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Berichtszeitraum: 1945-65
Die Stadion GmbH verwaltet folgende Anlagen im
43 ha großen Gelände des Stadions und vermietet bzw.
verpachtet dieselben an Veranstalter, Vereine und Einzelpersonen:
- Hauptkampfbahn
- Kunsteisbahn
- Radrennbahn
- Bad
- Sporthalle mit 5 Übungsfeldern
- 20 Tennisplätze
- 2 Kleingolfplätze
- Hockeyplatz
- Bogenschießstand
- Gaststätte mit Hotel.

Hinten rechts im Bild das Waldstadion, links
davor Radstadion und das Schwimmbad, um 1959
Der Stadion GmbH obliegt als Betriebsgesellschaft
die Unterhaltung aller Anlagen, die Aufwendungen hierfür werden
aus Betriebseinnahmen sowie Zuschüssen der Stadt Frankfurt
am Main finanziert. In Ausübung ihrer Tätigkeit arbeitet
die Gesellschaft eng mit dem Sport- und Badeamt zusammen. Der Leiter
dieses Amtes und sein Stellvertreter gehören der Geschäftsführung
der Gesellschaft an.
Im Jahre 1945 endete mit dem Zusammenbruch eine
fünfjährige Inanspruchnahme des Stadions durch die deutsche
Wehrmacht; anschließend beschlagnahmte die Besatzungsmacht
bis auf wenige Anlagen das Stadion bis zum 7. Juni 1950. Während
dieser 10 Jahre war das Stadion dem allgemeinen Verfall preisgegeben,
da keinerlei Unterhaltungs- oder Instandsetzungsarbeiten durchgeführt
werden konnten.
In den Jahren 1950 bis 1954 galt es zunächst,
diejenigen Anlagen betriebsfähig zu machen, welche die Haupteinnahmequellen
des Stadions in seinem damaligen Zustand darstellten, das waren
Bad, Sporthalle, Radrennbahn und Gaststätte. Da Mittel für
den Wiederaufbau aus dem allgemeinen städtischen Haushalt nicht
zur Verfügung gestellt werden konnten, mußte die Stadion
GmbH aus eigener Kraft zur Finanzierung der Baumaßnahmen beitragen,
hinzu kam noch die von der Besatzungsmacht gezahlte Nutzungs- und
Besatzungskostenentschädigung.
Ab 1955 setzte dann eine planmäßige
Instandsetzung aller Stadionanlagen seitens der städtischen
Ämter ein. Neben diesen Maßnahmen wurden einzelne Anlagen
den Erfordernissen der Zeit angepaßt oder neu geschaffen.
Die Hauptkampfbahn wurde 1955 mit dem Ziel umgebaut, das Fassungsvermögen
auf 80000 Zuschauer zu vergrößern (Kostenaufwand 1,6
Millionen). Gleichzeitig wurde durch Tieferlegung des Innenraumes
die Leichtathletiklaufbahn von 500 m auf die international festgelegte
Länge von 400 m verkürzt. Der mittlere Trakt des Tribünengebäudes
wurde umgebaut. 1960 erfuhr das Fassungsvermögen eine nochmalige
Änderung insofern, als auf Kosten von 17000 Stehplätzen
7000 zusätzliche Sitzplätze eingebaut wurden. (siehe auch
Serie )
In den Jahren 1956 bis 1959 wurde die Zahl der
Tennisplätze auf 20 vergrößert, zwei Kleingolfplätze
und ein Bogenschießstand wurden angelegt. An der Stelle des
ehemaligen Waldtheaters entstand ein Hockeyplatz.
Im Jahre 1960 wurde im Innenraum der Radrennbahn
mit einem Kostenaufwand von 2,4 Millionen DM eine Kunsteisbahn
mit zwei Laufflächen von je 60 x 30 m eingebaut. Diese Kunsteisbahn
erfreut sich großer Beliebtheit, seit Eröffnung wurden
in 5 Winterhalbjahren über eine Million Besucher gezählt.
1964 wurde die Sporthalle renoviert, außerdem
wurden durch einen Erweiterungsbau zusätzliche Umkleide-, Dusch-
und Toilettenräume geschaffen (Kostenaufwand 1,3 Millionen
DM). 1964 erhielt das Bad eine neue Filteranlage, welche u.a. die
Umwälzzeit des Wassers von 18 Stunden auf 6 Stunden verkürzt.
Neben diesen Baumaßnahmen wurden umfangreiche Instandsetzungsarbeiten
an Gebäuden, Grünanlagen und Straßen durchgeführt,
so daß nunmehr im wesentlichen dem Verfall der Substanz des
Stadions Einhalt geboten werden konnte. Die Vergrößerung
der einzelnen Anlagen sowie das Hinzukommen neuer Betriebe haben
das Stadion zu einem attraktiven Sport- und Erholungszentrum gemacht,
welches im Jahre 1964 von über einer Million Gästen besucht
worden ist. Im Berichtszeitraum war das Stadion Austragungsort von
deutschen Meisterschaften (Fußball, Leichtathletik, Radfahren,
Hallenhandball), Leichtathletik- und Rad-Länderkämpfen,
Fußball-Länderspielen und vieler anderer großer
sportlicher Ereignisse.

