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zu Beginn des neuen Jahrzehnts war der
Wiederaufbau der Stadt bis auf
wenige Ausnahmen abgeschlossen, die vielen Baulücken, die der
Krieg gerissen hatte, waren überwiegend verschwunden. Frankfurt
mußte nach den Jahren des Wirtschaftswunders
jetzt umorganisieren, sich erneuern. Zu schnell wuchsen die Probleme
mit dem Straßenverkehr, zu laut wurde der Ruf nach mehr Büroflächen
und besserer Infrastruktur, daneben verlangten die anspruchsvoller
werdenden Bürger nach neuen Erholungs-, Konsum- und Freizeitbeschäftigungen.
Neben diesen gesellschaftlichen Veränderungen wurde Frankfurt
in den Sechzigern geprägt von U-Bahn
und Flughafenausbau, der
Nordweststadt
und vielen weiteren spektakulären Bauprojekten.
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Foto:Ihle |
ein Bild des Kontrastes bietet sich den
Frankfurtern am Opernplatz. Während
rechts die Alte Oper als "schönste
Ruine Deutschlands" vergeblich auf ihren Wiederaufbau wartet,
und der einst attraktivste Platz der Stadt nach dem Krieg ein häßlicher
Großparkplatz geworden war, entsteht direkt daneben das höchste
Haus der Stadt, das Zürich-Hochhaus.
(Bild zum Richtfest im April 1960)

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es läßt sich nicht sagen,
daß die Stadt mit der Alten Oper,
ihrem wohl schönsten Haus, nach der Zerstörung im März
1944 besonders liebevoll umgegangen wäre. Das die horrenden
Wiederaufbaukosten zunächst nicht aufzutreiben waren, erscheint
noch verständlich, daß aber in den fünfziger Jahren
unter Duldung des Magistrats Schrotthändler über 400 Tonnen
"Alteisen" aus dem Opernhaus entfernen und einfach einschmelzen
durften (darunter befand sich eine Menge noch brauchbarer Zierschmuck
und andere wertvolle Teile), kann man heute nicht mehr recht nachvollziehen.
Es gab viele, die mit der Ruine am liebsten "kurzen Prozeß"
gemacht hätten oder hofften, daß die im Gebäudeinneren
wachsende Wald- und Seenlandschaft (Bild) sowie der Taubendreck
schon von selber das Ende des 1880
fertiggestellten Prunkbaus beschleunigen würden. Erst um 1960
mehrten sich dann einflußreiche Stimmen, die sich für
einen Wiederaufbau stark machten; dennoch ließ dieser bis
zum Baubeginn
1977 fast weitere zwanzig Jahre auf sich warten.
seit dem 28.
August 1981 erstrahlen die Alte
Oper und der neugestaltete Opernplatz
in altem Glanz.
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Foto:Ihle |
besser als den Musikfreunden ging es
den Astronomen: am 1. Juni 1960
bekam die Stadt Frankfurt eine Attraktion zurück. An diesem
Mittwoch wurde die im März 1944 zerstörte Sternwarte
des Physikalischen Vereins an der
Senckenberg-Anlage wiedereröffnet.
100000 Mark steuerten Stadt, Land und Sponsoren für den Wiederaufbau
der 1907 in Betrieb genommenen und von der Familie Moritz
Oppenheim gestifteten Sternwarte neben dem Naturmuseum
Senckenberg (im Bild rechts) bei.

