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Berichtszeitraum: 1945-65
Straßenbauamt
Das Aufgabengebiet des Straßenbauamtes umfaßt
den Bau und die Unterhaltung der öffentlichen Straßen
und Plätze mit Ausnahme der vom Gartenamt und vom Forstamt
verwalteten, in der Regel nur mit Kies befestigten Wege. Der Aus-
und Neubau der Straßen und Plätze erfolgt nach den vom
Stadtplanungsamt aufgestellten Fluchtlinien- bzw. Bebauungsplänen,
in denen an den wichtigsten Punkten auch die Ausbauhöhen festgelegt
sind, und den vom Verkehrsplanungsamt ausgearbeiteten Verkehrsplänen.
Anhand dieser Unterlagen werden vom Straßenbauamt die baureifen
Entwürfe aufgestellt und die Baukosten ermittelt.
Gleichzeitig werden von den an dem Bauprojekt beteiligten
Versorgungsbetrieben sowie, falls nötig, auch vom Stadtentwässerungsamt
die Kostenanschläge für die Vorlage an die städtischen
Beschlußgremien zur Mittelbewilligung eingeholt. Für
derartige Bauabwicklungen im öffentlichen Straßenraum
ist das Straßenbauamt die koordinierende Stelle. Dieser Funktion
kommt das Amt unter anderem auch dadurch nach, daß es die
Bauabsichten aller im Straßenraum tätigen Ämter
und Werke einschließlich der Bundespost jeweils in einem monatlichen
Arbeitsplan erfaßt und hiernach in einmal wöchentlich
stattfindenden Besprechungen den Beteiligten Gelegenheit gibt, zu
den angekündigten Projekten Stellung zu nehmen.
Besondere Verbindungsstellen bestehen zum Stadtbahnbauamt
und zur Bauleitung für die Osttangente, die von der Landes-Straßenbauverwaltung
wahrgenommen wird. Eine große Bedeutung kommt aber auch der
laufenden Unterhaltung und Überwachung der Verkehrssicherheit
des Straßennetzes zu. Hierzu und zur raschen Durchführung
von notwendigen Instandsetzungen sowie zur schnellen Erledigung
kleinerer straßenbaulicher Arbeiten ist das Stadtgebiet in
7 Baubezirke unterteilt, die jeweils über einen eigenen Lagerplatz
mit dem erforderlichen Personal verfügen. Außerdem unterhält
das Straßenbauamt einen zentralen Bauhof, auf dem Baustoffe
gelagert werden, die wegen langer Lieferfristen vorbestellt werden
müssen. Auf diesem sind auch die Geräte und Materialien
für die Markierung und Beschilderung untergebracht, der eine
immer steigendere Bedeutung zur sicheren Führung und Lenkung
des Verkehrs zukommt. Es sei hier nur auf die Herstellung und laufende
Unterhaltung der Zebrastreifen an Fußgängerüberwegen
und die Markierung der Fahrbahnen und Parkstände hingewiesen;
auch die Anbringung von Straßennamenschildern obliegt diesem
Amt. Zur Unterhaltung gehört neben dem Wahrnehmen allgemeiner
Verwaltungsaufgaben auch die Bearbeitung der Ersatzansprüche
bei Unfällen auf öffentlichen Straßen und Plätzen.
Besonderer Erwähnung bedarf noch das Sachgebiet
"Trassen", das die örtliche Lage des gesamten Kanal-
und Leitungsnetzes im Straßenkörper verantwortlich festlegt
und das entsprechende Planmaterial laufend ergänzt. Als Ausnahme
ist hier die Bearbeitung der Trassen im Zusammenhang mit dem Stadtbahnbau
zu nennen. Die Genehmigung von Sondernutzungen im Straßenraum,
wie Errichtung von Bauzäunen, die Lagerung von Baustoffen,
die Aufstellung von Baubuden und Geräten im Straßengelände
werden gleichfalls von diesem Sachgebiet behandelt. Sowohl für
die Bauvorbereitung als auch zur laufenden Kontrolle bei der Abwicklung
von Bauvorhaben und Überprüfung von Baustoffen hat sich
beim Straßenbauamt eine zentrale Stelle für Bautechnik
als zweckmäßig erwiesen. Von dieser Abteilung werden
auch Baugrunduntersuchungen für die Entwurfsbearbeitung vorgenommen,
die Baustoffbeschaffung durchgeführt, aber auch die Ausschreibung
der Bauarbeiten betrieben. Damit ist das Amt zur Durchführung
der übertragenen Aufgaben als Straßenbaubehörde
und technischer Fachstelle der Stadtverwaltung in vier Abteilungen
gegliedert, die folgende Tätigkeitsgebiete umfassen: Entwurf;
Neubau; Unterhaltung; Bautechnik und Ausschreibung.
