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nach
dem zweiten Weltkrieg übernahm Frankfurt wieder die Rolle der
"Finanzhauptstadt" Deutschlands, die sie längst an
die Hauptstadt Berlin abgegeben hatte.
Aufgrund der zentralen Lage der Stadt ließen sich unzählige
öffentliche und private Bankinstitute nieder, darunter auch 1948
die Bundesbank, die hier die Währungsreform
vorbereitete .
Durch die darauf beginnende Marktwirtschaft konnte auch das Börsengeschäft
wieder aufleben, Wertpapier-, Devisen-, und Effektenbörse ließen
Frankfurt sehr schnell zum führenden Börsenplatz Deutschlands
aufsteigen. Als Symbol dieser "Wiedergeburt" galt die Wiedereinweihung
des großen Börsensaales
am 9. Februar 1957 (Bild rechts).
Der 1879 errichtete Saal war größer als vergleichbare Räume
in Berlin oder Paris,
was die Frankfurter damals stolz vermerkten -und auch dem Umfang der
hier getätigten Geschäfte durchaus entsprach!
Foto:roebild
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Fotos: W.Keim |
als "Haus der Völkerfreundschaft"
weihte Oberbürgermeister Bockelmann am 6.
Mai 1957 das Amerika-Haus
in der Staufenstraße ein.
Neben der großen Bibliothek gab es auch einen Saal für
Konzert- oder Theateraufführungen mit 320 Plätzen.

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| rechts: Blick
in den Leseraum des Amerika-Hauses
mit seiner umfangreichen Bibliothek im Erdgeschoß. Hier standen
ca. 30000 Titel amerikanischer Autoren, auch eine gutsortierte Musikabteilung
mit 3000 Schallplatten, sowie ein Filmverleih für Schulen waren
in dem Haus untergebracht. |
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Foto:DB |
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| das größte
Gleisbild-Stellwerk Europas, "Fpf"
wird am 11. August 1957 auf dem riesigen
Gleisgelände des Frankfurter Hauptbahnhofes
in Betrieb genommen. Die Steuerung von täglich etwa 1200 Reisezügen
konnte zentral von hier aus geregelt werden. Doch nicht nur der direkte
Bahnhofsbereich, auch die vorgelegenen Abzweigstellen und Bahnhöfe
konnten dadurch weitgehend automatisiert gesteuert werden. Rechts
der Blick in die Kommandobrücke des Zentralstellwerkes. |
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am 19. November
1957 fährt zum ersten Mal eine elektrische Lokomotive
in den Hauptbahnhof ein, damit
begann eine neue Ära im südwestdeutschen Schienenverkehr.
Frankfurt war damit an das elektrische Streckennetz der Schweizer,
Österreichischen und Italienischen Bahnen angeschlossen. Der
reguläre Betrieb mit den die Bahnstrecken so lange prägenden
Dampflokomotiven wird auf dem Hauptbahnhof nach fast achtzig Jahren
im Jahre 1967 eingestellt.
Foto:A.Kern
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blick auf die Innenstadt
mit der Zeil und der Hauptwache.
Foto:Aerolux
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Foto:Ihle
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luftbild vom Eschenheimer
Tor.
Dieser Stadtbereich hatte nach dem Krieg ein völlig neues
Gesicht erhalten. Im unteren Bildbereich dominiert der 1956
entstandene achtgeschossige Neubau der landwirtschaftlichen
Rentenbank an der Hochstraße
,
links das Volksbildungsheim von
1908, darüber der kleinere Neubau der Gladbacher
Feuerversicherung (1953) .
Die Autos wurden hier, wie seinerzeit oft üblich, in den Kreiselverkehr
geschickt.
Foto:Aerolux
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in der oberen Bildmitte steht das Bayerhaus
von 1952 ,
rechts neben dem Eschenheimer Turm
moderne Apartmenthäuser mit den Turmpalast-Kinos
und das Haus der Frankfurter Rundschau
von 1953 .
hier lebte das moderne, faszinierende
Frankfurt der Wirtschaftswunderjahre, -kein Wunder das auch die
vielleicht berühmteste Frankfurterin dieser Zeit hier wohnte
und arbeitete: Rosemarie Nitribitt,
Edel-Prostituierte mit besten Kontakten zur "besseren Gesellschaft"
der Industriellen, Bänker und Politiker. Oft war sie in den
Straßen am Eschenheimer Tor
mit ihrem schwarzlackierten Mercedes beim "Kundenfang"
zu sehen. Ermordet fand man sie am Dienstag, dem 29.
Oktober 1957 in der Stiftstraße
36 (im Bild oben das längliche Apartmenthaus, rechts
neben dem Eschenheimer Turm). Sie
wurde nur 24 Jahre alt, die junge Bundesrepublik hatte den ersten
vieldiskutierten Gesellschaftsskandal: in Nitribitts Adressbuch
fanden sich angeblich zahlreiche hochangesehene Namen; weder Mörder
noch das Motiv konnten je ermittelt werden...
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auch
in den Straßen rund um die Gallusanlage,
Taunusanlage und Neue Mainzer Straße
(Bild) zeigte die Stadt damals bereits ihre unterschiedlichen Gesichter.
Auf der einen Seite neue Bank- und Geschäftshochhäuser,
Bundesbank, Schauspielhaus
und gepflegte Grünanlagen, gleich daneben das Bahnhofsviertel
mit Prostitution, Glücksspiel und Kriminalität. Berüchtigt
war auch der im unteren Bildabschnitt dominierende Häuserblock
des "Kaiserkellers", in
diesen stark verfallenen Häusern trieben sich zahllose Obdachlose
und Kleinkriminelle herum. 1968 kam
es hier zu einer wüsten, fünfstündigen Schießerei
eines Gangsters mit der Polizei. Ein Jahr nach diesem Vorfall wurden
an dieser Stelle alle Gebäude für das Hochhaus des heutigen
Eurotowers (ehemalige BfG-Bank,
1977 fertiggestellt) abgerissen. |

