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messe- und ausstellungs-gmbH.  
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Berichtszeitraum: 1945-65

 

Ein Rückblick auf die letzten 20 Jahre zeigt, daß 1946 ein neues Kapitel in der langen Geschichte der Frankfurter Messen und Ausstellungen begann. Dieses Kapitel ist selbstverständlich noch nicht abgeschlossen; auch stellt es nur einen kurzen Abschnitt in der Geschichte Frankfurts als Messestadt dar. Es läßt sich aber ebensowenig aus der gesamten Geschichte lösen, wie man die Frankfurter Messen und Ausstellungen von der Entwicklung dieser Stadt selbst trennen kann. Schon das erste Nachkriegsjahr brachte den neuen Anfang. der damalige Oberbürgermeister Dr.Walter Kolb verkündete: "Frankfurt soll wieder Messestadt werden!"

Mitte 1946 begann die Messe- und Ausstellungs-Gesellschaft wieder zu arbeiten; in den Trümmern der Festhalle bezog sie behelfsmäßig hergerichtete Räume und schickte sich an, das Gelände aufzuräumen. Der Plan, in Frankfurt wieder Messen und Ausstellungen durchzuführen, fand ein so stürmisches Echo, daß die 8000 qm Fläche des wieder benutzbaren "Hauses der Technik" nicht der Nachfrage der Interessenten genügten: man sah Zelthallen und Baracken vor, um ab Herbst 1948 wieder in regelmäßigem Turnus Frühjahrs- und Herbstmessen abhalten zu können. Bei der Landwirtschaftlichen Ausstellung Ende August 1948 legten bereits fünf neue feste Hallen ihre Bewährungsprobe ab. Zur "ersten D-Mark-Messe" Anfang Oktober 1948 standen 20 weitere provisorische Hallen - insgesamt 60000 qm Ausstellungsfläche - den 1771 Ausstellerfirmen zur Verfügung. Es konnte keinen Zweifel mehr geben: Frankfurt war wieder Messestadt. Von Veranstaltung zu Veranstaltung wuchs die Teilnahme in- und ausländischer Aussteller und Besucher. 1953 hatte Frankfurt seinen festen Platz auch im internationalen Handelsgeschehen wieder eingenommen.

Die Gesellschaft

Das Gesellschaftskapital von heute 25 Millionen DM befindet sich zu 60% in Händen der Stadt Frankfurt und zu 40% in Händen des Landes Hessen. Der Aufsichtsrat besteht aus 21 Mitgliedern. Das Amt des Vorsitzenden hat der jeweils amtierende Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt inne, die weitere 7 Mitglieder stellt. Das Land Hessen ist mit 3 und die am Frankfurter Messe- und Ausstellungswesen interessierte Wirtschaft mit 8 Stimmen vertreten. Ferner gehören der Betriebsratsvorsitzende der Gesellschaft und ein Vertreter der Gewerkschaft dem Aufsichtsrat an. Die Geschäfte werden von zwei Direktoren geführt. Die Gesellschaft ist nicht nur Verwaltungs- oder Betriebsunternehmen für das Messe- und Ausstellungsgelände, sondern sie ist auch dessen Eigentümerin.