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die Kuppel
der Sternwarte hat einen Durchmesser
von sechs Metern, im Bild der über drei Meter lange, neugebaute
drehbare
Refraktor mit dem wertvollen
21-cm Objektiv, das den Krieg unbeschadet überstanden
hatte. Dienstags und Freitags hatten sowohl Studenten der benachbarten
Goethe-Universität als auch
astronomiebegeisterte Laien die Möglichkeit per neugebauten
Lift und der himmelblau gestrichenen Treppe die hölzerne Kuppel
für ihre Himmelserforschungen zu erklimmen.
zusätzlich standen ein Fernrohr
mit speziellem Rotfilter zur Sonnenbeobachtung und ein "Phonometer"
des Astronomischen Instituts der Universität
zur Auswertung von Sternenphotos mittels Radioastronomie zur Verfügung.
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das Goethe-Gymnasium
an der Friedrich-Ebert-Anlage
wurde am 18. Dezember 1959 feierlich
eröffnet. Der Vier-Millionen-DM-Bau besitzt 24 Klassenräume,
eine große Aula für 750 Personen und eine Turnhalle.
Der eigentliche Schulbereich ist durch die geschlossene Fassade
(Bild links) vom Lärm der verkehrsreichen Hauptstraße
zur Frankfurter Messe
gut abgeschirmt.

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mit dem Neubau
der Schule wurde eine in der Nachkriegszeit gar nicht so unübliche
Odyssee beendet. Fünfzehn lange Jahre waren die Schulklassen
des vermutlich schon um 1520 gegründeten Gymnasiums nach seiner
Zerstörung im zweiten Weltkrieg durch das Stadtschulamt
auf teilweise über 20 verschiedene Standorte innerhalb des Stadtgebiets
verteilt worden. Die Zeit der Improvisation und die Angst vor dem
Auseinanderbrechen der traditionsreichen Schule war für das Goethe-Gymnasium
erst mit dem neuen Gebäude endlich beendet. |
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am
9. Juni 1959 öffnet das Kochstudio
der Maggi-Gesellschaft in ihrer deutschen
Verkaufszentrale an der Mainzer
Landstraße. Mit Gruppeneinladungen
an Händler, Fillialleiter und Hausfrauenverbände ging
die Firma mit Vorträgen, Geschmacksprüfungen und "Feinschmeckerdiplomen"
neue Wege der Fortbildung und -natürlich- auch der Werbung
und Kundenbindung für ihre Produkte. Daneben konnte die seit
1947
zum Nestlé-Konzern
zugehörige Maggi-Gesellschaft
auf diesem Wege die sich ändernden Geschmacksgewohnheiten der
Menschen studieren und ihre Produktionsplanungen darauf einstellen.
Im Bild das erste, noch sehr bescheidene Kochstudio
mit einem Herd und einigen Tischen, 1961
mußte schon erweitert werden.
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| rechts:
Werbeaktion 1962.
Mit 4300 Mitarbeitern war die 1897 vom Schweizer Julius
Maggi gegründete Firma in den sechziger
Jahren der größte europäische Hersteller von Suppen,
Soßen, Feinkosterzeugnissen und Würzmitteln. Meilensteine
in der rot-gelben Verpackung waren der Rindsboullionwürfel 1950,
-1954
das Würzmittel Fondor und vier Jahre später kamen die ersten
Ravioli-Dosen auf den Markt! |
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das Institut
für Modeschaffen bezieht
die neu hergerichtete, ehemalige Villa der Familie Opel
in der Mörfelder Landstraße
277 am 3. Juli 1959.
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Foto: Wolff&Tritschler
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frankfurt
besaß seinerzeit durchaus einen guten Ruf als Modezentrum,
1956
bekam das 1927 gegründete Institut durch das Land Hessen die
Anerkennung als Fachschule, das Lehrpersonal wurde vom Stadtschulamt
übernommen. Neben der Ausbildung der (bis
1955 ausschließlich weiblichen)
Studentinnen zur Modegestalterin
oder Modegraphikerin
wurden hier zahlreiche Modeschauen namhafter Designer (Bild von 1957
zum 30jährigen Jubiläum der Schule) veranstaltet. Die synthetischen
Kunststoffe und deren schier unendliche Anwendungsmöglichkeiten
revolutionierten die Bekleidungsindustrie der fünfziger Jahre. |
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ein mit allen erdenklichen Finessen ausgestattetes
Gebäude ließ das Frankfurter Versandhaus Neckermann
in Rekordzeit an der Hanauer
Landstraße fertigstellen .
Die Einweihungsfeier konnte am 15. September
1960 gehalten und mit den Vorbereitungen des Weihnachtsgeschäftes
1960 begonnen werden. Zu dieser
Zeit besaß der erst 1948
gegründete Konzern des Inhabers Josef
Neckermann bundesweit schon 20
Kaufhäuser und über 70
Auftragsannahmestellen, eine steile Nachkriegskarriere!

