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städtisches lebensmittel-untersuchungsamt.  
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Berichtszeitraum: 1945-65

 

Im Juli 1909 wurde im Zuge der Krankenhaus- und Institutsneubauten der Stadt Frankfurt eine chemische Abteilung am Hygienischen Institut in der heutigen Paul- Ehrlich-Straße 40 gegründet. Sie wurde vom 1.4.1913 an als "Nahrungsmittel-Untersuchungsamt" für den Umfang des Regierungsbezirks Wiesbaden mit Ausnahme des Polizeibezirks Frankfurt a.M. sowie der Kreise Limburg, Unterwesterwald und Westerburg anerkannt. Die Kontrolle in der Stadt Frankfurt selbst blieb bis nach dem 2.Weltkrieg einem staatlichen Untersuchungsamt vorbehalten. Ab 1922 wurden Universitäts-Institut und städtisches Lebensmittel-Untersuchungsamt auch formell zusammengelegt. 1928 wurde dem Amt die Weinkontrolle für den Regierungsbezirk Kassel und den Stadtkreis Frankfurt übertragen sowie die Untersuchung von Zollweinen. Dies blieb bis heute erhalten.

Den staatlichen Stellen gelang es, zu Beginn des 2.Weltkrieges die schon seit Beginn der 30er Jahre angestrebte Übertragung der gesamten Lebensmittelkontrolle auf das staatliche Amt zu verwirklichen. Ab 1946 aber fiel dem städtischen Amt die Lebensmittelkontrolle für den Polizeibezirk Frankfurt am Main zu, so daß die Verhältnisse jetzt genau umgekehrt waren wie vor dem Krieg.

Aufgabe des Städtischen Lebensmittel-Untersuchungsamtes ist es, gestützt auf das Lebensmittelgesetz, seine Durchführungs-Verordnungen und eine Reihe von Spezialgesetzen, die Bevölkerung des Stadtgebietes Frankfurt vor gesundheitsschädlichen Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen sowie vor Täuschungen und Übervorteilung durch verdorbene, nachgemachte, verfälschte und irreführend bezeichnete und aufgemachte Lebensmittel zu schützen. Die Überwachung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Städt. Gewerbe- und Ordnungsamt. Im Laufe eines Jahres werden durch das Gewerbe- und Ordnungsamt in den Lebensmittelgeschäften und -herstellungsbetrieben etwa 4000-4500 Proben entnommen und vom Lebensmittel-Untersuchungsamt analysiert und begutachtet. Das Lebensmittel-Untersuchungsamt ist, wie bereits erwähnt, Einfuhruntersuchungsstelle für Weine; es bekommt daher jährlich etwa 1000-2000 Proben von Auslandsweinen von den Zollämtern zugewiesen, die auf ihre Einfuhr- und Verkehrsfähigkeit in der Bundesrepublik zu untersuchen sind. Dazu kommt noch eine Reihe von Untersuchungen für andere amtliche Dienststellen (Gerichte u.a.), außerdem Nachproben sowie Beschwerde- und Verdachtsproben aus der Bevölkerung. Insgesamt werden pro Jahr etwa 8000-10000 Proben im Lebensmittel-Untersuchungsamt untersucht und begutachtet.

Außer der Untersuchungstätigkeit in den Laboratorien und der Gutachtertätigkeit stellt die laufende Überwachung und Kontrolle der Lebensmittelbetriebe, der Herstellungs-, Lager-, Verpackungs- und Verkaufsräume ein weiteres Aufgabengebiet des Lebensmittel-Untersuchungsamtes dar. Neben der Kontrolltätigkeit kommt dabei der Beratung der Ernährungsindustrie und der Belehrung und Aufklärung des Handels eine besondere Bedeutung zu, da hierdurch die Beanstandungen verringert werden; denn viele Verstöße gegen lebensmittelrechtliche Bestimmungen beruhen auf Fahrlässigkeit und oft auch auf Unkenntnis.

Durch die im Dezember 1958 verabschiedete Novelle zum Lebensmittelgesetz sind dem Lebensmittel-Untersuchungsamt neue schwierige Aufgaben zugefallen. Als Beispiele seien angeführt:

  • die quantitative Bestimmung der Rückstandsmengen von Schädlingsbekämpfungsmitteln,von technischen Hilfsstoffen sowie von sonstigen fremden Stoffen in Lebensmitteln;
  • die Untersuchung von Verpackungsmaterial aus Kunststoff auf Abgabe von Weichmachern, Emulgatoren, Stabilisatoren, Katalysatoren und anderen Stoffen auf Lebensmittel;
  • die Überwachung aller Lebensmittel einschließlich des Trinkwassers auf radioaktive Isotope.

 

Auf diesen Gebieten stellt das Lebensmittel-Untersuchungsamt eines der wenigen Schwerpunktslaboratorien in der Bundesrepublik dar. Die vermehrten Aufgaben der Lebensmittelkontrolle konnten nur durch eine in den letzten Jahren durchgeführte personelle Erweiterung und moderne apparative Ausrüstung des Lebensmittel-Untersuchungsamtes, das seit Mai 1957 zusammen mit dem Universitäts-Institut für Lebensmittelchemie in einem Neubau in der Georg-Voigt-Straße 16 untergebracht ist, bewältigt werden .

Blick in das Institut für Lebensmittelchemie in einem Neubau der Goethe-Universität.

 

 

Berichtszeitraum: 1965-68

Neu hinzugekommen ist gem. Erlaß des Hess. Ministers für Arbeit, Volkswohlfahrt und Gesundheitswesen vom 21.7.1967 die bakteriologische Untersuchung von Speiseeis. Diese Untersuchungen wurden seither im Hygiene-Institut durchgeführt. Die Verordnung über Pflanzen-, Schädlingsbekämpfungs- und Vorratsschutzmittel in oder auf Lebensmitteln pflanzlicher Herkunft (Höchstmengen-VO-Pflanzenschutz) ist zum 1.1.1968 in Kraft getreten und bringt erhebliche Mehrarbeit mit sich.

Im Zuge der allgemeinen Sparmaßnahmen wurden auch in unserem Amt verschiedene Stelleneinsparungen vorgenommen.Finanziell wird der Zuschußbetrag von Jahr zu Jahr größer. Dieser Umstand wird von uns auf folgende drei Tatsachen zurückgeführt:

  • Steigende Personalkosten.
  • Kein kostendeckender Tarif für Privatuntersuchungen (seit 1954 keine Erhöhung).
  • Die Untersuchungen für die Polizei- und Ordnungsbehörde werden seit ca. 1955 mit 11,- DM je Probe pauschal abgegolten. Eine Anhebung wäre dringend erforderlich.

 

 

Berichtszeitraum: 1969-72

 

Das Amt wurde 1970 vom Land Hessen übernommen.

 
Quelle: Jahresberichte der Stadt Frankfurt 1945-72
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