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Berichtszeitraum: 1945-65
Foto:Göllner
Westhafen, ca 1958
Den Hafenbetrieben obliegt die Vorhaltung von Hafenanlagen
zum Umschlag und zur Lagerung von Massengütern, Stückgütern
und flüssigem Gut im Freien, in Lagergebäuden und in Lagerbehältern,
damit verbunden die Bereitstellung und Unterhaltung der Uferanlagen,
der Umschlagsgeräte für Massengüter und Stückgut,
der Verkehrswege im Hafen, ferner die Vorhaltung der Gleisanlagen
und der Betrieb der Hafenbahn und die Vorhaltung von Lagerhäusern
für Kaufmannsgüter. Lagerplätze und teilweise auch
die Lagergebäude werden an einschlägige Wirtschaftsunternehmen
verpachtet, die auf den Pachtplätzen die notwendigen Bauten
und Einrichtungen erstellen. Die Hafenbahn ist zugleich auch Industriebahn
für weitere angrenzende, für industrielle Zwecke erschlossene
Gebiete. Sie verbindet Hafen und Industriegebiete untereinander
und diese mit den Anlagen der Deutschen Bundesbahn.
Die im Besitz der Stadt befindlichen Lagerhäuser
dienen vornehmlich der Einlagerung und Behandlung von Zollgütern.
Frankfurt ist Rheinhafen für Schiffseinheiten
bis 3000 to. Die Hafenanlagen bestehen aus fünf Hafenbecken
und drei Flußhäfen; daneben existieren private Werkshäfen
im Westen und Osten der Stadt. Die Hafenbahn ist in Frankfurt-Griesheim
und Frankfurt-Ost an die Bundesbahn angeschlossen; Tarifbahnhöfe
sind Ffm.-Westhafen und Ffm.-Osthafen. Hafen-Zollämter befinden
sich im Westhafen und im Osthafen. Die Häfen und ihre Einrichtungen,
dienen nicht nur der Frankfurter Wirtschaft und der von ihr versorgten
Bevölkerung, sondern auch den angrenzenden Bereichen des hessischen
Raumes. Frankfurt ist darüber hinaus eine wichtige Station
der zukünftigen Rhein-Main-Donau Großschiffahrtsstraße.
1945: Trichter an Trichter
Die Frankfurter Häfen gehörten zu den
durch Kriegshandlungen am stärksten zerstörten Gebieten
der Stadt. Die Ufermauern hatten zahlreiche Schäden erlitten.
In den Hafenbecken lagen viele durch Bomben zerstörte oder
künstlich versenkte Schiffe. Die Krananlagen waren größtenteils
vernichtet, die Kranhochbahnen ausgeglüht. In den Hafenstraßen
reihte sich Bombentrichter an Bombentrichter. Die Gleisanlagen der
Hafenbahn waren an unzähligen Stellen unterbrochen, das rollende
Material teils beschädigt, teils bis zur Schrottreife abgewirtschaftet.
Die Lagerhäuser waren zum großen Teil zerstört oder
ausgebrannt, Strom- und Wasserzufuhr sowie Kanäle unbrauchbar.
