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Berichtszeitraum: 1945-65


Großmarkthalle, um 1952

Als weltoffene Handelsstadt hat Frankfurt am Main schon frühzeitig dem Großmarkt besonderes Interesse zugewandt. Hier ist die erste bedeutende Großmarkthalle Deutschlands im Jahre 1897 eröffnet worden (spätere Kleinmarkthalle), und 1928 wurde trotz wirtschaftlich und politisch widriger Zeitläufe eine neue Großmarkthalle ihrer Bestimmung übergeben, die in ihren Anlagen nicht nur damals kaum ihresgleichen fand, sondern auch heute noch nach dem Wiederaufbau den Anforderungen entspricht.

Mit dem Zusammenbruch 1945 schien auch das Ende dieser Marktanlagen und damit des Frankfurter Marktwesens gekommen. Die Kleinmarkthalle Hasengasse war fast völlig zerstört, die noch einigermaßen intakten Teile der Großmarktanlagen, von denen die Großmarkthalle mit rd. 35%, das Bürohaus mit rd. 60%, die Importhalle mit rd. 25% und die Keller unter der Großmarkthalle und der Importhalle mit rd. 30%, die Freiflächen einschließlich der Gleise und Rampenanlagen mit rd. 40% durch Bombenangriffe zerstört waren, wurden ab 4.4.1945 von der amerikanischen Armee beschlagnahmt, die Anfang 1946 auch die Kleinmarkthalle im Stadtteil Höchst für ihre Zwecke in Anspruch nahm. Die Anfuhr von Obst und Gemüse war in den Monaten April bis Dezember 1944 auf den niedrigsten Stand von 10290 to abgesunken. Von einem Markt konnte also kaum mehr die Rede sein. Das war der Ausgangspunkt für die Bemühungen der Marktverwaltung, wieder eine Basis für eine geregelte Versorgung der Bevölkerung mit Obst und Gemüse zu schaffen.

Der Großmarkt konnte vorerst nur im mittleren Hallendrittel der Großmarkthalle abgehalten werden. Erst nachdem die Währungsreform die Verhältnisse normalisiert hatte, erfolgte in den Jahren 1949-1953 der Wiederaufbau der Großmarktanlagen , soweit sie nicht in den Händen der amerikanischen Armee sind. Voraussetzung für den Wiederaufbau war eine planvolle Enttrümmerung, die 1947 begonnen und im wesentlichen im April 1949 abgeschlossen war. Der Wiederaufbau selbst erfolgte planmäßig in der Reihenfolge:

  • Wiederherstellung der Kellerdecke im westlichen Drittel der Großmarkthalle,
  • Wiederaufbau des Bürohauses,
  • Wiederherstellung der Tonnengewölbe mit Nord- und Südwand ebenfalls im westlichen Hallendrittel.

Die Stahlbetondecke über dem Kellergeschoß war derart zerstört, dass der westliche Hallenteil und die darunter befindlichen Kellerräume nicht benutzt werden konnten. Mit der Erstellung der Decke wurden 3500 qm Verkaufsfläche und ebensoviel Kellerräume wieder gewonnen (Juni 1949 bis Mai 1950). Der Wiederaufbau des Bürohauses war in zwei Abschnitte zerlegt, damit der Geschäftsbetrieb soweit wie möglich aufrechterhalten bzw. abschnittsweise wieder aufgenommen werden konnte. 1950/51 konnten die Büroräume in den 8 Geschossen zum Teil bereits wieder bezogen werden, auch wurden die Arbeiten des zweiten Bauabschnittes im Rohbau fertig. Bei dem Wiederaufbau des Bürohauses konnten im obersten Stockwerk 23 Räume mehr als vor der Zerstörung erstellt und die Auswertung anderer Stockwerke verbessert werden.

Nach Abschluß der Arbeiten standen Büroräume mit einer Fläche von 3700 qm den Marktfirmen zur Verfügung.

In der Zeit von Mai 1952 bis Februar 1953 wurden die Tonnengewölbe mit Nord- und Südwand im westlichen Hallendrittel mit einem Kostenaufwand von DM 1770000,- hergestellt und so der Baukörper der Großmarkthalle wieder geschlossen . Damit das in Waggons angelieferte Obst und Gemüse beim Ausladen den Witterungsunbilden nicht weiterhin ausgesetzt war, wurde im Jahre 1955 in dem nichtbesetzten Teil die Rampenüberdachung mit einem Bauaufwand von DM 201500,- erneuert. Damit waren die Kriegsschäden an der Verkaufshalle, soweit sie in der Verfügungsgewalt der Marktverwaltung stand, beseitigt.

