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| geschichte: 1835 wurde
zwischen Nürnberg und Fürth
die erste Eisenbahnlinie Deutschlands in Betrieb genommen. Das bedeutete
den Start in ein neues Zeitalter; etliche Bahngesellschaften wurden
von Privatleuten gegründet, um sich gewinnbringend dieser gänzlich
neuen, schnellen Art der Fortbewegung anzuschließen. Als sechste
deutsche Linie wurde 1840 die sogenannte Taunusbahn
in Betrieb genommen, sie führte von Frankfurt nach Mainz-Wiesbaden.
Weitere frühe Frankfurter Eisenbahnlinien waren die Main-Weser
-und die Main-Neckar-Bahn. Alle Bahnen
hatten ihre eigenen Bahnhöfe in der Gallusanlage.
Die Main-Neckar-Bahn sollte südlich
nach Darmstadt bis weiter nach Heidelberg
führen, was die Überquerung des Mains unumgänglich
machte. So begann man mit der Planung einer Eisenbahn -und Fußgängerbrücke
über den Main, deren Bau schließlich 1844 begann und im
Revolutionsjahr 1848 zum Abschluß kam. Nach Neuplanungen im
Zuge des Baus des riesigen, zentralen Hauptbahnhofs
1888 und der Fertigstellung zweier neuer Eisenbahnbrücken weiter
stromab, wurde diese Brücke für die Bahn überflüssig.
Als sich das Stadtviertel vor dem neuen Hauptbahnhof,
das heutige Bahnhofsviertel, nun
rasch zu entwickeln begann, wurde die alte Main-Neckar-Brücke
1891 zu einer Straßenbrücke umgebaut und nach dem
ersten Kaiser des deutschen Reiches Wilhelm
I benannt. 1945 wurden auch
an der Wilhelmsbrücke durch
Wehrmachtssoldaten Sprengladungen gezündet, -die Schäden
hielten sich aber in Grenzen. |
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die Wilhelmsbrücke
nach dem zweiten Weltkrieg. Deutlich zu erkennen die durch Sprengung
beschädigte Stelle, an der amerikanische Pioniere notdürftig
den zerstörten Überbau repariert hatten. Bis 1946
wurde die Brücke zwar auch für schwerere Fahrzeuge wieder
hergerichtet, doch mehr als ein unbefriedigender Behelfszustand
konnte für die meistgenutzte Brücke Frankfurts damit nicht
erreicht werden.

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schon lange vor dem zweiten
Weltkrieg war die Brücke dem starken Anstieg des Kraftfahrzeug
-und Straßenbahnverkehrs trotz mehrerer Verbreiterungen nicht
mehr gewachsen, doch fehlten finanzielle Mittel für einen notwendigen
Um -oder Neubau der Wilhelmsbrücke.
Als ersichtlich wurde, dass auch nach 1945
schon sehr bald mit einer sprunghaft steigenden Verkehrsentwicklung
zu rechnen war, kam die Stadt in Zugzwang.
rechts: Blick auf die zu eng gewordene Wilhelmsbrücke
in Richtung Sachsenhausen, kurz vor dem Abbruch im Februar 1950
.

