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der Start in das Zeitalter
der Düsenflugzeuge beginnt kurios: Ausgerechnet auf dem "amerikanischsten"
Flughafen Europas ist es am 25. April
1958 überraschend eine Tupolev TU 104-A der erzverfeindeten
Supermacht UDSSR mit dem stellvertretenden sowjetischen Ministerpräsidenten
an Bord, die den Passagierverkehr mit Düsenjets auf Frankfurt
Rhein-Main sozusagen "eröffnet". Der planmäßige
Linienverkehr mit diesen neuartigen Flugzeugen startet ein Jahr
später, für den Flughafen beginnt in jeder Hinsicht eine
neue Ära.
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Foto:F.Haase
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düsentriebwerke
waren Ende der fünfziger Jahre nichts wirklich Neues mehr, sie
gab es bereits seit 1937, doch erst mit der "De
Havilland Comet" wurde 1952
die erste Düsenverkehrsmaschine der Welt zugelassen. Vorteile
dieser Technologie sind ein wesentlich günstigeres Verhältnis
von Gewicht zur Leistung, ein ruhigerer Lauf der Triebwerke und der
Gebrauch des billigeren und sichereren Treibstoffes Kerosin. Die wichtigsten
Punkte aber sind die im Vergleich zu Propellermaschinen fast verdoppelte
Reisegeschwindigkeit, sowie das Fliegen in sehr großen, wetterunabhängigeren
Flughöhen und dadurch die bessere Einhaltung der Flugpläne.
Die Luftfahrt wurde geradezu revolutioniert. |
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neue Flugzeuge prägen seit 1959
das Bild auf "Rhein-Main",
vor allem die amerikanische Boeing 707
(Bild oben) wurde schnell zum meisteingesetzten Düsenjet dieser
Tage. Im Hintergrund die weiter ausgebauten Empfangsanlagen des
Flughafens.
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voraussetzung für den Einsatz von
Düsenflugzeugen war zunächst der weitere Ausbau der Start
und Landebahnen, am
28.10.1957 wird die Hauptstartbahn
Nord, mit 3300 Metern längste Bahn Europas, fertiggestellt,
bis zum 5. September 1959 nochmals
um 600 Meter verlängert. Auch die Südbahn
des Parallelbahnsystems wird 1960
auf 3000 Meter ausgebaut und steht nun ebenfalls dem Düsenverkehr
zur Verfügung .
Der Flughafen Frankfurt stieg damit als erster deutscher Verkehrsflughafen
in die Kategorie A der ICAO-Klassifikation
auf und schuf die Voraussetzung für die ihm von der Bundesregierung
übertragene Aufgabe, der erste Düsenverkehrsflughafen
der Bundesrepublik im interkontinentalen Flugdienst zu werden.
foto: Zu sehen ist der abendliche Anflug
auf die Nordbahn mit den neuen Calvert-Befeuerungsanlagen,
die den Piloten die Sichtlandung bei Dunkelheit oder schlechtem
Wetter erleichtern. Sie soll dem Flugzeugführer neben der Ausrichtung
der Landebahn durch raffinierte Anordnungsmuster der Lampen auch
jederzeit Flug- und Querlage, Gleitwinkel und Landegeschwindigkeit
vermitteln und das Flugzeug damit sicher auf den Boden bringen.
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Foto:Siemens |
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das Vorfeld wurde ab 1957
um 50000 Quadratmeter erweitert, und die Zahl der Abstellpositionen
auf 30 Maschinen erhöht. Die im Bild zu sehenden Querverbindungswege
vom Vorfeld und die parallel der Hauptbahnen gelegenen langen Rollbahnen
(Taxiways) wurden ebenfalls weiter ausgebaut und verbesserten die
Kapazitätsreserven des gesamten Systems nun auf 60 bis 70 mögliche
Starts und Landungen in der Stunde.
neue, unterirdisch liegende Rohrleitungsanlagen
und Hydranten ermöglichen ab April
1959 eine direkte Betankung mit einer Leistung von 5000 Litern
Kerosin pro Minute auf den jeweiligen Abstellplätzen -sie lösen
damit die veralteten Tankwagen ab, die früher zu den Flugzeugen
fuhren.
