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dokumentation zur nachkriegszeit
stadtreinigungsamt - städtischer fuhrpark.  
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Berichtszeitraum: 1945-65

 

Werbekampagne, Anfang der sechziger Jahre

Zum Aufgabengebiet des Stadtreinigungsamtes-Städt. Fuhrpark - gehören die Straßen- und Fußsteigreinigung einschließlich Schnee- und Eisbeseitigung auf Fahrbahnen sowie die Sinkkastenreinigung und Abwasserabfuhr, die Müllabfuhr und -beseitigung, die Unterhaltung und der Betrieb von Bedürfnisanstalten, die Beschaffung und Begutachtung stadteigener Kraftfahrzeuge (außer Polizei, Feuerwehr und Straßenbahn), die Überwachung stadteigener Kraftfahrzeuge nach § 29 StVZO (außer Straßenbahn), die Bereitstellung von Kraftfahrzeugen, insbesondere für städtische Fuhrleistungen.

Der Krieg hatte den Betrieb des Stadtreinigungsamtes zu 80% zerstört und damit praktisch funktionsunfähig gemacht. Von den 900 Arbeitern der Vorkriegszeit waren nur 180 übriggeblieben. Es standen nur noch 8 betriebsfähige Müllwagen zur Verfügung. Erst nach der Währungsreform war es möglich, notwendige Maschinen und Geräte für Müllabfuhr und Straßenreinigung nach und nach zu beschaffen und sich erfolgreich um das erforderliche Personal zu bemühen.

Im Jahre 1950 konnte die Renovierung der zerstörten Kraftfahrzeughallen beendet und mit dem dringend notwendigen Aufbau der zweiten Werkstatthalle mit allen dazugehörenden Sozialräumen sowie den Räumen für das umfangreiche Material- und Ersatzteillager begonnen werden. Die vorhandenen veralteten Montagegruben wurden umgebaut und modernisiert, Räume für Motorenmontage, Motorenprüfstand und Dreherei geschaffen. Außerdem wurden eine Reifenreparatur- und -Montagewerkstatt sowie eine Ausgabestelle für das vielfältige Spezialwerkzeug eingerichtet. Der Hauptbetriebshof war wieder hergestellt. Der beginnende Wohnungsbau und das veränderte Wirtschaftsleben mit der sich ständig verbessernden Lebenshaltung, das enorme Anwachsen der Stadt, die Erschließung neuer Wohngebiete, das rapide Ansteigen des Straßenverkehrs - all dies waren Erscheinungen, die das Amt stark beanspruchten. Daher war es ebenso erstaunlich wie notwendig, daß das Stadtreinigungsamt in kurzer Zeit sowohl materiell als auch personell ungewöhnlich anwuchs. 1950/51 waren bereits 777 Arbeitskräfte tätig. Es standen 59000 Mülltonnen im Stadtgebiet, mit 46 Müllkraftwagen wurden insgesamt 373000 cbm Müll abgefahren. Die Straßenreinigung verfügte über 38 Spezialfahrzeuge, der Fuhrpark konnte 20 Lastkraftwagen einsetzen. In diesem Jahr wurden auch 6 Bedürfnisanstalten neu eröffnet.

Inzwischen waren die Stadtteile Hausen, Praunheim und Wiesenau an die allgemeine Müllabfuhr angeschlossen worden. Es erfolgte die erste Anschaffung von 3 Großraummüllwagen mit je 15 cbm Fassungsvermögen. Es entstanden neue Betriebshöfe, andere konnten völlig umgebaut und modernisiert werden. Weiterhin litt jedoch besonders die Abteilung Straßenreinigung unter akutem Personalmangel.

Durch günstige Darlehensverträge wurde Geld beschafft und eine größere Anzahl Müllwagen gekauft, so daß auch die Stadtteile Griesheim, Seckbach und ein großer Teil der Bonameser Siedlung "Am Frankfurter Berg" an die Müllabfuhr angeschlossen werden konnten. Im Stadtteil Fechenheim wurden für die Müllabfuhr Einheitstonnen bereitgestellt. Die Zahl der im Stadtgebiet aufgestellten Mülltonnen stieg ebenso stark an wie die abgefahrene Müllmenge und die zu reinigenden Straßenflächen. Das Amt entwickelte sich entsprechend dem aufstrebenden Wirtschaftsleben und einer regen Bautätigkeit kontinuierlich weiter, vergrößerte sich materiell und personell und konnte doch immer nur mühsam die gestellten Aufgaben erfüllen. Alle möglichen technischen Verbesserungen wurden durchgeführt, veraltete Abfuhr- und Reinigungssysteme überarbeitet und die Erfahrungen moderner Betriebsführung für den kommunalen Dienst genutzt. Besonders erfolgreich war der 1957 beginnende Einsatz von Spezialfahrzeugen zur Abfuhr von Großbehältern, zunächst aus Gewerbebetrieben, Krankenhäusern und dergleichen, der sich dann auch auf Wohnsiedlungen ausdehnte. Eine Rationalisierungsmaßnahme, die besonders die Personalschwierigkeiten vermindern half; ein Abfuhrsystem, das sich hervorragend bewährte und großzügig ausgebaut wurde.