Das Messe- und Ausstellungsgelände

Das heute rund 370000 qm große Messegelände liegt am Rande des Stadtkerns, in nur etwa zehn Minuten Fußweg Entfernung nordwestlich des Hauptbahnhofs. Es erstreckt sich stadtauswärts entlang der Hauptausfallstraße nach Westen, die unter anderem die Verbindung zur "Autobahn Hamburg -Basel" und zum Flughafen herstellt. Mehrere Straßenbahn- und Omnibuslinien berühren das Messegelände. Mit seiner Südseite stößt es an den Hauptgüterbahnhof. Ein eigenes Anschlußgleis führt an dieser Seite des Geländes an den größten Hallen entlang. In nahezu ununterbrochener Folge wurden seit 1948 neue Messehallen um die in den Jahren 1948 und 1949 wiedererrichtete Festhalle erstellt. Die dazu erforderlichen finanziellen aber auch organisatorischen Anstrengungen waren erheblich, da die dichte Folge von Messe- und Ausstellungsterminen, zu denen ja stets beträchtliche Aufbau- und Abbauzeiten gerechnet werden müssen, dazu zwingt, Baumaßnahmen so einzuplanen, daß sie den Messebetrieb nicht stören. Trotz raschen Aufbaus und ständiger Erweiterung eilte der Bedarf an Standfläche für Großveranstaltungen dem vorhandenen Angebot stets voraus. Der bisher letzte Hallenbau ist das nach modernsten Gesichtspunkten 1962 vollendete viergeschossige Messehaus 4 mit 23600 qm Brutto-Ausstellungsfläche. Damit stehen heute in elf Hallen und neun Pavillons über 105000 qm Brutto-Ausstellungsfläche zur Verfügung, davon 80000 qm zu ebener Erde und 25000 qm in Obergeschossen. Die Hallen sind mit allen Versorgungsanlagen ausgestattet, deren die Aussteller bedürfen. Durch Leichtbauhallen auf dem Freigelände konnte die Ausstellungsfläche bei Bedarf um weitere rund 25000-30000 qm, erweitert werden. Nachdem ein 65 m breiter Durchbruch der Bahndämme vollendet ist, die den 200000 qm großen bebauten Geländeteil bisher im Westen begrenzten, wird z.Zt. das dort vorgelagerte 170000 qm große unbebaute Gelände, das bislang als Parkfläche genutzt wurde, organisch erschlossen und in das Messegelände miteinbezogen. Die Festhalle und die Kongreßhalle werden außer zu Ausstellungszwecken auch für Versammlungen und Kongresse, sportliche und kulturelle Veranstaltungen laufend beansprucht und an die betreffenden Veranstalter vermietet. Als Beispiele seien Reitturniere, Boxveranstaltungen, Eisrevuen, Konzerte, Tanzturniere, genauso aber auch repräsentative Feierlichkeiten, Kundgebungen und ähnliches erwähnt. Radrennen werden alljährlich von der Gesellschaft selbst veranstaltet.


Foto:Adox

Messen und Ausstellungen in Frankfurt

Die Zahl der auf dem Messegelände stattfindenden Veranstaltungen ist seit der ersten Landwirtschaftlichen Ausstellung und der ersten Herbstmesse im Jahre 1948 ständig gestiegen. Die beiden großen Internationalen Messen im Frühjahr und Herbst eines jeden Jahres, die im Veranstaltungskalender ihren festen Platz haben, nehmen jeweils die gesamte zur Verfügung stehende Fläche in Anspruch: 1948 belegten die 1771 Aussteller 60000 qm und zur Frühjahrsmesse 1965 benötigten 2607 Firmen 135950 qm Ausstellungsfläche. Dabei ist im Lauf der Jahre das Angebot auf heute nur 10 Branchen konzentriert worden, wodurch die Marktbedeutung dieser Messen im Vergleich zu den 1948 vertretenen 33 Branchen noch erheblich mehr gesteigert wurde, als es statistische Zahlen überhaupt auszudrücken vermögen. Mit der wachsenden Marktbedeutung stieg auch die Internationalität. Die Konzentration auf verhältnismäßig wenige Branchen, die vom Sortiment des Handels her miteinander verwandt oder benachbart sind, spiegelt deutlich eine Entwicklung zur Spezialisierung und Arbeitsteilung, die in der gesamten in diesem Zeitraum in ihrem Volumen so ungeheuerlich gewachsenen Wirtschaft zu erkennen ist: dem überaus breiten Angebot kann im Messe- und Ausstellungswesen nur mit sinnvoller fachlicher Ausrichtung und Abgrenzung begegnet werden. Die Konzeption einer nach fachlichen und Marktgesichtspunkten aufgebauten "Mehrbranchenmesse" muß als bedeutender Markstein in der jüngsten Geschichte der Internationalen Frankfurter Messen gewertet werden. Die in Frankfurt im Frühjahr und Herbst vertretenen Gruppen sind: "Textilien und Bekleidung", "Kunsthandwerk und Kunstgewerbe", "Papier- und Schreibwaren, Bürobedarf, Glückwunschkarten, Bilder und Verpackung", "Bijouterie, Schmuck, Metallwaren und Geschenkartikel", "Raucherbedarfsartikel", "Schaufensterdekoration und -Bedarf, Werbeartikel, Ladeneinrichtungen", "Porzellan, Steingut- und Steinzeugwaren, Glaswaren", "Haus- und Wohnbedarf" sowie "Körperpflegemittel, Toiletteartikel, Feinbürsten und Pinsel, chemische Konsumgüter, sanitäre Erzeugnisse". Die Frühjahrsmesse ist außerdem zum Schauplatz des bedeutendsten Musikinstrumentenfachmarktes in Europa geworden.

