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es
war ein langer Weg zum neuen Terminal: Anfang 1951
hatte die Verkehrs-Aktiengesellschaft
Rhein-Main bereits einen ersten Architekten-Wettbewerb
zur Erlangung von Entwürfen für ein neues Empfangsgebäude
ausgeschrieben, am 5. Februar 1952
eröffnete auf dem Flughafen das Planungsbüro
Rhein-Main. Eine der ersten Besprechungen
galt dem Versuch, den direkten Anschluß an die benachbarte
Autobahn zu verwirklichen, dies ließ sich aber aus verschiedenen
Gründen nicht realisieren. Ende 1952
war dann beabsichtigt, zwei Jahre später
mit den Bauarbeiten für die neue
Empfangsanlage zu beginnen. Während des Jahres 1953
hatten sich die Planer vorwiegend mit Verkehrsstudien und Prognosen
beschäftigt, zugleich wurde eine Reihe verschiedener Konzeptionen
für das neue Terminal erarbeitet und diskutiert. Im Februar
1954
forderte die Bundesanstalt für
Flugsicherung (BFS)
vehement den Bau eines neuen Kontrollturms,
der in der Terminalplanung einen zentralen Bestandteil bildete,
vorzuziehen und das Projekt in die höchste Dringlichkeitsstufe
einzuordnen. Die Bauarbeiten dafür begannen am 1.
Juli 1955. Im April 1955
nahm dann die neue Deutsche Lufthansa
den Flugbetrieb wieder auf, die weitere Entwicklung des Luftverkehrs
war zu dieser Zeit noch völlig ungewiß. Deshalb ruhten
vorerst die Planungen für ein neues Terminal. Die Architekten
beschäftigten sich vorerst mit Varianten für eine Erweiterung
der alten Anlagen des Terminal-Ost,
der sich abzeichnende Verkehr mit Düsenflugzeugen
warf neue Probleme für den Flughafenbetrieb auf, der mit vielen
Fragezeichen verbunden war. Wie rasant sich der Flugverkehr dann
in den sechziger Jahren beschleunigte, zeigten nicht nur die jährlichen
Rekordmarken bei den Passagierzahlen ,
auch Größe und Kapazität der Flugzeuge wuchsen weiter,
Riesenjets für bis zu 500 Passagiere waren bereits in der Entwicklung.
Das der Frankfurter Flughafen hierauf reagieren mußte, war
nun klar; die alten Empfangsanlagen waren definitiv zu klein, um
für die Zukunft gerüstet zu sein.
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um
1960
begannen ernsthafte Planungen der Flughafen
Aktiengesellschaft Frankfurt/Main FAG
für den Bau eines praktisch völlig neuen Airports, der
auch den für die siebziger Jahre prognostizierten 10-15 Millionen
Fluggästen pro Jahr weiterhin schnelle Abfertigung und besten
Service bieten konnte.
frühes Modell, um
1960: rechts die zentrale Eingangshalle,
es folgt der Y-förmige Verbindungsbau zu den Fluggaststeigen.
An den Seiten des Hauptbaus befinden sich weitere Flugsteige, der
untere für den Frachtbetrieb der Lufthansa.
Die Anlage war für das Andocken von 36 Flugzeugen geplant,
darunter bis zu 16 Jumbo-Jets oder andere Großraumflugzeuge.
Die Flugsteige führten weit ins Vorfeld
hinaus.
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ende
1959
hatte bereits die Planung für den Ausbau der unteren Geschosse
des Towers begonnen,
der Flugsicherung
war es wieder zu eng geworden. Im Sommer 1960
wurden diskutiert: Nord-Süd-Startbahn, Endausbau mit einer dritten
Empfangsanlage im Südwesten, Einbeziehung des Geländes nördlich
der Autobahn, mechanisierte Gepäckabfertigung, Fluggastbrücken
und Satellitenbauwerke auf dem Vorfeld. Die ersten Vorentwurfspläne
legte die Architektengruppe Giefer
und Mäckler Anfang 1961
vor. Der Planungsauftrag für die sofortige Bauausführung
der ersten sieben Achsen des Bürogebäudes
Mitte (Bild) wurde im Dezember 1962
erteilt, um für die BFS
weiteren Raum zu schaffen. |
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die ersten Vorfelder
des Terminals Mitte waren bereits 1962
hergestellt worden. 1963/64 wurde
genutzt, um in Abstimmung mit allen an der Planung beteiligten Ingenieurbüros,
aber auch Behörden und Dienststellen den Beginn der Rohbauarbeiten
in allen Teilen des Terminals vorzubereiten.
mit den Bauarbeiten
am Terminal ist im Sommer des Jahres 1965
begonnen worden, am 16. Juni
wurde durch den damaligen Verkehrs -und Wirtschaftsminister Hessens
und späteren Frankfurter Oberbürgermeister, Rudi
Arndt (rechts neben ihm die Flughafen- Direktoren Rudolf
Lange und Walter Luz) der Grundstein gelegt.