Inzwischen hatte sich auch in der Ruine Kleinmarkthalle wieder ein lebhafter Markt entwickelt, der zeigte, daß diese Markteinrichtung ihre Anziehungskraft nicht eingebüßt hat. Man entschloß sich, eine neue Kleinmarkthalle in der Nachbarschaft der kriegszerstörten an der Hasengasse zu bauen. Diese Halle mit 172 Verkaufsständen wurde am 29. März 1954 eröffnet. 3 Mio DM hat der Bau erfordert.

Kurz darauf, im April, konnte die neue Blumengroßmarkthalle ihrer Bestimmung übergeben werden. Sie bedeutete für Erzeuger und Händler auf dem Gebiet des Blumen- und Zierpflanzenbaues einen allseits begrüßten Fortschritt.

Blumengroßmarkthalle
Foto:Christian

In den Jahren des Wiederaufbaues des Marktwesens, insbesondere seit 1950, war der Umschlag auf dem Großmarkt für Obst und Gemüse von Jahr zu Jahr sprunghaft angestiegen und erreichte im Jahre 1954 bereits 204365 to Gemüse und 141925 to Obst, zusammen also 346290 to. Das angewachsene Marktvolumen hatte schon 1951 dazu geführt, nördlich der Verkaufshalle Holzhallen zur Unterbringung von Großhandelsständen zu errichten. Die Kosten trugen vorerst Interessenten, vereinbarungsgemäß entschädigte die Stadt sie nach 3 Jahren zum Buchwert bei einer Abschreibung von 20% für jedes genutzte Jahr. Unter ähnlichen Bedingungen wurden auch für den Marktverein II Griesheim bei Darmstadt und die Gärtnervereinigung Neu-Isenburg auf diesem Gelände Markthallen errichtet. Die Verkaufsplätze der Frankfurter Gärtner hat die Stadt in gleicher Weise aus eigenen Mitteln überdacht. Aber trotz dieser neuerstandenen Verkaufsflächen drängte die Marktentwicklung immer wieder zu Verhandlungen mit der amerikanischen Armee wegen Freigabe beschlagnahmter Räume und Verkehrsflächen. Diese mit großer Geduld geführten Verhandlungen hatten auch stufenweise Erfolg, bis Ende April 1959 das östliche Drittel der Verkaufshalle mit dem Kühlhaus und dem Rest der Keller unter dieser Halle sowie die Gleisanlagen und die Verkehrsflächen um die Halle selbst freigegeben wurden und damit die Verkaufshalle in allen ihren Teilen wiederum dem Großhandel nutzbar gemacht werden konnte. Mit der Bewilligung von 1,8 Mio. DM durch die Stadtverordneten-Versammlung konnten in einem ersten Bauabschnitt die Belegungsschäden beseitigt, die Halle für Großhandelszwecke wieder eingerichtet und neue Kellerräume geschaffen werden. Es folgten weitere Bauabschnitte. Zunächst wurde das Kühlhaus, das mit seinen veralteten Kühlanlagen neuzeitlichen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden konnte und für das der Großmarkt selbst auch kein Bedürfnis hatte, als Büro- und Lagerhaus eingerichtet. Kosten 1160000,- DM. Die Importhalle, die Ende 1960 von der amerikanischen Armee ebenfalls ganz geräumt worden war, wurde mit einem Aufwand von 3790000,- DM instandgesetzt. Die Erneuerung der Überdachung des Teiles der Rampen, die bis zuletzt von den Amerikanern beansprucht waren - veranschlagte Kosten 1600000 DM, schloß Anfang des Jahres 1965 die Instandsetzungsarbeiten an den Bauten des Großmarktes ab. Der Ausbau und die Befestigung der Parkplätze für 1026 Kraftfahrzeuge hatte zwischendurch rd. 980000 DM in Anspruch genommen.

Um den Warenverkehr des Großmarktes schneller und reibungsloser zu gestalten und um die Provisorien nördlich der Halle zu beseitigen, hat die Stadt 1964 im Westen des bisherigen Geländes 11326 qm hinzuerworben.