Seit dem 1.4.1959 ist das gesamte Stadtgebiet an die staubfreie Müllabfuhr angeschlossen.

Im Juli 1960 beschloß die Stadtverordnetenversammlung die Umstellung der Gebührenberechnungen für die Müllabfuhr auf das Leistungsprinzip. Ab 1.1.1961 wurden dann die Gebühren nach der Zahl der aufgestellten Mülltonnen und der Häufigkeit der wöchentlichen Entleerungen berechnet. Diese neue Berechnungsart hatte auch ein neues Abfuhrsystem zur Folge, das seit dieser Zeit vorbildlich praktiziert wird.

Die Satzung über die Straßenreinigung in der Stadt Frankfurt am Main wurde ebenfalls neugefaßt und ab 1.1.1962 in Kraft gesetzt. Auch hier mußte die Gebührenberechnung umgestellt werden, die nun nach Reinigungsklassen gestaffelt ist und auf der Grundlage der festgestellten Reinigungsflächen erfolgt. Die reinigungspflichtigen Straßen wurden nach ihrer Verkehrslage, ihrer Bedeutung als Geschäfts- oder Wohnstraße und der hierdurch bedingten Zahl planmäßiger Reinigungen in drei Klassen eingeteilt. Unter Berücksichtigung der Vorschriften des Hessischen Straßengesetzes vom 9.10.1962 wurde auch diese Satzung wieder abgeändert und gilt in der jetzigen Fassung ab 1.1.1964.

Für alle Aufgabengebiete blieben nach wie vor die Personalschwierigkeiten das größere Problem. Insbesondere in der Straßenreinigung konnten die vorhandenen Planstellen auch nicht annähernd besetzt werden. Deshalb wurden 1961 zunächst 50 italienische Gastarbeiter eingestellt und als Straßenwärter beschäftigt. Diese Anzahl erhöhte sich später auf das Doppelte und schließlich auf das Dreifache. Außerdem wurden in Betriebshöfen Unterkünfte für insgesamt 28 marokkanische Arbeiter eingerichtet. Alle kritischen Überlegungen, ob diese große Anzahl ausländischer Gastarbeiter noch vergrößert werden soll, endeten immer in der Tatsache, daß der Arbeitsmarkt kaum geeignete deutsche Kräfte zur Verfügung stellen kann, deren Bestand im Amt wegen Überalterung und auch aus anderen persönlichen Gründen immer mehr abnimmt, und daß ein Ausgleich nur durch die Einstellung von Ausländern herbeizuführen ist. Die erheblichen Schwierigkeiten durch Beschäftigung und Einsatz sowie durch Unterbringung und Betreuung von Italienern und Marokkanern müssen dabei in Kauf genommen werden, stellen aber Verwaltung und Betrieb vor manche ernste Probleme. Dennoch ist beschlossen, weitere Gemeinschaftsunterkünfte einzurichten und sie mit Gastarbeitern zu belegen, die nicht nur in der Straßenreinigung, sondern auch zwangsläufig in größerer Anzahl in der Müllabfuhr eingesetzt werden sollen. Nachdem die Schwierigkeiten der Müllunterbringung seit längerer Zeit erörtert worden waren, beschloß die Stadtverordnetenversammlung am 23.6.1960 den Bau einer Müllverbrennungsanlage in Verbindung mit dem Heizkraftwerk für die Nordweststadt. Diese moderne und in ihrem System einmalige Anlage wird etwa am 1.Januar 1966 in Betrieb genommen. Das bedeutet die Auflösung des seitherigen Abladeplatzes im Stadtwald - des Monte Scherbelino -, der zu einem Erholungszentrum ausgebaut werden soll. Damit wird auch ein immer größer werdendes Ärgernis beseitigt, da der Müllberg nicht nur fast ständig brennt und somit auch eine akute Gefahr für den Wald bedeutet, sondern auch wegen starker Geruchsbelästigungen in weiterer Umgebung ein Streitobjekt darstellt.

