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dokumentation zur nachkriegszeit
stadtsparkasse frankfurt am main.  
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Die STADTSPARKASSE FRANKFURT AM MAIN ist im Schatten der Kommunalverwaltung herangewachsen. Zwischen den beiden Weltkriegen konnte sie sich dann größer entfalten. So kam ihre Hauptstelle erst 1940 zu einem eigenen Gebäude. Bevor jedoch die ehemalige Elisabethenschule am Börsenplatz für diesen Zweck umgebaut werden konnte, sank sie am 22. März 1944 in Trümmer. Auch viele Zweigstellen wurden im Krieg zerstört oder beschädigt. Die Geschäftsleitung des Instituts kehrte in ein 1930 erworbenes, kleines Bankgebäude am Börsenplatz 5 zurück. Die Stadtsparkasse hatte 1939 mit einer Bilanzsumme von 98 Millionen RM abgeschlossen. Damals betrugen ihre Spareinlagen 65,2 Millionen, während die sonstigen Gläubiger 28,4 Millionen zu fordern hatten. Am Tage der Währungsreform 1948 machten die gesamten Einlagen dagegen 382 Millionen RM aus, die auf rund 21 Millionen DM zusammenschrumpften. Doch nun traten an die Stelle der Improvisation und der mehr oder minder behelfsmäßigen Fortführung des Betriebs sehr bald wieder klare und stetig wachsende Aufgaben. Das Institut konnte seine Funktion als Kapitalsammelbecken wieder erfüllen und das Vertrauen der Sparer gab ihm bald die Mittel, um wieder aktiv zu werden. Die Einlagen wuchsen von Jahr zu Jahr und erreichten jeweils am Jahresende

  • 1949: 53,5 Millionen DM
  • 1950: 90,6 Millionen DM
  • 1951: 105,9 Millionen DM
  • 1952: 119,2 Millionen DM
  • 1953: 162,2 Millionen DM
  • 1954: 195,5 Millionen DM
  • 1955: 216,9 Millionen DM
  • 1956: 239,0 Millionen DM
  • 1957: 292,5 Millionen DM

So konnte die Stadtsparkasse in zunehmendem Maße am Wiederaufbau Frankfurts mitwirken. In erster Linie ging es ihr darum, der furchtbaren Wohnungsnot entgegenzutreten und die gewerbliche Wirtschaft durch Kredite zu fördern. Ebenso mußten der öffentlichen Hand Mittel für den Wiederaufbau der Versorgungseinrichtungen, der Krankenhäuser und Schulen zur Verfügung gestellt werden. Vom Tage der Währungsreform bis Ende 1955 hat das Institut insgesamt 1046 Hypothekendarlehen in Höhe von 49,2 Millionen DM allein für den Wohnungsbau bewilligt. Damit konnten 6570 Wohnungen erstellt werden. Weitere 1680 Wohneinheiten wurden von ihm indirekt durch den Ankauf von Hypotheken-Pfandbriefen finanziert. In ihrer Bilanz für 1955 konnte die Stadtsparkasse an langfristigen Ausleihungen in Form von Hypotheken und Kommunaldarlehen den Betrag von 90,2 Millionen DM ausweisen. Dazu kamen im gleichen Zeitpunkt 33,9 Millionen DM kurzfristige Kredite und ein Wechselbestand von 14,1 Millionen DM. Daß es bei der starken Nachfrage nach Krediten und Darlehen für das Institut oft gar nicht leicht war, die berechtigten Ansprüche auszuwählen und gebührend zu fördern, versteht sich von selbst. Es ließ sich dabei von seiner Verantwortung den Sparern gegenüber leiten und führte seiner Satzung gemäß die Geschäfte nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, ohne nach Gewinnen zu streben.

Im August 1956 eröffnete die Stadtsparkasse ihren Neubau an der Hasengasse 4, Bild um 1960

 

Die Stadtsparkasse baute im Laufe der Jahre ihr Zweigstellennetz, soweit es durch Kriegsschäden gelitten hatte, wieder auf und darüber hinaus noch weiter aus. Im Jahre 1956 besaß sie 14 Hauptzweigstellen im inneren Stadtgebiet, weitere 11 in den Vororten und 6 Nebenstellen in Außenbezirken, insgesamt also 31 Geschäftsstellen außer der Hauptstelle. Für diese wurde die jahrelange, immer drückender gewordene Raumnot endlich im August 1956 mit dem Einzug in den stattlichen Neubau Hasengasse 4 beendet. Im Zuge des Wiederaufbaus der Altstadt war ihr hier, unweit der Zeil, ein großes Grundstück für ihr Hauptgeschäftsgebäude zugewiesen worden. 1954-56 wurde zum ersten Male in der Geschichte des Instituts für seine Zentrale ein eigenes Gebäude errichtet und ganz den Bedürfnissen eines modernen Sparkassenbetriebs angepaßt. Im siebenstöckigen Hauptbau längs der Hasengasse nimmt die große Kassenhalle mit ihren mosaikverzierten Säulen und dem großen Wandmosaik des Bildhauers Hans König, Klingenberg, fast das ganze Erdgeschoß ein und vereint in übersichtlicher Anordnung alle Schalter für den Verkehr mit der Kundschaft. Eine Sparkasse von der Größenordnung des Instituts pflegt alle Sparten des Geld- und Kreditwesens und muß über die entsprechenden Abteilungen und Einrichtungen verfügen. So besitzt die Stadtsparkasse im Untergeschoß eine große Tresoranlage. Dort ist auch die Lochkarten-Abteilung und die Fernsprechzentrale untergebracht. Bei der Ausgestaltung des von der Planungsgemeinschaft der Architekten Franz.C.Throll und Dipl.Ing.Helmut Riegler zusammen mit der Frankfurter Aufbau AG errichteten Baublocks wurde auf jeden überflüssigen Aufwand verzichtet. Der viergeschossige Ostflügel bildet mit dem Hauptbau einen Vorplatz zum Haupteingang. Durch eine klare Raumgestaltung im Inneren wurde eine großzügige Organisation des gesamten Betriebsablaufs erreicht. So ist die Stadtsparkasse endlich in der Lage, ihre großen und vielfältigen Aufgaben reibungslos zu erfüllen.

Werbung, um 1959

 
Quelle: F.Lerner: " Frankfurt am Main und seine Wirtschaft", Ammelburg-Verlag 1958
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