Rangier-Diesellok
der Hafenbahn
Die Hafenbahn fährt
wieder
Die erste Aufgabe nach Kriegsende war, die Hafenbahn
als einzige - infolge Zerstörung aller Brücken - bestehende
Gleisverbindung auf der Frankfurter Seite zwischen Ost und West
wieder befahrbar herzurichten, um Versorgungszüge für
die Bevölkerung und Militärzüge der damaligen Besatzungsmacht
verkehren lassen zu können. Daneben wurde infolge völligen
Ausfalls der Straßenbahnverbindung zu den westlichen und östlichen
Stadtteilen ein Personenverkehr auf der Gleisanlage der Hafenbahn
eingerichtet. Bereits im Mai 1945 fuhren wieder die ersten Züge,
und es wurden bis zur Beendigung der Notreparatur der ersten Eisenbahnbrücken
im Frühjahr 1946 täglich bis zu 76 ausgelastete Züge
über das Hafenbahngleis geführt. Als nächste wichtigste
Aufgabe wurden die noch im Baukörper bestehen gebliebenen Lagerhäuser
im Westhafen mit Notdächern, mit Fenstern und Türen versehen,
damit sie bereits im Herbst 1945 und im ersten Nachkriegswinter
zur Einlagerung von Lebensmitteln und anderen Versorgungsgütern
für die Frankfurter Bevölkerung dienen konnten. Die Hafenbecken
wurden von gesunkenen Schiffen befreit, und im August 1945 fuhr
das erste Schiff nach dem Kriege wieder in den Osthafen ein. Langsam
kam der Schiffsverkehr wieder in Gang. Die ersten elektrischen Krane
im Osthafen konnten nach Instandsetzung durch das Personal der hafeneigenen
Kranwerkstätte ihre Aufgabe wieder aufnehmen, und die damals
noch bestehende hydraulische Krananlage im Westhafen war in der
Lage, einen Notbetrieb zu beginnen.
Neben dem Durchfahrtsgleis der Hafenbahn zwischen
Osthafen und Westhafen wurden nach und nach die wichtigsten Gleise
in den einzelnen Anschlußbezirken wieder befahrbar gemacht,
Straßenschäden zunächst notdürftig, dann endgültig
beseitigt und es wurde mit der Wiederherstellung der Ufermauern
begonnen.
Neue Lagerhäuser
Zur Zeit der Währungsreform war der größte
Teil der Lagerhäuser im Westhafen wieder notdürftig in
Betrieb und die ersten eingeschossigen Lagerhallen aus Trümmersteinen
wieder endgültig aufgebaut.
Nach der Währungsreform wurden die Arbeiten
planmäßig fortgesetzt. Nach und nach wurden sämtliche
bis dahin noch hydraulisch betriebenen alten Förderanlagen
des Westhafens ausgebaut und durch moderne elektrische Krane, Lastenaufzüge,
Spills usw. ersetzt. Mit der Beschaffung des modernsten und leistungsfähigsten
Wippdrehkrans im Hafen zur Bedienung des Kraftwerks Gutleutstraße
in Verbindung mit dessen stark erhöhten Erzeugungsleistungen
im Jahre 1964 wurde die Kranbeschaffung für den Westhafen abgeschlossen.
Neben den wieder instandgesetzten Vorkriegs-Lagergebäuden
im Westhafen wurden neue moderne Lagerhäuser namhafter Speditionsgruppen
sowie Getreidespeicher im Osthafen und im Westhafen errichtet. Die
Schäden in den Ufermauern sind bis auf eine in der Behebung
bisher nicht vordringlich gewesene Schadenstelle im Osthafen beseitigt.
Die Hafenstraßen sind längst wieder instandgesetzt, zum
Teil verbreitert und in wichtigen Abschnitten des Osthafens mit
neuer Straßendecke versehen.
Erweiterungen und Erneuerungen
Die Gleisanlagen der Hafenbahn wurden im Zuge der
Neubesiedlung von Industriegebieten im Osten der Stadt erheblich
erweitert; in ihren alten Teilen wurden die Gleise instandgesetzt
und teilweise erneuert. Die durch Kriegshandlungen fast ausnahmslos
zerstörten Stellwerke sind längst wieder aufgebaut; darunter
befindet sich auch eines der ersten Gleisbildstellwerke, das bei
einer nicht bundeseigenen Eisenbahn errichtet worden ist. Die Dampflokomotiven
der Hafenbahn, die nach dem Kriege zunächst notdürftig,
dann für eine längere Benutzungsdauer hergerichtet worden
waren, sind inzwischen ausnahmslos durch moderne, leistungsstarke
Diesellokomotiven ersetzt worden, deren Betrieb zugleich erhebliche
Personaleinsparungen bringt. Der Güterwagenpark der Hafenbahn
wurde zu einem erheblichen Teil erneuert.