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Foto:A.Pfau
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in
den drei unteren Geschossen wurde der Versand
auf scheinbar endlosen Förderbändern abgewickelt, in den
oben liegenden Stockwerken lag die Verwaltung,
die über eine moderne Datenverarbeitungsanlage und ein großes
Rohrpostsystem verfügte, sowie ein Kasino
für 1000 Mitarbeiter, eine Caféteria
und die Großküche für
3000 Essensportionen täglich. Die Deutsche
Bundespost unterhielt in diesem Monumentalbau eine eigene Poststation
zum schnellen Versand der begehrten Neckermann-Päckchen aus Frankfurt. |
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foto oben: Im östlichen
Industriegebiet der Hanauer Landstraße
dominiert der 260 Meter lange Neckermann-Bau,
flankiert von vier gewaltigen Treppentürmen. In dem sechsgeschossigen
Stahlbetonbau des Architekten Prof. Egon
Eiermann waren ca. 8000 Mitarbeiter beschäftigt. Auffällig
sind die an der Längsfassade angebrachten Umlaufgalerien mit
den massiven Feuertreppen. Hinter dem Bau stand ein Kokskesselhaus,
auf Gleisanlagen konnten Güterzüge die Waren direkt
an Lagerhallen heranfahren. Vor dem Versandhaus entstanden viele
hundert Parkplätze und ein Selbstbedienungsladen
direkt an der Hanauer Landstr.
bemerkenswert sind die
zu damaliger Zeit noch freien Flächen hinter dem Haus in Richtung
Main, manchmal konnte man damals
auf den dortigen Feldern sogar noch Schafherden antreffen...
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im
Oktober 1957
begannen im Auftrag des Sport- und
Badeamtes
die aufwendigen Bauarbeiten an einem neuen Zentralschwimmbad in der
Frankfurter Innenstadt. Gegenüber der Baustelle in der Hochstraße
sollte erstmals in der Frankfurter Nachkriegsbaugeschichte ein öffentliches
Modell (Bild) in einem Glaskasten die
neugierigen Bürger informieren und die Gemüter beruhigen,
die sich über den nicht gerade preisgünstigen Neubau bis
ins Stadtparlament hinein ernsthafte Gedanken machten. |
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das neue Stadtbad
Mitte wurde dann zwar mit 13 Millionen DM ein recht teurer,
dafür aber auch ein sehr schöner Bau mit seinem wellenartigen
Dach über der Schwimmhalle. Die "Wasserburg" erstreckte
sich in die Bockenheimer Anlage
(Bild). Für die schwimmbegeisterten Großstädter
stand nun in sehr zentraler Lage zu allen Jahreszeiten ein großzügiges
Hallenschwimmbad mit allen Annehmlichkeiten zur Verfügung .