Das Amt umfaßt zur Zeit 21 Beamte, 116 Angestellte
und 76 Arbeiter. Einige Planstellen sind unbesetzt. Da dieser Mitarbeiterstab
nicht ausreichend ist, müssen in größerem Umfang
für den Entwurf und die Bauleitung Ingenieurbüros hinzugezogen
werden. Hier ist in erster Linie die Tiefbauabteilung der Frankfurter
Aufbau-A.G. zu nennen.
Das Straßennetz der Stadt Frankfurt hat gegenwärtig
eine Gesamtlänge von 870 km. 1945 waren es rd. 720 km, so daß
der Zuwachs in den letzten 20 Jahren 150 km beträgt, wobei
allerdings erwähnt werden muß, daß in den ersten
Nachkriegsjahren im wesentlichen nur eine Instandsetzung vorhandener
Anlagen vorgenommen werden konnte, daß erst ab 1952/53 je
Jahr rund 10 km neuer Straßen entstanden sind und in dieser
Zahl der echte Zuwachs enthalten ist und hierzu nicht etwa der Ausbau
vorhandener Straßen zählt. Rund 170 km sind klassifizierte
Straßen, hiervon: 64 km Bundesstraßen, 58 km Landesstraßen
und 48 km Kreisstraßen, von denen der Bund 34 km Bundesstraßen
und das Land 7,5 km Landesstraßen zu unterhalten haben.
Nach ihrer Verkehrsbedeutung gliedern sich die
Straßen wie folgt:
- Hauptverkehrsstraßen: 129 km
- Wohnsammelstraßen: 105 km
- Außerortsstraßen: 4 km
- Verkehrsstraßen: 88 km
- Anliegerstraßen: 544 km
Hierzu kommen noch rund 30 km Privatstraßen
und 60 km Feldwege. Im Stadtgebiet befinden sich Radwege in einer
Länge von etwa 300 km. Das Straßennetz der Stadt nimmt
eine Gesamtfläche von über 11 Mio qm ein. Hiervon Fahrbahnen:
6,6 Millionen qm, Geh- und Radwege: 4,4 Millionen qm.
Die Befestigungen der Fahrbahnen verteilen sich
wie folgt:
- leichte Decken: 380000 qm
- Kleinpflaster: 630000 qm
- schwere bit. Beläge: 1270000 qm
- mittelschwere bit. Decken: 2650000 qm
- Großpflaster: 1550000 qm
- Betondecken: 100000 qm
Wenn die Tätigkeit des Straßenbauamtes
zurückschauend überblickt wird, so ist festzustellen,
daß erst nach der Währungsreform wieder eine reguläre
Instandsetzung und Unterhaltung des Frankfurter Straßennetzes
aufgenommen werden konnte. In den ersten Jahren nach dem Kriege
waren zunächst die Straßen von den Trümmermassen
zu räumen, eine Tätigkeit, die ab Februar 1946 von der
hierfür gegründeten TVG
übernommen wurde. Die rege einsetzende Wohnungsbautätigkeit
ab 1950 gab Anlaß zu einem verstärkten Ausbau von Siedlungsstraßen.
Es wurden aber auch in erheblichem Umfang Aufschließungsstraßen
für Industriegebiete erforderlich. Davon unabhängig und
getrennt zu betrachten sind die Umbaumaßnahmen an Verkehrsstraßen.
Sowohl in der Innenstadt, die beim Wiederaufbau ein neugeordnetes
Straßensystem erhielt, als auch in den Außengebieten
mußte der steigenden Motorisierung Rechnung getragen werden.
Die hierfür erforderlichen Mittel sind fast ausschließlich
über Darlehensfinanzierung von der Stadt selbst zu erbringen
gewesen. Die nur im außerordentlichen Haushalt zu verrechnenden
Ausgaben stiegen von über 7 Mio DM im Jahr 1953 auf rund 32
Mio DM im Jahr 1963, wobei die Gesamtaufwendungen für den Straßenbau
im Jahr 1963 über 43 Mio DM betrugen und die Jahresgrenze von
20 Mio DM erstmals 1961 überschritten wurde und seitdem sprunghaft
in die Höhe gegangen ist. Von den in den genannten 10 Jahren
geleisteten Aufwendungen der Stadt in Höhe von rund 220 Mio
DM waren nur etwa 15 Mio DM Zuschußmittel des Landes und des
Bundes. Das Land Hessen hat sich indessen verpflichtet, für
den kommunalen Straßenbau in Zukunft größere finanzielle
Zuwendungen zu leisten. Im Rahmen des Ausbaues der Hauptverkehrsstraßen
im Stadtgebiet und des Neubaues von Umgehungs- und Entlastungsstraßen
nach dem Generalverkehrsplan erfolgt zur Zeit der Bau der Ostumgehung
durch die Landesbaubehörde. Dagegen wird die Stadttangente
nach abgeschlossener Vorplanung durch die Stadt zu einem Teil vom
Straßenbauamt zu Lasten des Bundes ausgebaut werden. Der gleichfalls
in der Vorbereitung befindliche Ausbau der sogenannten Nord-West-Straße
wird vermutlich als Zuschußmaßnahme des Landes anerkannt
werden und die wichtigste Verbindung zu der neuen Nordweststadt
darstellen.
