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serie zur nachkriegszeit
die innenstadtbrücken nach dem krieg.  
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alle Innenstadtbrücken wurden im zweiten Weltkrieg zerstört. Doch es waren nicht die Bombenangriffe, die die Brücken unpassierbar machten, sie alle wurden am 25. und 26. März 1945 vor dem nahenden Einmarsch alliierter Truppen von Wehrmachtsangehörigen gesprengt, um die Überquerung des Mains unmöglich zu machen. Die Zerstörungen an den Brücken selber waren zwar nicht allzu verheerend, aber die für die Stadt wichtigen, in die Brücken eingelassenen Leitungssysteme zur Wasser -und Stromversorgung wurden unterbrochen. Dadurch kam Frankfurt durch diese, zu diesem Zeitpunkt militärisch bereits völlig unsinnige Maßnahme fast vollständig zum Erliegen. Die Sprengung der Wilhelmsbrücke mißglückte soweit, dass amerikanische Soldaten sie recht schnell flicken konnten, die US-Panzer rollten auch über sie in das Stadtgebiet und nur drei Tage nach den Brückensprengungen war die Stadt bereits vollständig unter Kontrolle alliierter Streitkräfte. Für die Stadt Frankfurt war der Krieg beendet.
um 1956
der Wiederaufbau der Frankfurter Brücken hatte höchste Priorität, einmal um diese wichtigen Bestandteile deutscher Nord-Süd-Straßenverbindungen schnell wiederherzustellen, andererseits war es für die Bevölkerung gerade in diesen Tagen höchster Not sehr wichtig, auch über den Schiffahrtsweg mit Versorgungsgütern erreichbar zu bleiben, was durch die im Wasser liegenden Trümmerreste der Mainbrücken sehr erschwert war. So war die Wiederherstellung leistungsfähiger Brücken die wohl wichtigste öffentliche Aufgabe in den ersten Jahren nach dem Krieg. (siehe auch )

die US-Armee hatte zunächst die notreparierte Wilhelmsbrücke als einzig passierbaren Mainübergang beschlagnahmt und für Deutsche gesperrt. Der Stadtteil Sachsenhausen war nun vorerst von der übrigen Stadt getrennt, lediglich ein Fährbetrieb war von den Amerikanern erlaubt worden.

 

Dom Die völlig zerstörte Mainfront Foto: Kochmann
Dom Holzsteg, auf Pontons gelagert Schwimmpontons

ende Mai 1945 errichteten dann amerikanische Pioniereinheiten in Höhe des Domes (hinten) diesen Holzsteg auf schwimmenden Pontons. Doch mehr als ein Provisorium konnte dies auf Dauer nicht sein, so drängte die Stadt alsbald auf Wiedererrichtung der Fußgängerbrücke "Eiserner Steg".

Eiserner Steg

geschichte: gebaut wurde der Eiserne Steg 1869 durch Privatinitiative vermögender Bürger Frankfurts. Als Abzahlungsgebühr mußte für die Nutzung der Fußgängerbrücke die folgenden sechzehn Jahre lang ein Kreuzer entrichtet werden, bevor die Brücke in den Besitz der Stadt gelangte. Der Steg mußte 1911 aufgrund der fortschreitenden Kanalisierung des Mains deutlich angehoben werden, nachdem bereits einige Schiffe mit ihren Aufbauten an der Brücke hängengeblieben waren. Zudem wurde der inzwischen rund vierzig Jahre alte eiserne Oberbau komplett ersetzt.

Gesamtlänge: 173,60 m, Breite: 5,44 m

 

 

 

rechts: der wiederaufgebaute Eiserne Steg mit Blick auf den Römerberg. (um 1958)

Nikolaikirche Rententurm Saalhof und Bernusbau Dom Teil des Oberbaus, das wie eine überdimensionale Waage in den Main hing Mittelstück des Steges Am Sachsenhäusener Ufer war die Brücke stehengeblieben Foto: FNP-Archiv

nach der Sprengung am 25. März 1945 war die Fußgängerbrücke in der Mitte zerrissen, auf Frankfurter Seite standen bis auf ein kleines Stück des Oberbaus, das wie eine überdimensionale Waage in den Main hing (siehe rechts), nur noch die steinernen Brückenpfeiler. Am Sachsenhäuser Ufer war die Brücke aber stehengeblieben.

 

juni 1946: Blick vom Dom auf den Eisernen Steg, dahinter die Untermainbrücke. Der Wiederaufbau hat begonnen, Kräne haben die im Wasser liegenden Teile der Eisenkonstruktion geborgen und an ihre ursprünglichen Stellen verbracht. Eiserner Steg Untermainbrücke Foto: J.Egenolf

 

Foto: Boese

das gekippte Brückenteil wurde mit Kränen wieder in die Waagerechte gebracht, noch fehlte aber das Mittelstück. Die schwierigen Bauarbeiten wurden durch das Fehlen eines speziellen Schwimmkranes zusätzlich erschwert, dieser ließ sich in jenen turbulenten Tagen wohl einfach nicht auftreiben...

im August 1946 wird das noch fehlende Mittelstück mit Hilfe einer komplizierten Seilwindenkonstruktion in die Brücke eingefügt und vernietet.

einweihung des "Eisernen Stegs" war am 2. November 1946.

