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gemeinnützige wohnungs- und siedlungsbaugesellschaft mbH gewobag.  
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Das Vermögen der GEWOBAG Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsbaugesellschaft mbH fiel 1945 unter die beschränkenden Bestimmungen der Militärregierung für das Eigentum aufgelöster Organisationen. Die 1924 von hessischen Gewerkschaften gegründete Gesellschaft war nämlich 1933 im Zuge der berüchtigten "Gleichschaltung" der Verfügung ihrer rechtmäßigen Eigentümer entzogen worden. Nun mußten diese in einem umständlichen Verfahren erst die Wiedergutmachung solchen Unrechtes durchsetzen. Zunächst bestellten die Amerikaner Willi Richter, den heutigen Vorsitzenden des DGB, und damit ein ehemaliges Mitglied der Verwaltung des Unternehmens zu dessen Treuhänder. Erst am 28.September 1948 gab die Militärregierung dem hessischen Gewerkschaftsbund das Vermögen der GEWOBAG zurück.

Von den 3824 Wohnungen des Unternehmens, von denen 2246 schon vor 1933 erbaut worden waren, befand sich jedoch ein guter Teil in einem trostlosen Zustand. 1005 waren davon im Bombenkrieg zerstört worden. 565 hatte man inzwischen mehr schlecht als recht wieder bewohnbar machen können. Jedoch das Schmuckstück der GEWOBAG, die große Heimatsiedlung am Riedhof zu Frankfurt, diente lange Zeit als Wohnquartier für DP's und bedurfte daher nach deren Auszug einer vollständigen Instandsetzung, die zusammen mit dem Wiederaufbau der kriegszerstörten Teile praktisch fast einem Neubau des großen Siedlungskomplexes gleichkam. Diese Arbeiten zur Überwindung der Kriegs- und Nachkriegsschäden zogen sich bis 1953 hin. Inzwischen hatte die Gesellschaft jedoch schon 1949 mit der Errichtung neuer Wohnungen begonnen. Bis Ende 1955 konnte sie 11016 Neubauwohnungen fertigstellen. Ihr Wohnungsbestand hatte zum gleichen Zeitpunkt 9207 Wohneinheiten erreicht. Davon waren gut zwei Drittel -6079- in Frankfurt selbst, die übrigen in Südhessen und ein kleiner Teil auch in Bremen gelegen. Mehr als die Hälfte dieses Frankfurter Besitzes befand sich in Neubauten, nämlich 3295, zu denen noch weitere 681 kamen, die die GEWOBAG auf von ihr erworbenen Trümmergrundstücken erbaut hatte. Mit dem Umbau von Dachgeschossen und dem Wiederaufbau der im Kriege zerstörten Wohnungen ihres Altbesitzes hatte das Unternehmen binnen einem Jahrzehnt insgesamt 5324 Wohneinheiten in Frankfurt erstellt.

Foto: Meier-Ude

Siedlung Dornbusch im Bau, 1954

 

In diesen Zahlen ist die Großsiedlung am Dornbusch mitenthalten, die seit 1954 von der GEWOBAG nach ihren Plänen aufgebaut wurde und mit ihren über 1000 Wohneinheiten praktisch einen neuen Stadtteil darstellt. In sehr geschickter Mischung vereint dieser gut aufgeschlossene Komplex Reihenhäuser mit Stockwerkswohnungen, eine stattliche Zahl von Einfamilienhäusern, ein Hochhaus -am Nordrande der Siedlung- mit Einzimmerwohnungen für Alleinstehende und in guter Verkehrslage eine ausreichende Zahl von Einzelhandelsläden; auch ein Kindergarten fehlt nicht und selbstverständlich ist für ausreichende Kinderspielplätze gesorgt -seit Kriegsende hat die Gesellschaft in ihren Siedlungen 60 Kinderspielplätze wiederhergestellt oder neu angelegt. Natürlich hat man auch an Garagen gedacht und in jeder Hinsicht die Wohnungen mit allen Einrichtungen heutiger Wohnkultur ausgestattet. Was jedoch der Gesamtplanung wirklich den Charakter eines völlig neuen Stadtteils gibt und für ihre Bewohner einen besonderen Vorzug vor vielen anderen Siedlungen bedeutet, das ist die Einbeziehung von Schule, Kindergarten und Kirche sowie eines Gemeinschaftszentrums in das dafür neuaufgeschlossene Gelände. Ein Wohnungsunternehmen als Städtebauer findet man auch in der Gegenwart nicht alle Tage.

Gewobag-Siedlung am Marbachweg

Die GEWOBAG hat sich nicht damit begnügt, neue Wohnungen zu schaffen und diese so gut wie möglich zu bauen, sie bemüht sich darüber hinaus, ihre Mieter bei der Einrichtung zu beraten -Ausstellungen fertig eingerichteter Wohneinheiten und interessante Druckschriften fördern diese Absicht. So gehandhabt, ist der gemeinnützige Wohnungsbau über seine wirtschaftliche Bedeutung hinaus zu einem Mittel sozialpädagogischer Planung geworden und trägt das Seine zur Hebung des allgemeinen Lebensstandards wie zu einer Änderung der Konsumgewohnheiten bei.

 
Quelle: F.Lerner: " Frankfurt am Main und seine Wirtschaft", Ammelburg-Verlag 1958
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