Ein sehr umfangreiches Arbeitsgebiet ist dem Straßenbauamt
durch den Stadtbahnbau erwachsen. Sowohl der dem Bau der Stadtbahn
vorhergehende Ausbau der Umleitungsstraßen als auch die Wiederherstellung
der Straßenbefestigung über den fertiggestellten U-Bahnstrecken
und den verlegten Kanälen und Leitungen obliegt diesem Amt.
Die Vorbereitungen für den neuen Ausbau der Eschersheimer Landstraße,
den Teilabschnitt des 1. Bauabschnittes der Stadtbahn, sind bereits
weitgehend abgeschlossen.
Zwei Arbeitsprogramme, die sich noch über
mehrere Jahre hinziehen werden, sind besonders zu erwähnen.
Die Herstellung von Rauhüberzügen über glattem und
unebenem Pflaster beseitigt nicht nur die Rutschgefahr, sondern
trägt auch in erheblichem Maße zur Lärmdämpfung
bei. Der Ersatz des unebenen Pflasters auf Fußsteigen durch
Betonplatten ist nicht nur auf die Vororte begrenzt und bringt Erleichterungen
sowohl für die Anlieger bei der Schneeräumung als auch
für alle übrigen Verkehrsteilnehmer.
Brücken- und Hafenbauamt
Dem Brücken- und Hafenbauamt (Name des Amtes
bis 1967) der Stadt Frankfurt obliegt die Planung, der Neubau und
die Unterhaltung der zum Eigentum der Gemeinde gehörenden Brücken
und Straßentunnel - sofern letztere nicht Teile der im Bau
befindlichen Stadtbahn sind -, der Hafenbecken mit den für
den Umschlag notwendigen Gleisanlagen sowie der Neubau und die Unterhaltung
der Ufermauern des Mains. Außerdem ist das Amt für die
bauliche Seite der Aufschließung von Industriegelände
zuständig. Im Jahr 1964 kam auf Grund einer Verwaltungsvereinbarung
zwischen Bund, Land Hessen und der Stadt Frankfurt am Main noch
die Planung und Bauausführung der Brücken und Tunnel einer
Bundesstraße, der sogenannten Stadttangente, hinzu. Ferner
gehört zum Aufgabengebiet des Amtes die Bearbeitung aller Fragen,
welche mit dem der Stadt gehörenden Regal zur Ausübung
der Fischerei auf dem Main zusammenhängen, sowie der Hochwasserschutz
und der Eismeldedienst für den Main innerhalb der Frankfurter
Gemarkung.
Provisorien
nach dem Krieg
In den ersten Jahren nach Beendigung des Krieges
war es vor allem nötig, die zerstörten Brücken und
Hafenanlagen wieder aufzubauen. Die sechs städtischen großen
Mainbrücken und die Niddabrücke im Zuge der Straße
nach Wiesbaden waren dem Kriegsgeschehen zum Opfer gefallen. Unmittelbar
nach der Einstellung der Feindseligkeiten in Frankfurt wurde daher
vom Amt durch die Einrichtung von Fähren und den Bau einer
Pontonbrücke dafür gesorgt, daß die Fußgänger
und Radfahrer bald wieder über den Main gelangen konnten. Die
Wilhelmsbrücke
und Untermainbrücke wurden durch Behelfsbauweisen wenigstens
für leichten Fahrzeugverkehr wieder tragfähig gemacht.
Sofort nach Fertigstellung dieser Behelfsmaßnahmen ging das
Amt daran, die endgültigen Brückenneubauten vorzubereiten
und durchzuführen. Bis zum Frühjahr 1951 waren der Eiserne
Steg ,
die Obermainbrücke ,
die Untermainbrücke ,
die Friedensbrücke
(früher Wilhelmsbrücke) und die Niddabrücke in der
Wiesbadener Fernverkehrsstraße neu gebaut bzw. endgültig
wiederhergestellt.
oben: Zerstörte Deutschherrnbrücke
nach dem Krieg
Eine Reihe weiterer Brücken hatte Beschädigungen
kleineren Ausmaßes erhalten, welche zeitlich gleichlaufend
mit den Arbeiten an den großen Brücken beseitigt wurden.
