstellt. Der Zivilschutz wurde nicht
als neue Abteilung übernommen, sondern aufgabengemäß
den entsprechenden Abteilungen und Sachgebieten der Branddirektion
angegliedert.
Im Herbst 1967 wurde die nur behelfsmäßig
eingerichtete alte Feuerwache 5 in Höchst außer Dienst
gestellt und die nach den neuesten Erkenntnissen der Brandschutztechnik
eingerichtete Feuerwache 5 in Nied (Zugwache mit Sonderfahrzeugen)
bezogen. Diese Feuerwache ist mit einem Taucherturm und einer Desinfektionsanlage
für die Krankenwagen der Berufsfeuerwehr ausgestattet. Im Oktober
1968 wird die Feuerwache 7 - im Geschäfts- und Kulturzentrum
der Nordweststadt gelegen -, die mit einer Atemschutzübungsstrecke
und Sonderfahrzeugen für den U-Bahnschutz versehen ist, bezogen.
Durch die Inbetriebnahme dieser beiden Feuerwachen hat der Brandschutz
von Frankfurt eine wesentliche Verstärkung erhalten.
Am 31.12.1967 wurde die Außenstelle der Feuerwache
6 auf dem Müllabladeplatz in der Darmstädter Landstraße
aufgelöst.
Der Personalsollbestand der Branddirektion hat
sich in der Berichtszeit von 727 Stellen auf 787 vermehrt, wovon
695 gegenüber 635 (Ende 1964) auf den Einsatzdienst der Berufsfeuerwehr
entfallen. Der Istbestand beträgt zur Zeit 715; davon sind
628 im Einsatzdienst der Berufsfeuerwehr. Die Lücke im Personalstand,
die sich aus der Arbeitszeitverkürzung von 72 auf 56 Wochenstunden
im Feuerwehrdienst ergab, konnte erst Ende 1966 geschlossen werden.
Durch gesetzliche Regelung wurde die Arbeitszeit des Einsatzdienstes
der Berufsfeuerwehr wiederum verkürzt, diesmal von 56 auf 54
Wochenstunden. Diese Kürzung konnte wegen Personalmangels noch
nicht durchgeführt werden.
Fahrzeuge,
Ausrüstung (Entwicklung und Verbesserungen)
Die in der Berichtszeit beschafften Sonder- und
Löschfahrzeuge weisen ausnahmslos gegenüber den Vorgängern
erhebliche Verbesserungen auf oder stellen völlige Neukonstruktionen
dar. Die technischen Verbesserungen sind zum größten
Teil auf die Initiative der Branddirektion zurückzuführen.
Den Lieferfirmen wurden nicht nur Anregungen gegeben, sondern es
wurde in fast allen Fällen aktiv mitgearbeitet. Im einzelnen
wurden neu und als Ersatzfahrzeuge mit teilweise erheblichen technischen
Verbesserungen angeschafft:
- 2 Großtanklöschfahrzeuge: 6000 l
Fassungsvermögen für Wasser; 500 l Fassungsvermögen
für Schaumbildner; ferngesteuerter Schaum-Wasserwerfer (Reichweite
ca. 80 m); Leistung ca. 2000 l/min.
- 1 Öl-Rüstwagen: Vorratsbehälter
für ca. 40000 l Öl werden mitgeführt; eingebauter
15 kVA-Generator; Fahrzeug explosionsgeschützt.
- 1 Gelenkbühne: Neuartiges Rettungsgerät
in Form eines Gelenkarmes mit 26 m Höhe; eingebauter Generator,
Flutlichtanlage und Wasserwerfer; Bedienungskorb.
- 1 Leiterbühne: Neuartige Weiterentwicklung
der Kraftfahrdrehleiter mit 30 m Steighöhe; eingebauter Generator,
Flutlichtanlage und Wasserwerfer; Bedienungskorb.
- 1 Kraftfahrdrehleiter (50 m)
- Vollhydraulische Drehleiter mit Fahrkorb für
50 m Steighöhe.