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in
dieses Luftbild der Baustelle vom November 1965
wurde der Grundriß der Gesamtanlage eingezeichnet. Ganz vorne
die Autobahn A3 mit dem geplanten Zufahrtsstraßensystem der
Auf- und Abfahrten. Darüber das Empfangsgebäude
mit seinen fingerartig auslaufenden Flugsteigen,
auf dessen Vorfeldern seit 1962
schon die zukünftigen Abstellpositionen der Flugzeuge genutzt
werden konnten. Links im Bild das Frachtzentrum
,
rechts Teile der Lufthansa-Basis.
Oben die Rollwege zur Startbahn.
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| ab 1966
dominieren bis zu 40 Meter hohe Baukräne das Bild des Flughafens,
hunderte von Firmen mit zehntausenden von Mitarbeitern arbeiteten
europaweit an dem Megaprojekt Terminal Mitte.
Technische und geschäftliche Oberleitung sowie die örtliche
Bauleitung der Hochbauten des Terminals Mitte und der im Anschlußbereich
liegenden Tiefbauarbeiten mit den Vorfeldern, Straßen, Tunnel-
und Brückenbauwerken lag in Händen der Frankfurter
Aufbau-Aktiengesellschaft (FAAG). Große Rücksicht
nahm man auf die Flugzeugpositionen in unmittelbarer Nähe des
Bauareals sowie auf Versorgungseinrichtungen über und unter der
Erde, vom Beginn der Bautätigkeit an war mit einer Reihe von
Provisorien im Baubetrieb fertigzuwerden, weil der Luftverkehr auf
keinen Fall beeinträchtigt werden durfte. |
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außerhalb
des Flughafens wurde an der Verbesserung der Infrastruktur gearbeitet.
Das am 1. Oktober 1966
eröffnete Airport-Center in
der Mannheimer Str.-Ecke Karlsruher
Straße am Hauptbahnhof.
Ein Zubringerdienst mit Omnibussen pendelte mit den Fluggästen
zwischen der modern eingerichteten Aufenthaltshalle (Bild rechts)
und dem Flughafen.

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die größte
Einzelbaustelle Europas. Im Bild der fertige Rohbau im Herbst 1968
nach einer Bauzeit von ca. 30 Monaten. 200000 Kubikmeter Beton wurden
bis dahin verbaut, eine Baustoffmenge, die einen 600 Kilometer langen
Güterzug füllen könnte, das entspricht der Strecke
Frankfurt-Paris |
| mit der Realisierung dieses
Projekts waren 1965 die Großfirmen
Hochtief AG und Philipp
Holzmann AG beauftragt worden, die für dieses Bauvorhaben
eine Arbeitsgemeinschaft unter Federführung
der Hochtief AG bildeten. Schon ein Jahr nach Beginn der Bauarbeiten
mußte im Hinblick auf die seinerzeit noch im Planungsstadium
befindlichen Großraumflugzeuge untersucht werden, welche Auswirkungen
die neue Generation von Flugzeugen auf die bauliche Konzeption hätte.
Mitte 1967 wurde dann beschlossen,
die Kapazität des Terminals Mitte
auf 30 Millionen Fluggäste im Jahr auszulegen, das
Bauvolumen wurde von 1,3 auf rund 2,2 Millionen Kubikmeter umbauten
Raums erweitert. Im einzelnen wurde das Volumen der Abflughallen
verdoppelt, indem die Hallen A und C,
die für spätere Erweiterungen vorgesehen waren, gleich mitgebaut
wurden. Im Rohbau wurden in der Spitze 1300 Arbeitskräfte beschäftigt,
oft genug auch in Nachtschichten. Noch unmittelbar am Bauzaun wurden
Flugzeuge abgefertigt (Bild oben). Modernste Maschinen und Geräte
wurden eingesetzt: Dutzende von Raupen, Bagger, Rammen, 25 Turmdrehkrane,
mehrere Betonmischanlagen und Betonpumpen bildeten oft ein chaotisches
Bild, das aber Ergebnis sorgfältigster Planung war. |
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der bereits
1955 gebaute, bis dahin auf "Stelzen" stehende
Kontrollturm
wurde vierstöckig unterbaut und in den Zentralbau des Terminals
integriert. Bei der Abwicklung der Bauarbeiten
mußte berücksichtigt werden, daß der Turm mit seinen
hochempfindlichen Einrichtungen der Flugsicherung
selbstverständlich in Betrieb
bleiben mußte.