Das unzureichende Provisorium der Schwanheimer Brücke blieb
noch bis September 1963 bestehen und wurde nach Errichtung der 600
m flußabwärts liegenden neuen Schwanheimer Straßenbrücke
abgebrochen. Bevor mit den endgültigen Neubauten der Friedensbrücke
und der Untermainbrücke begonnen werden konnte, war es erforderlich,
eine auch für schwere Straßenfahrzeuge verkehrssichere
Verbindung zwischen den Stadtkernen von Frankfurt und Sachsenhausen
zu schaffen. Die beiden genannten Brücken waren in Erwartung
ihres endgültigen Neubaues innerhalb kurzer Zeit behelfsmäßig
nur soweit wieder hergestellt worden, wie es der Verkehr mit Personenwagen
und leichten Lastkraftwagen erforderte. Größeren Belastungen
waren diese Provisorien nicht gewachsen. Zur Aufnahme des schwereren
Straßenverkehrs wurde daher die "Alte Brücke"
ausersehen .
Ihre beiden gesprengten Bogen wurden mit kurzfristig lieferbaren
Stahlüberbauten versehen. Es entstand eine sogenannte "Dauerbehelfsbrücke"
mit guter Standfestigkeit, auf welcher Fahrzeuge bis 24 t Gesamtgewicht
verkehren können. Am 13. September 1947 wurde sie für
den Verkehr freigegeben.
Zerstörte
Häfen - gesunkene Schiffe
Allein nicht nur die Instandsetzung des Straßenverkehrs
- insbesondere über den Main - stellte das Amt vor drängende
Aufgaben. Ebenso notwendig war es, die Voraussetzungen für
die baldige Wiederaufnahme der Schiffahrt auf dem Main und des Güterumschlages
in den Häfen zu schaffen. Die Trümmer der gesprengten
Mainbrücken sperrten die Schiffahrtsrinne, die Häfen hatten
durch die Luftangriffe erhebliche Zerstörungen erlitten. Die
Ladekais - vor allem im Osthafen -
waren zum Teil schwer beschädigt, gesunkene Schiffe lagen im
Hafenbecken. Die Bergung der Brückentrümmer aus der Schiffahrtsrinne
des Mains und die Hebung der Wracks aus den Hafenbecken waren daher
auf dem Gebiet des Wasser- und Hafenbaues die ersten Maßnahmen
des Amtes. Im September 1945 waren sie beendet, so daß die
Schiffe den Osthafen wieder anlaufen konnten. Anschließend
ging das Amt daran, die zerstörten Ladekais in den Häfen
und die gleichfalls stark beschädigten Hoch- und Tiefufermauern
des Mains innerhalb des engeren Stadtgebietes zwischen Friedensbrücke
und Deutschherrnbrücke wieder
aufzubauen. Der Wiederaufbau der schwer beschädigten Stahlbetonbecken
für die Weiher in der Bockenheimer Anlage, der Friedrich-Ebert-Anlage
vor der Messehalle, im Bethmannpark und Günthersburgpark wurde
ebenfalls vom Amt ausgeführt.
Die Periode des Wiederaufbaues städtischer
Brücken, Hafenanlagen, Ufermauern und Teichbecken umfaßte
die Jahre 1945-1951. Mit Ablauf des Jahres 1951 waren die wesentlichsten
durch den Krieg hervorgerufenen Zerstörungen behoben worden.
Brückenneubau
nach 1951
Anschließend an diese Periode des Wiederaufbaues
setzte bei dem Amt eine weitere lebhafte Bautätigkeit ein,
um das städtische Straßennetz an den neuzeitlichen Straßenverkehr
und die Häfen an die Steigerung des Güterumschlages anzupassen.
So entstanden im Sachgebiet Brückenbau, geordnet
nach der zeitlichen Reihenfolge der Verkehrsübergabe, folgende
Straßenbrücken:
- die neue Niddabrücke in Nied im Zuge der
Mainzer Landstraße-Bolongarostraße,
- Brücke über den Liederbach im Zuge
der neuen Farbenstraße,
- Brücke über den Königsbach im
Zuge der Stresemannallee,
- eine weitere Brücke über die Nidda
für die 2. Fahrbahn in der Bundesstraße 8/40 nach Wiesbaden
,
- die neue Schwanheimer Brücke über
den Main
,
- die Flößerbrücke über den
Main
,
- die Brücke über die Hafenbahn in der
Hanauer Landstraße,
- der Fly-over auf dem Platz der Republik
,
- die Maybachbrücke am Bahnhof Eschersheim
und
- die neue Alte Brücke.
