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friedhofs- und bestattungsamt.  
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Berichtszeitraum: 1945-65

 

Die Friedhöfe hatten im gleichen Maße wie die Wohngebiete der Stadt durch den letzten Krieg außerordentlich gelitten. Zahlreiche Bombentreffer verursachten erhebliche Schäden an Gräbern, Pflanzungen, Bauten und Funktionseinrichtungen. Der Mangel an Arbeitskräften und Material in den ersten Nachkriegsjahren verzögerte die Instandsetzungen lange Zeit. Erst im Jahre 1954 waren die größten Schäden behoben.

Seither konnten große Teile der Friedhöfe gärtnerisch neu gestaltet werden. In Westhausen, Goldstein, Zeilsheim und Bonames entstanden schöne Aussegnungshallen, während in Hausen, Fechenheim und Eschersheim sinnvolle Erweiterungsbauten geschaffen wurden. Für die Opfer des Krieges und des NS-Regimes konnten auf dem Hauptfriedhof, den Friedhöfen Westhausen und Höchst sowie dem Waldfriedhof Oberrad würdige Anlagen geschaffen werden. Mit den Planungs- und gärtnerischen Vorbereitungsarbeiten auf dem künftigen Friedhof Heiligenstock, der in einigen Jahren den Hauptfriedhof ersetzen soll, wurde begonnen.

Es hat sich gezeigt, daß eine gute Gestaltung der Friedhöfe und ein reibungsloses Funktionieren des Bestattungs- und Abholdienstes auf die Dauer nur durch die Anwendung neuzeitlicher Arbeitsmethoden zu erreichen ist.

Um das Abholen der Verstorbenen aus den Sterbehäusern sowie der Verkehrstoten zu beschleunigen, hat man den Überführungspark erneuert und zum Teil mit Funk ausgerüstet. Die größeren Friedhöfe wurden nach und nach mit Erdaushubgeräten, Lastwagen, Sandstreuern, Rasenmähern, Schneepflügen u.d. versehen. Auf allen Friedhöfen wurden Gießkannen zur freien Benutzung für das Publikum bereitgestellt.

Da es nicht möglich war, die vakanten Arbeiterstellen in absehbarer Zeit zu besetzen, wurden ab 1964 ausländische Arbeitskräfte eingesetzt. Hierdurch beginnt sich nunmehr der Pflegezustand der Friedhöfe zusehends zu bessern. Arbeiten, die viele Jahre liegen bleiben mußten, können jetzt durchgeführt werden.

Zwei Drittel von ca. 8000 Bestattungen jährlich sind Erdbestattungen, der Rest Feuerbestattungen. An diesem Verhältnis wird sich vermutlich auch in den nächsten Jahren nichts ändern. Zu berücksichtigen ist, daß der Boden der Friedhöfe in der Regel nach einer 3maligen Belegung verwesungsmüde wird. Die Bereitstellung der notwendigen Beerdigungsflächen ist aber nur unter erheblichen Schwierigkeiten möglich. - Die 29 Frankfurter Friedhöfe umfassen eine Fläche von 200 ha.

Durch den allgemeinen Wohlstand ist das Interesse an Wahlgräbern größer geworden. Während bis zum Jahre 1954 60% aller Verstorbenen in Reihengräbern beigesetzt wurden, ist das Verhältnis heute gerade umgekehrt.

 

 

Berichtszeitraum: 1965-68

 

Die zu bearbeitende Friedhofsfläche hat sich im Berichtszeitraum um 2 ha vergrößert. Das Amt besitzt nunmehr eine eigene Rechnungsführung und bearbeitet nicht nur die Personalakten der Arbeiter, sondern auch die der Beamten und Angestellten. Große Sorgen bereitet nach wie vor die Personalsituation. Gute Arbeitskräfte sind - insbesondere auf dem gärtnerischen Sektor - nicht oder nur schwierig zu bekommen.