Foto:Aerolux
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Foto:Meier-Ude
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im Frankfurter
Zoo wird am 28. August 1957
das Exotarium eröffnet.
(siehe )
von kalten Polarlandschaften für
Pinguine bis zum schwül-heißen Tropenklima in der Halle
für die Krokodile (Bild) ließen sich in Aquarium
und Terrarium alle erdenklichen
klimatischen Bedingungen und Lebenssphären exotischer Amphibien,
Reptilien, Fischen und Insekten simulieren. Dieses sehr moderne
Gebäude hatte auch nach den regulären Besuchsszeiten des
Zoos bis in den späten Abend
hinein geöffnet und war damit eine faszinierende Bereicherung
der Tierliebhaber und der Nachtschwärmer.
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die "Große
Deutsche Rundfunk, Fernseh- und Phonoaustellung" vom 2.
bis 11. August 1957 auf dem Messegelände
war ein großer Publikumsmagnet, nach zehn Tagen wurden 493000
Besucher gezählt, vor allem der starke Andrang aus dem Ausland
wurde mit viel Stolz vermerkt. 200 Aussteller zeigten die neuesten
Errungenschaften der Technik, die Festhalle
war in einen riesigen Sendesaal für Fernsehsendungen hergerichtet
worden, ein großer Schalldeckel sorgte für gute Akustik
(Bild links). Täglich drängelten sich hier tausende Zuschauer,
um eine der großen Unterhaltungsshows zu erleben.
(siehe ) |
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rechts: am 10.
Januar 1958 wird der 50 Kilowatt-Atomversuchsreaktor
der Goethe-Universität am Rebstockgelände
in Betrieb genommen. Für 1,2 Millionen Mark hatte das Institut
für Kernphysik den Reaktor aus Kalifornien liefern lassen und
in einem runden Stahlbau mit rund 20 Metern Durchmesser montiert.
Stifter war die Farbwerke Hoechst AG.
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Foto:Inst.f.Kernphysik
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1959 wird das neue Seminargebäude
der Universität an der Gräfstraße
fertiggestellt. Der Architekt Ferdinand
Kramer, Leiter des Universitätsbauamtes erstellte für
die philosophische Fakultät
einen Neubau für rund 1500 Wissenschaftler und Studenten. In
der rekordverdächtigen Zeit von nur drei Wochen wurde das neunstöckige,
ca. 30 Meter hohe Stahlgerüst hochgezogen, nach dem Richtfest
verzögerte sich der Weiterbau dann durch einen Streik bei einer
amerikanischen Zulieferfirma.
für Architekturinteressierte: in
Deutschland war hier erstmalig ein Eisenskelettbau mit nicht ummantelten
Stahlstützen entstanden.