die Bundesanstalt
für Flugsicherung (BFS) ist im Terminal
Mitte am längsten zu Hause. Bereits 1957
zogen die Platzverkehrskontrolle
und die Anflugkontrolle mit der
dazugehörigen Radar- und Informationstechnik in den 35 Meter
hohen Tower, der damals noch weit entfernt vom Abfertigungsvorfeld
mitten im Wald stand .
Mit dem Baufortschritt in diesem Bereich des Terminals
Mitte etablierten sich in unmittelbarer Nähe des Kontrollturms
weitere Dienststellen der Flugsicherungs-Leitstelle
Frankfurt am Main, so die
Verwaltung, die Flugfernmeldezentrale und die Bezirkskontrolle für
den unteren Luftraum. Diese Dienststelle, die ebenso Abflüge
wie Anflüge kontrolliert, war damals zuständig nicht nur
für die Lenkung der Flugbewegungen auf dem Frankfurter Flughafen,
sondern auch auf den Militärflugplätzen Wiesbaden-Erbenheim,
Hanau, Mainz-Finthen und Frankfurt-Bonames, soweit diese
Flüge nach Instrumentenflugregeln erfolgten.
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rechts: Montage
der Flugsteige ab
Herbst 1969, die Passagiere der Düsenjets konnten durch
diese fahrbaren Teleskopröhren
bequem und auf dem kürzesten Weg an Bord gehen oder aus der
Maschine aussteigen. Die rollbaren Treppen, die bislang umständlich
zu den Flugzeugen geschoben werden mußten, gehörten der
Vergangenheit an. Die 28 bis 37 Tonnen schweren Rheinstahl-Fluggastbrücken
bestehen je nach Brückentyp im wesentlichen aus zwei oder drei
teleskopartig ineinander verschiebbaren Tunnels. Sie sind am Gebäude
horizontal und vertikal schwenkbar befestigt. Auf der Vorfeldseite
stützen sich die Brücken auf ein kombiniertes Hub/Fahrwerk,
das wie ein Fahrzeug in alle Richtungen frei fahrbar ist. Eingefahren
beträgt ihre Länge zwischen 13,1 und 17,2 Meter, im ausgefahrenen
Zustand sind diese Brücken 21,8 und 34,8 Meter lang. Alle Brücken
waren mit einem automatischen Höhenstandregler ausgestattet,
der an das Flugzeug angelegt wurde und während der Abfertigung
die Höhe der Brücke automatisch der Höhe des Kabinenfußbodens
des Flugzeuges anpaßte.
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feierliche Eröffnung
des Terminal Mitte am 14. März 1972
durch den Bundespräsidenten Dr. Gustav
Heinemann, links bei einem Rundgang durch die futuristischen
Hallen. Weit über zweitausend Gäste aus aller Welt versammelten
sich zu diesem Anlaß in der Abflughalle B. Allzeit gute Starts
und Landungen wünschte der Bundespräsident, der mit einem
"Glück auf!" das neue Terminal seiner Bestimmung
übergab. Mit einem Knopfdruck ließ er die Lichter und
Informationstafeln aufleuchten. Durch die Fertigstellung des neuen
Terminals konnten auf dem gesamten Flughafenareal nun gleichzeitig
ca. 70 Maschinen jeder Größe abgefertigt werden.
eine Stunde zuvor hatte Heinemann
die zweigleisige Neubaustrecke
der Bundesbahn zum Flughafen eingeweiht,
die im Bereich des Airports zwei Kilometer untertunnelt ist. Züge
halten 12 Meter unter der Erde unmittelbar vor den neuen Abflughallen
an den über 400 Meter langen Bahnsteigen. Am Abend wurde in
der Jumbo-Wartungshalle (Bild weiter
unten) eine große Flughafen-Party mit bekannten Künstlern
gegeben, an der mehr als sechstausend Gäste teilnahmen.
zwei Tage später, am 16.
