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Der Lagersilo "Henninger Turm" (119,5 m), ab 1961 das höchste Bauwerk Frankfurts, hat die Aufgabe, Gerste und Malz für die Bierbrauerei des Unternehmens zu lagern. Maßgeblich für die Entscheidung diesen Hochbau zu errichten, war Raummangel. Der vorhandene Platz hätte für das geforderte Speichervolumen von 14000 t nicht ausgereicht. So entschloß man sich, einen Hochsilo mit verhältnismäßig kleiner Grundfläche zu bauen und diesen mit einem Aussichts-Restaurant auszustatten. Der Architekt löste die Aufgabe, indem er auf die Vorderkante des Silos einen zylindrischen Turm setzte, aus dem Stahlbeton-Plattformen auskragen, die in zwei Geschossen Wirtschafts- und Gasträume enthalten. Auf der einen dieser Plattformen wird eine Drehbühne errichtet, die es dem Besucher ermöglicht, von seinem Sitz aus das ganze Panorama der Stadt Frankfurt, des Taunus und des Maintales an sich vorbeiziehen zu lassen. Auf dem Silo selbst wird ein Dachgarten (Abb.unten) angelegt, von dem aus man ebenfalls Rundsicht über Frankfurt und seine Umgebung haben wird.

Der Silo hat einen quadratischen Grundriß mit einer Seitenlänge von 20,7 m Länge. Eine 1,25 m starke Stahlbetonplatte von 25x25 m überträgt die Silolast auf den felsigen Baugrund. In einem 3,5 m hohen Kellergeschoß liegen die Maschinen- und Vorratsräume. Im Erdgeschoß gibt es ein Restaurant. Es folgt, das Entnahmegeschoß mit einem Teil der für den Betrieb des Silos nötigen Maschineneinrichtung. 65,5 m stehen über ihm für die eigentlichen Silozellen zur Verfügung. Mit zwei je 5 m hohen, sogenannten Verteilergeschossen, in denen die Einrichtungen zum Verteilen des Getreides auf die einzelnen Silozellen untergebracht sind, wird so eine Höhe von 83 m erreicht.

Auf dieser letzten Decke wird der Dachgarten angelegt. Um den mittleren Teil mit Blumenbeeten, Tanzfläche und Wasserspielen sind am Rande Tische gruppiert, die ein weitausladendes Dach vor Witterungseinflüssen schützt. Zwei schnellfahrende Personenaufzüge für je 15 Personen bringen den Fahrgast in nicht ganz einer Minute vom Erdgeschoß bis zur Aussichtsplattform. Dasselbe Ziel kann man erreichen, wenn man die 596 Stufen im Haupt-Treppenhaus an der Vorderseite des Silos hinaufsteigt. Der Stahlbetonzylinder, der die Turmaufbauten trägt, hat einen Durchmesser von 7,3 m, die auskragenden runden Plattformen einen von 16,60 m. Der Turm über dem Silo-Dachgarten ist 31,5 Meter hoch, so daß das gesamte Bauwerk eine Höhe von 119 m über dem Erdboden erreicht. Die Bauteile bis zu den Silozellen wurden in üblicher Holzschalung betoniert. Von da an bis zur Oberkante der Zellen wurde im "Gleitbauverfahren" gearbeitet, wie es die Fachsprache bezeichnet. Ein Schalungskranz von 1,1 m Höhe wird dabei mittels Öldruck kontinuierlich gehoben, wobei fortlaufend in kleinen Schichten Beton und Bewehrung eingebracht werden. Bei diesem Tag und Nacht weiterlaufenden Bauverfahren wurde ein täglicher Baufortschritt von durchschnittlich 2,3 m erzielt, so daß der 65 m hohe Siloteil in einem Monat fertiggestellt werden konnte. Die beiden oberen Verteilergeschosse sind wieder in normaler Schalung hergestellt.

Das Fassungsvermögen des Silos beträgt 14500 t Lagergut. Es kann in 31 Zellen gespeichert werden. Der vom Füllungsgut ausgeübte Seitendruck kann bis 4,5 t/m2 erreichen, den die 18 cm starken Stahlbetonwände aufnehmen müssen. Der gesamte Silo einschließlich Nutzlast wird ca. 31000 t wiegen. Die Stützen, die die Lasten in die Grundplatte überleiten und durch die untersten drei Geschosse führen, haben Abmessungen von 1,1 x 1,1 m und müssen eine Last von maximal je 1200 t tragen. Beim zylindrischen Turmschaft beträgt die Wandstärke 2o cm. Die Plattformen werden von jeweils 2o aus dem Zylinder auskragenden Trägerkonsolen gebildet, auf denen die Decke aufgelagert wird. Im Turm-Restaurant wird ein drehbarer, stählerner Kreisring -ähnlich einem Karussell- montiert, auf dem die Tische und Stühle stehen. Die Umlaufgeschwindigkeit dieser Stahlkonstruktion ermöglicht zwei Umdrehungen in einer Stunde. Für den gesamten Rohbau werden ca. 6400 m3 Beton und 650 t Baustahl benötigt.
Blick in das Drehrestaurant