- 1 Tieflader mit Frontlader
- Aus Mitteln des Katastrophenschutzes wurde für
den Ölalarmzug ein Tieflader beschafft. Zu diesem gehört
ein Radschürfkübellader zum Ausheben ölverseuchten
Erdreiches bei größeren Öleinsätzen.
- 1 Kommandobus: Einsatzleitstelle für Großeinsätze
mit umfangreicher Funkausrüstung, Funkfernschreiber u.a.
- 3 Notarztwagen: Umfangreiche medizinische und
chirurgische Ausstattung einschließlich Herzschrittmacher
und Defibrillator sowie Bergungsgerät für die Einleitung
lebensrettender Maßnahmen am Unfallort.
- 1 Schlengelanlage: Eigenkonstruktion der Branddirektion
zum Eingrenzen von brennbaren Flüssigkeiten auf Wasseroberflächen.
Einsatztätigkeit
Im Jahre 1967 betrug die Zahl der Brände 1965
gegenüber 2923 im Jahre 1964. Der Rückgang ist auf die
Inbetriebnahme der Müllverbrennungsanlage zurückzuführen.
Ab diesem Zeitpunkt wurde der Müllabladeplatz im Stadtwald
immer weniger benutzt, so daß die Brände und Rauchentwicklungen
seltener wurden. Dagegen treten häufiger Großbrände
mit hohen Folgeschäden auf. So hat sich die durchschnittliche
Brandschadenhöhe im Bundesgebiet von 275000000 DM erstmals
im Jahre 1967 auf 1 Milliarde DM erhöht. Ein weiteres Wachsen
dieser Kurve wurde festgestellt. Die Alarme zu Hilfeleistungen haben
konstant zugenommen und betrugen 1961 im Jahr 1967, gegenüber
1335 im Jahre 1964.
In den letzten Jahren stellten sich für die
Berufsfeuerwehr neue Aufgaben, so z.B. aus der zunehmenden Verwendung
von Heizöl und anderen brennbaren Flüssigkeiten. Zwangsläufig
ergeben sich dadurch höhere Unfallquoten, und Einsätze
im Zusammenhang mit brennbaren Flüssigkeiten, Benzin und Heizöl
werden immer häufiger, zumal sich innerhalb der Stadtgrenzen
große Vorratslager dieser Produkte befinden und ein umfangreicher
Umschlag zu Wasser und auf der Straße vorgenommen wird. Auch
die technischen Hilfeleistungen im Straßenverkehr, bei Unfällen
auf oder an Gewässern, bei Gasausströmungen, Explosionen,
Verschüttungen und Einstürzen nehmen ständig zu.
In letzter Zeit häufen sich auch Einsätze bei Unfällen
mit Atemgiften, die den Gebrauch von schweren Atemschutzgeräten
erforderlich machen.
Katastrophenschutz, Strahlenschutz
Die Branddirektion arbeitet in dem bei der Stadtverwaltung
gebildeten Katastrophenschutz mit.
Frankfurt gilt als größter Umschlagplatz
für Radionuklide in Europa. Dies erklärt sich einmal aus
der umfangreichen chemischen und pharmazeutischen Industrie und
dem zentral gelegenen Frankfurter Flughafen. Umfangreiche Maßnahmen
zur Behebung von Schadensfällen mit Strahlern traf die Branddirektion
durch die Beschaffung geeigneter Meß- und Schutzgeräte
und durch eine intensive Ausbildung und Schulung geeigneten Personals
in Fragen des Strahlenschutzes.
Vorbeugender
Brandschutz
Der Abteilung III wurde das neue Sachgebiet III/3
Zivilschutzbauten - angegliedert.
Die Brandrisiken sind in der Berichtszeit im gesamten
Stadtgebiet stark angewachsen. In allen Industriezweigen vergrößern
sich die Produktionsstätten (Fließbandfertigungen) sowie
die Lager für die Rohstoffe, Halb -und Fertigprodukte. Immer
mehr Hochhäuser für Wohn-, Büro- und Lagerzwecke
entstehen; für den Handel werden Supermärkte von bisher
nicht gekannter Größe errichtet; die steigende Verwendung
von Kunststoffen im Bauwesen erschwert zusätzlich alle Brandbekämpfungsmaßnahmen.