Die Kranhochbahnen im Osthafen auf den Massengutlagerplätzen
sind bereits zu einem Teil neuen, tragfähigeren Hochbahnen
gewichen. Die Erneuerung wird planmäßig fortgesetzt.
Mit der Erneuerung der größtenteils noch aus der Zeit
der Erbauung des Osthafens vor dem 1. Weltkrieg stammenden Osthafenkrane
wurde begonnen, und sie wird systematisch fortgeführt.
Als neuer Verkehrsträger ist die Straße
mit ihren Fern- und Nah-Lkws dazugekommen. Besonders der Nah-Lkw
ist heute ein bedeutender Helfer im Hafenverkehr als Verteiler und
Zubringer von Schiffs- und Bahngut. An zahlreichen Stellen im Hafenbereich
wurden Umschlagplätze für Schiff/Lkw und Bahn/Lkw neu
geschaffen.
Im Jahre 1958 wurde das bis dahin nur teilweise
ausgebaute Oberhafenbecken II vollendet und im Jahre 1963 der Stromhafen
Gutleuthof als Ergänzung des Westhafens neu errichtet und innerhalb
kurzer Zeit nahezu vollständig besiedelt.
Der Hafenverkehr
Die wachsenden Bedürfnisse der Wirtschaft
des Frankfurter Raums in Verbindung mit den wiederhergestellten,
erweiterten und leistungsfähiger gestalteten technischen Anlagen
des Hafens hatten eine außerordentliche Verkehrssteigerung
im Gefolge. Bereits im Jahre 1951 wurde der höchste Vorkriegsverkehr
in den Frankfurter Häfen erstmals überschritten und hat
seitdem von Jahr zu Jahr nahezu gleichmäßig zugenommen.
Im Jahre 1960 hatte sich der beste Vorkriegsverkehr mehr als verdoppelt,
im Jahre 1964 war erstmals die 5-Millionen-Tonnen-Grenze überschritten.
Nicht ganz so günstig entwickelt sich der Hafenbahnverkehr,
der aber in den letzten Jahren sich ebenfalls auf bemerkenswert
gleichmäßiger Höhe hält und im übrigen
bedeutende Verkehrsmengen im Stadtgebiet von der Straße weghält
und an die Schiene bindet.
Das Güteraufkommen hat im Laufe der Jahre
manche Veränderung erfahren. Während vor dem Kriege und
in den ersten Nachkriegsjahren Kohle und feste Brennstoffe dominierten,
nimmt heute das Mineralöl die erste Stelle ein, zwar nach wie
vor gefolgt von Kohle; aber auch alle Grundstoffe für die Bauwirtschaft
wie Sand und Kies, Zement und Baueisen haben inzwischen eine sehr
große Bedeutung im Hafenverkehr erlangt. Auch Getreide ist
immer noch ein wichtiges Umschlagsgut. Der Stückgutumschlag
ist wie in allen Häfen zurückgegangen, wird aber auch
weiterhin seinen Platz behaupten.
Wichtige Daten der Frankfurter Häfen nach
dem Stand von 1965:
- Ausgebautes Hafenufer 10,2 km
- Mietgelände an Umschlagsufer 660000 qm
- Lagerfläche in städtischen und privaten
Lagerhäusern 186600 qm
- Tankraum 203500 cbm
- Getreidesilo-Fassungsvermögen 81500 to
- städtische und private Krane 71 Stück
- Hafenbahngleis 141,1 km
- Hafenbahn-Weicheneinheiten 667 Stück
- Stellwerke 9 Stück
- Diesellokomotiven 7 Stück
- hafeneigene Güterwagen 168 Stück
Jahresumschlag 1964:
- Schiffsverkehr 5506019 to
- Hafenbahnverkehr 1750354 to
- Lagerhausverkehr 48268 to

Foto:Aero-Lux
Blick über den Osthafen,
1954
Berichtszeitraum: 1965-68
Die Hafenbetriebe standen im Berichtszeitraum im
Zeichen der Umstrukturierung des Hafenverkehrs und der Rationalisierung
des Betriebes.