März, Punkt 6 Uhr morgens, wurden die alten Anlagen
des Terminal-Ost
geschlossen -ab diesem Zeitpunkt lief der Fluggastverkehr über
das neue Terminal. In der Nacht davor zogen rund 4500 Arbeitsplätze
aus den alten Abfertigungsanlagen ins neue Terminal Mitte. Mit
Sprechfunk ausgestattete Fahrzeuge vom Transportbus bis zum Großmöbelwagen
mit hydraulischer Hebebühne und zahlreiche Möbelträger
waren dafür bereitgestellt. Eine ganze Schar von Elektrotechnikern
installierte und kontrollierte die Telefonanschlüsse hinter
den Tresen der Fluggesellschaften. Zwei Stunden vor der angesetzten
Zeit war man fertig, die ersten Passagiere trafen im Terminal Mitte
ein. Die Gesamtkosten der
Anlage beliefen sich auf eine Milliarde
Deutsche Mark.
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bevor der endgültige Name proklamiert
wurde, hatte die Flughafen AG im
Frühjahr 1970 öffentlich
Namensvorschläge angeregt. Darauf wurden über 400 Vorschläge
kundgetan. "World Airport, Germania Airport, Eurowest-Flughafen,
Höhenflug Weltstation, Porta Europa, Goethe-Airport."
Ganz den damaligen Vorlieben entsprechend wurde sogar nach den Sternen
gegriffen: "Apollo-Station, Lunaport, Kosmos-Halle oder
Lovell Astral Station...". Aus sachlichen Gründen
wurde allerdings der nüchterne Name Terminal
Mitte gewählt, wohl weil dieser Begriff international
am verständlichsten war.
Luftbild vom Flughafen 1972
(180kb) 
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Im Inneren des Terminals
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ein Wunderwerk
damaliger Technik war die weitverzweigte, rund 35 Kilometer lange
Gepäckförderanlage des
neuen Terminals, die rund 118 Millionen DM kostete. Mit einer Geschwindigkeit
von 2,5m/sec laufen computergesteuert Transportbehälter mit
dem Reisegepäck auf den Gleitbahnen und befördern stündlich
bis zu 13000 Gepäckstücke vollautomatisch von 240 Schaltern
der Fluggesellschaften zu den Flugzeugen. Das alles geschah für
den Fluggast unsichtbar in Tunnels und Kellern des Airports. Er
stellte seinen Koffer einfach am Abfertigungsschalter auf ein Band
und sah, wie die Hostess ein paar Tasten antippte und wie sein Gepäck
in der Unterwelt verschwand. Dann begegnete er seinem Koffer erst
wieder am Reiseziel!
rechts: in Spitzenstunden wurden 13000
Koffer (vier in der Sekunde!) bewältigt, wobei das Gepäck
von jedem Schalter zu jeder Flugzeugposition und von einem Gate
zum x-beliebigen anderen Flugzeug gelangen konnte. Für das
Reisegepäck wurden als Transportmittel schalenförmige
Behälter verwendet, die eine speziell für diese
Gepäckförderanlage entwickelte Räder-
und Gurtbahn beförderte. Ein Behälter war 1 Meter
lang, 0,75 Meter breit und 0,24 Meter hoch, außer einer sichtbar
aufgetragenen Nummer war jeder Behälter an den Längsseiten
mit einer angenieteten Kodierleiste
versehen, deren Kennung nur einmal im gesamten System vorkam. Etwa
650 Lesestellen, die hauptsächlich vor Weichen und Schaltern
sowie am Ende von Staubahnen und Speicherstrecken installiert waren,
erfassten die Kennung während der Fahrt. In dieser Größe
gab es damals weltweit keine vergleichbare Anlage, sie dient bis
heute als Vorbild für ähnliche
Projekte.
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mehrere Ebenen
durchziehen die neuen Empfangsgebäude, große elektronische
Flugmeldeanlagen informieren Fluggäste
und deren Angehörige. Neuentwickelte Piktogramme,
"sprechende Bilder", weisen den Weg denen, die Orientierungprobleme
inmitten dieses Labyrinths haben.
um Fluggästen die Wege zu erleichtern,
wurden im Terminal Mitte 69 Rolltreppen,
13 Fahrsteige mit einer Gesamtlänge
von 1772 Meter und 49 Aufzuganlagen
installiert.