Um dem Fußgänger und Radfahrer das Überqueren
der von Kraftwagen dicht befahrenen Straßen zu erleichtern,
wurden die nachstehend angegebenen Fußgänger- und Radfahrerbrücken
sowie Unterführungen gebaut:
- Brücke über die Theodor-Heuss-Allee
im Zuge der Emser Straße,
- Brücke über die Hanauer Landstraße
im Zuge der Cassellastraße
,
- 9 Brücken in der Nordweststadt,
- Unterführung unter der Theodor-Heuss-Allee
im Zuge der Philipp-Reis-Straße,
- Unterführung an der Konstablerwache
,
- Unterführung in Höchst vor dem Osttor
der Farbwerke,
- Unterführung unter der Hanauer Landstraße/Kruppstr.,
- Unterführung des Praunheimer Weges beim
Sportfeld der Nordweststadt.
Ferner errichtete das Amt weitere zahlreiche kleinere
Brücken in den Erholungsgebieten der Stadt (Stadtwald Fechenheimer
Wald, Grüngebiet entlang der Nidda, Höchster Stadtpark,
Solmspark, Wiesenau, Holzhausenpark, Freibäder). Ebenfalls
wurden vom Amt die Schwimmerbecken und das Nichtschwimmerbecken,
die Durchschreitebecken und Sprühbecken im Strandbad Hausen
gebaut sowie die Sprühfelder und Planschbecken auf den Kinderspielplätzen
am Goetheturm ,
Louisa und Tannenwald .
Auf dem Sachgebiet Hafenbau sind an Neubauten entstanden:
der Ladekai vor den Main-Gaswerken
im Oberhafenbecken I, die Vollendung des in den zwanziger Jahren
begonnenen Oberhafenbeckens II mit dazugehörigem Ladekai auf
der Ostseite des Beckens und der 2. und 3. Bauabschnitt des Flußhafens
Gutleuthöfer Feld.
Außer dem Neubau beschäftigt sich das
Amt weiterhin mit der laufenden Überwachung und Unterhaltung
der rd. 300 städtischen Brücken, der Mainufer und Hafenbecken
zwecks Wahrung der Verkehrssicherheit und Erhaltung der Bausubstanz.
Berichtszeitraum: 1965-68
Neue Zuständigkeitsbereiche
Das bedeutsamste organisatorische Ereignis des
Berichtszeitraumes ist die am 1.11.1967 durch Mag.-Beschl. Nr. 1268
vom 7.8.1967 unter gleichzeitiger Auflösung des Brücken-
und Hafenbauamtes vorgenommene Neubildung des Straßen- und
Brückenbauamtes. Innerhalb dieses neuen Amtes wurde zur Wahrnehmung
der übergegangenen Zuständigkeiten eine besondere Abteilung
"Brücken- und sonstiger Tiefbau" neu geschaffen
Weitere organisatorische Maßnahmen im Zusammenhang
mit der Bildung eines besonderen Dezernats Stadtwerke und Verkehr
und funktionelle Änderungen innerhalb des Verwaltungsamtes
Bau und Verkehr führten im Herbst 1967 zur Einrichtung einer
eigenen Verwaltungsabteilung. Diese Abteilung nimmt neben den Aufgaben
der Personalsachbearbeitung, Rechnungsführung und Poststelle
die des Mahn- und Beitreibungsverfahrens aus der Beschädigung
von Verkehrseinrichtungen, die Bearbeitung der Gewährleistungssicherheiten
und der Mängelkontrolle bei ausgeführten Bauvorhaben wahr.
Weiterhin wurden dem Straßen- und Brückenbauamt
mit Wirkung vom 1.1.1968 alle mit der Aufstellung, Wartung und Entfernung
der Parkzeituhren
verbundenen Aufgaben aus der Kompetenz der Polizei übertragen.
Ausgenommen ist lediglich die Anordnung der Standorte, die nach
wie vor der Polizei- und Ordnungsbehörde vorbehalten bleibt.
Eine Ausdehnung des Zuständigkeitsbereiches
des Amtes ergab sich weiterhin durch die mit Verfügung des
Herrn Oberbürgermeisters vom 3.8.1965 dem Straßen und
Brückenbauamt übertragene Sachbearbeitung für die
Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten nach dem Bundesfernstraßengesetz
und dem Hessischen Straßengesetz.
Nicht unerwähnt sollte auch das neu gebildete,
in der Öffentlichkeit unter der Bezeichnung "Fußgängerkommissar"
bekanntgewordene Sachgebiet "Verkehrssicherung" der Abteilung
Straßenneubau bleiben, da er zu einer wesentlichen Verbesserung
der Verkehrsverhältnisse für die Fußgänger
im Bereich der Baustellen, insbesondere im Innenstadtbereich, entscheidend
beigetragen hat.