Seit Erlaß der letzten Friedhofs- und Bestattungsgebührenordnung vom 7.7.1966 bedarf das Friedhofswesen eines städtischen Zuschusses aus Steuermitteln in Höhe von ca. 7% der Ausgaben, während 93% durch Gebühreneinnahmen gedeckt werden. Die Entwicklung in den kommenden Jahren wird von der Lohn- und Preisentwicklung, zum andern aber auch vom Bestattungsaufwand der Bevölkerung abhängig sein.

Bei den insgesamt 202 ha umfassenden 30 kommunalen Friedhöfen - einschl. des im Bau befindlichen Friedhofs Heiligenstock - handelt es sich zum Teil um kleine, nicht mehr erweiterungsfähige Vorortbegräbnisplätze, auf welchen keine Reihengräber mehr verfügbar, sondern nur noch Nachbeerdigungen in bereits vorhandene Wahlgrabstätten oder frei werdende Reihengräber möglich sind. Ihr Betrieb ist unwirtschaftlich, weil infolge ihres geringen Ausmaßes dort weder ständiges Personal beschäftigt werden kann, noch mechanische Arbeitsgeräte in größerem Umfang zu verwenden sind. Bis Ende der 50er Jahre bestand die Absicht, diese kleinen Friedhöfe nach und nach zu schließen und sich auf 5 bis 6 große, erweiterungsfähige Bezirksfriedhöfe zu beschränken. Dieser Plan mußte aber vorläufig aufgegeben werden, weil einmal die alteingesessene Bevölkerung der Stadtteile, in welchen diese kleinen Friedhöfe liegen, einer Außerdienststellung ihrer traditionellen Begräbnisplätze Widerstand entgegensetzte, und zum anderen, weil für die Bezirksfriedhöfe, die erweitert oder neu angelegt werden sollten, die notwendigen Geländeflächen noch nicht zur Verfügung standen. Das gilt insbesondere für die in Aussicht genommenen Friedhöfe auf dem Heiligenstock und am Schwanheimer Feld, aber auch für die Friedhofserweiterungen in Bornheim, Fechenheim und Niederursel. Für den Heiligenstock-Friedhof wurden inzwischen auf gepachtetem Gelände umfangreiche Vorbereitungen zu dessen Ausbau getroffen.

Von insgesamt 8062 Beisetzungen in Frankfurt a.M. im Jahre 1967 waren 70% Erdbestattungen und 30% Feuerbestattungen. Die Beschlüsse des Römischen Konzils im Jahr 1964, durch welche das Verbot der Feuerbestattung für römisch-katholische Christen aufgehoben wurde, haben bisher für Frankfurt a.M. keine entscheidende Änderung der Bestattungsgebräuche gebracht, weil die Wahl der Bestattungsart abgesehen von der jeweiligen religiösen Einstellung des einzelnen Bürgers auch noch von anderen emotionellen Überlegungen abhängig ist. Aus den dargelegten Gründen kann vermutlich noch für längere Zeit auf die kleineren Friedhöfe, wo immerhin noch ca. 15% aller Verstorbenen beigesetzt werden, nicht verzichtet werden. Um auch den Aussegnungsfeiern auf den kleinen Friedhöfen einen würdigen Rahmen zu geben, wurden die dort befindlichen Funktionsbauten ausnahmslos verbessert und teilweise sogar erweitert. Das gilt insbesondere für die Bauten auf den Friedhöfen in den Stadtteilen Preungesheim, Eschersheim, Berkersheim, Heddernheim, Alt-Schwanheim und Alt-Oberrad, in Sossenheim konnte eine kleine, moderne Aussegnungshalle gebaut werden.

Der auf den Friedhöfen zunehmende Fahrzeugverkehr machte es notwendig, auf dem Hauptfriedhof die wassergebundenen Wegedecken der Hauptwege nach und nach durch feste Wegedecken zu ersetzen.

Die Frankfurter Friedhöfe haben in den letzten Jahren ihr Gesicht weitgehendst geändert. An die Stelle der früheren Alleen, die dem Besucher einen düsteren Eindruck vermittelten, ist eine lockere, abwechslungsreiche, lichtdurchflutete Pflanzung getreten. Die gartenkünstlerische Gestaltung der Friedhöfe strebt einen parkartigen Charakter an. Damit erhalten sie über den eigentlichen Zweck hinaus noch die Funktion von Grünanlagen und bilden einen wesentlichen Teil der städtischen Erholungsflächen.