Nachdem im Jahre 1955 auch im Stadtteil Höchst eine neugebaute Kleinmarkthalle in Verbindung mit dem dortigen Wochenmarkt in Betrieb genommen wurde, hat die Stadt Frankfurt am Main einwandfreie, zum Teil vorbildliche Marktanlagen zur Versorgung der Bevölkerung mit Obst und Gemüse geschaffen bzw. erneuert. In den einzelnen Marktanlagen stehen nunmehr zur Verfügung:

  • Großmarkthalle: 11918 qm Verkaufsfläche, 8200 qm Büros, 21866 qm Lagerräume und Keller, 1026 Parkplätze, 2600 qm Freilager, 5000 lfdm. Gleise - 250 Waggons können gleichzeitig entladen werden - 11326 qm Erweiterungsgelände.
  • Kleinmarkthalle : 1118 qm Verkaufsfläche, 331 qm Büroräume, 1015 qm Kellerräume und 72 Parkplätze.
  • Kleinmarkthalle Höchst: 248 qm Verkaufsfläche, 209 qm Keller.
  • Blumengroßmarkthalle: 576 qm Verkaufsfläche, 114 qm Keller.

Rd. 18745000,- DM vermögenswirksame Ausgaben waren seit 1949 erforderlich, um dieses Ziel zu erreichen. Es konnte nicht ausbleiben, daß, um als Gebührenhaushalt die Ausgaben aus den Einnahmen decken zu können, die Marktgebühren zum 1.10.1958 erstmalig und im Jahre 1965 erneut erhöht werden mußten.

Die Entwicklung des Konsums und damit verbunden des Marktgeschehens zeigt sich am besten daran, daß der Umschlag auf dem Großmarkt für Obst und Gemüse im Jahre 1961 und 1962 die 500000-to-Grenze erreichte, eine Entwicklung, an die bei der Errichtung des Großmarktes wohl niemand dachte: In den Jahren vor dem Krieg hatte der Umschlag etwa 100000 to betragen.

 

 

Berichtszeitraum: 1965-68

 

Von den "Marktbetrieben der Stadt Frankfurt a.M." werden folgende Marktveranstaltungen unterhalten:

  • Großmarkt für Obst und Gemüse
  • Kleinmarkthalle Hasengasse
  • Kleinmarkthalle Ffm.-Höchst
  • Wochenmärkte
  • Friedberger Platz
  • Ffm.-Höchst
  • Weihnachtsbaum-Großmarkt

Der von der Stadt Frankfurt a.M. betriebene Blumengroßmarkt am Dominikanerplatz wurde am 30.11.1965 geschlossen, nachdem durch die Rhein-Main-Zierpflanzen eGmbH, eine Genossenschaft der Blumenerzeuger und -großhändler, eine neue Blumengroßmarkthalle an der Festeburg erbaut und am 1.12.1965 in Betrieb genommen wurde.

Auf dem Frankfurter Großmarkt für Obst und Gemüse waren in den Jahren 1965 bis 1967 nachstehende Zufuhren zu verzeichnen:

  1965 1966 1967
Obst 209545 t 212221 t 182260 t
Gemüse 185648 t 190638 t 207687 t
gesamt: 395193 t 402859 t 389947 t

Von den Gesamtzufuhren entfallen rund 67% auf Waren ausländischer Herkunft.

Im 1. Quartal 1968 mußte festgestellt werden, daß der 1967 eingetretene leichte Umsatzrückgang sich 1968 verstärkt fortgesetzt hat. Ob diese Tendenz während des ganzen Jahres 1968 anhalten wird, ist noch nicht abzusehen. Die in den verschiedenen Markteinrichtungen vorhandenen Verkaufsflächen und -stände waren während des Berichtszeitraumes fast ausnahmslos vermietet. Jedoch sind in letzter Zeit, insbesondere bei den Verkaufsständen in der Großmarkthalle und der Kleinmarkthalle Hasengasse, verstärkt Konzentrationserscheinungen zu beobachten, d.h. freiwerdende Stände werden von be-nachbarten Firmen zur Erweiterung der bereits vorhandenen Verkaufsfläche übernommen. Gegensätzlich hierzu verhält es sich bei den Verkaufsständen auf dem Gelände vor der Großmarkthalle. Hier sind freie Großhandelsstände mangels Nachfrage nur noch schwer vermietbar. Die Zahl der am Großmarkt vertretenen Firmen (einschl. Erzeuger) ist im Laufe des Berichtszeitraumes um ca. 10 % auf 626 (1.1.1968) zurückgegangen. Der noch in den Jahren 1960 bis 1962 starke Bedarf an Büroräumen ist seit Beginn des Berichtszeitraumes nicht mehr vorhanden. Das größere Angebot an modernen Büroräumen in der Innenstadt hat die nicht so günstig gelegenen Büroräume für nicht unmittelbar am Marktgeschehen beteiligte Firmen weniger attraktiv werden lassen. Zur Zeit sind etwa 15% der Büroräume nicht genutzt. Eine Besserung der Situation ist nicht zu erwarten.