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das ursprüngliche
Innenstadtbad stand einst am Dominikanerplatz,
etwa dort, wo sich 1958 die Ortskrankenkasse
ein Hochhaus
bauen ließ. Dieses alte Stadtbad, das erste Hallenbad Süddeutschlands,
wurde im Krieg zerstört und bis 1949
nur provisorisch wiederhergestellt. Auch das hier dokumentierte Stadtbad
Mitte aus den Sechzigern existiert heute nicht mehr, lediglich
die Schwimmhalle mit dem charakteristisch-geschwungenen Dach wurde
stehengelassen und in den Neubau einer amerikanischen Hotelkette integriert. |
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luftbild Eschenheimer
Tor/Hochstraße (siehe auch )
vom Sommer 1960. Unten das neue
Stadtbad Mitte, direkt gegenüber
das Parkhaus Taubenstraße
,
beide wurden am gleichen Wochenende (21/22.
Mai 1960) rechtzeitig zum Sommeranfang eröffnet.
rechts oben erkennt man den Kaufhof
an der Hauptwache, links davon
das große
Fernmeldezentrum .
Foto:Aerolux
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das
Kunsteisstadion
in der Radrennbahn
im Frankfurter Waldstadion
mit zwei Eisflächen von 60 x 30 Metern
wurde am Sonntag, dem 11. Dezember
1960 mit einer großen Eisrevue
eröffnet. 45 Kilometer Stahlrohr mußten in einer Betonwanne
verlegt werden; durch die darin umlaufende Kühlflüssigkeit
wurde eine 2,5 Zentimeter dicke Kunsteisdecke auf der insgesamt 4000
Quadratmeter großen Lauffläche geschaffen. |
| vier Flutlichtmasten,
die dem FSV-Stadion
am Bornheimer Hang
abmontiert wurden, beleuchteten das neue Eisstadion. So war Hobbyläufern
bis zum späteren Abend das Training möglich. Auf zwei Tribünen
für ca. 8000 Zuschauer konnten Darbietungen der Eiskunstläufer
und Spiele der Eishockeymannschaft der Frankfurter
Eintracht bestaunt werden. Während
der Eiskunstlauf im Nachkriegs-Frankfurt vor allem durch die Weltmeister
Marika Kilius
und Hans-Jürgen Bäumler
sehr große Beliebtheit und Zuschauerresonanz besaß, führte
das Eishockey zu dieser Zeit eher ein Schattendasein. |
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das zehngeschossige, 40 Meter hohe und
111 Meter lange St.-Katharinen-Krankenhaus
an der Seckbacher Landstraße
mit dem Bettenhaus für 470 Kranke ist eines der größten
Krankenhäuser Frankfurts. Eine Zeitung war erstaunt über
"Pedale an den Operationstischen, mit denen der Arzt die
Patienten in jede notwendige Lage bringen kann".
eingeweiht wurde der moderne Bau nach
zweijähriger Bauzeit am 24. Mai 1960,
im Bild das Krankenhaus, rechts die Kapelle.

Foto:Jänicke
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bild: 1959
wurde am Hauptbahnhof mit dem Bau
von weiteren Fahrspuren begonnen, um diesen neuralgischen Durchgangspunkt
zwischen der Autobahnausfahrt Süd-Flughafen
und dem Bereich Hauptbahnhof-Messe-City
zu entlasten. Nach hinten führt die Baseler
Straße
Richtung Friedensbrücke .

Foto:L.Kleinhans
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am 4. April
1960 "bekam" Frankfurt einen Oscar:
Für den Dokumentarfilm "Serengeti
darf nicht sterben" erhielt der Direktor des Frankfurter
Zoos
Prof. Bernhard Grzimek zusammen mit seinem bei den Dreharbeiten
verstorbenen Sohn Michael den begehrten
Preis der Academy of Motion Picture Arts
and Sciences in Hollywood. Der Film wurde in der ostafrikanischen
Serengeti-Steppe gedreht und begleitete die letzten großen
Wildherden dieser Gegend. Bundesweit bekannt wurde der 1987
verstorbene Grzimek mit seiner
beliebten Fernsehserie "Ein Platz
für Tiere", die mit über 150 Folgen ab 1956
im Ersten Deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde.
im Bild der Preisträger mit seiner
Frau am Frankfurter Flughafen.
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Foto:Aerolux |
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der am 18.
Mai 1961 auf dem Sachsenhäuser
Berg fertiggestellte Henninger
Turm überragte mit seinen knapp 120 Metern als höchstes
Gebäude Frankfurts alle anderen Bauwerke, sogar den 97 Meter
hohen Dom (im Bild rechts dahinter).
Auf dem Drehrestaurant hatten Besucher einen herrlichen Rundblick
über die Stadt bis in den Taunus,
eine Skyline existierte in der Stadt am Main 1961
noch nicht, lediglich einige höhere Geschäftsbauten und
das Zürich-Hochhaus (hinten
links) lassen sich schemenhaft erkennen.
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