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Eröffnung Terminal-Ost - 1. August 1958 Das Anwachsen des Verkehrsumfangs und die Zustimmung der Bundesregierung zum Ausbau des bedeutendsten Flughafens Deutschlands für den Düsenluftverkehr haben es ratsam erscheinen lassen, die Abfertigungs- und Empfangsanlagen des Flughafens Rhein-Main zu erweitern und zu modernisieren. Obwohl der Bau eines völlig neuen Empfangsgebäudes zweifellos wünschenswert gewesen wäre, hielt es die Flughafenleitung angesichts der bevorstehenden starken Verlagerung des Verkehrs auf Strahl- und Propellerturbinenflugzeuge und der damit verbundenen Strukturwandlungen im Luftverkehr für richtig, die Planung der neuen Anlage nicht zu überstürzen. Die Verwaltung der Flughafen Frankfurt/Main AG entschloß sich deshalb zu einer Zwischenlösung, die den Anforderungen der nächsten Jahre gerecht werden und gleichzeitig Gelegenheit geben soll, in die Planung für das neue Empfangsgebäude alle Erkenntnisse einzubeziehen, die durch den Anlauf des Düsenluftverkehrs im Jahre 1959 gewonnen werden. Die neuen Gebäude wurden am 1. August 1958 in Betrieb genommen.
Durch den Erweiterungsbau ist das vorhandene Empfangsgebäude des Frankfurter Flughafens nach der Vorfeldseite hin in einer Tiefe von 32 m und einer Breite von 80 m erweitert worden. Unmittelbar vor der letzten Stützenreihe der bisherigen Abfertigungsräume entstand auf dem betonierten Vorfeld ein nicht unterkellerter, auf einem Rastermaß von 7x7 m entwickelter Stahlbeton-Skelettbau. In seinem westlichen Teil hat er die Auffangräume für die aus dem Inland und Ausland ankommenden Fluggäste sowie Büroräume aufgenommen. Im östlichen Trakt befinden sich in zwei Hallengeschossen die Inland- und Auslandwarteräume. Der Baukörper umschließt auf einer Grundfläche von etwa 2400 qm rund 26000 cbm umbauten Raum. In ihm entstanden Nutzflächen von insgesamt 5222 qm.
Das untere Hallengeschoß des Erweiterungsbaues nimmt den 900 qm großen Auslandwarteraum, die Abrufräume, die Gepäckabfertigung sowie die Abfertigungsschalter für die ankommenden Fluggäste, Büroräume für Zoll, Paßbehörde und Luftverkehrsgesellschaften und vier Läden auf. In dem als Empore eingehängten Zwischengeschoß sind weitere Büroräume und Zubehörräume zum Auslandwarteraum angeordnet. Im Obergeschoß befindet sich der 755 qm große Inlandwarteraum mit Schnellbüfett und Zubehörflächen, ferner Abrufräume, die über zwei gesonderte Treppenhäuser mit dem Abfertigungsvorfeld verbunden sind, gleichfalls vier Läden und weitere Büroräume. Das Obergeschoß wird über zwei die bestehenden Dächer frei überspannende Fußgängerbrücken mit dem 1. Obergeschoß des alten Bürotraktes verbunden. Zwei freistehende Treppenhäuser, Innentreppen und zwei Rolltreppen für Fluggäste sowie zwei Betriebstreppen ermöglichen den Zugang zu den drei Ebenen des Neubaus.