Bei der Verbrennung von Kunststoffen, die teilweise unter starker
Rauchentwicktung und Rußentwicklung abläuft, ist die
Sicht für die Brandbekämpfungsmannschaften stark behindert
und die Atmung erschwert. Bei allen Kunststoffbränden müssen
daher die Mannschaften unter Geräten des schweren Atemschutzes
eingesetzt werden, mit allen damit verbundenen Schwierigkeiten.
Durch die Verbrennung des häufig vorkommenden Kunststoffes
PVC entsteht mit der Luftfeuchtigkeit Salzsäure, die sowohl
auf die Einrichtungen und Baulichkeiten stark ätzend einwirkt,
als auch die Mannschaften gefährdet. Fälle von Hautverätzungen
an Gesicht, Hals und Händen sind bereits mehrfach bei solchen
Bränden vorgekommen.
Vor allem bei Bränden in kunststofferzeugenden
und kunststoffverarbeitenden Betrieben ist der Brandverlauf besonders
rasant, so daß häufig mit einem Totalverlust der Anlagen
gerechnet werden muß. Besonders gefährlich verhalten
sich die verschäumten Kunststoffe. Aus diesen Gründen
steigt die Zahl der Großbrände.
Durch veränderte Verbrauchergewohnheiten beim
Energiebezug sind die Lager- und Transportmengen von Mineralölprodukten
und Flüssiggasen stark angewachsen. Die Lagerung, der Transport
und die Verwendung von radioaktiven Stoffen haben ebenfalls neue
Gefahren geschaffen.
In der Berichtszeit wurden vom Sachgebiet Brandverhütung
3292 gutachtliche Stellungnahmen zu Neu- und Umbauanträgen
abgegeben. Hinzu kamen 4966 Beratungen von Bauherren und Architekten
sowie Ortsbesichtigungen und Bauabnahmen.
Die Brandschau führte 4663 Brandschauen sowie
375 Nachschauen und 385 Überprüfungen durch und war 1044
mal beratend tätig. An Zivilschutzbauten wurden aus dem Sofortprogramm
4 Bunker für 3000 Personen vom Bund übernommen. Ein Bunker
aus dem Vorabprogramm für 800 Personen wurde vom Bund ausgebaut.
Zwei Mehrzweckanlagen für 4000 Personen wurden fertiggestellt.
Krankentransport und Unfallrettungsdienst
Die Zahl der Kranken- und Unfalltransporte stieg
von 40158 im Jahre 1964 auf 47137 im Jahre 1967 an und zeigt auch
für das Jahr 1968 eine steigende Tendenz. 1966, 1967 und 1968
wurde jeweils ein Notarztwagen in Dienst gestellt. Diese sind im
Unfallkrankenhaus der Bauberufsgenossenschaft, in den Universitätskliniken
und im Krankenhaus Höchst stationiert. Für den Krankentransport
und Unfallrettungsdienst stehen nun 3 Notarztwagen, 30 Krankenwagen
und 1 Krankenbus zur Verfügung. Die Tag und Nacht einsatzbereiten
Notarztwagen sind mit einem Unfallchirurgen und zwei besonders geschulten
Feuerwehrbeamten besetzt. Sie haben sich bisher außerordentlich
bewährt. Von den zwei bis zum 10.7.1968 eingesetzten Notarztwagen
wurden insgesamt 1200 Einsätze gefahren, wobei 536 lebensbedrohlich
Verletzten durch ärztliche Hilfe am Unfallort geholfen werden
konnte. In 523 Fällen wurden Schwerverletzte transportiert,
bei denen durch geeignete Maßnahmen Komplikationen vorgebeugt
und entscheidend geholfen werden konnte.