 

 

Berichtszeitraum: 1965-68

 

Die Inbetriebnahme der Müllverbrennungsanlage in der Nordweststadt (Abb. oben) im Jahre 1965 hatte stellenplanmäßige Konsequenzen. Mit dem Endausbau der Anlage auf insgesamt vier Feuerungs- und Kesseleinheiten ab Mitte 1967 war zu erkennen, daß eine Müllverbrennungsanlage dieser Größenordnung mit dem vorhandenen Personal nicht betrieben werden konnte. Ab 1.12.1967 wurden daher eine Angestelltenstelle nach der Vergütungsgruppe IVa BAT für den offiziellen Vertreter des Betriebsleiters und 29 Arbeiterstellen bewilligt. Andererseits konnte wegen verminderten Arbeitsanfalls auf dem Abladeplatz auf neun Arbeiterstellen verzichtet werden.

Die unmittelbar an die Müllverbrennungsanlage angrenzende neue Werkstatt, die Tiefgaragen und sonstige zu dem Komplex gehörende betriebliche Räumlichkeiten werden voraussichtlich im Spätsommer 1968 vollendet und in Betrieb genommen sein. In dieser Großwerkstatt werden dann im wesentlichen sämtliche schweren Spezialfahrzeuge der Müllabfuhr und der Straßenreinigung überprüft, gewartet und instand gesetzt. Die Tiefgarage wird alle für die Müllabfuhr notwendigen Fahrzeuge aufnehmen können. Der tägliche Einsatz aller Mülltonnen bzw. Großbehälterabfuhrwagen wird also dort beginnen und enden. Im Hauptbetriebshof Weidenbornstraße (Luisenhof) werden in der verbleibenden Werkstatt alle kleineren Kraftfahrzeuge überprüft, gewartet und instandgesetzt. Für diese Aufgaben reichen die vorhandenen Räumlichkeiten und Einrichtungen dann aus. Im Luisenhof werden auch alle Spezialfahrzeuge der Straßenreinigung stationiert, soweit sie nicht zweckmäßig ihren Standort in einem der im Stadtgebiet bestehenden Betriebshöfe behalten. Aus Mitteln der Zusatzversorgungskasse der Stadt Frankfurt a.M. und eigenem Kapital werden von der Aktiengesellschaft Hellerhof in Frankfurt a.M.-Heddernheim, Domitianstraße, drei Mehrfamilienhäuser mit zwanzig Wohnungen für Bedienstete des Stadtreinigungsamtes erbaut. Das Bauvorhaben wird 1968 fertiggestellt und voraussichtlich am 1.September bezogen werden können. Es liegt in unmittelbarer Nähe der genannten Neubauten und wird mit dort beschäftigten Arbeitskräften belegt. In den Unterabschnitten 7040 (Müllabfuhr) und 7050 (Fuhrpark) wurden mit Wirkung vom 1.1.1966 21 Planstellen für Kraftfahrer sowie 3 Stellen für Handwerker und Hilfsarbeiter neu geschaffen. Ein Stellenplanantrag vom 11.1.1965 auf Personalerweiterung im Unterabschnitt 7030 (Straßenreinigung) um 9 Kraftfahrerstellen, 38 Straßenwärterstellen sowie verschiedene Stellenumwandlungen konnte wegen der finanziellen Auswirkungen nicht bearbeitet werden. Zum damaligen Zeitpunkt war es die logische Forderung, vor einer möglichen Stellenvermehrung zunächst die freien Planstellen zu besetzen. Im Jahre 1967 verzichtete das Amt infolge Änderung in der Wartung kleinerer Bedürfnisanstalten auf 11 Arbeiterstellen.