Fussball-Länderspiel am 8.März 1961
im Frankfurter Waldstadion. Die deutsche Mannschaft siegte 1:0 gegen
Belgien.
Berichtszeitraum: 1965-68
Folgende Rationalisierungsmaßnahmen wurden
durchgeführt, welche sich in einer kontinuierlichen Verringerung
des städtischen Betriebszuschusses auswirkten:
- 1965 = 365000 DM,
- 1966 = 293500 DM,
- 1967 = 273000 DM,
- 1968 = 156000 DM.
Einsparung und Zusammenlegung von Stellen, der
Personalbestand wurde von 49 auf 41 Bedienstete gesenkt.
Ab 1966 Wiederaufnahme der Vermietung von Reklameflächen
im Innern des Stadions (Hauptkampfbahn, Radrennen und Kunsteisbahn).
Ab 1967 Erhöhung der Miete für die Überlassung
der Hauptkampfbahn an die Frankfurter Sportgemeinde Eintracht zur
Austragung der Bundesligaspiele.
Einsparung von elektrischer Energie und Wasserverbrauch
beim Betrieb der Kunsteisbahn.
- 4.6.1966 Endspiel um den Deutschen Fußball-Pokal
Bayern München - Borussia Mönchen-Gladbach.
- 29.8. bis 4.9.1966 Radweltmeisterschaften der
Berufsfahrer, Amateure und Frauen auf der Radrennbahn.
- 10.9.1966 Boxweltmeisterschaft im Schwergewicht
zwischen dem Titelverteidiger Cassius Clay (USA) und Karl Mildenberger
(Deutschland).
Besucherzahlen:
| |
1965 |
1966 |
1967 |
| Hauptkampfbahn |
462600 |
561300 |
513100 |
| Kunsteisbahn |
248700 |
204200 |
216100 |
| Bad |
126500 |
136400 |
179600 |
| Sporthalle mit Übungsbetrieb |
93500 |
86800 |
88700 |
| Tennisplätze |
20500 |
22800 |
24500 |
| Kleingolfplätze |
17100 |
16800 |
12200 |
| Radrennbahn |
11500 |
22200 |
6500 |
| gesamt: |
980400 |
1050500 |
1040700 |
Berichtszeitraum: 1969-72
Besondere Ereignisse
- 26.3.1969 Fußball-Länderspiel Deutschland
- Wales.
- 14.6.1969 Deutsches Fußball-Pokal-Endspiel
Bayern München - Schalke 04.
- 1.4.1970 Gründung des Bundesleistungszentrums
des Bundes Deutscher Radfahrer. Seit dieser Zeit finden regelmäßig
Lehrgänge auf der Stadion-Radrennbahn statt.
- 2.5.1972 Beginn der Arbeiten für den Umbau
der Hauptkampfbahn für die Fußball-Weltmeisterschaft
1974. Die Einrichtungen der im Jahre 1925 erbauten Hauptkampfbahn
entsprachen nicht mehr den Anforderungen. Der Deutsche Fußball-Bund
machte die Vergabe von Spielen für die Fußball-Weltmeisterschaft
von der Erfüllung bestimmter Auflagen abhängig, die
die sportliche Durchführung der Spiele sowie die Unterbringung
der Zuschauer, Aktiven, Presse und technischen Stellen betreffen.
Mit dem Umbau der Hauptkampfbahn, deren Finanzierung durch die
Beteiligung des Bundes und des Landes Hessen sichergestellt ist,
wird eine neue Sportstätte geschaffen, die zur weiteren Belebung
des gesamten Stadions beitragen wird. Diese erstreckt sich nicht
nur auf Fußballspiele, sondern auch auf andere große
internationale Veranstaltungen. Weiterhin wird den verschiedensten
Sportgruppen - insbesondere auch der Aktion Trimm Dich"
- Gelegenheit gegeben, die Einrichtungen der Hauptkampfbahn zu
benutzen.
- 24.6.1972 Grundsteinlegung für das neue
Tribünengebäude durch Oberbürgermeister Arndt.
Der Umbau soll bis zum 31.1.1974 beendet sein. Während der
Bauarbeiten kann der Spielbetrieb aufrecht erhalten werden. Das
auf den untersten Rang beschränkte Fassungsvermögen
beträgt 10000 Sitzplätze auf beiden Geraden und 4000
Sitzplätze sowie 30000 Stehplätze in den Kurven.
Besucherzahlen
| |
1969 |
1970 |
1971 |
| Hauptkampfbahn |
451 200 |
318300 |
521 200 |
| Kunsteisbahn |
181 200 |
166200 |
203400 |
| Bad |
190100 |
135900 |
150200 |
| Sporthalle |
85900 |
84100 |
87500 |
| Tennisplätze |
27200 |
28000 |
29400 |
| Kleingolfplätze |
13000 |
10800 |
12900 |
| Radrennbahn |
3000 |
16000 |
14000 |
| zusammen: |
951 600 |
759 300 |
1018600 |
|