Alte Brücke

Foto: FNP-Archiv

 

Alte Brücke, ca 1936

geschichte: die Alte Brücke ist die älteste der Frankfurter Brücken, die überlieferte Geschichte läßt sich etwa eintausend Jahre zurückverfolgen, urkundlich wird sie im Jahre 1235 ein erstes Mal erwähnt. Bis zum Bau der Main-Neckar Eisenbahnbrücke im Jahr 1848, die an der Stelle der heutigen Friedensbrücke stand, war die Alte Brücke über viele Jahrhunderte die einzige Mainquerung Frankfurts. In der Form, in der sie heute besteht, wurde sie bis August 1926 fertiggestellt und durch den damaligen Oberbürgermeister Ludwig Landmann eingeweiht.

Gesamtlänge: 237,40 m, Breite: 19,50 m

links: Dieses Foto entstand vor dem zweiten Weltkrieg.

am 26. März 1945 wurde auch die Alte Brücke gesprengt, zwei Bögen wurden vollständig zerstört.

schon Ende 1945 begann man mit der Reparatur, die Eile war dringend geboten, denn es mußte für den Schwerlastverkehr eine Möglichkeit geschaffen werden, den Main wieder zu überqueren. Aus Panzerplatten und anderem Kriegsmaterial wurde ein stählernes provisorisches Mittelstück mit einer Tragfähigkeit bis 24 Tonnen Gesamtgewicht gefertigt und eingesetzt, was von einem breitem stählernen Behelfspfeiler gestützt wurde (Foto unten). Am 13. September 1947 konnte die Alte Brücke in eingeschränkter Form wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Die zerstörte Alte Brücke Obermainbrücke Fahrgasse Foto: J.Egenolf
foto unten: deutlich erkennbar die auf zwei Fahrspuren reduzierte provisorische Fahrbahn, auf den Stützpfeiler gelagert, der durchfahrenden Schiffen immer wieder Probleme bereitete. (um 1961)
Alte Brücke Dom Fahrgasse Kurt Schumacher Strasse Zeil Paulskirche Zürich-Hochhaus Fernmelde-Hochaus
erst 1965, nach 18 Jahren, konnte das Nachkriegsprovisorium endlich durch einen neuen fünfspurigen, stützenfreien Überbau ersetzt werden. Zwar war lange Jahre ein kompletter Neubau in der Planung, die hohen Kosten dafür konnte die Stadt aber schließlich nicht aufbringen. Durch den schnell wachsenden Fahrzeugverkehr wurde die Stadt letztendlich zu einer Lösung gezwungen: die langen Staus, die sich vor diesem Nadelöhr bildeten , drohten die Innenstadt völlig lahmzulegen. Am 1. Juni 1965 wurde die Brücke für den Verkehr gesperrt, um zwei neue, ca 70 Meter lange Brückenteile auf die alten Pfeiler zu setzen. Die Bauarbeiten gingen in Rekordzeit voran und schon am 16. September gleichen Jahres wurde die Alte Brücke rechtzeitig zur Internationalen Automobilausstellung 1965 wieder in Betrieb genommen.

erwähnt werden muß auch die Geschichte vom legendären "Brickegickel", ein goldener Hahn, der Jahrhunderte die Alte Brücke zierte. Die Sage erzählt vom Baumeister, der den Teufel um Hilfe bat und ihm ein Versprechen gab, um die Brücke noch rechtzeitig fertigzustellen. Der Teufel sollte das erste Lebewesen bekommen, das die neue Brücke überquert. Der ängstliche Baumeister und die Ratsherren kamen zum Tag der Einweihung auf die clevere Idee, einen Hahn vorzuschicken, den der Teufel dann vor Wut in tausend Stücke zerriß. So sollte fortan zum Gedenken ein goldener "Gickel" die Brücke zieren, den seitdem das Schicksal einiger Abstürze in den Main ereilte. Im dreißigjährigen Krieg wurde er gar von schwedischen Kugeln von seinem Platz geschossen!

Im zweiten Weltkrieg wurde der "Brickegickel" durch die Brückensprengung erneut im Main versenkt, konnte aber geborgen werden. Nach langen Jahren der Verbannung ins historische Museum wurde die Nachbildung des goldenen Hahns am 7. Dezember 1967 auf der Brücke feierlich "inthronisiert"...