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weitere große Umstellungen betrafen
die Kontrollsysteme des Luftraums,
die Flugsicherungsbehörden wurden in den sechziger Jahren hierbei
vor ganz neue Aufgaben gestellt, da die Düsenjets im Flug und
bei der Landung wesentlich schneller als alle bis dahin eingesetzten
Flugzeuge waren. Es wurden neue Anflugverfahren entwickelt, zur
Sicherung des Flugverkehrs in Höhen über 6000 Meter wurden
Flugsicherungsdienste wie Eurocontrol
geschaffen, mit derer man länderübergreifend den Luftraum
kontrollieren konnte. Ab 1960 wurde
der mittlere Teil Deutschlands, (Göttingen/Koblenz
nördlich, Regensburg/Konstanz
südlich) vom Bezirkskontrolldienst Frankfurt der Bundesanstalt
für Flugsicherung
überwacht. Die Antennen der Radaranlage standen im Odenwald
auf der Neunkircher Höhe.
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blick
in den verdunkelten Raum der Anflugkontrolle
des Frankfurter Flughafens, hier sitzen die Flugsicherungslotsen Tag
und Nacht an ihren Radarsichtgeräten, kontrollieren Höhe
und Standort der Flugzeuge und geben den Piloten per Sprechfunk Anweisungen
zur sicheren Landung. Nach dem Aufsetzen auf die Landebahn übergeben
die Lotsen das Flugzeug dem Tower
,
der es auf seine Abstellposition leitet. |
| das Luftfracht-,
bzw. Luftpostaufkommen steigerte sich enorm, die Frachtausführung
einer Boeing 707
konnte immerhin schon 40 Tonnen Ladung transportieren, von 1957
bis 1962 hatte sich das Frachtaufkommen
verfünffacht und verschaffte "Rhein-Main"
auch in dieser Kategorie den zweiten Platz innerhalb Europas. Am
1. September 1961 eröffnet die Lufthansa
für die Deutsche Bundespost
das Nachtflugnetz, 80 Prozent des gesamten deutschen Luftpostverkehrs
mit dem Ausland liefen nun über den Frankfurter Flughafen. |
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bis Herbst
1961 baute die Flughafen Aktiengesellschaft
Frankfurt/Main FAG für
rund 6 Millionen Mark neben dem Terminal-Ost
einen neuen Luftfrachthof (Bild
rechts) mit Büro- und Lagerräumen, hier konnten 140000
Tonnen Luftfracht jährlich umgeschlagen werden.
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die Infrastruktur um den ständig
wachsenden Großflughafen wurde laufend verbessert, es entstanden
viele Parkplätze, die Zufahrtswege wurden ausgebaut ,
es fuhren neue Buslinien und Züge, und die direkt benachbarte
Autobahn
bot gute Anreisemöglichkeiten. 1962 wurde ein großes
Aussichtsrestaurant eröffnet. Für den Airport waren das
weitere, wichtige Wachstumsfaktoren.
Luftbild vom Flughafen
1961 (150kb) 
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die
neue Empfangsanlage, eröffnet am 1.
August 1958, gebaut von der Architektengruppe
Giefer, Mäckler und Kosina. Mit einer Tiefe von 32 m und
einer Breite von 80 m wurde sie auf dem Vorfeld direkt vor das
alte Gebäude gesetzt (Abb. ca 1960) und erweiterte die nun
"Terminal-Ost"
genannte Gesamtanlage. Der Kundendienst wurde durch mehrere Geschäfte,
zwei größeren Restaurants, sowie bequemen Warteräumen
verbessert.

schon zum Zeitpunkt
ihrer Einweihung war die Größe dieser Anlage eigentlich
nicht mehr ausreichend, in den darauffolgenden Jahren wurde ständig
umgebaut und erweitert, doch der Kampf mit den explosionsartig
steigenden Fluggastzahlen ließ sich nicht gewinnen. So war
in den sechziger Jahren ständige Improvisationskunst gefordert.
Bildartikel: Eröffnung Terminal-Ost
- 1. August 1958 
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übersicht
Terminal-Ost, 1963,
deutlich zu sehen das alte Gebäude mit dem charakteristischen
Turm ,
davor die wiederum erweiterten Bauten mit der im Oktober 1963 eröffneten,
langgezogenen Auslandswartehalle.
Vor dem Empfangsgebäude stand eine kleine Gepäckhalle mit
Förderbändern. |
| die
untere Halle, von hier wurden die
Reisenden zu den wartenden Flugzeugen geleitet, nach rechts führten
die Treppen zu zwei Restaurants (Inland-,
bzw. Transit) mit zusammen 300 Plätzen, in die Ladenstraße
mit Postschaltern, einer Bank, mehreren Geschäften für Reisebedarf,
Zeitungen und Souvenirs und dem Duty-Free-Shop
für zollfreie Waren. |
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die neuartigen Fluganzeigetafeln
"Shift-o-matic" kamen aus der Schweiz und erleichterten
es den wartenden Angehörigen erheblich, den Überblick
über die vielen Flugverbindungen zu behalten.