Durch die Übernahme dieser neuen Zuständigkeiten
ist eine nicht unerhebliche Ausweitung des Funktionsbereiches des
Straßen- und Brückenbauamtes eingetreten. Zur Bewältigung
der Aufgaben stehen z.Zt. insgesamt 267 Planstellen, die sich in
33 Beamtenstellen, 133 Angestelltenstellen, 101 Arbeiterstellen
gliedern, zur Verfügung. Da fast 10% dieser Planstellen derzeit
unbesetzt sind, ergeben sich ständig Schwierigkeiten bei der
Abwicklung der Aufgaben.
Straßenbautätigkeit
Ein eindrucksvolles Bild von der Arbeitsleistung
des Amtes geben die nachfolgenden Zahlen über den in den Jahren
1965-1967 durchgeführten Ausbau von Straßen im Stadtgebiet:
| Jahr |
Kilometer
|
hiervon Neubau
|
| 1965 |
45,2
|
13,1
|
| 1966 |
39,7
|
9,3
|
| 1967 |
21,7
|
7,7
|
| insgesamt |
106,6
|
30,1
|
Die Angaben für 1968 liegen noch nicht vor.
Es ist jedoch zu erwarten, daß durch die erheblichen Zuschußmittel,
die im Rahmen des Steueränderungsgesetzes 1966 seit 1967 vom
Bund und Land den Gemeinden zufließen, auch die Talsohle im
städtischen Straßenbau, die sich in der obigen Tabelle
in den halbierten Leistungen im Jahre 1967 ganz deutlich abzeichnet,
überwunden ist.
Als besonders bemerkenswerte Straßenbauvorhaben
in der Berichtszeit werden folgende Verkehrsstraßen angeführt:
- Schwanheimer Ufer,
- Verbindung Schwanheimer Brücke/Kelsterbacher
Weg,
- Kelsterbacher Weg,
- einzelne Abschnitte der Mainuferstraßen,
wie Speicherstraße,
- Untermainkai,
- Schöne Aussicht,
- Schaumainkai,
- Deutschherrnufer.
ferner die Straßen im Bereich der südlichen
Brückenköpfe der Obermain- und Flößerbrücke:
- Dreieichstraße,
- Seehofstraße,
- Wasserweg,
und der Alten Brücke:
- Brückenstraße und
- Elisabethenstraße.
- In Sachsenhausen ist noch die Aufbringung einer
Asphaltdecke in der Darmstädter- und Oppenheimer Landstraße
erwähnenswert; weiterhin die Entschärfung der gefährlichen
Kurve kurz vor dem Priesterseminar in der Offenbacher Landstraße.
- Im Osten der Stadt ist auf die Fertigstellung
der Hanauer Landstraße im Bereich der Überführung
über die Hafengleise sowie die Erneuerung der Fahrbahn der
Baumert -und Starkenburgerstraße hinzuweisen. Die stark
befahrene Burgstraße erhielt einen Asphaltbezug und die
Straßenbauarbeiten am Nibelungenplatz wurden zum Abschluß
gebracht.
- Im Norden ist der Durchbruch der Gießener
Straße bis zum Marbachweg besonders bemerkenswert.
- Im Bereich der Nordweststadt erhielt die Heddernheimer
Landstraße einen neuen Belag. Der Praunheimer Weg und die
Haingrabenstraße wurden zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse
großzügig ausgebaut.
- Beachtung verdient der Ausbau der Rampen der
Breitenbachbrücke und der Anschlußstraßen, nachdem
das Bauwerk im März 1966 in etwa 2jähriger Bauzeit fertiggestellt
war.
- Im Bereich des sog. Opelkreisels wurden im Zusammenhang
mit dem Neubau der Überführung durch das Hessische Landesamt
für Straßenbau die Fahrbahnen im Kreisel selbst und
der Anschluß- und Seitenstraßen neu gestaltet
.
- Eine wichtige und großzügig geplante
Verbindung zwischen Ginnheim und dem Dornbuschgebiet wurde mit
dem Ausbau der Wilhelm-Epstein-Straße hergestellt.
- Im Nordwesten der Stadt ist der Ausbau der Westerbachstraße
in Rödelheim und der Kurmainzer Straße in Sossenheim
und Höchst erwähnenswert. Eine besondere straßenbauliche
Leistung stellt der moderne Ausbau des Straßenzuges Eschersheimer
Landstraße von Am Weißen Stein bis Eschenheimer Tor/Große
Eschenheimer Straße/Hauptwache/Roßmarkt/Große
Gallusstraße/Taunustor als wichtige Ausfallstraße
nach dem Norden dar.