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Foto:Weiß |
eine Verkehrszählung
am 5. September 1949 auf allen Frankfurter
Straßenbrücken ergab, dass die Wilhelmsbrücke
mit weitem Abstand den höchsten Kraftfahrzeuganteil zu tragen
hatte. Fast die Hälfte der Zählung entfielen auf diese Brücke:
46,9 % (es wurden 14722 KFZ in der Zeit von 6-21 Uhr gezählt);
auf Ober
-und Untermainbrücke ,
beide kurz davor fertiggestellt, entfielen 20,5% sowie 18,4% und die
Alte Brücke
trug nur 13,9% des Fahrzeuganteils. Dadurch wurde klar, wie wichtig
die Wilhelmsbrücke für
den unmittelbaren Bereich des Hauptbahnhofes
und als Hauptzufahrtsstraße zum Flughafen
war. Eine bloße Behebung der Kriegsschäden hätte nicht
mehr ausgereicht, die Stadt entschloß sich daher zu einem völligen
Neubau der westlichsten Innenstadtbrücke. Am 19.
Oktober 1949 wurde die Wilhelmsbrücke
zunächst aus Sicherheitsgründen für jeglichen Fahrzeugverkehr
gesperrt, Fußgänger durften noch bis zum 16.
Februar 1950 passieren, am 20. Februar begann der Abbruch.
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Entwurf 10B
der Firma M.A.N. |
| im November
1949 begann die Ausschreibung für
den Brückenneubau, an der sich ausschließlich erfahrene
Spezialfirmen beteiligen durften, denen freie Hand zur Gestaltung
und Ausführung gegeben wurde. Eine Gutachterkommission aus Politikern
und Technikern entschied sich am 16. Februar
1950 zur Annahme des Entwurfes 10B der Stahlbaufirma M.A.N.
aus Gustavsburg, der eine Stahlflachbrücke mit fünf Stromöffnungen
für rund 2,5 Millionen DM vorsah. Schon vier Tage später
wurden die Bauzäune errichtet. |
nur drei
Tage nach der mündlichen Auftragserteilung am 17.
Februar 1950 begannen die Firmen Wayss
& Freitag
für den Tiefbau und die Frankfurter Brückenbauspezialisten
J.S.Fries Sohn
mit der Errichtung der Baustellen an beiden Mainufern, rechts im Bild
der Bauplatz auf dem Frankfurter Tiefufer (heute wird hier das Wohnviertel
Westhafen gebaut). Für Abbruch
und Neubau der Brücke waren eine Bauzeit von nur 13 Monaten eingeplant,
was von nicht wenigen Fachleuten angezweifelt wurde... |
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Foto:Koch |
in den nächsten
fünf Monaten wurde die alte Brückenkonstruktion dann abgebrochen.
Über 100 Arbeiter mußten immerhin rund 15000 Kubikmeter
Schutt abtragen. Dafür wurden 3 Dampfbagger, 4 Schienenbagger,
2 Schwimmkräne, 2 Boote und 2 Schwimmgerüste eingesetzt.
Links sieht man diese Großgeräte beim Abbruch der Brückenbogen.
Zwei Schwimmgerüste mit der Bogenform angepaßten Schalungen
dienten als Arbeits -und Absetzgerüste für die schweren
Bogensteine. |
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abbruch der neun Gewölbe
der alten Wilhelmsbrücke aus
dem Jahre 1848.
im Hintergrund ist der
Neubau des Hochhauses-Süd,
(späteres AEG-Hochhaus )
auf Sachsenhäuser Mainseite zu erkennen.
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Fotos:Reinbacher
rechts: Ein neuer, sandsteinverkleideter Strompfeiler
wächst über der Wasserfläche empor, außen die
Spundwände.
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gesamtbild des Abbruches
im Juni 1950. Während die
alten Strompfeiler noch abgetragen werden, kann man im Vordergrund
schon das Einrammen der Spundwandumschließungen des ersten
neuen Strompfeilers erkennen. Teilweise
mußten mit leichten Sprengladungen die großen Quader
des Mauerwerks der alten Pfeiler zerkleinert werden.

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Foto:Emme |
gesamtbild des Neubaus
im Herbst 1950. Die vier neuen
Strompfeiler sind bereits im Bau,
im September 1950 waren alle Pfeiler
mitsamt der Auflegerbänke für die Stahlbrücke fertiggestellt.
rechts oben das Hochhaus
des deutschen Gewerkschaftsbundes
von 1931
an der Wilhelm-Leuschner-Straße und der Anbau aus dem Jahr
1949 .
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| während
des Baus der Pfeiler hatte ab August 1950
bereits die Montage der Hauptträgerstränge des Überbaus
begonnen, die in kleineren Teilen nach Frankfurt geliefert wurden
und auf dem weiträumigen Bauplatz zu gigantischen Brückenteilen
zusammengeschweißt wurden. Die größten Teile hatten
eine Länge von 134 Metern und wogen weit mehr als 300 Tonnen! |
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16.
September 1950: Zwei große Schwimmkräne müssen
den riesigen, 134 Meter langen ersten Brückenteil einschwimmen,
um ihn auf die Strompfeiler abzusetzen. |
| zehn Tage
später wird der zweite Brückenteil eingeschwommen und auf
die Pfeiler gesetzt (unteres Bild). |
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bis
zum 7. Oktober lagen alle vier Brückenteile
auf den Pfeilern des Stromüberbaus, 760 Tonnen Stahlkonstruktion
waren verbaut. Danach mußten noch die Flutbrücken
montiert werden, diese Arbeiten waren bis zum 26.Oktober abgeschlossen.
Der gesamte Stahlrost mit einer Gesamtlänge von rund 280 Metern
war fertiggestellt. |
| nun
konnte die Herstellung der Fahrbahntafel beginnen. Auf dem Frankfurter
Tiefufer stand eine große Pumpanlage, die den Beton abschnittsweise
in die komplett eingeschalte Brücke einbrachte. Diese Arbeiten
dauerten vom 26. Oktober bis zum 13. Dezember. |

Foto:Wachsmann |
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auf
der Strombrücke werden bereits Straßenbahngleise
ausgelegt. |

Foto:Wachsmann |
letzte
Arbeiten an der Fahrbahntafel. |
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die Eröffnungsfeier
der neuen, sechsspurigen Friedensbrücke
am 1. März 1951 war
ein großer Tag in der Frankfurter Nachkriegsgeschichte. Tausende
Menschen standen an beiden Mainseiten, als Oberbürgermeister
Walter Kolb "seine" bereits
fünfte Brücke nach dem Krieg einweihte. Es war die größte
Frankfurter Brücke, sie verband Nord- mit Süddeutschland
und stand als weithin sichtbares Zeichen für den Aufbauwillen
der vom Kriege so stark getroffenen Großstadt am Main.
Gesamtlänge: 287,32 m, Breite: 29,50 m, Gesamtkosten:
ca. 4 Millionen DM
Foto: AP
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