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| unmöglich
war eine Beschilderung in allen Sprachen zu formulieren, deshalb hatte
die Flughafen AG
einem visuellen Informationssystem
den Vorzug gegeben, um Passagieren aus aller Welt schnelle Information
und Kommunikation zu ermöglichen. Als Lösung bot sich eine
Zeichensprache an. Die Arbeitsgemeinschaft
Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV)
hatte in Zusammenarbeit mit internationalen Verbänden erstmalig
ein einheitliches und umfangreiches Piktogramm-Werk
(Abb.) entwickelt. Sobald der Fluggast am Flughafen
Frankfurt/Main eintrifft, sein Verkehrsmittel
verläßt und als Fußgänger seinen Weg fortsetzt,
wird er mit vier Kodierungsfarben
geführt: blau, grün, weiß und rot. Blau
schafft die direkte Verbindung zwischen den landseitigen Verkehrsmitteln
und dem Flugzeug. Grün
führt zu wichtigen Nebeneinrichtungen des Flughafens und kennzeichnet
Fluchtwege, während auf weißer
Grundfarbe über kommerzielle Einrichtungen aller Art informiert
wird. Mit Rot
sind Hinweise wie "Rauchen verboten", Notruf und
Feuerlöscher markiert. Schilder mit wichtigen Detailinformationen
wurden zweisprachig, in Deutsch und Englisch abgefaßt. Bevor
dieses Wegweisungssystem am neuen Terminal Mitte eingeführt wurde,
hatte es sich bereits an der alten Empfangsanlage-Ost
bewährt. |
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aus weltraumerprobtem
Material wurden fast 800 orangefarbene
Schalter aus Fiberglas für das Terminal Mitte hergestellt,
dieses praktisch unverwüstliche Material wurde damals auch
für den Hitzeschild der amerikanischen
Apollo-Mondkapseln verwandt. Je nachdem, ob es sich um Fluggast-Abfertigungsschalter
mit Gepäckaufgabe, Flugschein-, Beratungs-oder reine Informationsschalter
handelt, wurden verschiedene Typen installiert. Fest in die Tresen
eingebaut waren Telefone, Gepäckwaagen, Eingabesets für
Datenverarbeitungsanlagen sowie elektrische Bedienungselemente zur
Steuerung des weitverzweigten Gepäckbands.
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im
Flughafen wurden auf insgesamt 216 Anzeigetafeln
sowohl dem Reisenden wie auch dem Flughafenpersonal alle für
die Flugabfertigung wichtigen Informationen klar und übersichtlich
angezeigt. Die Darstellung dieser Daten auf den Tafeln erfolgte durch
ca 43000 eingebaute, elektromechanische Schaltwerke.
Zur Anzeige einer Information wurde je Buchstabe bzw. je Zahl genau
ein Schaltwerk benötigt. Der überwiegende Teil dieser Anzeigetafeln
diente zur Lenkung und Information der Passagiere in den Abflug-
und Ankunfthallen, Transithallen,
im Transit-Restaurant, über
den Gate-Sammelräumen, an den
In- und Ausland-Busstationen sowie
in der externen Gepäckverteilung
im Vorfeld. Beim Betreten der Abflughallen erblickte der Reisende
auf großen Anzeigetafeln übersichtlich dargestellt sämtliche
Flugplandaten der nächsten Stunden (siehe Abb.). Insgesamt wurden
in den Eingangshallen gleichzeitig Informationen über 120 verschiedene
Flüge angezeigt (48 Inlandflüge, 36 Auslandflüge und
36 Berlin- und Charterflüge). In maximal zwei Sekunden stand
eine neue bzw. abgeänderte Information dem Publikum im gesamten
Abflugbereich des Flughafens zur
Verfügung. |
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die Skala der Läden
im Terminal reichte vom Sex-Shop und Fachgeschäften für
Porzellan, Boutiquen, einem Rauchwarensalon bis zu Fotoartikeln,
die ins Ausland reisende Fluggäste zollfrei erwerben konnten
(Abb.). Zu den jedermann zugänglichen Anlagen gehörten
die Flughafen-Klinik mit mehr als
sechzig Räumen, einen Operationssaal, Notarztwagen, Röntgenabteilung
und modernem Labor. Auch eine Gebetsstätte
fehlte am Flughafen nicht; einige tausend Sitzplätze in verschiedenen
Restaurants, Postämter und Konferenzräumen
standen zur Verfügung.
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übersicht: Flughafen
Rhein-Main kurz vor dem Bauende um 1971.
Oben erkennt man das alte Terminal und das Frachtzentrum. Der
Flughafen war über Querspangen nun endlich direkt an die Autobahn
A3 angeschlossen (Bild links), tausende Parkplätze
waren in gewaltigen Tiefgaragen und Parkhäusern entstanden.
