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Berichtszeitraum: 1945-65
Am 29.Januar 1944 fielen die Archivmagazine dem
Luftkrieg zum Opfer. Etwa 40 Prozent der Bestände wurden vernichtet;
nicht ganz 60 Prozent waren bis zu diesem Zeitpunkt ausgelagert
worden. Bei Kriegsende war das Stadtarchiv ohne Unterkunft und ohne
Verbindung zu den ausgelagerten Beständen. Von Herbst 1945
bis Ende 1963 wurden, oft unter den schwierigsten Bedingungen, die
in den Orten der näheren und weiteren Umgebung ausgelagerten
Bestände rückgeführt und in den ehemaligen Luftschutzbunkern
in Heddernheim
und Praunheim untergebracht, durch Grabungen unter den Trümmern
des zerstörten Archivgebäudes etwa 80 Kisten verschütteter
Archivalien geborgen und erste Bestandsaufnahmen durchgeführt.
Die Archivverwaltung erhielt Spätsommer 1945 provisorische
Unterkunft im ehemaligen Elsaß-Lothringischen Institut, Bockenheimer
Landstraße, und im Juli 1946 im ersten Stock des Hauses Domstraße
9. Das Stadtarchiv konnte seine Tätigkeit nur langsam und auch
nur teilweise wieder aufnehmen. Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten
waren vordringlich, und trotzdem wurde das Stadtarchiv von Anfang
an der Benutzung offengehalten. Nicht zu denken war an Sicherstellung
und Übernahme archivreifer Akten der verschiedenen Behörden.
Kreuzgang des Karmeliterklosters
Unterbringung und Raumfrage
In der Raumfrage konnten bis 1959 keine Fortschritte
erzielt werden. 1950 war der Saalhof, 1954 das Leinwandhaus für
die Unterbringung des Archivs in Betracht gezogen worden. Beide
Pläne zerschlugen sich. Im Saalhof kam das Historische Museum
unter; das Leinwandhaus reichte für den Bedarf nicht aus. Im
Frühjahr 1959 wurden der Archivverwaltung einige Räume
im Karmeliterkloster zugewiesen und die bisherige Unterkunft Domstraße
9 im Laufe des Jahres aufgegeben. Die Räumlichkeiten des Karmeliterklosters
erwiesen sich für die Belange des Archivs gutgelegen und zugeschnitten.
So wurden noch im selben Jahr Pläne zur endgültigen Unterbringung
vorgelegt. Sie konnten selbstverständlich nur Schritt für
Schritt verwirklicht werden; sie waren und sind von der anderweitigen
Unterbringung der im Karmeliterkloster befindlichen Dienststellen
abhängig. Noch sind Teile der Archivverwaltung, Aktenaufnahme,
Beurkundungsstelle, zeitgeschichtliche Sammlungen und Fotowerkstatt
in Bunkern vor der Stadt untergebracht. Ihre Zusammenführung
im Karmeliterkloster steht bevor und damit das Ende der Provisorien.
Die Planungen für die Archivmagazine sind
noch nicht abgeschlossen. Im Laufe der Jahre wurden die verschiedensten
Möglichkeiten geprüft. Jetzt ist an Ausnutzung der Tiefebene
vor dem Karmeliterkloster für den älteren Teil der Bestände
und Schaffung von Außenmagazinen gedacht. Da sich Neubaupläne
in absehbarer Zeit nicht verwirklichen lassen, wurden provisorische
Lösungen gesucht und gefunden, die funktionelle Fortschritte
bringen, vor allem die Übernahme archivreifer Akten ermöglichen.
Im Jahre 1965 werden ein größeres Magazin im ehemaligen
Kühlhaus der Großmarkthalle und ein kleineres Magazin
in den Kellern Hochstraße 36-46 bezogen und die Archivbunker
Heddernheim und Praunheim geräumt.
Übernahme archivreifer Behördenakten
- Erwerbungen und Dokumentation
Die Archivbunker hatten zur Aufnahme der noch erhaltenen
Bestände ausgereicht. Raum für Zuwachs war nicht vorhanden.