(Blick in die Ankunftshalle)
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die Gepäckabfertigung wurde im Herbst
1960 durch eine elektronische,
halbautomatische Förderanlage
beschleunigt, die die Gepäckstücke durch das gesamte Empfangsgebäude
laufen -und mit elektronischer Überwachung sortieren ließ.
Damit wurden die altmodischen Gepäckkarren aus den Gängen
des Flughafens entfernt.
Im Bild die Schalter der Lufthansa,
hier wurden Koffer und Taschen für den Flug aufgegeben.
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elektronische
Buchungsanlage am Schalter der amerikanischen PanAm
auf dem Frankfurter Flughafen, ca 1965.
In die Systeme der Fluggesellschaften zogen in den Sechzigern elektronische
Rechengehirne ein, die den Mitarbeitern das Leben vereinfachen sollten
(was man bei der Anzahl der Knöpfe und Schalter am Terminal kaum
glauben möchte...) |
| 1960 - Bau der Lufthansa-Basis |
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ready for Takeoff! Davor aber mußten,
wie hier im Bild, noch zahlreiche Arbeiten in -und an den Maschinen
ausgeführt werden; die Betreibergesellschaft
des Flughafens, die FAG
baute daher zwei Kilometer westlich des Terminal-Ost von 1958
bis 1960 auf 40 Hektar Fläche
das neue Wartungszentrum, das
an die Lufthansa
vermietet wurde. Neben einer großen
schmetterlingsförmigen Flugzeughalle
wurden u.a. ein achtgeschossiges Verwaltungs-
und Direktionsgebäude gebaut, das zentrale Borddienstgebäude
für den gesamten Bordservice und ein Flugsimulator.
Hier arbeiteten rund um die Uhr ca 2500 Mitarbeiter der Lufthansa.
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Lufthansa-Basis -
Übersicht der Gesamtanlage
im Hintergrund die Wartungshalle
III, davor links das Borddienstgebäude, rechts daneben das
Hochhaus der Direktion und Verwaltung. An der rechten Seite erkennt
man hinten das Heizhaus, vorne das Gebäude mit dem Flugsimulator.
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ab dem 16.
September 1960 steht die Doppel-Kandellaber-Flugzeughalle
(Halle III) mit einer Nutzfläche von 18600 Quadratmetern bereit.
Beide Hallenseiten bieten jeweils Platz für drei große
Düsenjets, rund 600 Personen sind hier für die Wartung
der Maschinen gerüstet, 200000 verschiedene Teile führt
das Ersatzteillager. Nur zu den großen Überholungen mußten
die Lufthansa-Jets in die Zentralwerkstatt nach Hamburg
geflogen werden.
Diese Halle steht bis heute.
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der neuartige,
mit allen Schikanen damaliger Technik ausgestattete
Flugsimulator der Lufthansa
befand sich in einem kleinen separaten Gebäude der LH-Basis.
Mit ihm ließen sich in der original nachgebildeten Kanzel einer
Boeing 707 alle erdenklichen Flugsituationen
ohne Risiko darstellen, der Simulator diente Piloten und Flugschülern
zur Ausbildung auf den neuen Düsenjets. |
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das achtgeschossige
Verwaltungsgebäude für die Verkehrsbetriebsdirektion
und die Europadirektion der Lufthansa,
hier saß auch die zentrale Abteilung für die aus aller
Welt zusammenlaufenden Flugbuchungen. Fertiggestellt wurde das 56
Meter lange Hochhaus Oktober 1960.
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Foto:Prager
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Foto:Prager |
das zentrale Borddienstgebäude
für den gesamten Bordservice der Lufthansa
und vieler weiterer Fluggesellschaften geht im September 1959
in Betrieb. Neben der Lagerung des gesamten Kabinenbedarfs befand
sich hier die Bodenküche,
die täglich bis zu 10000 Speisen zubereiten konnte. Diese wurden
vorgekocht, tiefgekühlt gelagert und konnten auf Abruf direkt
an die wartenden Flugzeuge geliefert werden. Sensationell war damals
die große kreisförmige Fließbandanlage, auf der
das Geschirr automatisch gespült wurde!
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| luxus
über den Wolken: Alle erdenklichen Leckerbissen vom Wiener Schnitzel
bis zum Kaviar konnten in den ruhig fliegenden Düsenmaschinen
gereicht werden, über die logistische Meisterleistung der Bodenküche
in Frankfurt brauchten sich die Fluggäste dabei nicht zu kümmern. |
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grund
zum Feiern: 100000 Mal mit der PanAm über den Atlantik!
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mehr
über die Fluggesellschaften und ihre schnellen Düsenjets
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