Auf dem 1965 für rd. 4,3 Mio DM erworbenen Gelände westlich der Großmarkthalle wurden 1967 weitere Parkplätze eingerichtet, wodurch eine wesentliche Entlastung der an den Marktbereich grenzenden Straßen erzielt werden konnte. Die jetzt zur Verfügung stehenden Plätze für rd. 1500 Fahrzeuge dürften auch zukünftig ausreichend sein. Ab 1.6.1967 wurde im Zuge der Neuregelung der Verkehrsverhältnisse die Bewirtschaftung der bis dahin an 2 Unternehmer verpachteten Tagesparkplätze in eigene Regie übernommen. Ohne Personalvermehrung waren hierdurch jährliche Mehreinnahmen von ca. 60000,- DM zu erzielen.

Im Hinblick auf den künftighin längeren Anfahrtsweg zur Müllverbrennungsanlage in der Nordweststadt und auf das starke Ansteigen des im Marktgelände anfallenden Mülls wurde 1966 mit der Neuorganisation der Müllbeseitigung begonnen, die 1967 beendet wurde.

Der anfallende Müll wird nunmehr in Großbehältern (15 cbm) abgefahren. Der Sperrmüll, dessen Menge durch die Umstellung auf verlorene Verpackung immer größer wird, wird zur besseren Ausnutzung des Transportraumes in einer "Zweiwege-Presse" zu Ballen verdichtet. Diese Neuordnung machte Investitionen von insgesamt 373500,- DM erforderlich. In einem Urteil des Bundesfinanzhofes wurde festgestellt, daß Markteinrichtungen grundsätzlich eine gewerbliche Betätigung darstellen, da sie nach ihrer Zielsetzung und Organisation mit der übrigen gewerblichen Wirtschaft konkurrieren. Zur Vermeidung steuerlicher Nachteile ist deshalb die Rechnungslegung auf der Grundlage von Erfolgs- und Finanzplänen wesentlich, ganz abgesehen davon, daß ein Großmarktunternehmen als werbendes Wirtschaftsunternehmen am allgemeinen Wirtschaftsleben teilnimmt und nach kaufmännischen Grundsätzen geführt werden muß. Aufgrund der entsprechenden Beschlüsse der Stadtverordneten-Versammlung und des Magistrats wurde deshalb die bisherige "Marktverwaltung" in einen Eigenbetrieb umgewandelt und wird ab 1.1.1968 unter der Bezeichnung "Marktbetriebe der Stadt Frankfurt a.M." nach den Vorschriften des Eigenbetriebsgesetzes geführt.

 

 

Berichtszeitraum: 1969-72

 

Im Bereich des Großmarktes schritt die schon seit längerer Zeit zu beobachtende Konzentration der anbietenden Importeure, Großhändler und selbstvermarktenden Erzeuger weiter fort. Die Zahl der Anbieter sank von 535 (1.1.1969) auf 427 (1.1.1972). Hauptgrund hierfür dürfte neben verschiedenen anderen Gründen, wie Betriebsaufgabe aus Altersgründen, die schwieriger gewordene Konkurrenzsituation sein, die mit durch die Strukturänderungen im Einzelhandel hervorgerufen wurde. Besonders betroffen sind hiervon die in der Großmarkthalle ansässigen Großhändler, deren Kundenstamm, die kleinen Obst- und Gemüse-Einzelhändler, durch das Vordringen der Filialbetriebe, Handelsketten und Supermärkte sich weiterhin verringert hat. Trotz dieser Verringerung der am Markt anbietenden Firmen stieg der Umschlag von Obst und Gemüse am Frankfurter Großmarkt von rd. 380000 to (1968) auf rd. 404000 to (1971). Hierin dürfte zum Ausdruck kommen, daß es den Importeuren gelungen ist, die teilweise selbstimportierenden Filialisten und Handelsketten als Kunden dem Großmarkt zurückzugewinnen. Die Marktbetriebe unterstützen diese Bestrebungen weitgehend, indem sie diesen Betrieben Lagerräume für die An- und Auslieferungen zur Verfügung stellten. Im November 1970 wurde erstmals der Versuch gemacht, den Großmarkt an Samstagen während der Winterzeit zu schließen. Ausgehend von einer Anregung des Interessenverbandes der marktansässigen Importeure und Großhändler wurde eine Befragungsaktion bei den einzelnen Marktstandinhabern durchgeführt, die sich hierbei überwiegend für eine Schließung aussprachen. Nach anfänglichen Protesten der Gegner dieses „marktfreien" Samstages, die auch die örtliche Tagespresse zu entsprechenden Zeitungsartikeln inspirierten, wurde dieser Versuch jedoch als voller Erfolg betrachtet, insbesondere wegen der günstigen Auswirkung auf die personelle Situation sowohl bei den Marktfirmen als auch bei den Marktbetrieben selbst. Eine erneut im September 1971 durchgeführte Befragung brachte ein nahezu einstimmiges Votum für eine Schließung des Großmarktes an Samstagen. Seit Frühjahr 1972 ist die Großmarkthalle auch während der Sommermonate an Samstagen geschlossen.