Alljährlich wiederkehrende Messen sind außerdem seit 1959 die aus den Internationalen Messen hervorgegangenen Interstoff-Fachmessen für Bekleidungstextilien ebenfalls im Frühjahr und Herbst veranstaltet -, auf denen Weber, Stoffdrucker, Veredler, Wirker und Sticker aus vielen Ländern der Welt ihre neuesten Kollektionen an Kleidungsstoffen vorstellen. Der Aufstieg dieser stark spezialisierten Fachmesse in so kurzer Zeit zu einem weltweit anerkannten Fachmarkt ist einmalig. Im Herbst 1964 zählte sie 393 Aussteller (gegenüber 83 bei der ersten Interstoff), davon 60% ausländische Firmen.

Zu den jährlichen Veranstaltungen zählt auch die Frankfurter Buchmesse, die 1949 wieder ins Leben gerufen wurde, sie kehrte also nach rund 250 Jahren nach Frankfurt zurück, denn um 1700 hatte Leipzig als Buchhandelsplatz gegenüber Frankfurt die Oberhand gewonnen. Heute läßt sich feststellen, daß Frankfurt die bedeutendste Bücherbörse Europas geworden ist.

Die Pelzbranche wählte ebenfalls 1949 Frankfurt zum Sitz ihrer Fachmesse, womit Frankfurt auch für dieses Fachgebiet die Nachfolge Leipzigs antrat. In diesen 20 Nachkriegsjahren hat die jährliche Frankfurter Pelzmesse - bei ständigem Wachstum - weltweiten Ruf erworben.

Wie die Buchmesse und die Pelzmesse werden auch die ACHEMA-Ausstellungstagung für chemisches Apparatewesen und die Internationale Automobil-Ausstellung nicht von der Messe- und Ausstellungs-Gesellschaft selbst veranstaltet, sondern von den zuständigen Verbänden bzw. eigenen Institutionen: so fungiert als Organisator der Frankfurter Buchmesse die Ausstellungs- und Messe-GmbH des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, bei der Internationalen Frankfurter Pelzmesse die vom Verband der deutschen Rauchwaren- und Pelzwirtschaft getragene Frankfurter Rauchwaren-Messe GmbH, bei der ACHEMA die Deutsche Gesellschaft für Chemisches Apparatewesen (Dechema) und bei der Internationalen Automobil-Ausstellung der Verband der Automobil-Industrie. Die erste Nachkriegs-Achema war 1950; seitdem wird sie, an Umfang und Bedeutung ständig wachsend, alle 3 Jahre abgehalten. Die Internationale Automobil-Ausstellung findet im Zwei-Jahres-Turnus seit 1951 statt. Auch die Internationale Fachausstellung Sanitär- und Heizungs-Technik, erstmals 1960 mit großem Erfolg abgehalten, wird ab 1965 alle zwei Jahre in Frankfurt stattfinden. Angesichts ihrer ebenfalls sehr positiven Entwicklung und der großen volkswirtschaftlichen Bedeutung der beteiligten Wirtschaftszweige stellt diese Ausstellung einen weiteren Glanzpunkt des Frankfurter Programmes dar.

Die alle vier Jahre in Frankfurt stattfindende Internationale Kochkunstausstellung - als älteste in Frankfurt beheimatete Fachveranstaltung - wird jeweils mit der Bundesfachschau für das Hotel- und Gaststättengewerbe verbunden, die in den dazwischenliegenden Jahren an verschiedenen anderen Plätzen der Bundesrepublik veranstaltet wird. Die Internationale Ausstellung Wäscherei-Chemischreinigung-Färberei hat - ebenfalls in einem Vier-Jahres-Turnus - mit ausgezeichnetem Erfolg bereits zum dritten Male in Frankfurt stattgefunden.

