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| am 25.
März 1945 stoßen amerikanische Truppen aus südlicher
Richtung nach Frankfurt vor und nehmen als erstes Areal innerhalb
des Stadtgebietes das Gelände des Rhein-Main
Flughafens ein. Angehörige der Wehrmacht hatten kurz zuvor
einige Gebäude und Tankanlagen auf der Nordseite gesprengt, Rollfelder-,
Start- und Landebahnen waren durch zahlreiche Bombenangriffe der Alliierten
bereits ab 1944 stark zerstört worden. Amerikanische Pioniereinheiten
bezogen die noch stehenden Betriebsgebäude des ehemaligen Luftschiffhafens
im Süden des Flughafens und konnten das Flugfeld schon nach wenigen
Tagen wieder soweit herrichten, dass der Nachschub für die noch
kämpfenden Truppenteile der US-Armee gesichert war. Am 8.
Mai 1945 war der Krieg beendet. |
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foto:Wolff&Tritschler
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die neuen "Hausherren" machten
sich sofort daran, den strategisch wichtigen Großflughafen,
nun mit der militärischen Bezeichnung "Airbase
Y 73", instandzusetzen.
Zunächst wurde in Zusammenarbeit mit den Frankfurter
Stadtwerken das Strom- und Wasserversorgungsnetz instand
gesetzt, Versorgungseinrichtungen wiederhergestellt, im Juni wird
ein Kriegsgefangenenlager errichtet, zusammen mit den dort Inhaftierten
wird im Sommer 1945 die erste,
1800 Meter lange Betonstartbahn
gebaut. Es folgen Verbindungsrollbahnen zwischen Nord- und Südteil,
auch Empfangsgebäude und die Flugzeughalle werden für
einen eingeschränkten Betrieb der US-Airforce instandgesetzt
(Bild links).
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im Juni 1945
hatten vier Betriebsangehörige der ehemaligen Betreibergesellschaft
SWF begonnen, wichtige Gerätschaften
und Unterlagen aus den Trümmern zu bergen. Nachdem ihr Kreis
nach und nach größer wurde und sie es tatsächlich
schafften, manches zu retten und wieder betriebsbereit zu machen,
entschlossen sich die Amerikaner im Februar 1946
an die deutschen Helfer von der SWF
vertraglich Bau- und Unterhaltungsarbeiten zu vergeben. Schon kurze
Zeit später arbeiteten rund 160 Angestellte für die Gesellschaft,
die sich am 25. September 1947
in VAG (Verkehrs-Aktiengesellschaft Rhein-Main)
umbenennt. Siehe .
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Foto:Woscidlo |
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oben: Das Verwaltungsgebäude der
VAG an der Unterschweinstiege,
gebaut 1947-49. Deutsche Staatsangehörige
blieben zunächst von jeglichem Flugverkehr ausgeschlossen,
nicht einmal als Passagiere durften sie reisen. Und so bestand die
Hauptaufgabe der VAG darin, Verwaltungs-
und Betriebsgebäude zu bauen oder in Betrieb zu halten, Teile
des großen Geländes wurden sogar einige Zeit landwirtschaftlich
genutzt!
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am 18. Mai
1946 landet das erste Verkehrsflugzeug nach dem Krieg, eine
DC-4 der American
Overseas Airlines, am 15. August startet eine kleine, dänische
Fluggesellschaft den Linienverkehr mit
einem Zwischenstop in Frankfurt auf der Route Kopenhagen-Marseille.
Das Foto rechts hält einen historischen Augenblick fest: mit
einem Flugzeug der American Overseas Airlines trafen am 29.
August 1946 die ersten Luftpostsendungen für Deutsche
ein - 116 Pfund Briefpost für die amerikanische, 80 Pfund für
die britische und 16 Pfund für die französische Besatzungszone.
die erste große Bewährungsprobe
des Flughafens nach dem Krieg war die sogenannte Luftbrücke.
Nachdem die Sowjetunion aufgrund politischer Differenzen mit den
westlichen Alliierten im Juni 1948
die Stadt Berlin abriegeln ließ,
entschlossen sich diese zur Versorgung der Hauptstadt durch die
Luft. Ab dem 26. Juni waren zunächst kleinere Flugzeuge vom
Flugplatz Wiesbaden-Erbenheim nach
Berlin geflogen, schnell aber war klar, dass mit diesen Maschinen
die Versorgung längerfristig nicht sicherzustellen war.
