|
Berichtszeitraum: 1945-65
Im Jahre 1959 wurde die Saalbau AG - eine städtische
Gesellschaft - von einer Aktiengesellschaft in eine Gesellschaft
mit beschränkter Haftung umgewandelt. Aus dem Bestand der alten
Saalbau AG wurden auch die Volksbildungsheime Frankfurt und Frankfurt-Höchst
sowie der Cantate-Saal in die neue Gesellschaft übernommen.
Die Einrichtungen sollen vorwiegend den Zwecken der Gemeinschaftspflege
der Bürger, der Förderung des kulturellen Lebens, der
Volksbildung, der Heimatpflege, der Jugendpflege, der Gesundheitspflege,
der Förderung des Sports und der sozialen Betreuung der Bürger
dienen. Der Dezernent für Bürgergemeinschaftshäuser
ist durch Verfügung des damaligen Oberbürgermeisters Bockelmann
in Personalunion Aufsichtsratsvorsitzender der Saalbau GmbH seit
der Umgründung dieser Gesellschaft und verantwortlich für
den Bau der Bürgergemeinschaftshäuser, deren und der bestehenden
Einrichtungen Betrieb und Verwaltung:
In Frankfurt gibt es im Sinne des Gesagten folgende
Häuser:
- Haus Dornbusch, Eschersheimer Landstraße
248 (1958)

- Haus Fechenheim, Pfortenstraße 1 (1958)
- Haus Ginnheim, Heinzstraße 5-7 (1958)
- Haus Nidda, Harheimer Weg 18 (1963)
- Haus Riederwald, Max-Hirsch-Straße 34
(1963)
- Haus Ronneburg, Gelnhäuser Straße
2 (1960)
- Haus Sindlingen, Richard-Weidlich-Platz (1963)
- Käthe-Kollwitz-Haus, Lötzener Straße
31 (1963)
- Haus Gallus, Frankenallee 111 (1964)
- Volksbildungsheim Frankfurt, Eschenheimer Anlage
40 (1953)
- Volksbildungsheim Höchst, Gebeschusstraße
5 (1957)
- Bonames Alt, Homburger Landstraße 626
(1958)
foto:Wagner
das Haus Dornbusch, Erdgeschoßhalle
Die Gesellschaft verwaltet außerdem seit
1956 den Cantate-Saal im Auftrag der Stadt Frankfurt.
Das Bürgergemeinschaftshaus Nied ist im Bau.
Diese Bürgergemeinschaftshäuser haben
sowohl mit ihren sozialen Einrichtungen als auch mit ihren Räumen
für kulturelle und andere Zwecke einen regen Anklang in der
Bevölkerung gefunden.
Im Jahre 1964 wurden die Bürgergemeinschaftshäuser
wie folgt benutzt:
Besucherzahl unterteilt noch Veranstaltungen
- Konzerte, Theater, Kabarett: 20,4%
- Kurse, Freizeitgemeinschaften: 16,1%
- Vorträge, Filme: 12,0%
- Tagungen, Versammlungen: 8,9%
- Unterricht der Schulen einschließlich
Jugendmusikschule: 8,6%
- Sportveranstaltungen: 5,6%
- Kunstausstellungen: 3,7%
- Sonstige: 24,7%
Besucherzahl unterteilt nach Veranstaltern
- Vereine, Private: 32,9%
- Bund für Volksbildung: 21,9%
- Schulen (einschl. Jugendmusikschule): 10,5%
- Firmen, Wirtschaftsverbände: 9,8%
- Jugendorganisationen (ohne Besucher der Jugendheime):
4,3%
- Parteien: 3,6%
- Sozialverbände: 3,0%
- Kirchen, Religionsgemeinschaften: 3,0%
- Seminar für Politik: 1,8%
- Sonstige: 9,2%
Berichtszeitraum: 1965-68
Am 1.November 1965 wurde das Haus Gallus, Frankenallee
111, als Bürgerhaus in Betrieb genommen. Es hatte über
ein Jahr den Justizbehörden für den ersten Auschwitz-Prozeß
zur Verfügung gestanden.