- Sehr umfangreich war auch die Straßenbautätigkeit
in neuen Siedlungsgebieten. Allen voran ist hier die Nordweststadt
anzuführen; weiterhin die Siedlungen Nieder Kirchweg, Schwanheim-West,
Goldstein-West, Zentmarkweg und letzthin die Aufschließungsstraßen
für die neue Siedlung am Atzelberg.
Aber auch zur Aufschließung von neuen Industriegebieten
entwickelte sich eine rege Straßenbautätigkeit. Es sind
die Bürostadt im Grünen in Niederrad, die Hahnstraße,
einige Seitenstraßen an der Praunheimer Landstraße und
die Gutleutstraße sowie die Karl-Benz-Straße im Osthafengebiet
zu nennen. In Bezug auf Herstellung von Platzanlagen sollen der
Ausbau des Park- und Kerbeplatzes am Bornheimer Hang und die großen
Instandsetzungs- und Erweiterungsarbeiten im Gebiet der Großmarkthalle
sowie der Ausbau des Parkplatzes an der Gehspitz Erwähnung
finden. Nicht vergessen werden darf die Anlage des großen
Parkplatzes im Gleisdreieck in Höchst und die würdige
Ausgestaltung des Paulsplatzes.
Zuletzt sei noch auf die vielen Straßen hingewiesen,
die zur Instandhaltung und Anpassung an den modernen Verkehr einen
Asphaltbetonteppichbelag und als Pflasterstraßen zur Beseitigung
der Rutschgefahr und zur Lärmdämpfung einen Gußasphaltbelag
erhalten haben.
Durch die erhöhte Verkehrsbelastung der Straßen,
den teilweise schlechten Zustand der Befestigungen, der hauptsächlich
darauf zurückzuführen ist, daß die Fahrbahnen nicht
dem derzeitigen Verkehr entsprechend ausgebaut sind, und durch die
umfangreiche Neubautätigkeit haben sich auch die Anforderungen
auf dem Gebiet der Unterhaltung wesentlich gesteigert. Durch Einführung
eines festen Begehungsplanes und Berücksichtigung der jeweiligen
Verkehrsbedeutung der einzelnen Straßen wird eine laufende
Zustandsüberwachung im Rahmen der dem Straßen- und Brückenbauamt
obliegenden Verkehrssicherungspflicht seit einigen Jahren vorgenommen.
So können Schaden- und Gefahrenstellen schnell erfaßt
und beseitigt werden.
Neben den Planungen für die oben genannten
bereits durchgeführten bzw. noch im Bau befindlichen Maßnahmen
wurde in der Berichtszeit eine Vielzahl von baureifen Entwürfen
ausgearbeitet. Weitgehend mußten zur Bewältigung der
Aufträge Ingenieurbüros, insbesondere die FAAG, herangezogen
werden. Im Vordergrund der Projektbearbeitung standen die Straßenentwürfe
für die Stadttangente und die Nordweststraße sowie die
Umfahrung Ginnheim und den Ausbau der Ludwig-Landmann-Straße.
Neue Erkenntnisse und Arbeitsmethoden auf dem Gebiet der Straßenbautechnik
sowie die erhöhten Beanspruchungen der Fahrbahnen durch den
verstärkten Verkehrsanfall waren bestimmend für den Einsatz
der Sachgebiete Bautechnik, Baugrund und Ausschreibungen. In erhöhtem
Maße mußten Baugrunduntersuchungen, Baukontrollen der
Verdichtung und Untersuchungen der Baustoffe durchgeführt werden.
In großem Umfang wurden auf Neubaustraßen bei der Abnahme
Ebenheitsmessungen und Messungen der Dicke der Fahrbahnbefestigung
durch Probebohrungen vorgenommen. Durch die Übernahme der Betreuung
der Parkometer
erwuchs dem Sachgebiet Beschilderung und Markierung ein neues umfangreiches
Arbeitsgebiet, so u.a. die Reparatur von täglich etwa 30 bis
40 defekten Parkuhren.
Überprüfung
von Bau und Brücken
Die laufende Unterhaltung auf dem Gebiet des Brücken-
und konstruktiven Ingenieurbaues erstreckte sich auf die turnusmäßige
Überprüfung der rund 300 Brückenbauwerke, Unterführungen,
Stützmauern, Flußuferflächen und Schwimmbecken sowie
die erforderlichen Instandsetzungsarbeiten. Besondere Sorgen bereitete
der dünne Kunststoffbelag auf dem Überführungsbauwerk
am Platz der Republik (Fly-over ),
der sich der starken Beanspruchung der Spikesreifen im Winter nicht
gewachsen zeigte und laufend ausgebessert werden mußte.