Der "Brickegickel", der goldene Hahn
Obermainbrücke (heute Ignatz- Bubis-Brücke)
Der "Portikus", das stehengebliebene Portal der zerstörten Frankfurter Stadtbibliothek von 1825 Die Überreste der Obermainbrücke Foto: L.Naumann

geschichte: Von 1876 bis 1878 wurde die Obermainbrücke als letzte der Frankfurter Innenstadtbrücken gebaut. Starker Rost an den schmiedeeisernen Bögen führte bereits im Jahre 1934 zur Vollsperrung für den Straßenverkehr. Die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten konnten aber bis zu Beginn des zweiten Weltkrieges nicht mehr ausgeführt werden; das benötigte Eisen wurde bereits für die Waffenproduktion zurückgehalten. Die stillgelegte Brücke wurde schon bei Bombenangriffen 1944 schwer beschädigt, 1945 erlitt die Obermainbrücke das gleiche Schicksal aller Frankfurter Brücken: sie wurde im März von der Wehrmacht gesprengt.

Gesamtlänge: 169,75 m, Breite: 15,20 m

oben: Beginn der Vorarbeiten zur Wiederherstellung im April 1946. Statt Schmiedeeisen und Sandstein der alten Brücke aus der Gründerzeit wurden nach dem Krieg zeitgemäß Stahl und Beton verwendet.
Sprengkammern im Pfeiler der Obermainbrücke arbeiten an den Sprengkammern im Pfeiler der Obermainbrücke. Diese Kammern werden hoffentlich nie wieder gebraucht!

mai 1949: Das Foto zeigt den für alle Brücken seinerzeit obligatorischen Belastungstest, der die Tragfähigkeit prüfen sollte. Dazu wurden Straßenbahnwagen, vollbeladene Güterwaggons und schwere Lastkraftwagen gleichzeitig auf die Brücke gefahren. Die dabei verursachte Dehnung der Obermainbrücke hielt sich in den exakt vorausberechneten Toleranzgrenzen und so stand der Eröffnung nichts mehr im Wege.

Im Hintergrund der "Portikus", das stehengebliebene Portal der zerstörten Frankfurter Stadtbibliothek von 1825.

Der "Portikus", das stehengebliebene Portal der zerstörten Frankfurter Stadtbibliothek von 1825 Belastungstest der Obermainbrücke
Eröffnungsfeier der Obermainbrücke Foto: S.Kochmann

zum Pfingstsamstag, dem 4. Juni 1949 wurde die Obermainbrücke dem Verkehr übergeben. Nach 15 Jahren konnten erstmals wieder Mensch und Fahrzeug den Main an dieser Stelle überqueren. Dementsprechend viele Frankfurter waren an diesem Tag auf den Beinen, um Oberbürgermeister Kolbs Einweihungsrede zuzuhören, auf Sachsenhäusener Seite sprach übrigens der Offenbacher Bürgermeister Rebholz, da die Straßenbahnlinie 16 nach Offenbach auf dieser Brücke über den Fluß fuhr.

 

Untermainbrücke

geschichte: Geplant wurde diese Brücke bereits um 1866, doch der Deutsch-Französische Krieg verzögerte den Baubeginn in das Jahr 1872. Zwei Jahre später konnte die neue Untermainbrücke eröffnet werden.

1945 wurde die in den dreißiger Jahren umbenannte "Adolf-Hitler-Brücke" von untergebenen Soldaten des selbsternannten "größten Feldherren aller Zeiten" gesprengt; damit endete die traurigste Epoche Frankfurter Geschichte.

behelfsmäßig wurden die drei schwer beschädigten Stromöffnungen bereits Ende 1945 mit einer Holz-Stahl Konstruktion überbaut, die in den darauffolgenden drei Jahren nur Passanten und leichten Fahrzeugen zur Verfügung stand.

Gesamtlänge: 252 m, Breite: 19,70 m

ab Juni 1948 wurde der gesamte Überbau erneuert, die Pfeiler konnten alle wiederverwendet werden. Nach vierzehnmonatiger Bauzeit war die Untermainbrücke am 23. Juli 1949 fertig.

mit der Wiederherstellung der Ober -und der Untermainbrücke ging das Jahr 1949 als das "Brückenjahr" in die Geschichte der Stadt ein.

Untermainbrücke 1949. Während die Strassenbahn bereits die Brücke überfährt, finden noch letzte Arbeiten an den Pfeilern statt.
Hochhaus der Dresdner Bank von 1951 Bühnenturm des Schauspielhauses Einfahrt zur Neuen Mainzer Straße Untermainbrücke

heutzutage führt der Weg über die Untermainbrücke direkt in die Wolkenkratzer-Schlucht der Neuen Mainzer Straße. Auf diesem Bild von 1956 ragen dort lediglich der Bühnenturm des Schauspielhauses sowie links daneben das Hochhaus der Dresdner Bank von 1951 an der Gallusanlage leicht heraus. Wie sehr haben sich die Zeiten doch geändert!

 

 

über den Neubau der Friedensbrücke im Jahr 1951 .

© JHS, 23.01.03
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