Ausbildung
Der Ausbildungsstand der Löschzugbesatzungen
wird durch Übungen und Unterweisungen an besonders gefährdeten
Objekten und an den neuen Fahrzeugtypen weiter gefördert. In
der Berichtszeit haben 140 Feuerwehrmänner z.A. die Feuerwehrmannsprüfung
bestanden. Außerdem wurden folgende Lehrgänge durchgeführt:
Art des Lehrganges:
- Grundausbildungslehrgänge
- Maschinistenlehrgänge
- Ausbildung als Fernmelder
- Brandmeisterlehrgänge und Prüfungen
- Brandinspektorenlehrgänge und Prüfungen
- Vorbereitungslehrgänge für Schornsteinfegermeister
- Lehrgänge für Brandverhütungsbeauftragte
- Feuerwehrtechnische Grundlehrgänge für
- Schornsteinfegerlehrlinge (Mittel- und Oberstufe)
In 4 Lehrgängen wurden 5 Lehrtaucher und 57
Feuerwehrtaucher Klasse A ausgebildet.
Die Ausbildung in Erste Hilfe, Wiederbelebung
und Transportmedizin wurde in der Berichtszeit intensiviert und
wird von führenden Fachleuten als die derzeit beste bezeichnet.
Neben einer umfangreichen Grundausbildung wird jeder Feuerwehrangehörige
je 14 Tage in der Unfallaufnahme und der Anästhesieabteilung
eines Unfallkrankenhauses und weitere 14 Tage in der Chirurgie eines
anderen Unfallkrankenhauses ausgebildet.
Daran schließen sich Lehrgänge in Spezialkliniken
an.
Neu hinzu kam die Sonderausbildung für die
Besatzungen der Notarztwagen in den Operationssälen der Kliniken.
An dieser Ausbildung nahmen bisher 58 Feuerwehrbeamte teil.
156 Beamte wurden durch die eigene Fahrschule zum
Erwerb des Führerscheines der Klasse II, 23 zum Erwerb des
Führerscheines der Klasse III und 6 zum Erwerb des Busführerscheines
geschult
Die Personalstärke der 22 Freiwilligen Löschgruppen
wuchs von 365 Mitgliedern im Jahre 1965 auf 383 Mitglieder im Jahre
1968. Die Freiwilligen Löschgruppen wurden zu 240 Einsätzen
alarmiert.
Berichtszeitraum: 1969-72
Organisation und Personalbewegung
Am 1.1.1971 trat das neue Hessische Brandschutzhilfeleistungsgesetz
(BrSHG) vom 5.10.1970 in Kraft. Es hat das völlig veraltete
Hessische Brandschutzgesetz aus dem Jahre 1951 abgelöst und
brachte die seit längerer Zeit geforderte rechtliche Neuordnung
des hessischen Brandschutzwesens. Insbesondere wurde durch die Zuweisung
der technischen Unfallhilfe an die Feuerwehren nun eindeutig klargestellt,
daß die bisher von der Berufsfeuerwehr freiwillig übernommene
Rettung von Menschen und Sachen bei den Unglücksfällen
des täglichen Lebens nun auch rechtlich gleichrangig neben
der Brandbekämpfung und dem vorbeugenden Feuerschutz anzusehen
ist. Gleichzeitig mit der Eröffnung der 1.U-Bahn-Teilstrecke
zwischen der Hauptwache und der Nordweststadt wurde die Feuerwache
7 im Nordweststadtzentrum, Tituscorso 7, in Betrieb genommen. Die
Feuerwache 7 setzt in ihrer baulichen Konzeption und in der Anordnung
zu anderen Zweckbauten neue Maßstäbe, denn bisher ist
dies der einzige Fall, daß eine Feuerwache in einen riesigen
Baukörper von rd. 750000 m3 umbauten Raum eingegliedert ist
und keine getrennte Baueinheit bildet. Es ist verständlich,
daß die sehr enge Verflechtung und Überlagerung verschiedenster
Gebäude und Räume mit den unterschiedlichsten Nutzungen
in einem solchen kompakten Gebilde eine Fülle von brandschutztechnischen
Problemen mit sich brachte, die dadurch gelöst wurden, daß
die Feuerwache 7 praktisch auch als Hausfeuerwache" des
Gesamtkomplexes fungiert. Der Feuerwache 7 obliegt der Schutz des
nordwestlichen Stadtgebietes mit einer Grundfläche von ca.
