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serie zur nachkriegszeit
flughafen frankfurt -linienflugverkehr 1959-61.  
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schon ein Jahr nach Aufnahme des Düsenflugverkehrs im Jahr 1959 war das Luftverkehrsaufkommen imposant angestiegen: 20,5% mehr Starts und Landungen (85000, im Schnitt täglich 232), 35,4% mehr Fluggäste (2,1 Millionen), seit 1956 hatte sich das Fluggastaufkommen somit in nur vier Jahren verdoppelt! Dazu trugen sicher auch die 1960 international beschlossenen, drastischen Flugpreissenkungen bei. 36 Liniengesellschaften flogen am Beginn des neuen Jahrzehnts den inzwischen zum zweitgrößten europäischen Flughafen (nach London) aufgestiegenen Airport "Rhein-Main" an.

die zweimotorige, französische Sud-Aviation SE-210 "Caravelle" war das erste westliche Düsenflugzeug, was zu Testzwecken und ohne Passagiere am 29. April 1958 in Frankfurt landete, um sich den Fachleuten am Flughafen vorzustellen. (ext.Link :)

 

air-France setzt ab 1. November 1959 die schlanke Caravelle für ihren täglichen Dienst Paris-Frankfurt ein, später wird diese Strecke nach Berlin verlängert.

ab 1960 fliegt die Royal Air Maroc die Route nach Nordafrika und verwendet dafür zwei Flugzeuge des Typs Caravelle.

 

die British Overseas Airways Corporation BOAC nahm als erste Fluglinie am 2. April 1959 den planmäßigen Düsenflugverkehr in Frankfurt auf. Am frühen Morgen dieses Tages, es war 0Uhr 29, kündigten die typischen Pfeiftöne der vier Düsentriebwerke die Ankunft der Comet 4 aus London an. Für diese Strecke brauchte die Maschine keine 60 Minuten.

Die BOAC flog überwiegend in den fernen Osten, 29 Stunden war die Comet mit vielen Zwischenstops (siehe Abb.) nach Tokio unterwegs.

De Havilland Comet 4, das erste Düsenverkehrsflugzeug -und bis heute eines der schönsten Flugzeuge!

ausgelegt für ca 70 Fluggäste, Spannweite 35 Meter, Länge 34 Meter, Reisegeschwindigkeit 804 km/h in einer Flughöhe von 12-13000 Metern und einer Reichweite von 4586 Kilometern. Damit setzte diese Maschine nach der Zulassung 1952 neue Maßstäbe im Linienflugverkehr. (ext.Link :)

 

links: eine Boeing 707 der Lufthansa. Die "707" war das meisteingesetzte Flugzeug der frühen "Düsenjahre". Das vierstrahlige Langstreckenflugzeug konnte über 160 Passagiere befördern und war zu dieser Zeit das modernste und größte Verkehrsflugzeug. Mit viel Spannung erwartet, landete am 30. Mai 1959 zum ersten Mal eine Boeing 707 nach einem Streckenerprobungsflug auf dem Frankfurter Flughafen. Dabei legte sie die 9000 km lange Strecke von Montreal nach Frankfurt in nur 11 Stunden zurück -Rekord! Eine Boeing 707 kostete 1961 übrigens ca. 25 Millionen Deutsche Mark!

stewardessen der Pan American Airways PAA. Diese große Gesellschaft hatte ab dem 25. Oktober 1959 mit ihrer Boeing 707-Flotte im Rahmen des "Rund um die Welt"-Dienstes als erste eine tägliche Verbindung Frankfurt-London-New York eingerichtet.
die amerikanische Trans World Airlines TWA fliegt ab dem 24. November 1959 zunächst dreimal wöchentlich mit ihren Boeing 707 nach Nordamerika, ab Januar 1960 gab es dann tägliche Verbindungen Frankfurt-London-New York (siehe Werbung von 1960)

am 17. März 1960 startet die Lufthansa ihre Boeing 707-430 "Intercontinental"-Düsenjetflotte, die zunächst aus drei Flugzeugen dieses Typs bestand. Fünf weitere "707" waren bereits in den USA bestellt und wurden im gleichen Jahr geliefert.

die Strahlturbinenflugzeuge wurden täglich nach New York eingesetzt, zweimal in der Woche flog die Lufthansa nach Chicago, ab Sommer 1960 wurde der sehr erfolgreiche Ferndienst Frankfurt-Paris-Montreal-San Francisco eingeführt.

 

neben den Langstreckenjets hatte die Lufthansa 1960 weitere Flugzeuge des Typs Boeing 720-B bestellt, die Mittelstreckenversion der "707", die mit noch moderneren und leistungsfähigeren Turbofan-Triebwerken ausgerüstet waren. Ab 1961 beflog die deutsche Fluglinie mit diesen Maschinen von Frankfurt aus ihren Fernost- und Südatlantikverkehr.

(ext. Link zur 707/720:)

 

 

für die Lufthansa begann mit den schnellen Jets eine wahre Erfolgsgeschichte, die deutsche Fluggesellschaft konnte von ihrer Heimatbasis Frankfurt die Düsenflotte immer weiter ausbauen und Flugzahlen, Flugrouten und Marktanteile rasch erhöhen.

 

werbeanzeigen der Alitalia und der Swissair, um 1960
auch aus weit entfernten Ländern landen die Düsenjets auf Rhein-Main, die Aerolineas Argentinas war die erste Gesellschaft, die am 20. Mai 1959 den Linienverkehr mit Düsenfliegern nach Südamerika aufnimmt, es folgten die Panair do Brasil und später die kolumbianische Avianca.

 

Statistik: planmäßige Landungen von Verkehrsflugzeugen auf dem Flughafen Rhein-Main pro Woche - Sommer 1961
Flugzeugtypen:
Düsenflugzeuge Propellerturbinenflugzeuge Kolbenmotorenflugzeuge
1a.) Boeing 707 2a.) Bristol Britannia 3a.) Douglas DC-7C
1b.) Boeing 720B 2b.) Vickers Viscount 3b.) Douglas DC-6B
1c.) De Havilland Comet 4 2.c) Lockheed Electra 3c.) Lockheed L-1049
1d.) Caravelle 2d.) Iljuschin II-18 3d.) Convair 240/340/440
1e.) Douglas DC-8   3.e) Iljuschin II-14
nach Fluggesellschaften/Flugzeugtyp
Flugzeug:
1a 1b 1c 1d 1e 2a 2b 2c 2d 3a 3b 3c 3d 3e
AVIANCA 1
AIR FRANCE 14 14
AIR INDIA 6
AEROLINAS ARGENTINAS 2
FINNAIR 7
ALITALIA 21
BOAC 11 4
BRITISH EUROPEAN AIRWAYS 7 28
AER LINGUS 3
ETHIOPIAN AIRLINES 3
ARIANA AFGHAN AIRLINES 1
IBERIA 6
JAT 4
KLM 10 10 15 20
DEUTSCHE LUFTHANSA 27 9 84 58 171
MALEV 4
MIDDLE EAST AIRLINES 6
UNITED ARAB AIRLINES 4
OLYMPIC AIRWAYS 14
AUSTRIAN AIRLINES 14
PAN AMERICAN WORLD AIRWAYS 14 7 70
PANAIR DO BRASIL 1
QANTAS 3 1
ROYAL AIR MAROC     2
SOUTH AFRICAN AIRWAYS 2
SAS 32 2
SABENA 4 14
SWISSAIR 49
TABSO 1
TURKISH AIRLINES 6
TWA 7
WEST AFRICAN AIRWAYS 2
© JHS, 01.09.03
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