Die Beseitigung zunehmender Mengen des am Großmarkt anfallenden verlorenen Verpackungsmaterials (Obstkisten, Kartonagen etc.) bereitete während des Berichtszeitraumes große Schwierigkeiten. Insbesondere die Zunahme des durch die am Großmarkt einkaufenden Einzel- und Großhändler eingebrachten und wahllos im gesamten Marktgelände deponierten nicht mehr verwendbaren Leergutes brachte die vorhandenen technischen Einrichtungen (1 Ballenpresse für sperriges Material, 3 Müllbehälter für Obst- und Gemüseabfälle sowie 1 im Jahre 1970 beschafften Müllpreßwagen, der vorwiegend zur Säuberung des Parkplatzgeländes eingesetzt wurde) sowie das zur Marktreinigung eingesetzte Personal an die Grenze der Belastbarkeit. Das Einbringen von Abfällen in das Marktgelände ist zwar untersagt, kann jedoch wegen des weitläufigen Geländes ohne beachtliche Personalvermehrung nicht verhindert werden. Nachdem bereits 1970 an der Kleinmarkthalle Hasengasse zur Beseitigung des dort anfallenden Mülls eine neuartige Müllpresse installiert wurde, die sich bestens bewährte (geringer Arbeitsaufwand und Kosteneinsparung durch verminderten Wasserverbrauch infolge Stillegung der alten Müllschluckanlage), wurden 1971 für den Großmarkt drei weitere solcher Müllpressen beschafft. Durch diese Rationalisierungsmaßnahme ist es gelungen, die Abfallmenge (1971 rd. 6500 to) ohne einen Personalmehreinsatz zu beseitigen. Sorge bereitet der bauliche Zustand des Großmarkthallen- Gebäudes. Während 1969 und 1970 jährlich etwa rd. 250000,-DM für die erforderlichen Bauunterhaltungsarbeiten aufgewendet werden mußten, stieg dieser Aufwand 1971 auf 672000,-DM. Hierin sind enthalten 170000,-DM für die Torkretierung eines Drittels der nördlichen Außenfassade sowie ein Teilbetrag von 200000,-DM für die Reparatur eines Teiles des Tonnengewölbes des Verkaufshallendaches. Weitere ca. 600000,-DM mußten 1972 allein für die Fortsetzung dieser Reparaturarbeiten, die aufgrund erst jetzt zutage getretener noch vorhandener Kriegsschäden bzw. wegen mangelhafter Ausbesserungen nach Kriegsende notwendig waren und auch künftighin noch erforderlich werden, aufgewendet werden. Infolge der in allen Bereichen eingetretenen Kostensteigerungen war es unumgänglich, die seit 1.4.1965 gültige Marktgebührenordnung zu ändern und ab 1.5.1971 eine Erhöhung der Marktgebühren um ca. 20% vorzunehmen. Ob allerdings das hierdurch angestiegene Gebührenaufkommen zur Deckung des infolge der vorerwähnten Bauunterhaltungsmaßnahmen sich stark erhöhenden Aufwandes ausreichen wird, erscheint zumindest fraglich.

 
Quelle: Jahresberichte der Stadt Frankfurt 1945-72
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