 

 

Berichtszeitraum: 1969-72

 

Die Flächen der 35 Friedhöfe in Frankfurt a.M. haben sich im Berichtszeitraum um 11 ha auf 221 ha vergrößert. Darin ist schon eine gärtnerisch ausgebaute Belegungsfläche des zukünftigen Friedhofes Heiligenstock mit 3 ha enthalten. Der erste Bauabschnitt dieses neuen Friedhofes umfaßt 17 ha. Die Friedhöfe Höchst, Westhausen, Niederursel und der Waldfriedhof Oberrad wurden erweitert. Die Gesamt-Friedhofsfläche umfaßt auch die durch die Eingliederung hinzugekommenen vier Friedhöfe mit einer Größe von 3 ha. Der Bau der U-Bahn an der Straße „In der Römerstadt" zwang im Heddernheimer Friedhof zur Verlegung von 125 Grabeinheiten. Die jüdischen Friedhöfe an der Rat-Beil-Straße, in der Battonnstraße und in fünf anderen Vororten mit insgesamt 14,47 ha werden mit Mitteln der Landesregierung vom Friedhofs- und Bestattungsamt gärtnerisch unterhalten. Sie sind in gutem Pflegezustand. Auf einigen Friedhöfen wurden notwendige Gebäude-Erweiterungen und den hygienischen Forderungen entsprechende Umbauten in den Leichenzellen vorgenommen. Für die Errichtung von Trauerhallen und Betriebsgebäuden auf den Friedhöfen Heiligenstock und Niederrad wurden Raumprogramme entwickelt. In den einzelnen Friedhöfen hat sich die Zahl der Bestattungen nur unwesentlich verändert. Die Zahl der Erdbestattungen hat im Hauptfriedhof infolge der Neubegrenzung der Stadtteile zu den einzelnen Friedhöfen abgenommen. Dadurch hat der Friedhof Westhausen einen Zuwachs erfahren. Eine Zunahme der Erdbestattungen bahnt sich in den Friedhöfen Niederursel, Bonames und Fechenheim an, als Folge der dort verwirklichten umfangreichen Wohnungs-Neubauprojekte.

In fast allen Friedhöfen sind durch die Zunahme der Kremationen die Urnen-Beisetzungsstätten erweitert worden. Die Zahl der Bestattungen in Frankfurt a.M. ist infolge der fast unveränderten Bevölkerungszahl und damit der Sterblichkeitsziffer (in Frankfurt 12,5%) annähernd konstant. Sie betrug im Jahre:

  • 1969 = 8733
  • 1970 = 8573
  • 1971 = 8444

Davon entfielen auf Aschenbeisetzungen:

  • 1969 = 2794
  • 1970 = 2830
  • 1971 = 3029

Dies bedeutet ein Ansteigen der Feuerbestattungen gegenüber den vorhergegangenen Berichtsjahren um etwa 8%. Von 1964 bis heute ist ein Gesamtanstieg von ca. 20% bei den Feuerbestattungen in Frankfurt a.M. zu verzeichnen. Mit einem weiteren Ansteigen ist zu rechnen. Aus diesem Grunde ist im Jahre 1972 im Frankfurter Krematorium auf dem Hauptfriedhof ein vierter Verbrennungsofen eingebaut worden. Die Gesamtkosten für die Neubau- und Umbauarbeiten am Krematorium des Hauptfriedhofes betragen rund 3 Mill. DM. Im Jahre 1971 wurde eine neue Friedhofs- und Bestattungsgebührenordnung erlassen. Danach sind die für die Benutzung der Frankfurter Friedhöfe verzeichneten Leistungen durchschnittlich um 20% erhöht worden. Am 23.8.1971 trat die Satzung zur Begrenzung von Nutzungsrechten an Wahlgrabstätten auf den Frankfurter Friedhöfen in Kraft.

 
Quelle: Jahresberichte der Stadt Frankfurt 1945-72
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