Die Zusammensetzung der Güterarten im Verkehr
der bundesdeutschen Binnenhäfen war in den letzten Jahren vielfältigem
Wandel unterworfen. Im Hafen Frankfurt hat sich dies besonders ausgewirkt,
nachdem er von jeher nahezu ausschließlich Versorgungshafen
für die Stadt und ihre unmittelbar benachbarten Gebiete war.
Kohle und feste Brennstoffe sind im Hafenverkehr
stark rückläufig. Baustoffe und Schrott haben erheblich
zugenommen. Eine neue Aufgabe des Frankfurter Hafens ist dadurch
entstanden, daß zahlreiche Hersteller von Verbrauchsgütern
ihre Vorratslager von den Werken nach zentralgelegenen Hafenplätzen
verlegt haben. Bedeutende Walzwerke zeigten sich sehr interessiert,
in den Frankfurter Häfen groß angelegte Verteilungslager
für ihre Erzeugnisse zu errichten. Namhafte Werke der chemischen
Industrie haben Auslieferungslager für Düngemittel bei
Frankfurter Spediteuren errichtet. Einer der bedeutendsten deutschen
Hersteller elektrischer Haushaltsgeräte hat ein umfangreiches
Vorratslager für ein weitreichendes Verteilungsgebiet einem
anderen Frankfurter Spediteur übergeben. Einer der bedeutendsten
Waschmittelhersteller versorgt über ein Frankfurter Großlager
weitgesteckte Gebiete.
Die Rationalisierung der Hafenbetriebe wurde mit
Energie vorangetrieben. Sie ist im Bereiche der Hafenbahn nahezu
abgeschlossen, nachdem auf dem Gebiet des Oberbaues Schienen-Schweißung,
Auftrags-Schweißung von Weichen und moderne Schienenbefestigungen
nachhaltige Ersparnisse in der zukünftigen Unterhaltung des
Gleiskörpers erbrachten, die Vollverdieselung der Zugförderung
bedeutende Vereinfachungen in der Unterhaltung des Lok-Parkes und
eine Rangierfunkanlage eine Verbesserung des Betriebsablaufes gebracht
haben. Insgesamt konnten im Hafenbahnbereich 31 Stellen eingespart
werden!
Für den Kranbetrieb des Osthafens ist die
Rationalisierung im Gange. Es wurde die Stromversorgung auf Drehstrom
umgestellt und die gesamte Schleifleitungsanlage erneuert. Zwei
moderne Krane Unterhaltungskosten sparender Bauart wurden neu angeschafft,
mehrere Kranhochbahnen erneuert und zwei ältere Krane mit Drehstrom-Ausrüstung
versehen. Sechs alte Krananlagen wurden bereits abgebaut und verschrottet,
weitere Stillegungen überalterter Krane stehen bevor.
Die rückläufigen Unterhaltungskosten
haben sich in Verbindung mit einer schrittweisen maßvollen
Anhebung von Gebühren und Entgelten auf das Betriebsergebnis
der abgelaufenen Jahre günstig ausgewirkt. Die Unternehmensverluste
der letzten Jahre lauten:
Unternehmensverluste:
- 1965: 1253644,19 DM
- 1966: 860065,25 DM
- 1967: 421579,57 DM
Die Verkehrszahlen des gleichen Zeitraumes sind:
Schiffsverkehr/Bahnverkehr
- 1965: 5091100 t /1654600 t
- 1966: 5430600 t /1728300 t
- 1967: 4978700 t /1542500 t
Die rückläufigen Zahlen 1967 beziehen
sich im wesentlichen auf die erste Jahreshälfte. Im zweiten
Teil des Jahres (und für den Schiffsverkehr sich fortsetzend
auch zu Beginn des Jahres 1968) ist wieder eine Aufwärtsentwicklung
festzustellen. Im Zuge einer zwischen dem Amt für Wirtschaft
und den Hafenbetrieben vorgenommenen Geländebereinigung wurden
die am Wasser gelegenen (sog. nassen) Grundstücke des Amtes
für Wirtschaft in das Eigentum der Hafenbetriebe und die "trockenen"
Grundstücke der Hafenbetriebe in das Eigentum des Amtes für
Wirtschaft überführt. Damit steht das gesamte städtische
Gelände in den städtischen Häfen im Eigentum und
in der Verwaltung der Hafenbetriebe.