Zum Nachteil der Verwaltung im ganzen war die Aktenübernahme
zum Stillstand gekommen. Trotz Raummangels mußte sie in den
letzten Jahren wieder aufgenommen werden. Es wurden seitdem Aktenbestände
der Stadtverordneten-Versammlung, des Presseamtes, des Amtsgerichtes,
des Polizeipräsidiums, des Revisionsamtes, des Gewerbe- und
Ordnungsamtes, der Bauverwaltung, des Vermessungsamtes, des Vorortdezernates,
des Amtes für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, der Städtischen
Bühnen, der Sozialverwaltung, der Städtischen Kliniken
und des Katharinen- und Weißfrauenstiftes übernommen.
Besonders dringlich ist die Übernahme der Magistratsakten 1867-1945,
um die letzten hundert Jahre der Frankfurter Geschichte zu erschließen.
Sie konnte bisher nicht durchgeführt werden, ist aber für
1965 vorgesehen.
Die Bestände wurden laufend durch Ankauf und
Schenkungen ergänzt und erweitert. Die wichtigsten Erwerbungen
waren der Ankauf der Urkunden der Familie Lersner und des Archivs
der Familie Breidbach-Bürresheim, das für die Geschichte
der Frankfurter Vororte Heddernheim, Eschersheim und Praunheim von
Bedeutung ist. Übernommen wurden unter anderem die Handakten
der Oberbürgermeister Krebs, Blaum und Kolb und der Nachlaß
des Reichstagsabgeordneten Max Quarck. Die im Kriege vernichteten
zeitgeschichtlichen Sammlungen wurden neu aufgebaut. Ihre Abteilungen
Zeitgeschehen, Sachnachweis, Personennachweis und Firmengeschichte
dienen in steigendem Maße der Information. In den letzten
Jahren sind neue Formen der Dokumentation notwendig geworden: die
Bildabteilung und das Film- und Fotoarchiv.
Benutzung - Öffentlichkeitsarbeit - Veröffentlichungen
Die Benutzung nahm seit dem Jahre 1948 ständig
zu, eine Entwicklung, die bis 1953 anhielt. Nachteilig wirkte sich
die Trennung von Archivverwaltung und Beständen aus, ebenso
die wachsende Raumnot. Die Verhältnisse wurden immer beengter.
Stillstand und schließlich Rückläufigkeit der Benutzungszahlen
in den Jahren bis 1958 dürften hierauf zurückzuführen
sein. Mit der Übersiedlung ins Karmeliterkloster stieg die
Benutzung sprunghaft an, übertraf jede Erwartung und stellt
personelle Probleme.
Benutzerzahlen:
| 1948/49 |
1952/53 |
1958/59 |
| 1255 |
2604 |
1666 |
| 1960 |
1962 |
1964 |
| 4791 |
8510 |
13287 |
Es muß damit gerechnet werden, daß
mit der Übernahme archivreifer Behördenakten, dem weiteren
Aufbau der Sammlungen und der fortschreitenden Erschließung
der Bestände die Benutzung weiter ansteigt. Durch Ausstellungen,
Führungen und Vorträge wurden Lehrkräfte, Studenten
und Kreise der Bevölkerung in Probleme der Frankfurter Geschichte
eingeführt. Zahlreiche Publikationen zur Frankfurter Geschichte
wurden mit Rat und Tat gefördert. Die Referenten haben mit
eigenen Veröffentlichungen zur Erforschung der Stadtgeschichte
beigetragen.
Die Wiederbegründung der Frankfurter Historischen
Kommission im Jahre 1948 schuf die Voraussetzung für die Erforschung
der Frankfurter Geschichte auf breiterer Grundlage. Seit 1950 ist
die Fortsetzung des Frankfurter Urkundenbuches 1311-1400 in Bearbeitung.
1955 wurde das Frankfurter Bürgerbuch 1311-1400 ediert. In
der Reihe "Frankfurter Lebensbilder" erschienen Biographien
von Eduard Rüppell und Johann Friedrich Böhmer. Im Jahre
1961 wurde die Kommission zur Erforschung der Geschichte der Frankfurter
Juden begründet und das Stadtarchiv mit der Wahrung der Geschäfte
beauftragt. Bisher konnten fünf Veröffentlichungen vorgelegt
werden, darunter das Buch "Dokumente zur Geschichte der Frankfurter
Juden 1933-1945".
Mit dem Stadtarchiv ist auch die Geschäftsführung
des Frankfurter Vereins für Geschichte und Landeskunde verbunden.