27 qkm, in dem etwa 100000 Menschen leben. Durch den Bau dieser
modernen Feuerwache konnte der Brandschutz für die nördlichen
und westlichen Vororte und Stadtteile wesentlich verbessert und
erweitert werden. Die Sollstärke der Wachbesatzung beträgt
zur Zeit 105 Beamte. Der Personalbestand der Branddirektion hat
sich in der Berichtszeit von 787 auf 833 Stellen vermehrt. Davon
entfallen derzeit 733 Stellen auf den Einsatzdienst der Berufsfeuerwehr.
Der Istbestand beträgt zur Zeit 792 Stellen; 705 Stellen sind
im Einsatzdienst der Berufsfeuerwehr besetzt. Die Stellenvermehrungen
waren durch die Verkürzung des Einsatzdienstes von 56 auf 54
Wochenstunden, die Einführung des 4-Schichten- Dienstes in
der Fernmeldezentrale und durch die Indienststellung des Feuerlöschbootes
erforderlich.
Fahrzeuge, Ausrüstung
Am 3.9.1970 wurde das Feuerlöschboot FLB 1
im Beisein des Hessischen Ministers des Innern in Dienst gestellt.
Das Boot, das für die Verbesserung des Brandschutzes von großer
Bedeutung ist, wurde aus Mitteln des Landes beschafft. Die Stadt
Frankfurt am Main hat sich verpflichtet, die Instandhaltungs- und
Unterhaltungskosten zu tragen, die für die Besetzung erforderlichen
Planstellen zu schaffen sowie einen Liegeplatz mit Unterkunft zu
errichten, von dem aus der jederzeitige sofortige Einsatz des Bootes,
auch überörtlich, gewährleistet ist. Das Feuerlöschboot
ist an der Einfahrt des Osthafens, Franziusstraße, am Molenkopf,
stationiert. Es wurde speziell für den Main konzipiert. Zwei
Hauptmaschinen treiben wahlweise zwei Schiffsschrauben oder 2 Feuerlöschkreiselpumpen
oder 1 Schraube und 1 Pumpe an. Über drei fernbediente Monitore
können 9000 l Wasser von den insgesamt 13000 l Wasser pro Minute
abgegeben werden. Eine kontinuierliche Wasserversorgung von bis
zu 10 konventionellen Löschfahrzeugen ist möglich. Außerdem
führt das Boot 6000 l Schaumbildner mit sich, die zum Beispiel
bei Tankerbränden automatisch den Schaumwasserwerfern zugemischt
werden können. Zusätzlich besitzt das Feuerlöschboot
eine Pulverkanone und 2000 kg Löschpulver. Radar, Echolot und
Rheinfunkanlage gewährleisten eine gute Manöverierfähigkeit
bei Nachteinsätzen und Nebel. Das Feuerlöschboot ist zusätzlich
mit einem komplett eingerichteten Notarztraum ausgestattet, der
es erlaubt, bei Katastrophen und Unglücksfällen mit Hilfe
der Besatzung eines Notarztwagens die Erstversorgung der Verletzten
an der Einsatzstelle vorzunehmen. Neben normalen Ersatzbeschaffungen
für die Brandbekämpfung, technische Hilfeleistungen, Unfallrettungs-
und Krankentransporte wurden im Berichtszeitraum einige stark verbesserte
bzw. neue Fahrzeugtypen in Dienst gestellt. Außerdem wurde
während der Berichtszeit eine neue Warnlackierung aller Fahrzeuge
in Tagesleuchtfarbe durchgeführt. Folgende Fahrzeugtypen wurden
neu beschafft:
Abb.: Großtanklöschfahrzeug für
den Flughafen
- 1 Großtanklöschfahrzeug
18000 l Fassungsvermögen für Wasser, 1200 l Schaumbildner,
2 ferngesteuerte Schaum-Wasserwerfer, Gesamtleistung 4000 l/min.