Mit der Auflösung des ehemaligen Brücken-
und Hafenbauamtes sind dessen Aufgaben aus dem Bereich "Hafenbau
und Uferunterhaltung" auf die Hafenbetriebe übergegangen.
Das einschlägige Personal wurde von den Hafenbetrieben übernommen.
Berichtszeitraum: 1969-72
Welche Bedeutung hat ein Hafen und welche Zukunftsaussichten
wird er in einer Welt haben, in der im Verkehr ein starker Drang
zu neuen Formen des Gütertransportes spürbar ist? Lohnt
sich ein Hafen noch für eine Stadt, deren Finanzmittel gerade
durch Verkehrsinvestitionen bis an die Grenze des Möglichen
beansprucht werden? Ist es sinnvoll, auch weiterhin auf Chancen
zu warten, die zwar vorhanden sind, aber erst in den 80er Jahren
zum tragen kommen können? Um sich über diese Fragen mehr
Klarheit zu verschaffen und Entscheidungshilfen zu bekommen, beauftragte
der Magistrat am 2.6.1969 den Verkehrs- und Betriebswissenschaftler
Prof.Dr.Dr.Boettger vom Institut für Verkehrswissenschaft an
der Universität zu Köln, ein Gutachten über den Frankfurter
Hafen zu erstatten. Dieses Gutachten über die Grundlagen, Wandlungen
und Zukunftsaussichten der Frankfurter Binnenhafenwirtschaft ist
in langer intensiver Arbeit unter Mitwirkung des Hafens erstellt
worden. Die umfangreiche Arbeit bietet eine ausgezeichnete Darstellung
des bestehenden Zustandes, ihre Analyse gute Ansätze für
die weitere Entwicklung. Nach sehr eingehenden Beratungen in der
Hafenbetriebskommission und in der Lenkungsgruppe hat der Magistrat
die nachfolgenden Leitsätze beschlossen und von den Hafenbetrieben
eine dementsprechende Vorlage an die Stadtverordnetenversammlung
gefordert:
- 1. Die aufmerksame Beobachtung der Entwicklungstendenzen
für Binnenhäfen in den letzten Jahren läßt
den Schluß zu, daß diese zukünftig keine beachtenswerten
bzw. bedeutsamen ökonomischen Faktoren innerhalb einer kommunalen
Gesamtentwicklung darstellen können.
- 2. Für den Frankfurter Raum wird selbst
nach Fertigstellung des Rhein-Main-Donau-Kanals eine Besserung
bzw. Veränderung der Verhältnisse nicht zu erwarten
sein.
- 3. Der Osthafen bleibt bestehen.
- 4. Die Reservehaltung zum Bau des dritten Hafenbeckens
wird aufgegeben. Dabei ist zu berücksichtigen, daß
das dafür vorgesehene Gelände einer anderen, vorzugsweisen
industriellen Nutzung unter Berücksichtigung der Planungsabsicht
der Stadtwerke (Standort für ein Kraftwerk) zuzuführen
ist.
- 5. Der Flußhafen Höchst ist aufzulösen.
- 6. Die Auflösung des Westhafens wird nur
auf lange Sicht für möglich gehalten. Stadtplanerisch
ist das Gebiet des Westhafens im Zusammenhang mit den Planungsüberlegungen
zur Bahnhofsüberbauung und einer Sanierung des entsprechenden
Teils des Bahnhofsgebietes zu sehen.
- 7. Eine Erweiterung des Flußhafens Gutleuthof
nach Westen auf das Gelände des Gutleuthöfer Feldes
kommt nicht in Betracht.