Am 20.April 1965 wurde mit dem Bau des Hauses Nied
begonnen. Nach zweijähriger Bauzeit konnte es am 28.April 1967
eingeweiht werden. Es handelt sich um eine große Mehrzweckhalle
mit den lichten Maßen von 24 x 42 m, die sie besonders für
Hallensport geeignet macht. Außerdem sind ein kleiner Saal,
drei Clubräume, eine Gaststätte und eine Tiefgarage vorhanden.
Ein neues Bürgerhaus ist in der Nordweststadt
im Entstehen. Es umfaßt einen großen Saal für ca.
900 Besucher, einen kleinen Saal für ca. 300 Besucher, sowie
zwei Clubräume, Restaurant und entsprechende Nebenräume.
Dieses Haus soll am 4.Oktober 1968 in Betrieb genommen werden.
Die weitere Bautätigkeit machte auch Erhöhungen
des Stammkapitals der Gesellschaft notwendig. Zu Beginn des Berichtszeitraumes
betrug das Stammkapital 9900000,- DM.
Für den Bau des Hauses Nied wurde es um 1500000,-
DM erhöht auf 11400000,- DM. Für die Innen-Einrichtung
des Hauses in der Nordweststadt wurde eine weitere Erhöhung
um 840000,- DM auf 12240000,- DM im Jahr 1968 notwendig.
Der ursprüngliche Stellenplan von insgesamt
95 Stellen konnte durch organisatorische Maßnahmen trotz der
beiden hinzugekommenen Häuser Gallus und Nied um 24 Stellen
auf nunmehr 71 Stellen verringert werden.
Die Gemeinschaftsräume in den Bürgerhäusern
werden jährlich ca. 12000 mal vermietet und von ca. 600000
Menschen werden die Veranstaltungen besucht..
Haus Riederwald, 1965
Berichtszeitraum: 1969-72
Die Zahl der von der Saalbau GmbH betriebenen Bürgergemeinschaftshäuser
hat sich durch die Übernahme des "Volkshauses Sossenheim"
am 1.4.1970 auf nunmehr 15 Häuser erhöht. Über die
Benutzung dieser Häuser gibt die Statistik einen aufschlußreichen
Überblick. Anhand der Raumvermietungen stellt sich die Auslastung
der Häuser in den letzten Jahren wie folgt dar:
| Jahr: |
1968 |
1969 |
1970 |
1971 |
| Raumvermietungen: |
10523 |
12120 |
14209 |
15830 |
Die Besucherzahlen sind im gleichen Zeitraum von
rd. 600000 auf 900000 pro Jahr gestiegen. Mit diesen Zahlen kommt
zunächst nur zum Ausdruck, daß die Bürgergemeinschaftshäuser
in einem ständig zunehmenden Maße genutzt und benutzt
werden. Es läßt sich aus dieser 50-prozentigen Steigerung
der Inanspruchnahme der Räume auch erkennen, welche Bedeutung
den Bürgergemeinschaftshäusern bei der Erfüllung
der immer größer werdenden Aufgaben auf dem Gebiete der
Freizeitgestaltung" zukommt. Die Vielfalt der Veranstaltungen
in den einzelnen Häusern geben auch einen Aufschluß darüber,
auf welche Weise diesen Aufgaben Rechnung getragen wird. Das umfangreiche
Angebot der als Veranstalter auftretenden Vereine, Verbände
und Organisationen, angefangen von den unterschiedlichsten Hobby-Vereinen"
über die politischen Parteien bis hin zu den Interessen- und
Religionsgemeinschaften, läßt sich im Rahmen dieses Berichtes
nur andeutungsweise darstellen. Neben den nur in einigen Häusern
möglichen sportlichen Übungsveranstaltungen, den in den
Räumen der Bürgerhäuser stattfindenden zahlreichen
Kursen auf dem Gebiete der Erwachsenenbildung, sind hier die verschiedensten
kulturellen Veranstaltungen besonders erwähnenswert. Hervorzuheben
ist in diesem Zusammenhang das neue" Bürgerhaus
in der Nordweststadt, in dem die dort durchgeführten Theaterveranstaltungen
ein sehr großes Interesse bei der Bevölkerung, über
den eigentlichen Einzugsbereich hinaus, gefunden haben.
|
|