Einsatzgebiete: Anflugschneisen, Raffinerien, Großbetriebe,
Stadtwald, Autobahnen, Wasserversorgung bei Großbränden
allgemein.
- 2 Rüstwagen-Schiene
Ein Sonderfahrzeug mit Rettungs-Bergungs-Eingleis- und Abschleppgeräten,
eingebautem Generator und Schienenfahreinrichtung. Einsatzgebiet:
U- und Straßenbahnen unter- und überirdisch.
- 1 Großtanklöschfahrzeug
24000 l Fassungsvermögen für Wasser. 1000 l Fassungsvermögen
für Schaumbildner, ferngesteuerter Schaumwasserwerfer mit
einer Leistung von 2000 l/min. Einsatzgebiete: Anflugschneisen,
Raffinerien, Großbetriebe, Stadtwald, Autobahnen, Wasserversorgung
bei Großbränden. Der Tank ist in 4 voneinander getrennten
Kammern aufgeteilt und für Mineralöle und brennbare
Flüssigkeiten der Gefahrenklasse A 1 ausgelegt und daher
gleichzeitig für Tankwagenunfälle einsetzbar.
- 4 Hilfeleistungslöschfahrzeuge
Eine Weiterentwicklung des konventionellen Löschfahrzeuges
mit reduzierter Beladung für die Brandbekämpfung zugunsten
kleinerer technischer Hilfeleistungen. Die elektrisch betriebenen
Geräte werden vom eingebauten Generator versorgt. Flutlichtanlage
für Einsätze bei Dunkelheit. Einsatzgebiete: universell
für Brandbekämpfung und technische Hilfeleistungen.
Einsatztätigkeit
Die Zahl der Einsätze der Feuerwachen hat
sich weiterhin erhöht. Dabei ist besonders zu beachten, daß
die Zahl der Hilfeleistungen nicht wesentlich gestiegen ist, die
Zahl der Brände jedoch insbesondere im Jahr 1971 anstieg. Folgende
Einsätze wurden von der Feuerwehr durchgeführt:
| Jahr |
Zahl der Alarme insg. |
zu Bränden |
zu Hilfeleistungen |
| 1968 |
4469 |
1996 |
2473 |
| 1969 |
4826 |
2412 |
2414 |
| 1970 |
5213 |
2495 |
2718 |
| 1971 |
5450 |
2992 |
2458 |
Krankentransport und Unfallrettungsdienst
Die Zahl der Kranken- und Unfalltransporte stieg
von 45716 im Jahre 1968 auf 48199 in 1971. Der erste im Jahre 1966
beschaffte Notarztwagen konnte durch einen neuen Notarztwagen ersetzt
werden, dessen Beschaffung durch eine Spende eines Frankfurter Bürgers
ermöglicht wurde. Von den eingesetzten Notarztwagen wurden
in den Jahren 19691971 4633 Einsätze gefahren. Befördert
wurden 4871 Personen, wobei 1285 lebensbedrohlich Verletzten durch
ärztliche Hilfe am Unfallort geholfen werden konnte. In 2485
Fällen wurden Schwerverletzte transportiert, bei denen durch
geeignete Maßnahmen Komplikationen vorgebeugt und entscheidend
geholfen werden konnte.
Freiwillige Feuerwehr
Die Personalstärke der Aktiven in 22 freiwilligen
Feuerwehren in Frankfurt a.M. stieg von 383 im Jahre 1968 auf 438
in 1971 an. Das ist eine erfreuliche Feststellung. Den freiwilligen
Feuerwehren stehen 7 Kommunal- und 39 Zivilschutzfahrzeuge zur Verfügung.
Von 1969 bis 1971 wurden die freiwilligen Feuerwehren zu 370 Einsätzen
alarmiert.
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