Größere Instandsetzungsarbeiten waren
an der Unter- und Obermainbrücke sowie den Straßenbrücken
über die Nidda in Nied, Rödelheim und Praunheim sowie
an der Hochufermauer am Deutschherrnufer erforderlich. Die bemerkenswertesten
Bauvorhaben in der Berichtszeit waren der Umbau der Alten Brücke,
der in auffallend kurzer Zeit abgewickelt werden konnte und seine
Krönung in der Wiederaufstellung des alten Brückenwahrzeichens
- des "Brickegickel "
- fand; ferner der Neubau der Breitenbachbrücke, der sich als
Folge der Elektrifizierung der Bundesbahnstrecke erforderlich machte.
Erwähnenswert ist ferner der Bau einiger Fußwegbrücken
über die Schwanheimer Uferstraße und insbesondere der
Bau zahlreicher Fuß- und Radwegbrücken sowie einer Straßenbrücke
in der Nordweststadt; weiterhin die in Zusammenarbeit mit der Deutschen
Bundesbahn im Bau befindliche Emser Straßenbrücke. Auf
dem Planungssektor war die Abteilung in erster Linie mit der Ausarbeitung
der Vorentwürfe für die Brücken- und Stützmauerbauten
der Stadttangente und der Bauwerke im Zuge der Nordweststraße
befaßt. Erheblichen Umfang hatte auch die Ausarbeitung von
Planungen für eine Reihe von Fußgängertunneln und
Überführungen im ganzen Stadtgebiet. In letzter Zeit standen
die Planungen für die Brücke über die Nidda in Verlängerung
der Maybachbrücke, die Bauwerke am Leunakreisel und der Autotunnel
am Theater im Vordergrund.
Berichtszeitraum: 1969-72
Für den Bereich dieses Amtes ist in der Berichtszeit
zunächst auf die Fertigstellung einiger Bauvorhaben von größerer
Verkehrsbedeutung hinzuweisen. So konnte das zwischen Hessendenkmal
und Friedberger Platz gelegene Teilstück der Friedberger Landstraße
dem Verkehr übergeben werden. Mit diesem Abschnitt ist eine
durchgehende und im übrigen die kürzeste Nordsüdverbindung
von der Friedberger Warte zur Kennedyallee und weiter zur Autobahn
im Süden des Stadtgebietes gegeben. Die verlängerte Maybachbrücke,
mit der die engen und windungsreichen Durchfahrten durch die Ortsteile
Alt-Eschersheim und Heddernheim beseitigt wurden, präsentiert
sich als gelungenes Bauwerk und dient einem den heutigen Erfordernissen
gerecht werdendem Verkehrsfluß. Untersuchungen im Rahmen der
laufenden Unterhaltung an Brücken ergaben, daß ein Brückenfeld
der Untermainbrücke infolge von Witterungseinflüssen seine
Tragfähigkeit weitgehend verloren hatte. Eine sofortige und
vollständige Erneuerung dieses Brückenteiles war deshalb
notwendig. Schließlich ist der Ausbau des Knotenpunktes Darmstädter
Landstraße - Babenhäuser Landstraße zu nennen,
mit dem der vom Land ausgebaute Teil der Babenhäuser Landstraße
in verkehrsgerechter Weise an die Darmstädter Landstraße
und damit an das städtische Straßennetz angeschlossen
wird. Als besonderes Problem fast aller Gemeinden und insbesondere
der Großstädte hat sich in den letzten Jahren mehr und
mehr das Auftreten loser Gehsteigplatten während und nach der
Frostperiode mit für die Fußgänger ärgerlichen
und zum Teil gefährlichen Folgeerscheinungen herausgebildet.
Wegen des außerordentlich großen flächenmäßigen
Umfanges, vor allem in dem stark begangenen Innenstadtbereich, und
der schlagartig einsetzenden Lockerung der Platten konnten die zahlreichen
Gefahrenstellen nicht immer rechtzeitig beseitigt werden. Die losen
Platten" waren daher häufig Gegenstand bürgerschaftlicher
Kritik, auch seitens der Presse. Ursache für die losen Gehsteigplatten
ist das Salzstreuen zur Glatteisbekämpfung. Diese Tatsache
fand durch eine Umfrage bei anderen Städten Bestätigung.
Um die Auswirkungen der Salzstreuung auf verschiedene Befestigungsarten
für Fußsteige feststellen zu können, wurde eine
größere Teststrecke mit rund 20 Abschnitten verschiedener
Ausführungsweisen angelegt. Die Teststrecke wird vom Straßen-
und Brückenbauamt über mehrere Winter beobachtet mit dem
Ziel, für die Zukunft eine technisch einwandfreie und wirtschaftliche
Bauweise zu finden, die gegen Salzeinwirkungen unempfindlich ist.
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