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| Erst mit dem Einsatz der
wesentlich größeren C-54 Skymaster
(auch "Rosinenbomber"
genannt), die nun in langer Reihe alle drei Minuten (Abb.) von der
Startbahn des Rhein-Main Flughafens
losflogen, stellte sich der Erfolg dieser beispiellosen Operation
ein. Zwischen Juli 1948 und dem Ende
der Luftbrücke im September 1949
wurden fast 2,5 Millionen Tonnen
Hilfsgüter in die abgeriegelte Stadt geflogen, 79 Menschen kamen
bei Unfällen ums Leben. |
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die
kurz nach dem Krieg gebaute Startbahn
war den abertausenden Hilfsflügen nach Berlin allerdings nur
bedingt gewachsen, es entstanden schwere Schäden, die den Bau
einer zweiten Startbahn unabdingbar
machten. Am 28. April 1949 begannen
die Arbeiten an der 2150 Meter langen Startbahn
2, die nördlich der ersten Bahn errichtet wurde
und am 22. Dezember dem Verkehr übergeben wird . |
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die Amerikaner beauftragen die VAG
ab 1. Dezember 1949 mit der Übernahme
aller zivilen organisatorischen Aufgaben am Boden sowie der Abwicklung
des Vorfelddienstes. Doch nach wie vor besitzt Deutschland keine
Lufthoheit, keine eigene Luftlinie und seine Staatsbürger dürfen
vorerst nur mit Ausnahmegenehmigung nach Berlin fliegen, also begnügen
sich die Neugierigen mit einem Besuch auf "Rhein-Main",
ab Pfingsten 1950 wird die Besucherterrasse
wieder eröffnet, dort sehen sie eines der größten
Flugzeuge jener Zeit, die Boeing B-377
"Stratocruiser" für 64 Passagiere (Bild rechts).
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Foto:DENA |
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ab 27. Mai
1950 weht die deutsche Flagge wieder über dem Flughafen,
die US-Army zieht sich bis 1951
komplett auf den südlichen Teil des ehemaligen Luftschiffareals
zurück und betreibt dort rund 60 Jahre lang die "Rhein-Main
Airbase", einer der größten Flughäfen
der Amerikaner außerhalb der USA.
nach teilweiser Aufhebung der Restriktionen
für deutsche Flugteilnehmer 1951
steigert sich der Zivilluftverkehr rapide, Ende 1952
werden schon über 400000 Passagiere
gezählt, das erfordert nun eine ständige bauliche Erweiterung
der Betriebsanlagen. Von Frühjahr 1951 bis Januar 1952 wird
das Empfangsgebäude mit einem
zweiten Obergeschoß aufgestockt, gebaut werden zudem Tanklager,
Gebäude für Post und Feuerwehr. Für die schnelle
und sichere Abfertigung der Maschinen werden ab Mai 1952
ein Instrumentenlandesystem, ein Drehfunkfeuer und ein 35 Meter
hoher Radarturm installiert, am 1. Juli 1953 nimmt die Flugsicherungsleitstelle
den Dienst auf.
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am 28. September
1953 wird die 90x50 Meter große Wartungshalle
II in Betrieb genommen (Bild unten), rechts sieht man die
Wartung einer Lockheed L-1049 Super-Constellation
der TWA, mit 99 Plätzen das
größte Verkehrsflugzeug seinerzeit. Es landete am 19.
August 1953 zum ersten Mal in Frankfurt.

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Foto:Vack
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detaillierte Übersicht "Frankfurt
Rhein-Main" im Jahr 1953
.
(90kb)
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nach Einführung der sogenannten
"Touristenklasse" werden
1953 weit über eine halbe
Million Fluggäste gezählt, mit 8 Inlandsstrecken und rund
80 Auslands-Luftverkehrsverbindungen können in diesem Jahr
von "Rhein-Main" aus schon 1285 Plätze auf der Welt
erreicht werden. Der Frankfurter Flughafen liegt im Auslandsverkehr
damit eindeutig an der Spitze der deutschen Airports. Im Schnitt
starten und landen bereits 100-120 Maschinen täglich. Im Bild
eine zeitgenössische Montage aller
20 Luftverkehrsgesellschaften,
die Frankfurt 1953 anflogen, darunter
die Pan American Airways, British European
Airways, Swissair, Air France, Panair do Brasil, Trans World Airways,
Royal Air Maroc, die niederländische
KLM, SABENA aus Belgien, die spanische
IBERIA, AVIANCA
aus Kolumbien und die SAS aus Skandinavien,
noch aber fehlt hier die Lufthansa!
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das Modell des Frankfurter Flughafens
war eine der vielbesuchten Attraktionen der Deutschen
Verkehrs-Ausstellung 1953 in München. Es zeigte mit
beweglichen Flugzeugmodellen anschaulich Start- und Landemanöver
und die verkehrstechnischen Maßnahmen der "Bundesanstalt
für Flugsicherung", die per Gesetz ab 1.
Juli 1953 als zentrale Flugsicherungsleitstelle Deutschlands
in Frankfurt ihren Sitz bekommt und am Opernplatz
den Dienst aufnimmt .
Zuvor hatte die amerikanische Zivilluftfahrtsbehörde CAB
den Deutschen die vollständige Kontrolle des Luftraums zurückgegeben.
Ein weiterer Schritt zur Wiedererlangung der Souveränität.
Foto:A.Strobel
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am 6. August
1954 nimmt die "Deutsche Lufthansa
AG" wieder ihren Betrieb auf. Nachdem die Bundesrepublik
1955 die volle Souveränität
und damit auch die uneingeschränkte Lufthoheit zurückerlangt,
kann die altbekannte Fluggesellschaft mit rund 600 Mitarbeitern
und acht Flugzeugen ab dem 1. April 1955
wieder stolz einen Flugplan präsentieren (Bild links). 1.
