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staatliche hochschule für musik.  
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Berichtszeitraum: 1945-65

 

Die Staatliche Hochschule für Musik, Frankfurt am Main, dient der Lehre und Pflege der Musik und der Darstellenden Kunst mit dem Auftrag umfassender künstlerischer und musikpädagogischer Berufsausbildung. Sie ist eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts und verwaltet ihre Angelegenheiten nach Maßgaben ihrer Satzung selbst. Die Hochschule ist frei in Kunstpflege und Lehre. Sie untersteht der Aufsicht des Hessischen Kultusministers.

Die Musikhochschule Frankfurts ist aus dem traditionsreichen Dr. Hoch'schen Konservatorium hervorgegangen und wurde am 1.April 1938 eröffnet. Nach einem kurzen künstlerischen Aufstieg unter ihrem ersten Direktor, Prof.Hermann Reuter, zwangen Krieg und Zerstörung im Herbst 1944 zur Stillegung des Unterrichtsbetriebes. Erst 1947 konnte unter großen räumlichen und finanziellen Schwierigkeiten der Unterricht wieder teilweise aufgenommen werden. Auf wenige Instrumente und notdürftig hergerichtete Räume angewiesen, wurden weitere Zweige des Unterrichts erst allmählich wieder eingerichtet, insbesondere nach der Berufung von Prof. Walter Davisson als künstlerischem Leiter ab 1950.

Weiterhin in materieller und räumlicher Hinsicht eingeengt, konnte sich die notwendige Vergrößerung der Ausbildungstätigkeit und das Hervortreten der Hochschule in der Öffentlichkeit nur schwer entwickeln. Dazu trat eine fast 4jährige Vakanz des Direktorpostens, die erst im Februar 1958 mit der Berufung von Prof.Philipp Mohler beendet wurde. Dank der tatkräftigen Unterstützung der Stadt Frankfurt und der ideellen Förderung durch das Hessische Kultusministerium konnte nun der Ausbau der Hochschule zu einer Vollanstalt beginnen. Der inzwischen wiedererrichteten Opernschule folgten 1959 die Opernchorschule, 1960 die Schauspielschule und bald darauf die Ballettschule, wodurch die Abteilung für Darstellende Kunst ihre Abrundung erfuhr. In der Folgezeit gelang es, eine Reihe namhafter Persönlichkeiten des Musik- und Theaterlebens als Lehrkräfte an die Hochschule zu berufen, darunter- Helmut Krebs (Gesang), Hans Löwlein (Orchesterleitung), Branka Musulin (Klavier), Gertrude Pitzinger (Gesang), Heinz Stanske (Violine), Karl-Maria Zwissler (Dirigieren), weiterhin Gerhard Hering, Hans Korte, Hannsgeorg Laubenthal, Herbert Maisch, Lola Müthel (Schauspielschule). Ferner wurden die entscheidenden Schritte für den Entwurf einer dem Hochschulcharakter entsprechenden neuen Satzung in die Wege geleitet, die der Hochschule ihren akademischen Rang noch mehr als bisher gewährleisten soll. Die Zahl der Studierenden wuchs rasch von 212 auf fast 400. Diese Zunahme der Studentenzahl und die Intensivierung der Ausbildungstätigkeit erforderten eine weitere räumliche Ausdehnung. 1964 wurde deshalb ein zusätzliches Unterrichtsgebäude im Grüneburgweg 9 ermietet.

Neben der Erfüllung ihres künstlerisch-pädagogischen Auftrages hat die Ausstrahlung des Wirkens der Hochschule im öffentlichen Musikleben beachtlich zugenommen. Öffentliche Hochschulkonzerte (vorzugsweise ausgeführt von Studierenden) und Aufführungen der Opernschule, der Schauspielschule und der Schule für künstlerischen Tanz erregten in der Öffentlichkeit besondere Aufmerksamkeit (u.a. 1961 Mozarts "Entführung aus dem Serail", 1962 Shakespeares "Sommernachtstraum"). Als Höhepunkt der gesamten künstlerischen Arbeit dürfte wohl die denkwürdige Aufführung der Oper "Orfeo" von Monteverdi unter der Leitung von Paul Hindemith am 8.Mai 1960 gelten. Die freundschaftliche Verbundenheit Hindemiths mit seiner musikalischen Ausbildungsstätte (er war seinerzeit Schüler an Dr. Hochs Konservatorium) erwies sich noch einmal künstlerisch fruchtbar, als er im Juni 1963 Händels Oratorium " Israel in Ägypten" mit Solisten, Chor und Orchester der Hochschule dirigierte.