- 8. Investitionen und Unterhaltungskosten dürfen
dieser Konzeption nicht entgegenstehen.
Öllager
im Osthafen
Wie stark die Ausstrahlung des Hafens über
die Stadtgrenzen Frankfurts hinaus das hessische Umland mit einbezieht,
zeigt eine Befragung der IHK Frankfurt über den Weg der im
öffentlichen Hafen umgeschlagenen Schiffsgüter. Der 1970
veröffentlichten Untersuchung lag die Statistik des Jahres
1967 zugrunde. In Herkunft und Verbleib der Güter entfielen
51% auf das Stadtgebiet von Frankfurt, 44,5% auf das übrige
Hessen und 4,5% auf andere Bundesländer. Die personellen Engpässe
der Jahre 1969 und 1970, die vor allem im Kran- und Hafenbetrieb
zu erheblichen Überstundenbelastungen führten, konnten
vor allem durch Einstellung ausländischer Mitarbeiter annähernd
überwunden werden. Der Schwerpunkt der Rationalisierung lag
beim Kranbetrieb. Weitere drei Kräne wurden verschrottet, andere
umgesetzt, um eine intensive Nutzung zu erreichen, die beiden Kranwerkstätten
wurden zusammengelegt. Neue Impulse werden dem Hafen zuwachsen durch
den Bau von mehreren Fertigbetonwerken am Wasser und einer Autoverschrottungsanlage,
die jährlich rund 100000 Autowracks - dies entspricht etwa
dem Aufkommen Südhessens - zu faustgroßem Schrott zerkleinert,
um ihn auf dem Wasserweg der Wiederverwendung im Stahlwerk zuzuführen.
Der Hessische Minister für Landwirtschaft und Umwelt unterstrich
bei der Einweihung im Juli 1972 den Nutzen auch für den Umweltschutz.
Die Verkehrszahlen der letzten Jahre haben mit geringen Schwankungen
ein hohes Niveau behauptet. Sie lauten für die Jahre 1968-1971:
| Schiffsverkehr |
|
|
Hafenbahnverkehr |
| |
in den städt. Häfen |
in Ffm. insgesamt |
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| 1968 |
5050587 to |
7292641 to |
1392074 to |
| 1969 |
5282748 to |
7605697 to |
1606339 to |
| 1970 |
5284602 to |
7513691 to |
1569590 to |
| 1971 |
5118790 to |
7385551 to |
1522170 to |
Trotz mehrmaliger Erhöhung bei allen Leistungsentgelten
konnte der starke Anstieg beim Personal- und Unterhaltsaufwand nicht
aufgefangen werden. Hohe finanzielle Belastungen entstanden vor
allem aus den notwendigen Baggerungen als Folge des großen
Main-Hochwassers im Februar 1970. Sorgenkind bleibt trotz hervorragendem
technischem Stand und der Ausschöpfung aller Rationalisierungsmöglichkeiten
die Hafenbahn. Obwohl im Vergleich zur Deutschen Bundesbahn mit
einem relativ niedrigeren Personalkostenanteil arbeitend, ist die
personal- und zeitaufwendige Zusammenstellung und Verteilung der
Waggons vom und zum Endverbraucher nicht kostendeckend. Es ist ein
schwacher Trost, daß auch die Deutsche Bundesbahn sowie die
anderen nichtbundeseigenen Eisenbahnen mit diesem Problem ringen.
Nach 23-jährigem Wirken für den Hafen trat Direktor Raspe
in den Ruhestand. Zu seinem Nachfolger berief der Magistrat den
aus der Wasser- und Schiffahrtsverwaltung des Bundes kommenden Regierungsbaudirektor
Dipl.-lng. Einwächter. Die Konsolidierung bei Hafenbahn und
Kranbetrieb und die Anpassung an neue und in ihrer Bedeutung wachsende
Transportmittel (Container-LASH u. Seabee-Verkehre, Schubschiffahrt
und Pipeline) werden Schwerpunkt der kommenden Arbeit sein.
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