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Die FRANKFURTER AUFBAU-AKTIENGESELLSCHAFT ist ihrer Herkunft nach ein Wohnungsbauunternehmen. Sie wurde 1901 als Frankenallee-AG gegründet. Die von ihr 1902/03 errichtete Wohnhausgruppe wurde im März 1944 zum größten Teil vernichtet. Sie war jedoch damals nicht mehr im Eigentum der Gesellschaft, deren Aktien in den Besitz der Stadtverwaltung übergegangen waren. Sie sollte sich nach dem Kriege der Erschließung eines großen Geländes zum Bau von Einfamilienhäusern zuwenden. Doch dazu kam es nicht mehr. 1947 erhielt die Gesellschaft eine völlig neue Ausrichtung und änderte daher ihren Namen in Frankfurter Aufbau-AG. Seitdem führt sie große Bauaufträge in Frankfurt aus. Zunächst gingen die Aufgaben der "Oberbauleitung-Zweizonenaktion" auf sie über, und damit wurde sie zum Bauträger für das sogenannte bizonale Bauprogramm. Eine große Aufgabe mußte in kürzester Frist bewältigt werden. 36 Verwaltungsgebäude wurden instand gesetzt und weit über 1000 Wohnungen in und um Frankfurt neu erbaut, um den Behördenapparat der bizonalen Verwaltung unterzubringen. Bis 1950 war sie mit diesem Bauprogramm beschäftigt. Dann wurden ihr neue Aufgaben übertragen. Kliniken und Schulen, der Römer und weitere Verwaltungsgebäude erstanden unter ihrer Leitung aus den Trümmern oder konnten gänzlich neu errichtet werden. Auch ein eigenes Wohnungsbauprogramm wurde in Angriff genommen. Praktisch übernahm die Gesellschaft die Ausführung eines großen Teils der städtischen Bauaufträge. Daneben war sie auch für andere Behörden und für Unternehmen tätig. Im Laufe der Jahre mußte daher ihr Grundkapital mehrfach bis auf insgesamt 8,1 Millionen DM erhöht werden.

Foto:B.Reinbacher

Auch die Frankfurter Großmarkthalle wurde bis 1953 von der FAAG wiederaufgebaut

 

Die Liste der von der Frankfurter Aufbau-AG ausgeführten Neubauten wurde von Jahr zu Jahr umfangreicher. Ihr Name erschien an vielen Baustellen und ist auch heute noch in allen Teilen der Stadt zu sehen. Eng verknüpft ist er mit dem Wiederaufbau der städtischen Amts- und Wohngebäude. Die Großmarkthalle , das Volksbildungsheim , das Polizeipräsidium, die Liebfrauenkirche und das Dominikanerkloster , ferner immer wieder Schulen und Kliniken wurden unter ihrer Leitung aus den Trümmern neu gestaltet. Dazu kam dann die stattliche Reihe der Neubauten. An der Spitze stand die Neubebauung der großen Flächen der Alt- und Innenstadt, die das Unternehmen jahrelang beschäftigte und auch heute noch nicht völlig abgeschlossen ist. 1952 schuf es die Erweiterungsbauten für die Messe- und Ausstellungs-GmbH. Später hat es weitere Hallen auf deren Gelände gebaut. In nächster Nachbarschaft entstand das Hochhaus für die Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbahn , das ebenfalls 1952 begonnen wurde. Für den Bundesrechnungshof und den Börsenverein des Deutschen Buchhandels galt es, Neubauten zu schaffen. Die Kleinmarkthalle und ebenso die Blumengroßmarkthalle am Dominikanerplatz , ferner das Verwaltungsgebäude der Stadtwerke , das Hallenschwimmbad und die Markthalle in Höchst, der Sozialbau des Rathauses und das Verwaltungsgebäude der Stadtsparkasse sind von der Frankfurter Aufbau AG errichtet worden. Diese Aufzählung ist bei weitem nicht vollständig, gibt aber doch ein Bild von der vielseitigen Tätigkeit der Gesellschaft.

Selbstverständlich hat sie auch Jahr für Jahr Wohnungen gebaut. So kam sie mit der Zeit wieder zu einem eigenen Wohnungsbestand, der mit über 2000 Wohnungen den Vorkriegsbesitz des Unternehmens erheblich übertrifft. Der bei so vielen Objekten bewährte Bauträger erhielt mit der Zeit auch Aufträge von anderer Seite. So führte die Gesellschaft z.B. die Erweiterungs- und Neubauten des Markus-Krankenhauses und des Bürgerhospitals aus. Selbst über Frankfurts Stadtgebiet griff ihre Tätigkeit hinaus. In Kelkheim errichtete sie ein Schulgebäude, in Neu-Isenburg den Rathaus-Neubau und eine Schule, in Offenbach das Verwaltungsgebäude der dortigen Stadtsparkasse. Die Frankfurter Aufbau-AG hat ihrem ganzen Wesen nach ihre Arbeiten als Treuhänderin der Auftraggeber und damit überwiegend im öffentlichen Interesse ausgeführt.

 

siehe auch Bericht der Stadtverwaltung

 
Quelle: F.Lerner: " Frankfurt am Main und seine Wirtschaft", Ammelburg-Verlag 1958
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