Alljährlich wurden Vortragsreihen im Winter und Exkursionen
im Sommer durchgeführt. Seit 1948 wurden 9 Folgen der Zeitschrift
"Archiv für Frankfurts Geschichte" herausgegeben,
1962 eine weitere Publikationsreihe eingerichtet, "Studien
zur Frankfurter Geschichte". Der erste Band ist inzwischen
erschienen.
Berichtszeitraum: 1965-68
Das Jahr 1965 wird in der Geschichte des Stadtarchivs
einen Abschnitt bezeichnen. Im Herbst des Jahres zog das Stadtarchiv
in das Hauptgebäude des Karmeliterklosters um. Damit waren
die nachkriegsbedingten Provisorien überwunden. Das Stadtarchiv
hat jetzt ein für seine Aufgaben in jeder Hinsicht geeignetes
Heim. Das historische Gebäude erhielt einen Inhalt, das Stadtarchiv
Gesicht. Der Umzug ins eigene Haus führte Archivverwaltung,
Aktenaufnahme, Bibliothek, Benutzerräume, Dokumentation und
Werkstätten zusammen. Der Dienstbetrieb konnte wirksam rationalisiert
werden.
Gleichzeitig wurde auch das Bundesarchiv, Abteilung
Frankfurt a.M., mit den Beständen Reichskammergericht (unteilbarer
Bestand), Deutscher Bund und Nationalversammlung 1848/49 im Seitenflügel
des Karmeliterklosters untergebracht.
Noch im selben Jahr wurden neue, größere
Magazinräume im Ostflügel der Großmarkthalle und
in den Kellern Hochstraße 36-46 angemietet und die Luftschutzbunker
Heddernheim und Praunheim aufgegeben. Die Magazinfrage ist zwar
noch nicht auf Dauer gelöst. In Planung bleibt weiter die Ausnutzung
der Tiefebene vor dem Karmeliterkloster für die Lagerung und
Sicherung der historischen Bestände. Doch wurden wesentliche
Fortschritte erzielt. Vor allem kam die Übernahme archivreifer
Akten wieder in Gang. Im Berichtszeitraum wurden über 6 km
Behördenakten übernommen, darunter umfangreiche Bestände
folgender Ämter und Dienststellen: des Hauptamtes (Magistratsakten
1867-1930), des Amtsgerichtes, der Universitätsinstitute, der
Trümmerverwertungsgesellschaft, des Wohnungsamtes, des Amtes
für Wohnungs- und Siedlungswesen, des Gutachterausschusses
für Grundstücksbewertung, des Wirtschaftamtes, des Gewerbe-
und Ordnungsamtes, der Sozialverwaltung und des Versorgungshauses.
Der Weg führt, wie die Erfahrungen der letzten
Jahre zeigen, von selbst und notwendigerweise zur zentralen Aktenverwaltung.
Sie dient der Rationalisierung der Gesamtverwaltung. Eine weitgehende
Zentralisierung wurde inzwischen in der Verwaltung der städtischen
Personalakten erreicht. Mit der Übernahme archivreifer Akten
geht die Kassation überflüssigen Schriftgutes Hand in
Hand.
Der Entwurf zu einer Aktenordnung der Stadt Frankfurt
a.M. ist in Arbeit und wird noch in diesem Jahre vorgelegt werden.
Die Erschließung und Repertorisierung der Bestände wird
laufend fortgeführt, ebenso die Verzeichnungsarbeiten an den
Akten der Frankfurter Vororte in den hessischen Staatsarchiven.
Die historischen Sammlungen konnten durch Ankauf und Schenkungen
erheblich erweitert werden. Hervorzuheben sind die Nachlässe
von Oberbürgermeister Bockelmann, Hofrätin Hagen und Rundfunkintendant
Eberhard Beckmann sowie das Archiv des Bundes tätiger Altstadtfreunde,
die dem Stadtarchiv geschenkweise überlassen wurden. Das Privatarchiv
und das Bankarchiv der Familie Bethmann und das Familienarchiv Wiesenhütten
wurden depositarisch übergeben.
Der zentrale Frankfurter Bildnachweis wurde in
der Berichtszeit um 45000 Fotos vermehrt. Eine Dokumentation der
vom Abbruch gefährdeten Frankfurter Bürgerbauten des 19.
Jahrhunderts wurde im Westend, Ostend und Sachsenhausen begonnen.
