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| bereits
in den zwanziger Jahren entstanden in der Stadt Frankfurt erste Entwürfe
zu sogenannten Großgaragen,
die der Bewältigung des enorm anwachsenden Kraftfahrzeugverkehrs
dienen sollten. Nachdem sich zwischen 1923 und 1928 die Anzahl der
Automobile und Motorräder im Stadtgebiet auf ca. 12000 verdoppelt
hatte und die allgemeine Verkehrseuphorie eine jährliche Steigerung
von ca 30% erwarten ließ, beauftragte die Stadt mehrere Architekten,
die sich um Entwürfe für diese neuartigen Gebäude bemühten.
Vor allem der Architekt Ernst Balser
hatte bis 1929 einige Projekte praktisch zur Baureife entwickelt,
geplant waren folgende Garagen: am Schumanntheater
in der Nähe des Hauptbahnhofes
(siehe Bild rechts, ca 1937), an der Bockenheimer
Warte, am Oeder Weg und im
Stadtteil Oberrad. |

Foto:P.Wolff
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| keines dieser
Bauvorhaben konnte letztendlich umgesetzt werden, es fehlte an Geld,
es überwogen die Zweifel an der technischen Machbarkeit und an
ihrer Wirtschaftlichkeit. Die Prioritäten dieser Zeit lagen eindeutig
stärker im Wohnungsbau; Parkgebäude,
die nur den Interessen einiger weniger Fahrzeugbesitzer gedient hätten,
wären der stark an Wohnungsnot leidenden Bevölkerung kaum
vermittelbar gewesen. Erst knapp zehn Jahre nach dem Krieg wurden
diese frühen Pläne wieder aufgegriffen. |
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ab 1953
entstanden in der Frankfurter Innenstadt auf abgeräumten Trümmergrundstücken
zahlreiche, zunächst provisorisch geplante Parkplätze
unter freiem Himmel, von denen manche allerdings für einige
Jahre zur Dauerinstitution werden sollten. Bewachte Großparkplätze
für teilweise über 1000 Fahrzeuge wurden an der Mainzer
Landstraße, Opernplatz ,
Roßmarkt, Stephanstraße (Bild links), Junghofstr,
Börsenstraße und der Gutleutstraße
errichtet. Auch in Frankfurts "Herz", dem Bereich zwischen
Dom und Römer (Bild rechts),
wurden viele Stellplätze errichtet.
auf vielen dieser Großparkplätze
entstanden später die neuartigen Parkhäuser.
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um Langzeitparken zu verhindern wurden
ab dem
1. September 1954 zunächst am Hauptbahnhof
die ersten 74 "Parkometer"
aufgestellt, Parkzeituhren die dem Autofahrer für wenige Groschen
einen zeitlich limitierten Parkplatz sichern sollten. Schon fünf
Jahre später gab es davon rund 1200 im ganzen Innenstadtgebiet.
im Bild links sind an den Fahrzeugen
gut die damals noch schwarzen Autokennzeichen zu erkennen, erst
1956 wurde das heute gültige
Kennzeichensystem mit den hellen Schildern eingeführt.
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rush-hour,
Dauerstau bei Regen und Dunkelheit in Frankfurts
Innenstadt -von einem schnellen Parkplatz in der Nähe
ganz zu schweigen- bis heute für viele Autofahrer ein wahres
Schreckensszenario! |
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beim Bau von Großparkhäusern
fehlte im Deutschland der fünfziger Jahre noch jegliche praktische
Erfahrung, man wußte wenig über deren zukünftige
Rentabilität, über die Auswirkungen auf bestehende Verkehrsleitsysteme,
man zweifelte am Willen der Autofahrer, diese Häuser auch dann
anzunehmen, wenn ihnen dadurch ein längerer Weg zum Ziel entstünde,
kurzum: es war eine Rechnung mit vielen Unbekannten. Das die Stadt
Frankfurt auch hier eine Vorreiterrolle übernahm, war
durch die räumliche Enge ihrer Innenstadt
zwangsläufig gegeben, bei horrend schnell steigenden Grundstückspreisen
war der Gedanke an großflächige Parkplatzzonen direkt
in der City abwegig. Um 1954 begann
die Stadt mit der Planung ihrer ersten Parkhäuser.
die Skizze rechts zeigt das Verhältnis
der beanspruchten Grundfläche
der Parkhäuser (weiß) zur erzielten Parkfläche
(grau schraffiert).
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| das erste öffentliche
Parkhaus der Bundesrepublik wurde ab 1955
in der Nähe der Frankfurter Hauptwache
gebaut, in recht kurzer Zeit entstanden dann weitere neue Wahrzeichen
des modernen Massenverkehrs, einige sollen hier vorgestellt werden: |
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an einem sonnigen Dienstag, dem 18.9.1956
wurde das mit bunten Fahnen und Blumengirlanden geschmückte
Parkhaus Hauptwache am
Kornmarkt als eine der letzten
Amtshandlungen des zwei Tage später verstorbenen Oberbürgermeisters
Walter Kolb
eingeweiht. "Glückauf dem neuen Parkhaus! Wir werden
weitere Parkhäuser errichten und damit beweisen, dass wir die
Zeichen der Zeit verstanden haben." rief er den neugierigen
Frankfurtern zu.
bild links: Die großzügige
Fensterfront ähnelte mehr der eines Warenhauses als der eines
Hauses nur für Autos. Im Hintergrund die Katharinenkirche
und die ebenfalls 1956 fertiggestellte
Kaufhalle .
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die Gebühr
für einen Tag Dauerparken betrug immerhin 3,- DM, dies war
für damalige Verhältnisse schon ein stolzer Preis, daher
waren diese Dauerparkmöglichkeiten auch hauptsächlich
für Geschäftsleute interessant. Nach nur drei Jahren arbeitete
das der Stadt gehörende Parkhaus
Hauptwache bereits kostendeckend.
1986 wurde das Parkhaus als Kulturdenkmal
sogar unter Schutz gestellt, zehn Jahre später gönnte
ihm die Stadt eine aufwendige Totalsanierung, vor allem die Betonrampen
und Geschoßdecken waren durch den langen Dauerbetrieb über
die Jahre hinweg sehr stark angegriffen. Heute gilt dieses Gebäude
als eines der schönsten seiner Art und Symbol für den
technischen Fortschritt der Nachkriegszeit.
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bauherr auch hier, wie bei allen, damals
von der Stadt gebauten Parkgaragen die städtische Frankfurter
Aufbau AG.
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| baubeginn
für das dritte Parkhaus in der Taubenstraße
war im Frühjahr 1959, schon
am 22. Mai 1960 konnte das rund 70
Meter lange Haus in der Nähe der Börse
eröffnet werden. Charakteristisch ist der angeschlossene Rundbau
mit den Zu- und Abfahrtsrampen für die Fahrzeuge. Im Bild rechts
das Modell des Parkhauses. |
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rund 400 Stellplätze gibt es im
sechsgeschossigen Parkhaus Taubenstraße
(ehemals Parkhaus Stadtbad Mitte), von denen ein Stock als
Freigeschoß auf dem Dach gebaut wurde. Am gleichen Tag wie
das Parkhaus wurde direkt gegenüber auch das neue Stadtbad
Mitte
eingeweiht, ein großes Hallenschwimmbad in der Hochstraße.