Unter den vielen einmaligen Veranstaltungen der Nachkriegsjahre oder solchen, die nur unregelmäßig wiederkehren, sind besonders zu nennen die Landwirtschaftlichen Ausstellungen (1948 und 1949) und DLG-Wanderausstellungen (1950 und 1959), die Deutschen Rundfunk-, Fernseh- und Phono-Ausstellungen (1957 und 1959), Fleischerfachausstellungen (1949 und 1959), Internationale Drogisten-Fachausstellung indrofa (1958), Internationale Fahrrad- und Motorradausstellungen IFMA (erstmals 1951), Internationale Bäckerei-Fachausstellung iba (1961) und nicht zuletzt die mit dem Welt-Erdöl-Kongreß verbundene Interoil (1963), die weltweites Echo fand.


Foto:Vack

Internationale Automobil Ausstellung 1953

 

 

Berichtszeitraum: 1965-68

 

Die Jahre 1965 bis 1968 standen bei der Messe- und Ausstellungsgesellschaft im Zeichen eines stetigen gesunden Wachstums. Das gilt sowohl vom Ausbau der Ausstellungsanlagen wie auch vom Veranstaltungsprogramm der Gesellschaft.

Die Jahre bis 1960 hatten bereits erkennen lassen, daß das traditionelle Ausstellungsgelände heutigen Ansprüchen angepaßt werden mußte und daß eine Ausweitung desselben nach Westen auf das Messefreigelände ein Gebot vorausschauender Messepolitik sei. Als Voraussetzung hierfür war bereits 1964/1965 der Durchbruch der Messestraßen durch die Main-Weser-Bahn in einer Breite von 60 m erfolgt. Dem folgte die verkehrsmäßige Erschließung des westlichen Freigeländes durch den Bau von Straßen, Kanalisation und Versorgungsleitungen. Zu gleicher Zeit erfolgte der Ausbau der Straße "Am Dammgraben". Damit waren die Voraussetzungen für die Errichtung eines großzügigen und modernen Hallenneubaues auf dem nunmehr zum Ausstellungsgelände gewordenen Freigelände geschaffen. Dort entstand daraufhin in der Zeit vom Spätherbst des Jahres 1965 - unterbrochen durch die 49. DLG-Ausstellung - Internationale Landwirtschaftsschau im Mai 1966 - bis zum Mai 1967 eine Ausstellungshalle modernster Prägung. Mit über 300000 cbm umbauten Raumes, mit weit mehr als 30000 qm Brutto-Ausstellungsfläche ist diese größte ebenerdige Ausstellungshalle Europas ein besonderer Anziehungspunkt des Messe- und Ausstellungsplatzes Frankfurt am Main geworden . Der großzügig gestaltete Bau eines Ausstellungsrestaurants in unmittelbarer Nähe für die kulinarischen Bedürfnisse rundet zusammen mit dem Bau einer großen Umspannstation zur Deckung des stetig wachsenden Energiebedarfs das Bild des neuen Ausstellungsareals ab. Ermöglicht wurden diese sichtbaren Erfolge durch die auch wirtschaftlich erfolgreiche Tätigkeit der Gesellschaft und die aufgeschlossene Haltung ihrer Gesellschafter, Stadt Frankfurt am Main und Land Hessen, die insgesamt 12,5 Mio DM als Stammkapital-Erhöhung zur Verfügung stellten, das nunmehr 37,5 Mio DM beträgt und unverändert mit 60% von der Stadt Frankfurt am Main und mit 40% vom Land Hessen gehalten wird.

Dieses Wachstum nach außen wäre nicht möglich gewesen, wenn die traditionellen Frankfurter Messen und Ausstellungen in der gleichen Zeit nicht entsprechend an Substanz und Marktbedeutung gewachsen wären. Diese Feststellung gilt für alle Frankfurter Messen und Ausstellungen; sie zeigt sich in dem stetigen Anstieg der Zahlen der Aussteller und Besucher. Die oft erwähnte "zentrale Lage" Frankfurts ist ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung gewesen, denn weit über das in Zahlen auszudrückende Maß hinaus hat sich der internationale Charakter der Frankfurter Messen und Ausstellungen verstärkt.