Die Aufnahmen archivreifer Behördenakten,
der Ausbau der Sammlungen und die fortschreitende Erschließung
der Bestände spiegelt sich in steigenden Benutzerzahlen wider.
Im Jahre 1964 waren 13287 Benutzungen registriert worden. Für
1968 wird mit einer Zahl von 23500 gerechnet. Der Anteil der amtlichen
Benutzung stieg dabei noch schneller:
- für 1960: 7,9%
- für 1964: 12,8%
- für 1968: 28,3%
Diese Entwicklung wird weiter anhalten. Auch die
Benutzung durch die Presse steigt von Jahr zu Jahr. Trotz steigender
Anspannung auf den Gebieten der Aktenverwaltung und Benutzerbetreuung
hat das Stadtarchiv seine wissenschaftlichen Arbeiten und die Öffentlichkeitsarbeit
nicht reduziert. Lehrkräfte, Studenten, Schüler der Oberklassen
und Kreise der Bevölkerung wurden durch Ausstellungen, Führungen
und Vorträge in Probleme der Frankfurter Stadtgeschichte eingeführt.
Zahlreiche Publikationen zur Frankfurter Geschichte wurden mit Rat
und Tat gefördert. Stadtarchiv, Frankfurter historische Kommissionen
und Frankfurter Verein für Geschichte und Landeskunde haben
eine ganze Anzahl von Veröffentlichungen vorgelegt, darunter
das Buch von Wolfgang Klötzer, Frankfurt 1866, und die Edition
von Armin Wolf, Die mittelalterlichen Gesetzbücher der Stadt
Frankfurt am Main, Frankfurt am Main 1968.
Berichtszeitraum: 1969-72
Die letzten vier Jahre standen wie die vergangenen
im Zeichen großer, längst fälliger Aktenübernahmen.
Da organisatorische Probleme seit etwa 60 Jahren, d.h. bereits vor
dem Ersten Weltkrieg, und dann immer wieder aufgeschoben worden
waren, ist ein Nachholbedarf ungewöhnlichen Ausmaßes
entstanden. Seit 1964 wurden 8,6 km archivreifen Aktengutes übernommen
und im gleichen Zeitraum 6,7 km entbehrlichen Schriftgutes kassiert.
Die Bestände des Stadtarchivs haben sich ihrem Umfang nach
verdreifacht. Dies hatte Mehrbelastung und praktisch auch Aufgabenerweiterung
zur Folge. Ein Personalvermehrung war in Anbetracht der städtischen
Haushaltslage bisher nicht möglich. Nach einer Organisationsprüfung
im Dezember 1968 wurden dem Stadtarchiv in einem Sofortprogramm
zwei Inspektorenanwärter und acht Aushilfskräfte zugewiesen.
Den überprüfenden Ämtern war klar, daß diese
Maßnahmen eine nur zeitbegrenzte Lösung darstellen konnten.
Immerhin wurden auf diese Weise drei Jahre überbrückt.
Aufgabenstellung und Personaleinsatz mußten unter diesen Umständen
einseitig ausgerichtet sein. Vorrang hatten Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten
an laufenden Aktenabgaben, da die neueren Akten zu ihrem weitaus
größeren Teile für die Verwaltung selbst und ihre
Dienstleistungen (z.B. Nachweise über Aufenthalt und Staatsangehörigkeit,
Personenermittlung, Versorgungsangelegenheiten, Wiedergutmachung)
unentbehrlich sind. Unter dem Druck der Verhältnisse mußte
improvisiert werden. Der Zwang zur Improvisation hatte auch gute
Seiten. Der Arbeitsablauf wurde auf das äußerste rationalisiert
und die vorhandenen Kräfte so wirksam wie möglich eingesetzt.
Durch die Aktenabgaben wurden Ämter und Dienststellen entlastet.
Die Zusammenfassung des städtischen Aktengutes, seine Ordnung
nach allgemeinen Gesichtspunkten führen zu immer intensiverer
Nutzung der Informationsmittel. Die Zusammenarbeit mit den Behörden,
besonders dem Hauptamt, dem Standesamt und dem Einwohnermeldeamt,
wurde enger. Dies kam der Verwaltung und der Öffentlichkeit
zugute. Prioritäten setzen heißt auch Verzicht. Wünschenswerte
Arbeiten, wie die Erschließung der älteren Bestände
und wissenschaftliches Arbeiten zur Frankfurter Geschichte mußten
vorerst eingestellt, die Dokumentation zur Stadtgeschichte und die
Öffentlichkeitsarbeit eingeschränkt werden.