foto:Jaenicke
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Foto:Keim
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in Frankfurt
am Main wurde schon seit dem Kriegsende am 8.
Mai 1945 begonnen, sämtliche deutschsprachige Literatur
aus Büchern und Schriften zu sammeln und komplett bibliographisch
zu erfassen. Im April 1959 wurde
ein für die Lagerung dieses Bestandes speziell entwickelter
Neubau der Deutschen Bibliothek
(gegründet 1946) an der Zeppelinallee
eröffnet.
zu diesem Zeitpunkt hatten sich schon
rund 500000 Werke aller Art angesammelt, jährlich kamen etwa
65000 neue Schriften hinzu. Zunächst hatte der Turm der Nationalbibliothek
nur sechs Magazingeschosse und zwei Benutzergeschosse mit Lesesaal,
doch schon bald mußte der "blaue Turm" mit weiteren
Geschossen aufgestockt werden. Inzwischen befindet sich die Deutsche
Bibliothek an der Adickesallee,
das hier gezeigte Gebäude aus den späten Fünfzigern
stand längere Zeit leer und wurde inzwischen abgerissen.

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| das
regional bedeutendste Sportereignis der fünfziger Jahre war wohl
das Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft am 28.
Juni 1959. Mit der Frankfurter Eintracht
und den Offenbacher Kickers
standen gleich zwei Vereine aus dem Rhein-Main-Gebiet im Finale, das
die Eintracht nach Verlängerung schließlich mit 5:3 für
sich entschied. Die Austragung dieses Spieles im fernen Berliner
Olympiastadion sorgte für großen Ärger bei
den einheimischen Fans, zumal das nahegelegene Frankfurter
Waldstadion zu dieser Zeit erheblich mehr Zuschauern Platz
hätte bieten können. Die große Meisterfeier der Eintracht
auf dem überfüllten Römerberg
versöhnte sie dann doch alle wieder, -auf einen weiteren Meistertitel
wartet man in Frankfurt aber bis heute... Im Bild die Mannschaft der
Eintracht beim Empfang im Kaisersaal
des Römers. |

Foto:Vack
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Foto:Meier-Ude |
blick auf
Fressgaß
und die Opernhaus-Ruine
aus einem der etwa 30 Apartments des zehnstöckigen "Merkur-Hochhauses",
am ehemaligen "Sauplätzi", wo einst der Merkur-Brunnen
stand. Vom Dachgarten bis zum Atomschutzbunker war dieses Wohnhochhaus
für die Mieter "mit allen Schikanen unserer baufreudigen
Zeit" eingerichtet, wie eine Zeitung schrieb: "vollmöbliert,
selbstverständlich mit Anschlüssen für Fernseh, Radio,
Telefon und elektrischem Rasierapparat im Bad". |

Foto:Kerner |
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im April 1959
begann für den Flughafen Frankfurt
(siehe
)
das Zeitalter der Düsenflugzeuge. Für die gegenüber
den Propellermaschinen größeren Düsenjets wurde
bis 1960 die neue, schmetterlingsförmige
Wartungshalle der Lufthansa
gebaut. Sie war zu diesem Zeitpunkt mit einer Länge von 165
-und einer Breite von 130 Metern die größte Flugzeughalle
Europas. Im Bild die Großbaustelle im Jahre 1959,
man sieht den mittleren Werkstättenflügel, an den Seiten
die Montage der später stützenlos an Stahlseilen aufgehängten
Hallendächer .
Das Projekt kostete damals beachtliche 30 Millionen Deutsche Mark.
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