Mit den Zügen der Bundesbahn
erreichte der Fluggast den Airport vom Frankfurter
Hauptbahnhof in nur 9 Minuten!
zwei Jahre vor Eröffnung des Terminals
konnten rechtzeitig vor dem Eintreffen der ersten Boeing
747 am 6. Januar 1970 der
Fingerkopf Ost seiner Bestimmung
übergeben werden. Der Fingerkopf
West folgte zum 1. April 1970,
an diesem Tag wurde auf dem Flughafen Frankfurt der Liniendienst
mit Großraumflugzeugen eröffnet.
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am 28. Januar
1970 landet erstmalig das weltweit größte Passagierflugzeug,
der "Jumbojet" Boeing 747 (im
Bild links), auf Rhein-Main. Diese Maschine kann knapp 500
Fluggäste befördern. Im Sommer dieses Jahres war die Abfertigung
dieser Luftgiganten fast noch eine Sensation, ein Jahr später
alltägliche Routine.
links: für Ein -und Ausstieg der
Passagiere werden bis zu drei Gangways
an die Flugzeuge herangefahren. Zur Abfertigung einer
Boeing 747 "Jumbo-Jet" werden drei Fluggastbrücken
eingesetzt: zwei backbord und eine steuerbord. Nur sieben bis acht
Minuten verstreichen, bis alle 360 Fluggäste eines "Jumbos"
von Bord gegangen sind. Der Anschluß der Brücken an einen
Jumbo-Jet beansprucht höchstens eine Minute!
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rechts:
eine Flugzeughalle der Superlative entstand ab Mai 1968
neben der alten Wartungshalle III .
Die gigantische Halle V, bis zum
2. Oktober 1970 für die Lufthansa
fertiggestellt, war zu diesem Zeitpunkt die größte
Flugzeughalle der Welt mit einer Länge von rund 330
-und einer Tiefe von 100 Metern; das entspricht einer Fläche
von über drei Fußballfeldern. Auf 27000 Quadratmetern
können sechs Jumbojets gleichzeitig
Platz finden. Das Dach des Hangars reicht in eine Höhe von
34 Meter über dem Vorfeld. Die Wartungshalle wird durch acht
Schiebetore geöffnet, die auf Schienen laufen. Jedes dieser
Tore hat ein Gewicht von rund 100 Tonnen. Der Materialverbrauch
beim Bau belief sich auf etwa 50000 Kubikmeter Beton und 5200 Tonnen
hochwertigen Stahl, die Baukosten beliefen sich auf rund 38 Millionen
Mark. Auch dieses Bauwerk auf dem Flughafen wurde im Wettlauf mit
den Konstrukteuren und Technikern an der amerikanischen Westküste
erstellt, die die Boeing 747 zur
Einsatzreife brachten. Als dann der erste Jumbo-Jet in Frankfurt
landete, war bereits die östliche
Hälfte der Halle zur Benutzung freigegeben, so daß das
Großflugzeug gleich in den neuen Hangar rollen konnte.
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ganz unten im Bild das
Großtanklager mit einer Kapazität
von 15 Millionen Litern Treibstoff in 13 Tanks, am 16.
Juni 1964 eingeweiht, drei unterirdische Pipelines verbinden
dieses Lager mit dem Mainhafen Kelsterbach.
Auf dem Vorfeld wird der Treibstoff "Jet A-1" an 250 Hydranten
gezapft und von Service-Fahrzeugen an rund 80 Flugzeug-Positionen
in die Flugzeuge gepumpt. Das Unterflursystem erstreckt sich über
nahezu 40 Kilometer Rohrleitungen. Die 1964
gegründete Hydranten- Betriebs-Gesellschaft
(HBG), ein Zusammenschluß unter Federführung der
Esso AG, von BP,
Caltex, Deutsche
Shell, Deutsche Total und
Mobil Oil, hatte kräftig in
diese ständig im Ausbau begriffenen Einrichtungen investiert.
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| Das
Ende
für die alten, seit 1936 immer wieder erweiterten Bauten rund
um das alte Terminal-Ost war mit der Eröffnung der neuen Empfangsanlage
eingeläutet. Zunächst starteten von dort noch kleine Geschäfts
-und Charterflugzeuge, im Mai 1991 rücken die Abrißbagger
an, um Platz für das neue Terminal 2 zu machen, das am 24. Oktober
1994 dem Verkehr übergeben wird.
Heute
erinnert nur noch wenig an die bewegten Jahre des Flughafens in
der Nachkriegszeit.............
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