Außer ihrer Tätigkeit als Veranstalter von Messen und Ausstellungen übte die Gesellschaft auch ihre schon zur Tradition gewordene Funktion als "Stadthalle" aus, was durch zahlreiche Veranstaltungen in der Festhalle und in der Kongreßhalle zum Ausdruck kam. In den genannten Jahren wurden jeweils das Internationale Sechs-Tage-Rennen, das Frankfurter Reit- und Fahrturnier und die Eiskunstlaufveranstaltungen "Holiday on Ice" und zahlreiche sonstige sportliche und kulturelle Veranstaltungen abgewickelt.

Daneben betrieb die Gesellschaft ein umfangreiches Vermietungsgeschäft, indem sie die hierfür geeigneten Räumlichkeiten in der Festhalle, der Kongreßhalle und in ihren Restaurants für die verschiedensten Zwecke bereitstellte.

 

 

Berichtszeitraum: 1969-72

 

Entwicklung und Tätigkeit der Messe- und Ausstellungs- GmbH, der Trägerin der Frankfurter Messen und Ausstellungen, in den Jahren 1969-1972 war bestimmt von dem weiteren Ausbau des Messegeländes. Die Messe- und Ausstellungsgesellschaft m.b.H. hat nicht nur ständig erhebliche Mittel in die Modernisierung ihrer Ausstellungshallen investiert, sie hat mit den 1971 fertiggestellten Hallen weitere 35000 qm modernste Ausstellungsflächen zur Deckung des ständig steigenden Bedarfs bereitgestellt und sie hat damit insbesondere die Voraussetzungen geschaffen, auch 2 Veranstaltungen größeren Ausmaßes gleichzeitig oder in kurzer Folge ausrichten zu können. Diese Voraussetzungen ermöglichen es, nicht nur wachsende Wünsche nach Ausstellungsfläche zu erfüllen, die oft recht drängend vorgetragen wurden, sondern auch weitere Veranstaltungen in Frankfurt am Main aufzunehmen. Da die Gesellschaft gleichzeitig, ihrer Konzeption und dem seit Jahren wachsenden Trend zu Fachmessen folgend, wie schon beim Aufbau der „Interstoff-Fachmessen" auch bei ihren jüngsten Veranstaltungen „Internationale Fleischwirtschaftliche Fachmesse", der „Frankfurter Bürofachausstellung", der „Fachmesse für Heimtextilien, Bodenbelag und Haustextilien" und - last not least - der ,,Automechanika" - erfolgreich operierte, kann Frankfurt 15 Messen und Ausstellungen als seine Messen und Ausstellungen bezeichnen. Diese Entwicklung ist besonders bemerkenswert, weil sie sich im Zuge verstärkenden Wettbewerbs unter den deutschen und europäischen Messeplätzen vollzog, der nicht nur durch ein starkes Kostendenken der ausstellenden Wirtschaft ausgelöst wurde, sondern vor allem durch erhöhte, wenn nicht überhöhte Investitionen an anderen Messeplätzen. Dabei hat sich allerdings gezeigt, daß die geographische Lage, der Ruf als Handelsstadt und Finanzzentrum und organisatorische Leistung oft recht ausschlaggebend für die Entwicklung einer Messestadt sind. Die Messe- und Ausstellungs-GmbH kann dazu auf die sich abzeichnende Konzentration noch weiterer Konsumgüterbranchen auf dem Messeplatz Frankfurt verweisen. Diese Entwicklung kann in ihrer Bedeutung für die Messestadt Frankfurt kaum überschätzt werden und auch nicht in ihrer Bedeutung für eine sich bereits da und dort anbahnende europäisch orientierte Messepolitik. Unverändert hält die Messe- und Ausstellungs-GmbH als Eigentümerin der Festhalle, dem Schauplatz zahlreicher sportlicher und kultureller Ereignisse, Verbindung zu den Bürgern der Stadt. Das Internationale 6- Tage-Rennen, das Reitturnier, Holiday on Ice und viele sportliche Wettkämpfe oder Gastspiele - nicht zu vergessen auch zahlreiche Veranstaltungen in der Kongreßhalle - lassen diese Verbindung nicht abreißen. Mit den Messen und Ausstellungen zusammen runden sie das Bild von der Stellung der Messe- und Ausstellungs-Gesellschaft im Leben der Stadt ab.

 
Quelle: Jahresberichte der Stadt Frankfurt 1945-72
frankfurt baut auf