März 1955: Um 10.25 diesen Tages landete die erste Convair-Maschine
LH-104, mit 25 Passagieren aus Hamburg kommend, auf dem Frankfurter
Flughafen. "Rhein-Main"
wird zur Heimatbasis der Kranich-Linie.
rechts: Blick in die Kabine des "Senator"-Luxusdienstes
der Lufthansa nach New
York, ca 1960.
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foto: Von dem 1955
neu gebauten, überdachten Restaurant geht der Blick auf die
große, 2000 Besucher fassende Freiterrasse mit ihren Grünanlagen,
Fontänen und Wasserspielen und der über acht Meter hohen
Stele, die innerhalb weniger Jahre
die wundersame Wandlung eines Reichsadlers zu einer Friedenstaube
miterleben durfte .
die Besucherzahlen des Flughafens stiegen
stetig an, 1953 wurden in einer
erstmaligen Zählung 550000 Gäste mit 85000 Autos registriert,
die Begeisterung für die Luftfahrt war weiter ungebrochen,
trotz der frischen Erinnerung an die grausamen Folgen des Bombenkrieges,
bei denen Flugzeuge und ihre Piloten ganze Städte ausgelöscht
hatten.
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viel wurde den Besuchern
geboten: Rundfahrten mit den Elektrozügen
Rhein-Main-Blitz" oder Rhein-Main-Expreß"
(unten), die für 50 Pfennig durch die Flughafenanlagen führten.
Für 15 Mark konnte man Rundflüge über die Stadt und
den Flughafen buchen (Abb rechts).

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in einer eigenen
Halle stand seit 1954
ein 18 Meter langes Modell des Flughafens,
Start- und Landevorgänge wurden hier vorgeführt. Auf Plexiglasschienen
rollten Miniaturflugzeuge, von einem verkleinerten Kontrollturm aus
ergingen die im Flugbetrieb üblichen Anweisungen ins Deutsche
übersetzt! |
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mit der Wiederzulassung der "Lufthansa",
1954 steigen die Zuwachsraten des
Flughafens sprunghaft an: 40% Fluggäste, 29% Fracht und 25%
mehr Luftpostaufkommen werden kurz darauf gezählt. Das erhöhte
die Anforderungen an die Betreiber, die seit dem 28.
Mai 1954 umbenannte "Flughafen
Aktiengesellschaft Frankfurt/Main" FAG;
vor allem das Thema Flugsicherheit rückte nun in den Mittelpunkt.
1954 erhält der Airport eine
weitere lotsengesteuerte Radarlandeanlage, ein sogenanntes ILS-System
bringt Flugzeuge mittels Funk sicher auf den Boden. Ab 1955
wurde ein Radarturm (im Bild hinten
rechts) gebaut, der neue Tower
(hinten links) löste den alten Kontrollturm des Empfangsgebäudes
ab.
Luftbild vom Flughafen 1956 (190kb)

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links der 35 Meter
hohe Tower, Anfang 1957
in Betrieb genommen, hier sitzt der Nah- und Platzkontrolldienst,
der den Luftverkehr auf dem Flughafen und der näheren Umgebung
lenken und absichern soll. Dieser Kontrollturm war übrigens
das erste Gebäude des bis 1972
fertiggestellten Terminal-Mitte,
er stand provisorisch auf "Stelzen", um die dann später
rumgebaut werden konnte.
rechts der Radarturm,
gebaut 1956. Im Umkreis von 90
Kilometern ließen sich mittels schnell umlaufender Rundsicht-Radar-Anlage
alle bis in vier Kilometer Höhe fliegenden Flugzeuge erfassen
und ihr Standort ausmachen.
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Foto:Hoppen
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blick aus dem Tower,
von hier aus wird der Verkehr auf dem Vorfeld des Großflughafens
beobachtet und gesteuert. Über Sprechfunk werden die Piloten
vom Anlassen der Motoren bis zum Start und bei ihren Landungen zu
den Halteplätzen begleitet.
Rechts der 1960 errichtete Flugwetter-Radarturm für die Feststellung
ausgeprägter Wolken- und Niederschlagszonen im Umkreis von
300 km.
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| Mit dem
Start einer DC-7 der Pan American, die am 28. Oktober 1957 den planmäßigen
Nonstop-Langstreckenflugdienst
Frankfurt-New York eröffnet,
war absehbar, dass der Einsatz von strahlturbinenbetriebenen Flugzeugen
kurz bevor stand. Die Düsenjets waren mit Durchschnittsgeschwindigkeiten
von rund 900km/h wesentlich schneller und fast doppelt so groß
wie die bisherigen Propellermaschinen mit ihren Kolbenmotoren. Durch
einen Beschluß der Bundesregierung von 1958 wird "Rhein-Main"
der erste deutsche Düsenverkehrsflughafen. |
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