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Im Juni 1932, zu Goethes hundertstem Todesjahr, begann das Frankfurter Schauspielhaus auf dem Römerberg eine Reihe von Freilichtaufführungen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im folgenden Jahr wurden diese bereits als "reichswichtig" eingestuft und offiziell als "Römerberg-Festspiele" geführt. Sie hatten schnell internationalen Ruf, wurden begeistert aufgenommen und brachten dem Regime durchaus die gewünschte Außenwirkung. Jeden Sommer wurden Tribünen für rund 1500 Zuschauer aufgestellt, weitere 1000 konnten aus den Fenstern der umliegenden Häuser die monumentalen Aufführungen in der mittelalterlichen Atmosphäre des Römers und der alten, verwinkelten Gassen der Altstadt beobachten (Bild links, Aufführung des "Faust" 1935). Unzählige Statisten aus der Frankfurter Bevölkerung nahmen an über 350 Aufführungen in acht Jahren teil. Im August 1939 erloschen die Scheinwerfer für immer, fünf Jahre später stand dort kaum noch ein Haus. |