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zur Nummer Vier
der neuen Ikonen des Straßenverkehrs wurde am 15.4.1961
das an der Untermainanlage
gelegene, 750 Autos fassende "Parkhaus
am Theater" in unmittelbarer
Nachbarschaft zum Schauspielhaus.
Dieses wurde zur gleichen Zeit bis 1963
zu einer mächtigen Theater-Doppelanlage
umgebaut und für die Theaterbesucher durch einen Tunnel zur
neuen Autoherberge verbunden. 

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das Parkhaus war sieben
Stockwerke hoch, die rundgeschwungene Fassade bestand aus Glas und
Sichtbeton, die Abfahrt zur Hofstraße
erfolgte über einen 200 Meter langen Tunnel.
es wurde vor kurzem
abgerissen.
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das
sechste Parkhaus Frankfurts wurde ab Oktober 1961
an der Mainzer Landstraße/Westendstraße
gebaut. 1000 Stellplätze auf acht Geschossen konnte der bis dahin
größte Parkhausbau der Stadt aufweisen. Obwohl nicht direkt
dort gelegen, trug es die Bezeichnung "Parkhaus
zum Hauptbahnhof". Der monumentale Bau wurde vor allem
zur Entlastung des ruhenden Verkehrs rund um Messe
und Hauptbahnhof geplant, links im
Bild das Modell. |
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im Frühsommer (1.7.1963)
wurde das Gebäude eröffnet. Neben der hohen Anzahl der
Stellplätze auf ca. 8000 Quadratmetern Grundfläche besaß
der große Bau zwei Tankstellen, eine Wagenpflegestation sowie
Ladengeschäfte und eine Gaststätte. Wie alle anderen zu
diesem Zeitpunkt gebauten Parkhäuser hatte auch dieses ein
getrenntes Rampensystem für Ein- und Ausfahrt der Fahrzeuge,
für die Nutzer standen vier Aufzüge zur Verfügung.
dieses Haus mußte im November 1989
dem Kronenhochhaus der
DG-Bank weichen.

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neben einem weiteren Parkhaus am
Großen Hirschgraben (Bild links, eröffnet 12.4.62)
standen im Sommer 1963 nun insgesamt
sechs Häuser mit 3600 Parkplätzen
zur Verfügung, nach damaligen Berechnungen sollte jeder dieser
Plätze am Tag drei- bis viermal belegt werden, was für
die Frankfurter Innenstadt täglich
immerhin einen Zugewinn von rund 11000
Abstellmöglichkeiten in diesen, einzig für das
Auto konzipierten Funktionsgebäuden brachte.

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weitere Parkhäuser,
die bis Ende der sechziger Jahre entstanden: Am Frankfurter
Hof ,
in der Gutleutstraße und
der Junghofstraße (Bild rechts,
eröffnet November 1965), am
Gericht (Bild unten), in der Kaiserhofstraße
bei der Börse und das erste,
von privater Hand gebaute Hertie-Parkhaus
an der Brönnerstraße mit
direktem Zugang zum Kaufhaus an der Zeil
.
1970 gab es damit
rund 6500 öffentliche PKW-Einstellplätze
in Frankfurts Innenstadt.

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parkhaus am
Gericht, eröffnet im November 1964.

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