Der bisher zur Verfügung stehende Inlandwarteraum bot bei einer Grundfläche von 175 qm für etwa 70 Personen Platz. Der neue Inlandwarteraum enthält bei einer Größe von 755 qm Raum für rund 300 Sitzplätze. An Stelle des alten Auslandwarteraums, der die gleiche Größe wie der Warteraum für die Fluggäste im innerdeutschen Verkehr hatte, tritt der neue Auslandwarteraum mit einer Grundfläche von 900 qm und 342 Sitzplätzen. Die für Abrufräume bereitgestellte Nutzfläche von 441 qm übersteigt die Gesamtgrundfläche der bisherigen Abrufräume um mehr als das Dreifache. Als Auffangflächen für die aus dem Ausland ankommenden Fluggäste stehen 240 qm zur Verfügung -gegenüber 92 qm in der alten Abfertigungsanlage. Die Auffangflächen für die Inlandsfluggäste betragen insgesamt 172 qm, während bisher nur 35 qm zur Verfügung standen. Zahlreiche Verbesserungen verschiedener Art sind geschaffen worden, die dem Fluggast Annehmlichkeiten bieten sollen. So ist jeder der beiden Warteräume mit Schnellbüfetts ausgestattet, die dem Fluggast während seines Zwischenaufenthalts einen kleinen Imbiß ermöglichen. Ladengeschäfte für Reise- und Geschenkartikel ergänzen diesen "Dienst am Kunden". Für die nach Nord-, Zentral- und Südamerika reisenden Fluggäste wurde ab 15. August auch ein "duty free shop" eingerichtet, in dem zollfreie oder steuerbegünstigte Waren erhältlich sind.
In Nebenräumen der Wartehallen sind Ruhemöglichkeiten vorhanden, vor allem im Auslandwarteraum. Auch ein Kinderspielraum, Ruheräume mit Babybetten und Couches, ein Kinderbad und eine Warmhalteküche wurden eingerichtet. Überdies wurde für einen Schminkraum gesorgt.
Im zweiten Bauabschnitt ist ein Aufzug für gehbehinderte Personen und für die wirtschaftliche Versorgung des Schnellbüffets im Inlandwarteraum vorgesehen. Luftkanäle sorgen mit einer Radiatorenanlage für die richtige Temperatur und architektonisch interessante Deckenleuchten mit kreisförmigen Rasterflächen von 3,60 m Durchmesser für die Beleuchtung des gesamten unteren Hallengeschosses.
Die Abrufräume für die Fluggäste sind in ihrer Größe durch ein besonderes Türensystem leicht zu variieren und können den jeweiligen Erfordernissen schnell angepaßt werden. Fernsprechanschlüsse und die notwendigen Anschlüsse für Rundfunk- und Fernsehübertragungen sowie ein Konferenzraum für Presseinterviews sind gleichfalls vorhanden. Interessant ist ferner die Trennung des betrieblichen und des Fluggastverkehrs durch eine entsprechende Anordnung der Treppenhäuser. Drei getrennte Systeme zur Brandbekämpfung tragen den Sicherheitsvorschriften Rechnung.
Geraume Zeit wird noch das schwierige Zusammenfügen des alten und des neuen Bauteiles in Anspruch nehmen. Die organische Verbindung der beiden Gebäudekörper wird gegen Ende dieses Jahres vollendet sein. Die moderne Stahlbetonkonstruktion des Erweiterungsbaues wird sich den vorhandenen Bauteilen sinnvoll anpassen. Schon heute drückt sie der Gesamtabfertigungsanlage nach dem Vorfeld zu einen repräsentativen Stempel auf. Die Planung der Gesamtanlage ist darauf abgestellt, die Bodenzeiten zu verkürzen, den Verkehrsablauf zu beschleunigen und den Flugreisenden alle Annehmlichkeiten zu bieten, die sie auf einem internationalen Verkehrsflughafen erwarten dürfen. Die hohe Fensterfront des um drei Meter vorgezogenen Inlandwarteraums im Obergeschoß schafft den Begleitern der Fluggäste die Möglichkeit, ihren Angehörigen ein Lebewohl zuzuwinken und dem Start der Flugzeuge zuzuschauen. Für den Entwurf und die architektonische Gestaltung des Erweiterungsbaues zeichnete die Architektengemeinschaft Giefer-Mäckler und Kosina verantwortlich. Die Bauleitung lag in den Händen der Frankfurter Aufbau AG, eine große Zahl deutscher Bauunternehmen halfen den Bau vollenden. |
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