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Schicksal und Wesen der KHASANA
GmbH DR. ALBERSHEIM sind besonders geartet. Das seit 1892
aus kleinsten Anfängen entwickelte Unternehmen hat sich einst
in der Körperpflegemittel-Industrie
Deutschlands dadurch einen Namen gemacht, daß es als erstes
eine "kosmetische Serie" herausbrachte. Seit dem ist diese
Kombination von Körperpflegemitteln aller Art, sozusagen von
Kopf bis Fuß zur Pflege des ganzen Körpers mit Produkten
der gleichen Duftbasis und des gleichen Namens, längst zum
Allgemeingut der Branche geworden. Der Erbe des als Parfümeur
wie Kosmetiker gleich begabten Gründers, Walter Carsch, mußte
1939 in die Emigration gehen. Das Unternehmen wurde zwangsweise
unter der Firma Dr. Korthaus KG arisiert. Während der Kriegsjahre
unterlag auch sein Fabrikationsprogramm den Vorschriften der Bewirtschaftungsstellen
und diente der Versorgung der Wehrmacht mit einfachsten Körperpflegemitteln.
Sein unmittelbar an der Südseite
des Frankfurter Hauptbahnhofs gelegenes Betriebsgebäude
zerstörten die Bomben bei den Märzangriffen 1944 völlig.
Lediglich die kleinen Ausweichbetriebe und Außenlager in Rüdesheim,
Klein-Welzheim, Grünberg, Münster und Mörfelden arbeiteten
weiter. Nach dem Ende der Kampfhandlungen kehrte das Unternehmen
nach Frankfurt zurück. In einem Stockwerk der seinem alten
Betriebsgebäude benachbarten Brönners Druckerei konnte
die Fabrikation wiederaufgenommen werden, während sich für
die Verwaltung am Untermainkai 12 eine bescheidene Unterkunft fand.
Erst ab 1949 war es möglich, auf den Trümmergrundstücken
Karlsruher Straße 15/17 (Abb.
oben, Modell) den eigentlichen Wiederaufbau zu beginnen. Das ausgebrannte
Haus Nr.15 wurde hauptsächlich für die Verwaltung ausgebaut.
Auf dem anderen Grundstück entstand ein eingeschossiger Behelfsbau,
der den Fabrikationsbetrieb aufnahm. Das stehengebliebene Treppenhaus
des ehemaligen Gebäudes verwandelte sich in einen für
Lagerzwecke benutzbaren Turm. Der Bau wurde so ausgeführt,
daß jederzeit vier bis fünf weitere Geschosse aufgestockt
werden können. Zunächst genügten die so gewonnenen
Räume zur Aufnahme der ausgelagerten und neubeschaffter Maschinen.
Ebenso unterblieb ein Wiederaufbau des Ladengeschäftes Kaiserstraße
9, einst eines der bedeutendsten Parfürmeriegeschäfte
Frankfurts, das aus der Gründung des Unternehmens hervorgegangen
war. Bewußt und mit Rücksicht auf den Fachhandel beschränkte
man sich seit 1945 auf den Fabrikationsbetrieb.
Mittlerweile hatte die Firma selbst eine Umwandlung
erlebt. Den gesetzlichen Vorschriften entsprechend war sie 1946
unter Treuhänderschaft gestellt worden. Aus der zuletzt als
offene Handelsgesellschaft betriebenen Dr. Korthaus KG wurde nun
die Khasana GmbH. Als Treuhänder wurde Direktor Karl Preuß
bestellt, der auch heute noch als Geschäftsführer des
Unternehmens tätig ist. Erst 1949 konnte der zurückgekehrte
Mitinhaber Walter Carsch die Leitung des Geschäftes wieder
unbehindert übernehmen. Gewiß waren das nur Formalia
und eine wohlbegründete Restitution. Daß damit aber viel
Arbeit und die Neueinführung der neuen Firma verbunden war,
bedeutete für das allmählich anlaufende Geschäft
gerade keine Erleichterung.