Dem künstlerischen Forschungsauftrag der Hochschule gemäß haben sich zahlreiche Veranstaltungen mit den Problemen zeitgenössischer Musik und der Erschließung neuer Ausdrucksformen befaßt. Von den internationalen Begegnungen der Hochschule seien genannt: Austauschkonzerte mit Belgien, Frankreich, Italien, Österreich und der Schweiz; Studienfahrten nach Österreich, Italien, nach dem Elsaß usw.; ferner ein von der Hochschule mit Professor Walcha veranstalteter internationaler Orgelkurs 1963. Seit Jahren absolvieren ständig eine Anzahl ausländischer Studierender, insbesondere der amerikanischen Fulbrightstiftung und des Akademischen Austauschdienstes ihr Studium an der Hochschule. Mehrfach konnten sich Studierende mit Erfolg an den alljährlichen Wettbewerben der Staatlichen Musikhochschule beteiligen.

Als besondere Aufgabe der Hochschule für die nächste Zeit dürfte die Errichtung eines Erweiterungsbaues gelten, der einer zweckmäßigen Zusammenfassung des Unterrichts, der Schaffung dringend notwendiger Übräume, der Einrichtung neuzeitlicher Studios dienen und größere Vorlesungs- und Unterrichtsräume bereitstellen soll.

Ferner werden sich nach dem Erlaß der neuen Satzung, die in vieler Hinsicht als vorbildlich erscheint, eine Fülle von neuen Aufgaben für den inneren und äußeren Aufbau des Hochschullebens ergeben.

 

 

Berichtszeitraum: 1965-68

 

Durch den Finanzvertrag vom 26.9.1966 zwischen dem Land Hessen und der Stadt Frankfurt am Main ist die Trägerschaft für die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main auf das Land Hessen übergegangen. Das Land übernimmt mit Wirkung ab 1.1.1967 den laufenden und einmaligen Finanzbedarf der Hochschule, der bis dahin fast vollständig von der Stadt Frankfurt am Main gedeckt wurde.

Ab diesem Zeitpunkt leistet die Stadt Frankfurt am Main zum laufenden und einmaligen Finanzbedarf der Hochschule Zuschüsse von je 50 v.H.

Die Veränderungen im Lehrkörper der Hochschule waren bis auf das Ausscheiden von Herrn GMD. Professor Bruno Vondenhoff, dem Leiter der Opernschule, kaum erwähnenswert. Diese Stelle nimmt jetzt Herr GMD. Rolf Reinhardt ein, der als Leiter der Opernschule gleichzeitig die Abteilung Darstellende Kunst leitet. Herr Professor Walcha und Herr Professor Bruno Vondenhoff wurden aufgrund ihrer Verdienste um das kulturelle Leben der Bundesrepublik - im besonderen Maße der Stadt Frankfurt am Main - mit dem Bundesverdienstkreuz 1.Klasse ausgezeichnet.

An größeren Veranstaltungen der Hochschule sind zu nennen:

  • 1965 Opernaufführung "Die Kluge" von Orff - Hindemith-Gedenktage (15.11. bis 27.11.1965) Te Deum (Haas) und Nelson-Messe im Kaiserdom
  • 1966 Kammertanz der Ballettschule - Opernaufführung "Der Wildschütz" - Max-Reger-Tage vom 1. bis 6.7.1966
  • 1967 Orchesterkonzert mit Werken von Mozart, Beethoven, Strawinsky - Messe in e-moll von Anton Bruckner und Psalm-Motetten von Claudio Monteverdi - 20jähriges Bestehen der Abteilung Schulmusik
  • 1968 Studienfahrt Abteilung Schulmusik in die CSSR (Prag-Brünn-Olmütz) - Geistliche Chormusik Heinrich Schütz: Magnificat - Joh. Seb. Bach: Jesu, meine Freude - J. S. Bach: Magnificat.
 
Quelle: Jahresberichte der Stadt Frankfurt 1945-72
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