Insbesondere im Jahre 1967 und Anfang 1968 ist es dann gelungen, fast sämtliche Arbeiterstellen zu besetzen. Als Arbeitskräfte für die Müllabfuhr und Straßenreinigung aber meldeten sich fast ausnahmslos Ausländer. Hier war und ist das Angebot jederzeit günstig, allerdings die starke Fluktuation eine unangenehme Begleiterscheinung. Anfang 1965 waren 180 Ausländer tätig. Bis 1968 hatte sich die Anzahl verdoppelt, während sich der Bestand an deutschen Arbeitskräften im gleichen Zeitraum um effektiv 55 Personen verminderte. Die Unterbringung der Ausländer (zur Zeit 235 Italiener, 85 Marokkaner, 40 Türken und 10 andere = rd. 25% des gesamten Arbeiterstellensolls) war besonders problematisch. Vielfache Aspekte betrieblicher Art waren ebenso zu berücksichtigen wie die berechtigten Forderungen der ausländischen Arbeiter selbst, ihrer staatsrechtlichen Vertretungen und der deutschen Arbeitsverwaltung. Mitte 1966 konnte das Amt ein als Gemeinschaftsunterkunft für 56 Plätze eingerichtetes Wohnhaus mieten und somit die Personalschwierigkeiten in der Müllabfuhr weitgehendst beheben. Gleichzeitig wurde ein Haus auf eigenem Gelände in der Mannheimer Straße für die gleiche Belegungsstärke errichtet und Ende 1967 unter Aufgabe der ermieteten Liegenschaft bezogen. 1966 gelang es auch im Zusammenwirken mit dem Straßen- und Brückenbauamt, im früheren Verwaltungsgebäude der liquidierten Trümmerverwertungsgesellschaft eine Unterkunft für 38 Ausländer einzurichten, die ausnahmslos in der Straßenreinigung eingesetzt werden. Diese Unterkunft war besonders deshalb erforderlich geworden, da der Betriebshof in der Elefantengasse abgerissen werden mußte. Er konnte zumindest vorübergehend in der früheren Blumengroßmarkthalle am Dominikanerplatz untergebracht werden.

Ein Ersatzgelände für den als Abladeplatz aufzugebenden "Monte Scherbelino" im Frankfurter Stadtwald wurde nach vielen Verhandlungen in der Gemarkung Buchschlag bei Langen/Hessen gefunden, eingerichtet und 1968 in Betrieb genommen.

 

 

Berichtszeitraum: 1969-72

 

Die nach wie vor anwachsenden Abfallmengen erweitern auch die Aufgaben und Zuständigkeiten des Amtes. Und die Gesamtproblematik beschäftigt weithin die Öffentlichkeit. Bund und Länder haben die gesundheitspolitische Bedeutung der Abfallbeseitigung erkannt und sie dementsprechend im Sinne der allgemeinen Umweltschutzmaßnahmen eingestuft. Damit übertragen sie den Stadtreinigungsbetrieben neue Pflichten mit erheblichen Auswirkungen. Die einschlägigen Gesetze - Hessisches Abfallgesetz vom 13.7.1971 und Bundes-Abfallbeseitigungsgesetz vom 7.6.1972 -, die auch mit anderen sachbezogenen Gesetzen und Verordnungen gesehen werden müssen, verpflichten die Gemeinden nicht nur zur generellen Beseitigung der Abfälle. Sie müssen darüber hinaus weitere Aufgaben übernehmen (Beseitigung von wilden Ablagerungen, von Autowracks und vieles andere mehr), die eine Erweiterung des Personalstands mit allen Konsequenzen sowie den finanziellen, betrieblichen und technischen Folgen zwangsläufig mit sich bringen. So war es notwendig, zum 1.1.1972 eine nicht unerhebliche Ausweitung des Personalbedarfs durchzuführen, insbesondere im Bereich Müllabfuhr. Gegenüber 1969 weist der Stellenplan 1973 einen Personalzuwachs von 14,62% auf, davon 13,44% auf dem Arbeitersektor. Im Berichtszeitraum hat sich die Zahl der beschäftigten Gastarbeiter um weitere 60% erhöht. Bis zum heutigen Tage sind über 600 Italiener, Marokkaner, Türken, Jugoslawen, Spanier, Portugiesen eingesetzt, das sind fast 39% des gesamten Arbeiterstellen-Solls. Dieser Anteil verändert sich aber erheblich, wenn er bezogen wird auf die Straßenreiniger und Müllader, denn dort sind es fast 86% bzw. fast 51%. Die Schwierigkeit, für Tätigkeiten in der Straßenreinigung und Müllabfuhr deutsche Arbeitskräfte zu bekommen, ist nach wie vor groß und es ist schon jetzt abzusehen, wann die Aufgaben der Straßenreinigung nur noch mit ausländischen Mitarbeitern gelöst werden müssen.