Dr. Albersheim hatte 1925 die erste deutsche Rasierseifencreme
auf den Markt gebracht. Sie war ein großer Erfolg und hatte
sein Unternehmen rasch bekannt gemacht. So konnte er der "PERI-Rasier-Creme"
mit der Zeit eine ganze Serie von Rasierartikeln bis hin zu Spezialklingen
anschließen. Selbstverständlich wurde diese guteingeführte
und bei den Verbrauchern unvergessene Marke nach der Währungsreform
wieder aufgenommen und fand einen guten Absatz. Wenn auch das Erscheinen
der elektrischen Rasiergeräte zu einer gewissen Umschichtung
in der Benutzung von Rasiermitteln führte, so hat die Khasana
GmbH Dr. Albersheim mit ihrer PERI-Serie für den Herrn, die
neben der Rasiercreme Rasierwasser und -klingen sowie eine Frisiercreme
umfaßt, einen festen Käuferkreis und damit dank des Rufes
ihrer Marke eine gewisse Stetigkeit in Absatz und Produktion erlangt.
Werbung, 1960
In geschickter Anpassung an die Tendenz zur Intensivierung
der Körperpflege hat das Unternehmen eine schon früh
erkannte und geförderte Entwicklung, nämlich die Benutzung
von Lippenstift, Wangenrot, Nagellack usw., zum Spezialgebiet seines
Fabrikationsprogramms erhoben. Auf diesem Sektor besitzt die Firma
Khasana Dr. Albersheim die längste Erfahrung, Lippenstifte
stellte sie bereits in den zwanziger Jahren her, und zielbewußt
und wissenschaftlich fundiert entwickelte sie nun eine Schönheitspflege-Serie,
die allen Ansprüchen gerecht wird. In fein abgestimmter Auswahl,
aber bei durchgehend gleich guter Qualität, wird jeder Geschmacksrichtung
entsprochen. Durch gediegene Aufmachung und eine sorgfältige
Rationalisierung der Produktion konnte es den Wettbewerb mit Importartikeln
bestehen und sich in kurzer Frist auf diesem neuen Gebiet der Feinkosmetik
als Marke durchsetzen. Als Spezialität behielt das Unternehmen
seine schon 193o entstandene Dulmin-Enthaarungscreme bei. Sie war
damals ebenfalls als erstes deutsches Produkt dieser Art auf den
Markt gekommen. Das bewährte Präparat wurde nach 1948
wieder in das Fabrikationsprogramm aufgenommen und fand begünstigt
durch den von Mode und Zivilisationsentwicklung ausgelösten
Trend zur Betonung körperlicher Schönheit einen verstärkten
Absatz. Ebenso konnte eine andere Khasana-Spezialität der Vorkriegszeit,
"Transpirol", dank ständiger Nachfrage im Fabrikationsprogramm
beibehalten werden. Neu entwickelt und erfolgreich eingeführt
wurde dagegen Khasana-Deodorant, das, einem Bedürfnis der Gegenwart
entgegenkommend, eine gute Aufnahme fand und darum zu einem Spezialartikel
in der Produktion ausgebaut werden konnte.
Ihrer Tradition entsprechend pflegte die Khasana
GmbH Dr. Albersheim auch nach 1948 die Parfüm-Komposition.
Mit seiner Phantasieschöpfung Khasana hatte ja vor mehr als
drei Jahrzehnten Dr. Albersheim seinen Namen in der ganzen Welt
bekannt gemacht und darum verpflichtet die Fortführung dieser
erfolgreichen Marke im Firmennamen seit 1946 zu Anstrengungen in
gleicher Richtung. Als neue Duftschöpfungen brachte das Unternehmen
die Parfüme "Li" und "Shangri La" auf den
Markt. Die Wiederaufnahme des Geschäftes mit Geschenkkartonagen
in Form von "Eau de Cologne" und "Alpen-Lavendel"
Packungen rundete vollends das Produktionsprogramm ab. In zäher
und geschickter Aufbauarbeit gelang es so, den Umfang und den Umsatz
des Unternehmens auf eine Höhe zu bringen, die die Ergebnisse
der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg deutlich übersteigt und
durch die weitgehende Umstellung der Fabrikation einen weiteren
Aufstieg erhoffen läßt. Die Firma Khasana Dr. Albersheim
zählt zu den führenden und angesehenen Firmen der Branche
in Deutschland und auf dem Weltmarkt. Nach Überwindung des
Wiederaufbaus hat das Unternehmen in seinem gut fundierten Betrieb
seinen Vorkriegsstand erheblich überschritten. Pläne für
einen weiteren Ausbau wurden bereits zu diesem Zeitpunkt erwogen.
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