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städtisches weingut.  
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Berichtszeitraum: 1945-65

 

Aufgabe des Weingutes ist die Bewirtschaftung des städtischen Weingutsbesitzes in Hochheim am Main. Durch die in der Kriegs- und Nachkriegszeit bedingten Schwierigkeiten war eine erhebliche Überalterung der Rebbestände und eine Veralterung der maschinellen Hilfsmittel eingetreten. Die bis dahin existierende Kleinparzellierung der Anbauflächen ließ neuzeitliche Bearbeitungsmethoden nicht zu. Anläßlich eines Verwalterwechsels im Sommer 1953 erfolgte ein Gutachten durch die Weinbauschule Eltville über den Stand und die erforderlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Produktionsgrundlage des Weingutes. In Anlehnung an dieses Gutachten wurden in den folgenden Jahren die Weinberge systematisch verjüngt und gleichzeitig jede sich bietende Möglichkeit wahrgenommen, Kleinparzellen durch Tausch zu größeren wirtschaftlicheren Flächen zusammenzulegen. In dem Maße, wie die bestellten neuen Weinbergsanlagen moderne Bearbeitungstechniken zuließen, wurden die entsprechenden Maschinen und Geräte angeschafft.

Im Jahre 1959 gelang es, durch Erwerb eines anderen Hochheimer Weingutes die Eigentumsfläche um rund 50% zu vergrößern, so daß das Weingut der Stadt Frankfurt am Main mit einer Gesamtfläche von 85 Morgen nunmehr zu den weinbaulichen Großbetrieben zählt. Damit war die Grundlage geschaffen, für die seit 1956 stetig gestiegenen Ernten die bereits vorhandenen Verarbeitungsgeräte in der Kellerei voll auszunutzen und durch weitere, der Betriebsgröße entsprechende Maschinen und Geräte zu ergänzen. Bei der Neuanlage von Weinbergen wurde das Hauptaugenmerk darauf gerichtet, daß nur ausgesuchtes Pflanzenmaterial zur Verwendung kam. Die teilweise Umstellung des Faßparks auf Gar- und Lagertanks ließ eine bessere Ausnutzung der vorhandenen Keller zu, so daß heute auf gleichem Raum mehr als die 3fache Lagerkapazität für Faßwein vorhanden ist. In einer modernen halbautomatischen Abfüllanlage werden die Weine nach Abschluß ihres Faßausbaues auf dem Höhepunkt ihrer Reife auf Flaschen gefüllt. Die Einführung neuzeitlicher Erzeugungs- und Verarbeitungsmethoden stellte das Weingut auf eine gesündere Basis und glich einen wachsenden Arbeitskräftemangel aus. Sie brachte vor allem aber auch eine merkliche Hebung der Qualität unserer Weine mit sich. So erfuhren die Weine aus dem Weingut der Stadt Frankfurt am Main wiederholt öffentliche Anerkennung durch hohe Auszeichnungen auf Gebiets-Weinprämiierungen des Rheingaues und auf Bundes-Weinprämiierungen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft.

Gewölbekeller für Wein unter dem Frankfurter Römer

 

Berichtszeitraum: 1965-68

 

Im Berichtszeitraum hat die Weinerzeugung durch den Einsatz moderner Maschinen und Geräte eine merkliche Verbesserung erhalten. Der Weinverkauf gestaltete sich sehr rege. Die Preise liegen unter den Preisen vergleichbarer Qualitätsweine fremder Güter. Absatzschwierigkeiten bestehen nicht. Hohe Auszeichnungen auf der Gebietsweinprämiierung der Landwirtschaftskammer Hessen-Nassau und der Bundesweinprämiierung - DLG - wurden dem städtischen Weingut zugesprochen.
Durch den Bau einer Gerätehalle ist eine jahrelange Forderung, Maschinen und Geräte sowie Weinbergsbedarf ordentlich unterzubringen, erfüllt worden. Gleichzeitig mit dem Bau der Gerätehalle wurde ein neues Probierzimmer gebaut.
Im Keller Frankfurt am Main ist ein Lastenaufzug eingebaut worden.
Leider mußte wertvolles Weinbergsgelände an das Straßenneubauamt für eine Umgehungsstraße abgegeben werden. Weitere Ertragseinbußen sind durch die Legung einer Ferngasleitung durch den städtischen Weinbergsbesitz zu erwarten.
Noch in diesem Jahr wird das alte Probierzimmer in Hochheim in einen Büro- und einen Aufenthaltsraum für die Bediensteten aufgeteilt und umgebaut werden.
Die Wirtschaftlichkeit des Weingutes hat sich im Berichtszeitraum wesentlich verbessert.

 

 

Berichtszeitraum: 1969-72

 

Die zu Beginn des Berichtszeitraums in Angriff genommene Erstellung einer Weinkühlanlage steht kurz vor ihrer Fertigstellung. Damit besteht nun die Möglichkeit, den erzeugten Wein nach den neuesten kellerwirtschaftlichen Methoden zu behandeln. Die Anlage hat eine Kapazität von etwa 50000 Litern. Durch den Leiter des Instituts für Betriebswirtschaft und Marktforschung der Hessischen Lehr- und Forschungsanstalt in Geisenheim, Herrn Professor Dr.Kalinke, wurde ein Gutachten über die Wirtschaftlichkeit des Weingutes der Stadt Frankfurt am Main erstellt. Danach können die Strukturdaten des Weingutes der Stadt Frankfurt am Main in Hochheim als günstig bezeichnet werden. Der Vermögensbesatz hat sich durch zahlreiche Investitionen in den letzten Jahren ständig erhöht. Er liegt zur Zeit bei ca. 45000,- DM/ha und bleibt um ca. 20000,- DM/ha unter den Werten, die das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten für Familienbetriebe mit kleineren Rebflächen aufweist. Der Arbeitskräfteeinsatz in der Außenwirtschaft wird als normal bezeichnet. Die gemachten Vorschläge zur Rationalisierung des Betriebes werden zur Zeit mit den zuständigen städtischen Ämtern überprüft, um sie von Fall zu Fall zu realisieren. Für 1969 hat Herr Professor Dr.Kalinke die Rentabilität des Weingutes nach privatwirtschaftlichen Gesichtspunkten nachgewiesen. Er vertritt die Überzeugung, daß ein Qualitätsweingut, wie das der Stadt Frankfurt am Main, auch in Zukunft wirtschaftlich geführt werden kann.

 
Quelle: Jahresberichte der Stadt Frankfurt 1945-72
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