Im Zusammenhang mit der Einrichtung von drei neuen Betriebshöfen in den Stadtteilen Sachsenhausen, Niederrad und Riederwald, die in Fertigbauweise errichtet worden sind, wurden auch gleichzeitig drei Wohngebäude erstellt, wodurch insgesamt 24 Werkdienstwohnungen für Spezialkräfte des Amtes und ihre Familien sowie moderne Unterkünfte für 204 ausländische Arbeiter geschaffen werden konnten. Auch ist ein Teilgebäude des Gutleuthofs gemietet und zur Unterbringung von 60 marokkanischen Mülladern eingerichtet worden. Das Amt verfügt nunmehr über 12 im gesamten Stadtgebiet verteilte Unterkünfte mit 428 Betten. Alle Unterkünfte sind inzwischen so eingerichtet und ihre Belegungskapazität so geregelt, daß sie allen gestellten Anforderungen entsprechen. Am 1.6.1971 ist die Gebührenanhebung in den Bereichen Straßenreinigung und Müllabfuhr wirksam geworden. Diese Erhöhung war erforderlich, um nicht nur die Gebührensätze den gestiegenen Lohn- und Sachkosten anzupassen, sondern darüber hinaus wieder die notwendigen Abschreibungen erwirtschaften sowie die betrieblichen Erweiterungen durchführen zu können. Auch wurde die Umstellung der Haushaltsverwaltung auf moderne Leistungsprinzipien schrittweise vollzogen und hier insbesondere für die Betriebe Müllabfuhr und Müllverbrennungsanlage eine Betriebsabrechnung eingeführt. Sämtliche Vermögenswerte können nun nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen erfaßt werden, wodurch eine echte Gebührengestaltung möglich ist. Eine recht bedeutsame Veränderung und Weiterentwicklung im Bereich der Müllabfuhr hat sich durch eine weitgehende Verwendung von Großbehältern ergeben. Die Abfuhr des im Stadtkreis anfallenden Mülls wird inzwischen zu über 1/3 mit solchen Behältern verschiedener Größen durchgeführt. Dieses Verfahren bewährt sich außerordentlich. Inzwischen sind auch bereits zahlreiche sogenannte Müllpreßbehälter aufgestellt, in denen der aufgenommene Abfall von 1:3 bis 1:5 verdichtet werden kann. Nach endgültiger Aufgabe des „Monte Scherbelino" im Frankfurter Stadtwald konnte ein Abladeplatz für nicht brennbare Abfallstoffe in der Gemarkung Buchschlag übernommen werden. Dieses Gelände wird aber in absehbarer Zeit soweit aufgefüllt sein, daß es dem jetzigen Zweck nicht mehr dienen darf. Die Abfalldeponie ist also noch immer ungelöst und macht erhebliche Sorgen.

In der Müllverbrennungsanlage fanden Umbauarbeiten und technische Veränderungen statt, die das Werk leistungsfähiger machen. Insbesondere wurden zur besseren Ausnutzung der bei der Verbrennung freiwerdenden Wärme zusätzliche Abhitzekessel nachgeschaltet, deren Niederdruckdampf der Stromerzeugung dient. Nun ist es möglich, den Eigenstrombedarf zu 75—80% zu decken und so erhebliche Kosten einzusparen. Der Mülldurchsatz in der Anlage ist von Jahr zu Jahr kontinuierlich gestiegen. Die Anlage ist bereits ausgelastet. Da aber mit weiterem Steigen der Abfallmengen gerechnet werden muß, sind entsprechende Überlegungen anzustellen und Gutachten einzuholen, um zu prüfen, welche künftigen Lösungen finanziell realisierbar und technisch am sinnvollsten sind. Dies alles muß aber auch unter regionalen Gesichtspunkten gesehen und bedacht werden. Die Organisationsprüfung über den wirtschaftlichen Einsatz von Dienstkraftwagen ergab die notwendige Einrichtung einer „Zentralen Fahrbereitschaft" innerhalb unseres Amtes, die sich gut bewährt hat. Ausgestattet wurde das Sachgebiet mit einem Leiter und zunächst 8 Fahrerstellen. Einsatzstandort für die dem neugeschaffenen UA 7051 zugehörenden Bediensteten ist der Hauptbetriebshof des Amtes in der Weidenbornstraße. Der dem Stadtreinigungsamt - Städt. Fuhrpark - angegliederte Beförderungsdienst von behinderten Kindern mit speziell eingerichteten Kleinbussen ist erheblich erweitert worden. Inzwischen stehen 19 Stellen für Kraftfahrer im Angestelltenverhältnis zur Verfügung. Zur Zeit werden 16 Busse täglich eingesetzt. Das Programm wird noch weiter ausgedehnt.

 
Quelle: Jahresberichte der Stadt Frankfurt 1945-72
frankfurt baut auf