Eine neue Aktenordnung der Stadt Frankfurt a.M.
trat am 24.11.1969 in Kraft. Ein Generalaktenplan wird folgen. Am
15.9.1969 wurde anläßlich der 750-Jahr-Feier des ersten,
der Frankfurter Bürgerschaft ausgestellten Privilegs die Privilegienkammer
eingeweiht. Am 29.6.1970 beschloß der Magistrat den Bau eines
Archivmagazins vor dem Karmeliterkloster im Zusammenhang mit dem
Bau der U-Bahn-Trasse Konstablerwache-Römer-Theaterplatz. Der
dreigeschossige Tiefbau wird die historischen Bestände bis
1866 und die städtischen Hauptakten aufnehmen. Absicht ist,
die für die Geschichte unserer Stadt bedeutsamen Bestände
zu sichern und der Benutzung zugänglicher zu machen. Der Rohbau
wurde am 11.4.1972 durch das Stadtarchiv übernommen. Die Werkstätten
konnten trotz mehrfachen Personalwechsels ihren Leistungsstand wahren.
Auf den Gebieten der Nachbildung und Restaurierung wurden Methoden
weiterentwickelt und Verbesserungen gefunden. Erwähnt seien:
Vergoldung von Siegeln, Verdünnung von Kunstharz während
des Abgußvorgangs, Streckung durch Brand verhärteter,
gewellter Pergamente und Faksimilierung von Urkunden. In der Aktenaufnahme
wurde eine Presse zum Umbetten von Akten entwickelt. Der Arbeitsvorgang
kann nunmehr durch einen Angestellten erledigt werden. Die Benutzerzahlen
sind gegenüber den Vorjahren nicht zurückgegangen. Nach
wie vor werden jährlich über 30000 Benutzungen gezählt.
Der Anteil der Verwaltung an der Benutzung ist weiter gestiegen.
Er beträgt jetzt 31%. Der freiwillige Spätdienst, mittwochs
von 16 bis 19 Uhr, genehmigt am 9.2.1970, wird immer stärker
in Anspruch genommen. Ausstellungen und Führungen wurden im
Berichtszeitraum wie früher durchgeführt. Universitäten
und Fachschulen machen von den gebotenen Möglichkeiten in zunehmenden
Maße Gebrauch. Die Dokumentation zur Stadtgeschichte wurde,
soweit es die Umstände zuließen, weiter ausgebaut. Der
Schwerpunkt wurde auf die Jahre 1870 bis 1945 gelegt. Die Dokumentation
ist immer noch weitgehend auf freiwillige Mitarbeiter und Spenden
der Bürger angewiesen. Die Historischen Kommissionen haben
sich in den letzten Jahren der Weiterführung der wissenschaftlichen
Arbeiten des Stadtarchivs angenommen. Sie haben Mitarbeiter eingestellt.
Ihre Mittel sind inzwischen erschöpft. Im Berichtszeitraum
wurde u.a. herausgegeben:
- Frankfurter Wörterbuch A-B (2 Lieferungen),
herausgegeben von Wolfgang Brückner in Verbindung mit der
Frankfurter Historischen Kommission (1971)
- Wolfgang Klötzer, Clotilde Koch-Gontard
an ihre Freunde. Briefe und Erinnerungen aus der Zeit der deutschen
Einheitsbewegung 1843-1869 (1969)
- Markus Horovitz, Frankfurter Rabbinen mit Ergänzungen
von Josef Unna (1969)
- Frankfurter Bibliographie 19571966, zusammengestellt
von Renate Vadtschild (1970)
- Wolf-Arno Kropat, Frankfurt zwischen Provinzialismus
und Nationalismus. Die Eingliederung der Freien Stadt in den preußischen
Staat (1866-1871) (1971).
Für die nächsten Jahre stehen folgende
Probleme an: Wiederaufnahme der wissenschaftlichen Arbeiten und
der Erschließung älterer Bestände, Weiterführung
der Dokumentation auf finanziell und personell gesicherter Grundlage,
Ausstattung und Inbetriebnahme des Tiefmagazins vor dem Karmeliterkloster.
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