Eröffnung des Rhein-Main Flughafens 1936, Besucherterrasse mit Marmorstele

Eines der Vorzeigeprojekte der Nationalsozialisten war der neue Flughafen in Frankfurt. Im Mai 1936, rechtzeitig zum Olympiajahr, wurde dort der Flugverkehr aufgenommen. Das Flugfeld wurde prunkvoll ausgestattet. Hitlers Architekt Albert Speer bestellte bei der Nassauischen Marmorfabrik Dyckerhoff & Neumann aus Villmar an der Lahn, eine Stele aus grauem Schupbacher Marmor "Famosa" in der Höhe von 8,50 Metern. Das Monument wurde mit dem Hoheitszeichen, einem Adler mit Hakenkreuz, gekrönt. In den Kriegstagen war die Stele trotz mehrfacher Bombardierung des Flughafengeländes mit mehr als 2000 Bomben sowie Sprengungen bei Rückzugsgefechten der deutschen Wehrmacht verschont geblieben. Nach dem Krieg kam die Wende. Das NS-Symbol hatte ausgedient und musste verschwinden. Zwei Kranwagen wurden benötigt, um den Adler des "Tausendjährigen Reiches" von der Marmorstele zu entfernen. Nach dem Wiederaufbau des Flughafens und dem Neuanfang des Luftverkehrs, hatten Deutsche erstmals am 2. März 1948 die Gelegenheit, nach Berlin zu fliegen. Ein Grund, das erhalten gebliebene Marmorwerk auf dem Flugplatzgelände mit einer Weltkugel und der Friedenstaube zu versehen, als Symbol eines zukünftigen friedlichen, europäischen und internationalen Frankfurter Lufthafens als "Tor zur Welt". Was Bombenhagel im Krieg nicht vermochte, schafften später die Verantwortlichen des Flughafens. Offensichtlich stand den Planern der Erweiterung um 1965 die Stele im Weg. Nach Mitteilung des zuständigen Leiters der Luftfahrt-Historischen Sammlung, Dr. Wurstrack "landete" damals die Friedenstaube in einem gesicherten Verwahr, während die Marmorstele einfach verschrottet wurde.

von Lydia Aumüller

weiteres über das Nassauische Marmorwerk und die Stadt Villmar .